Jessie J - Alive
erhältlich ab
20.09.2013
Genre
  • Rock/Pop
  • Pop
Label
Universal Republic - UMI
Vertrieb
Universal
Laufzeit
00:46:07
Redaktion
Eure Bewertung

Kahlrasiert und glattgebügelt

2011 war das Jahr der Jessie J: Da gewann die Londonerin den Kritikerpreis bei den BRIT Awards, ihr Debütalbum schlug mächtig ein (mittlerweile Platinstatus), und ihre Single "Price Tag" lief nicht nur auf den britischen Inseln, sondern auch auf dem europäischen Festland im Radio rauf und runter. "Ich bin bereit, es mit Pink, Beyoncé und Katy Perry aufzunehmen", sagte sie damals ziemlich selbstbewusst. Jetzt hat sie mit "Alive" ihr Versprechen wahr gemacht - allzu wahr. Denn nicht nur sieht sie nach einem Kahlschlag auf dem Kopf samt zartrosa Tönung für die verbliebenen Stoppeln Pink ziemlich ähnlich. Nein, auch die Songs klingen so ähnlich wie die von Pink. Oder Beyoncé. Oder Katy Perry. Eine verschenkte Chance, denn eigentlich hat Jessie J einiges Eigenes zu bieten.

Eine klare, kräftige Stimme zum Beispiel. Und eine starke Persönlichkeit. Aber beides wird fast nie im richtigen Maß eingesetzt. Stattdessen leiht die Sängerin ihr Organ Songs, die auch so ziemlich jede(r) andere hätte singen können. Fetenhits wie das angemessen ausgelassene "It's My Party", die etwas platte Lebenshilfehymne "Harder We Fall" ("You gotta live your life true to how you feel inside") oder das nette 80er-Stückchen "Daydreamin". Die Stücke sind allesamt von fähigem Personal (Dr. Luke, Stargate) sauber produziert und glattgebügelt, würden im Radio nicht weiter stören - aber auch nicht weiter auffallen.

Das ist alles ein bisschen schade. Richtig ärgerlich wird's dann bei "I Miss Her". Da zeigt Jessie J dann nämlich beides - in einer fatalen Kombination. Einmal die starke Persönlichkeit, indem sie zwischen all den Feelgood-Stücken plötzlich eine Ballade über eine (ihre?) demente Oma platziert. Doch dann leider auch die starke Stimme: Ausgerechnet bei diesem sensiblen Thema führt die Sängerin all ihre Fähigkeiten vor; sie schluchzt, sie presst, sie säuselt - und erdrückt damit den Song.

Zwischen sterilem Austauschpop und sympathischen Fehlschlägen ist "Alive" sicher nicht das richtige Mittel, um die großen Konkurrentinnen aus den USA anzugreifen. Aber immerhin eine kleine Warnung: Diese Sängerin kann noch was leisten - wenn sie die richtige Balance findet.

Sabine Metzger
teleschau | der mediendienst

Tracklist

Disc 1
Titel Unsere Songtexte
1 It's My Party It's My Party
2 Thunder Thunder
3 Square One Square One
4 Sexy Lady Sexy Lady
5 Harder We Fall Harder We Fall
6 Breathe Breathe
7 I Miss Her I Miss Her
8 Daydreamin' Daydreamin'
9 Excuse My Rude Excuse My Rude
10 Wild Wild
11 Gold Gold
12 Conquer the World Conquer the World
13 Alive Alive
14 Unite Unite
15 Hero Hero
16 Magnetic Magnetic

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