Glasperlenspiel - Grenzenlos
erhältlich ab
10.05.2013
Genre
  • Rock/Pop
  • Pop
Label
Polydor
Vertrieb
Universal
Laufzeit
00:43:09
Redaktion
Eure Bewertung

Zahme Spielchen

Das müssen die doch eigentlich gewusst haben. Als Carolin Niemczyk und Daniel Grunenberg 2011 beschlossen, fortan als Glasperlenspiel Musik unters Volk zu bringen, taten sie das explizit in Bezug auf Hermann Hesses gleichnamigen Roman. Für all diejenigen, die den Deutsch-LK schon hinter sich gelassen haben, ein kleiner Auszug aus der Wikipedia: "Das Glasperlenspiel setzt einen Kulturzustand voraus, in dem nichts Neues, Aufregendes, Abenteuerliches mehr entdeckt und geschaffen, sondern nur noch mit dem Vorhandenen 'gespielt' werden kann ..." Eigentlich könnte die Rezension an dieser Stelle auch schon aufhören. Aber dazu sind das Stockacher Duo und sein zweites Album "Grenzenlos" einfach zu sympathisch.

Brav, strebsam und ein bisschen verzärtelt - die Musik passt ziemlich gut zum Namen des Duos, das seinen Pop mit wenig offensiven Elektro-Elementen anreichert. Die Themen bleiben stets im Rahmen des Erwartbaren und bedienen die üblichen Klischees. Ein bisschen Herzschmerz, ein bisschen Aufbruchstimmung, Liebe, Freiheit, der ganze gewohnte Sums. Neu, aufregend oder abenteuerlich ist dieses Gesamtpaket nicht gerade, dafür aber nett, gemütlich und leicht verdaulich.

Nur selten beziehen die beiden in ihren Songs ganz klar Position, oft bleiben sie im allzu bequemen "sowohl als auch" stecken. Jede Trauer wird mit einem Hoffnungsschimmer überstrichen, im Gegenzug haftet aller Freude in den Songs auch immer etwas Melancholisches an. Wenn Niemczyk verspricht "Wir werden unsterblich, unsterblich sein" ("Unsterblich") - im Grunde genommen ja doch eher eine gute Nachricht -, wird dabei kaum eine andere Stimmung übertragen als wenn sie zugibt "Ich fühl mich oft allein" ("Was du nicht weißt").

Aus diesem Gefühlsbrei ragt "Wie ich nicht sein will" ganz angenehm heraus. Zwar gibt's in diesem Track wieder keine klare Richtung, aber die hier vertonten verkorksten Familienverhältnisse verlangen eben auch nach Ambivalenz. Eine weitere Ausnahme ist die leicht angerockte Floskelparade "Bevor ich gar nichts sage" gegen Ende des Albums, in der Niemczyk doch mal ein wenig Aggressivität in ihre Stimme packt. Diese Kante wird aber gleich sorgsam abgeschliffen: Die letzten beiden Songs handeln dann wieder von Freiheit und Liebe. Nicht gerade überraschend. Aber nett.

Sabine Metzger
teleschau | der mediendienst

Tracklist

Disc
Titel Unsere Songtexte
So leicht So leicht
Grenzenlos Grenzenlos
Was Du nicht weisst Was Du nicht weisst
Wie ich nicht sein will Wie ich nicht sein will
Zu Hause Zu Hause
Herz aus Gold Herz aus Gold
Bevor ich gar nichts sage Bevor ich gar nichts sage
Nie vergessen Nie vergessen
Unsterblich Unsterblich
Lasst uns was bewegen Lasst uns was bewegen
Risiko Risiko
Tanzen den Schmerz Weg Tanzen den Schmerz Weg

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