Lacrimosa - Live In Mexico City
erhältlich ab
25.07.2014
Genre
  • Rock/Pop
  • Symphonic Rock
Label
Hall Of Sermon / Sony
Vertrieb
Sony
Laufzeit
02:07:10
Redaktion
Eure Bewertung

Ohne Filter und Fehler

Über Sinn oder Unsinn von Live-Alben lässt sich vorzüglich streiten. Schließlich gibt es viele Punkte, die, je nach Geschmack, der jeweiligen Veröffentlichung sowohl positiv wie auch negativ ausgelegt werden können: Sound, Songauswahl, Stimmung - um nur einige zu nennen. Lacrimosa kümmert das nicht: Die Gothic- und Symphonic-Rock-Institution veröffentlicht jetzt bereits ihr drittes Live-Album. Zu großen Diskussionen unter Fans dürfte der Mitschnitt aber nicht sorgen, denn "Live In Mexico City" ist in allen bereits erwähnten Punkten durchaus amtlich geworden.

Zuallererst fällt der Umfang auf. Eine Doppel-CD - die Erstauflage kommt sogar noch mit Bonus-DVD - mit einer Spielzeit von über zwei Stunden, sollte eigentlich keine Wünsche offen lassen. Bei einer Bandhistorie von fast 25 Jahren ist das Repertoire dementsprechend groß und Lacrimosa schöpfen aus dem Vollen. Klassiker wie "Ich bin der brennende Komet", "Not Every Pain Hurts" oder "Stolzes Herz" und Songs neueren Datums wie "Verloren" oder "Irgendein Arsch ist immer unterwegs", beide vom 2012 erschienenen Longplayer "Revolution", wechseln sich in der Setlist ab. Jene zeichnet ausgewogen die Entwicklung der Band vom Goth-Rock der Anfangstage zum härteren, mit elektronischen Elementen angereicherten Sound der Gegenwart nach. Für Atmosphäre ist ebenfalls gesorgt: 3.000 Mexikaner singen jeden Text inbrünstig mit und bejubeln jedes kleines "Gracias" von Frontmann Tilo Wolff lautstark.

Die hervorragende Stimmung in Verbindung mit dem erstaunlich gitarrenlastigen, wohl nicht digital nachbearbeiteten Sound sowie die Tatsache, dass mit "Live in Mexico City" ein einzelnes vollständig mitgeschnittenes Konzert präsentiert wird und hier kein Zusammenschnitt mehrerer Auftritte erfolgt ist, schafft eine hohe Authentizität. Somit lässt das Album, sowohl vom Konzept als auch der Umsetzung her, eigentlich keine Wünsche offen. Ob der geneigte Fan, der sowieso sämtliche Veröffentlichungen von Lacrimosa im Plattenschrank hat, diesen Mitschnitt braucht, muss jeder wohl selbst entscheiden. Viel falsch machen kann man mit diesem Live-Dokument auf jeden Fall nicht.

Radu Todoran
teleschau | der mediendienst

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