Jessie J - Sweet Talker
erhältlich ab
10.10.2014
Genre
  • Rock/Pop
  • Pop
Label
Republic
Vertrieb
Universal
Laufzeit
00:55:51
Redaktion
Eure Bewertung

Kämpfernatur mit Mitstreitern

Diese Frau haut nichts so leicht um: Mit elf wurde bei Jessie J eine Herzkrankheit diagnostiziert. Dann wurde sie von ihren Mitschülern gehänselt, weil ihre Medikamente ihre Haut grün färbten. Mit 18 hatte sie einen leichten Schlaganfall. Und kurz nach ihrem Durchbruch als Sängerin fiel sie bei einem Auftritt von der Bühne und brach sich das Bein. Was ist gegen all diese Rückschläge schon ein geflopptes Album? Eben. Deshalb ließ Jessie J sich auch nicht weiter vom Misserfolg ihres zweiten Langspielers "Alive" im letzten Jahr beeindrucken. Stattdessen setzte sich die Britin direkt an die Arbeit zu ihrer neuesten Veröffentlichung: "Sweet Talker" bietet noch mehr Abwechslung als ihre Krankenakte - leider auch qualitativ.

Die neue Single "Bang Bang" hat schon seit einer Weile auch das deutsche Radio erobert, ausgestattet mit reichlich Selbstbewusstsein - und angesagten Gaststars: Pop-Engelchen Ariana Grande und Rapperin Nicki Minaj unterstützen die Sängerin in dem gut gelaunten Ohrwurm. Obwohl die mit ihrem Powerorgan eigentlich keine Hilfe nötig hat, die süßere Grande singt sie glatt gegen die Wand. Trotzdem gehört der Song zu den besseren Kollaborationen des Albums. Auch gemeinsam mit den HipHop-Heroen von De La Soul gelingt ihr mit "Seal Me With A Kiss" ein erstaunlich stimmiger Track.

Weniger großartig dagegen der 2-Chainz-Auftritt im energetischen "Burnin' Up" - er stört zwar nicht weiter, vermag aber eben auch nicht zu begeistern. Fast schon ärgerlich ist "Loud" - wenn da im Booklet nicht Lindsey Stirling verzeichnet wäre, würde man von der Geigerin auch nichts weiter mitbekommen, so farblos spielt sie ihren Part herunter. Dazu macht der Track seinem Titel keineswegs alle Ehre, sondern kommt ebenfalls blass und zahm daher.

Auch die Tracks, in denen Jessie J sich alleine vorwagt, sind nicht eben durchgängig gelungen. Zu den besseren zählen der Opener "Ain't Been Done", der die Stimmungswechsel zwischen kratzbürstigen Strophen und weichem Refrain managt, ohne überladen zu wirken, oder die schlichte Ballade "Get Away", in der sich die taffe Sängerin mal ganz verletzlich zeigt. Dazu aber kommt allzu viel Füllmaterial von generischer Powerballade ("Your Loss I'm Found") bis zum Midtempo-Langweiler mit R'n'B-Anklängen ("Keep Us Together"). Das ist umso erstaunlicher, als das Album mit einer knappen Stunde Spieldauer recht lang geraten ist.

Aber dieses etwas unperfekte Album ist ja nur eine Zwischenstation auf ihrem Weg zum Ruhm, wie Jessie J selbst im Track "Masterpiece" verspricht: "You haven't seen the best of me, I'm still working on my masterpiece". Bis das versprochene Meisterwerk kommt, hat sie dann hoffentlich gelernt, wie man mit der Schere kürzt - auch wenn dieser Umgang natürlich eine gewisse Verletzungsgefahr birgt.

Sabine Metzger
teleschau | der mediendienst

Tracklist

Disc 1
Titel Unsere Songtexte
1 Ain't Been Done Ain't Been Done
2 Burnin' Up Burnin' Up
3 Sweet Talker Sweet Talker
4 Bang Bang (feat. Ariana Grande & Nicki Minaj) Bang Bang (feat. Ariana Grande & Nicki Minaj)
5 Fire Fire
6 Personal Personal (Übersetzung)
Personal
7 Masterpiece Masterpiece (Übersetzung)
Masterpiece
8 Seal Me With a Kiss (feat. De La Soul) Seal Me With a Kiss (feat. De La Soul)
9 Said Too Much Said Too Much
10 Loud (feat. Lindsey Stirling) Loud (feat. Lindsey Stirling)
11 Keep Us Together Keep Us Together
12 Get Away Get Away
13 Your Loss I'm Found Your Loss I'm Found
14 Strip Strip
15 You Don't Really Know Me You Don't Really Know Me

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