Mark Forster - Bauch und Kopf
erhältlich ab
16.05.2014
Genre
  • Rock/Pop
  • Pop
Label
Four Music
Vertrieb
Sony
Laufzeit
00:43:09
Redaktion
Eure Bewertung

Freundlich und überraschungsfrei

Er kommt einem dann doch irgendwie bekannt vor. Vielleicht, weil "Bauch und Kopf" schon sein zweites Album ist. Vielleicht aber auch, weil er dem Phänotyp des freundlichen Berliner Hipsters von nebenan so gut entspricht: Mark Forster trägt Drei-bis-zehn-Tage-Bart, Nerdbrille und unterschiedliche Kopfbedeckungen von der Wollmütze bis zum Trilby. Und natürlich kommt er auch nicht aus Berlin, sondern aus einem Kaff in Rheinland-Pfalz. Abgebrochenes Studium, Sinnsuche auf dem Jakobsweg, Fuß fassen in der Kreativstadt - das alles klingt, als habe man es schon mal gehört. Sollte eigentlich vollkommen wurscht sein, schließlich sind weder eine krasse Biografie noch ein grandioses Styling Voraussetzungen für gute Musik. Aber leider passt bei Forster alles perfekt ins Bild. Auch seine Songs sind gut verpackte Standardware mit niemals allzu auffälliger individueller Note. Immerhin: Unsympathisch ist der Sänger nicht.

Der unaufgeregt freundliche Forster hat zumindest ein paar Kollegen von sich überzeugt, die ihn auf "Bauch und Kopf" unterstützen. Schon im Opener revanchiert sich Sido für Forsters Hilfe bei "Einer dieser Steine" und steuert zu "Au Revoir" eine Rap-Passage bei. Ansonsten allerdings bleibt der Song wenig auffällig; eine typische Ausbruchsfantasie, verpackt in eine Powerpopballade mit Streichereinsatz. Carolin Niemczyk von Glasperlenspiel unterstützt Forster im entspannt-verschlafenen Duett "Hundert Stunden". Und Flo Mega gibt den verlorenen besten Freund in "Ich Trink Auf Dich", einer Männerleidnummer zu sanften Klavierklängen.

Die Songs dazwischen stören den Ablauf nicht weiter. Ob Forster in "Flash Mich" ein wenig in Richtung Elektropop schielt oder in "Hallo" die Schmalzstreicher auspackt - fast nie verlässt er die akustische Komfortzone, keiner seiner Songs würde den Ablauf im Radio weiter stören. Auch textlich bewegt sich Forster meist im Konsensbereich, nur selten fällt er wirklich aus dem Rahmen. Etwa in "Immer Immer Gleich": die niedlichen Spieldosenwalzer-Sounds konterkariert er dort gekonnt beiläufig mit einem deftigen "Immer für'n Arsch". Wesentlich unangenehmer dagegen der Hinhörer im Titeltrack: "Ich bin fein damit" heißt es hier völlig ironiefrei - dafür sollte es eigentlich die Todesstrafe der Texterinnung geben. Aber dafür ist Forster dann doch wieder viel zu nett.

Sabine Metzger
teleschau | der mediendienst

Tracklist

Disc
Titel Unsere Songtexte
Hallo Hallo
Au Revoir Au Revoir (Übersetzung)
Au Revoir
Wer du bist Wer du bist
Immer immer gleich Immer immer gleich
Bauch und Kopf Bauch und Kopf
Ich trink auf dich Ich trink auf dich
Flash mich Flash mich (Übersetzung)
Flash mich (Übersetzung)
Flash mich (Übersetzung)
Flash mich
Königin Schwermut Königin Schwermut

2 Kommentare

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20. August, 16:54 Uhr
von hannnes

Ich finde dich COOL

30. Dezember, 19:05 Uhr
von susi

; Super Musik, auch wenn sich die Texte im "Konsensbereich" bewegen. Haben aber Sinn und Verstand und die Musik ist einfach gut

Qmn