Mariah Carey - Me. I Am Mariah ... The Elusive Chanteuse
erhältlich ab
23.05.2014
Genre
  • Rock/Pop
  • Pop
Label
MonarC Music
Vertrieb
Universal
Laufzeit
01:01:22
Redaktion
Eure Bewertung

Chanteuse, bleib bei deinen Leisten!

Meint die das ernst? Mariah Carey hat ihr neues Album "Me. I Am Mariah ... The Elusive Chanteuse" getauft. Der Titel mit den zwei "Ichs" am Anfang wird dem bekannten Selbstdarstellungsdrang der Diva gerecht, Selbsterkenntnis zeigt sich darin weniger. Denn obwohl seit dem Flop "Memoirs Of An Imperfect Angel", der am schlechtesten verkauften Platte ihrer Karriere, immerhin schon fünf Jahre vergangen sind, war Carey in der Zwischenzeit doch alles andere als "elusive", also schwer zu fassen. Sie trat ein paar Mal für Barack Obama auf, saß für die Castingshow "American Idol" in der Jury, wo sie sich öffentlichkeitswirksam mit Kollegin Nicki Minaj zoffte, und inszenierte auch die Geburt ihrer Zwillinge medientauglich. Allein musikalisch tat sich wenig. Doch die Pause, so zeigt sich jetzt, hat ihr gut getan: Mit "Me ..." findet Carey zurück zu ihrer Form.

Um es gleich vorwegzuschicken: Große musikalische Offenbarungen finden sich nicht auf dem Album. Hauptsächlich gibt es soliden R'n'B, für den Profis wie Jermaine Dupri verantwortlich zeichneten. Aber Carey besinnt sich hier wieder einmal auf ihre größte Stärke: ihre Stimme. Das macht sie auch gleich mit dem Opener klar. "Cry" ist eine hübsche, vergleichsweise schlichte Pianoballade, die durch Careys Satinstimme ihren Glanz erhält.

Aber nicht nur in den Balladen macht sie eine gute Figur: "Dedicated", in dem die Sängerin gemeinsam mit Gaststar Nas in der goldenen Vergangenheit schwelgt, wird nicht nur durch ein Wu-Tang-Sample, sondern auch mit höchsten Tönen aus Careys Pfeifregister verziert. Aus der Kombination entsteht eine freundlich entspannte Nummer, die sich im Sommer mit Drink in der Hand noch besser genießen lassen wird. Auch "You Don't Know What To Do" beginnt erst als große Ballade, um sich dann mit Hilfe von Rapper Wale augenzwinkernd in eine Mitwippnummer zu verwandeln, an der Carey ganz offensichtlich Spaß hat.

Natürlich, kitschfrei kann kein Album der Sängerin bleiben, auch dieses nicht. Einzelne Balladen werden immer wieder süß besäuselt oder von allzu sanften Beats weichgeklopft. Richtig dicke kommt's in "Supernatural": Kinderlachen und glückliches Gebrabbel ihrer Zwillinge mischen sich hier mit - wirklich! - Harfenklängen. Interessant, dass Carey ausgerechnet vor diesem Schmalzteppich vergleichsweise ruhig und geradeheraus singt. Entzuckern kann das den Song aber auch nicht mehr.

Ob die Songs nun aber besser oder schlechter geraten sind: Jeder einzelne von ihnen profitiert hörbar von Careys Qualitäten als Sängerin. So gerät "Me. I Am Mariah ... The Elusive Chanteuse" nicht unbedingt zum Triumphzug. Aber zu einem echten Comeback.

Sabine Metzger
teleschau | der mediendienst

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