Hurts - Exile
erhältlich ab
08.03.2013
Genre
  • Rock/Pop
  • Elektro-Pop
Label
Four Music - Sony Music Columbia Four
Vertrieb
Sony Music
Laufzeit
00:50:55
Redaktion
Eure Bewertung

Ohne Schirm, Charme und Melone

Die Geschichte ist schon fast legendär: Als der arbeitslose Multiinstrumentalist Adam Anderson und der angehende Ingenieur Theo Hutchcraft ihren Plattenvertrag unterzeichneten, verlangten sie angeblich einen Kamm und einen Regenschirm. Einfach um zu sehen, ob sie die beiden Utensilien bekommen. Inzwischen kann sich das britische Elektro-Pop-Duo Hurts jeglichen Luxus leisten: Mit ihrer Single "Wonderful Life" und ihrem Debütalbum "Happiness" wurden die beiden 2010 über Nacht zu Stars. Und sie wissen auch, was sich für eine Band ihres Kalibers gehört: Hurts denken auf ihrem zweiten Album "Exile" eine gehörige Nummer größer.

"Die letzten Jahre waren in der Tat ein wundervolles Leben, das wir uns nicht besser hätten erträumen können", gibt Hutchcraft im Interview unumwunden zu. Was aber für die Band nicht heißt, dass das schwermütige Elektro-Pop, der auf ihrem Debüt an 80er-Jahre-Bands wie die Tears For Fears, a-ha oder die Sisters Of Mercy erinnerte, nun der Vergangenheit angehören soll. Im Gegenteil: Das Album sei "dramatisch, dunkel und intensiv", sagt Hutchcraft.

Damit hat der Sänger auch nicht unrecht - wenn man die Bedeutung dieser Adjektive etwas weiter fasst. Denn ihre Songs sind nicht mehr einfach dramatisch, Hurts neigen auf "Exile" fast schon dazu, Gefühle überzudramatisieren. Die Dunkelheit, die Hutchcraft erkannt haben will, liegt höchstens noch als Schatten über groß angelegten Songs wie "Miracle" oder "Mercy". Und intensiv scheint vor allem die Suche nach einem ihrem Mainstream-Erfolg angemessenen Sound gewesen zu sein: Songs wie "Sandman" oder "Blind" hingegen überraschen mit ihrer Nähe zu modernen R'n'B-Pop-Produktionen.

Ganz klar: Hurts fühlen sich inzwischen auf der großen Popbühne wohl. Mit den eingängigen Hymnen von "Exile" ist das Duo bestens gewappnet, um etwa im Vorprogramm von Coldplay und Muse, aber auch von Maroon 5 oder Depeche Mode bestens zu bestehen. Der eigenwillig-unterkühlte, britische Charme ihrer Songs bleibt dabei aber leider auf der Strecke.

Stefan Weber
teleschau | der mediendienst

Tracklist

Disc 1
Titel Unsere Songtexte
1 Exile Exile
2 Miracle Miracle
Miracle (Übersetzung)
3 Sandman Sandman
4 Blind Blind
5 Only You Only You (Übersetzung)
Only You
6 The Road The Road (Übersetzung)
The Road
7 Cupid Cupid
8 Mercy Mercy
9 The Crow The Crow (Übersetzung)
The Crow
10 Somebody to Die For Somebody to Die For (Übersetzung)
Somebody to Die For
11 The Rope The Rope
12 Help Help (Übersetzung)
Help
13 Heaven Heaven
14 Guilt Guilt

1 Kommentare

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12. Mai, 10:55 Uhr
von F.F.

Das neue album ist meiner Ansicht nach noch ein bisschen besser als happiness !

I LOVE HURTS

Qmn