Mark Lanegan - Imitations
erhältlich ab
13.09.2013
Genre
  • Rock/Pop
  • Indie-/Blues-Rock
Label
Heavenly - PIAS Coop
Vertrieb
Rough Trade
Laufzeit
00:41:27
Redaktion
Eure Bewertung
Dieses Album jetzt kaufen

Keine Billigkopien

Gemeinsam mit dem englischen Multi-Instrumentalisten Duke Garwood veröffentlichte Mark Lanegan unlängst das sich tief in Molltöne eingrabende "Black Pudding". Dessen minimalistischen Blues-Fragmente hallen noch leise nach, da beschert der Meister mit dem traurig raspelnden Bariton, der durch sein Mitwirken etwa bei Unkle, Soulsavers und den Queens Of The Stone Age eine breite Hörerschaft für sich erschließen konnte, erneut eine gefühlvolle Sammlung persönlicher Songs. "Imitations" enthält zwölf Evergreens aus fremder Feder, die Lanegan zum Teil schon seit seiner Kindheit begleiten. Aber auch Tracks, die ihn über die Jahre einfach nicht mehr losgelassen haben.

Bereits 1999 bewies der Songwriter aus Seattle mit dem Cover-Album "I'll Take Care Of You", dass er fremdem Material eine tiefgreifende Eigennote implementieren kann und das ursprünglich völlig anders klingende Ur-Material aus einer neuen Perspektive zeigt. Mit "Imitations" geht Lanegan nun ein Stück weiter und wagt sich stilistisch noch ein wenig weiter hinaus. Wo sonst nur akustische Instrumente und sein schwermütig vibrierendes Organ zu hören waren, reichert Lanegan auf "Imitations" seinen reduzierten Sound mit leicht dröhnendem Crooning, butterweichen Streichern und einem meist zart streichelnden Schlagzeug an.

Auf diese Weise generiert Mr. Lanegan eine heimelige Atmosphäre, wie man sie wohl in Wohnzimmern der 60er-Jahre vorfand, als die Familie noch versammelt vor dem Radio saß und den Klängen von Perry Como, Dean Martin und Frank Sinatra lauschte. Von Letzterem interpretiert Lanegan das stimmige "Pretty Colors" und scheut sich auch nicht das schwülstige "Autumn Leaves", das neben Sinatra auch in der Version von Andy Williams vor vielen Jahrzehnten zum Hit wurde, mit voller Inbrunst zu schmettern.

Doch Lanegan lässt sich auch in eher heimischem Terrain nieder. So nimmt er sich mit "Deepest Shade" eines Songs seines Kollegen Greg Dulli an, mit dem er bei den Twilight Singers agiert. Aber auch wenn er Material von Nick Cave ("Brompton Oratory") auf sanfte Gemütlichkeit bettet, schwingt stets diese nostalgische Schwülstigkeit mit, bei der man auch schnell mal danebengreifen könnte.

Doch Lanegans latente Würde beim Musizieren bleibt auch bei der Auswahl eines noch so eklektischen Song-Bouquets unangetastet. Ob Hall & Oates ("She´s Gone"), John Cale ("I'm Not The Loving Kind"), Nancy Sinatra ("You Only Live Twice") oder gar Brecht-Weill-Klassiker ("Mack The Knife"): Mark Lanegan bewegt sich auf allen Terrains sicher. Seine abgeklärte Leidenschaft lässt den Performer durch und durch unverwechselbar klingen - egal, welchen Ursprung die Musik auch haben mag.

Constantin Aravanlis
teleschau | der mediendienst

Tracklist

Disc 1
Titel Unsere Songtexte
1 Flatlands
2 She's Gone
3 Deepest Shade
4 You Only Live Twice
5 Pretty Colors
6 Brompton Oratory
7 Solitare
8 Mack the Knife
9 I'm Not the Loving Kind
10 Lonely Street
11 Élégie funèbre
12 Autumn Leaves

0 Kommentare

Wenn du dich anmeldest brauchst du deinen Namen nicht bei jedem Kommentar anzugeben.