Joe Budden - No Love Lost
erhältlich ab
22.02.2013
Genre
  • Hip Hop/Rap
  • HipHop/R'n'B
Label
Membran - Neo - Sony Music International
Vertrieb
Sony Music
Laufzeit
01:11:49
Redaktion
Eure Bewertung

Fleischlos unglücklich

Ein HipHop-Beef gleicht einem Lebensmittelskandal: Je länger man das Thema ausschlachtet, desto unappetitlicher wird es für alle Beteiligten. In den meisten Fällen werden die Affären nur medienwirksam hochgekocht und in mundgerechten Happen serviert, ein gezielt gestreuter Streit zwischen Rappern verhalf schon so manchem Album zur clever getimten Aufmerksamkeit. Als der Rapper Joe Budden vor über zehn Jahren seine Karriere startete, stapfte er mit voller Absicht in jedes sich ihm bietende Beef-Näpfchen und legte sich mit allen Größen des Business an. Mit Erfolg: Seine Plattenverkäufe stiegen, und die einzelnen Single-Auskopplungen fanden in vielen Hollywood-Filmen als musikalische Untermalung einen Platz. Aber auch Hitzköpfe kühlen im Laufe der Zeit immer weiter ab und werden erwachsen. Doch Budden entschlüpfte nicht nur den Schuhen eines Halbstarken, sondern verlor auf "No Love Lost" auch seine Bissigkeit.

Eigentlich müsste der 32-Jährige nach all den Beefs der vergangenen Jahre gut im Futter stehen, doch so richtig kommt die lahme Ente nicht in die Gänge. Zwar schwingt sich das Album mit den ersten drei Songs "Top Of The World", "She Don't Put It Down" und "NBA" in solide HipHop-Gefilde, doch die darauffolgenden R'n'B-Turbulenzen zwingen Budden immer wieder zu Sturzflügen. Er versucht in der Folgezeit seinen Hals öfters über die Wolken der Belanglosigkeit zu drücken, erweist sich aber als zu flügellahm. Über weite Strecken wirken die Beats und Rhythmen austauschbar und uninspiriert.

Bei der Auswahl an Gastfeatures setzte der Musiker aber aufs richtige Pferd und bewies richtige Feinschmeckerqualitäten: Lil Wayne, Wiz Khalifa und Lloyd Banks galoppieren mit Budden um die Wette und werten mit ihren Skills einige der kredenzten Gerichte auf. An ihnen liegt es nicht, dass "No Love Lost" produktionstechnisch kraftlos und vorhersehbar auf kleiner Flamme vor sich hinbrutzelt. Wahrscheinlich wusste Joe Budden anfangs selbst noch nicht, wohin die Gourmetreise hingehen soll, die hauseigenen Lebensmittelkontrolleure drängten wohl auf eine konsumfreundliche Massentierhaltung. Beef wird schließlich auch nur so heiß gegessen wie es gekocht wurde.

Ben Hiltrop
teleschau | der mediendienst

Tracklist

Disc 1
Titel Unsere Songtexte
1 Our First Again (Intro)
2 Top of the World
3 She Don't Put It Down
4 NBA NBA
5 You And I
6 Castles Castles
7 All In My Head All In My Head
8 Skeletons Skeletons
9 Ghetto Burbs
10 Last Day Last Day
11 Role Play (Interlude)
12 Switch Positions Switch Positions
13 Tell Him Somethin
14 Runaway Runaway
15 My Time My Time
16 No Love Lost (Outro)
17 She Don't Put It Down (Remix)

0 Kommentare

Wenn du dich anmeldest brauchst du deinen Namen nicht bei jedem Kommentar anzugeben.