Frida Gold - Liebe ist meine Religion
erhältlich ab
28.06.2013
Genre
  • Rock/Pop
  • Elektropop/Schlagerpop
Label
Warner
Vertrieb
Warner
Laufzeit
00:48:50
Redaktion
Eure Bewertung

Religiöse Symbole auf der Tanzfläche

Schönheit kann eine Bürde sein: Ist von der Popgruppe Frida Gold die Rede, fokussiert sich im ersten Augenblick alles auf deren Sängerin Alina Süggeler. Die 28-Jährige ist, zumindest der deutschen Ausgabe des Modemagazins "Grazia" zufolge, eine der zehn schönsten Frauen der Welt. Für viele Kritiker schon ein Anlass genug, sich nicht näher mit der Gruppe auseinanderzusetzen und die Band als reine Profilierungsplattform der Frontfrau abzustempeln. Zwar inszenieren sich Frida Gold nach außen hin als oberflächliches Kunstprodukt, das sich mithilfe seiner hübschen Stimme der medialen Aufmerksamkeit sicher sein kann. Aber eigentlich will das Quartett vor allem eines sprechen lassen: seine Musik. Das gelang den Vieren 2011 mit dem Hit "Wovon sollen wir träumen", der zur Hymne der Frauen-Fußball-WM in Deutschland auserkoren wurde, im Radio rauf und runter lief und Gold abräumte. So ein Erfolg weckt Begehrlichkeiten, die es nun mit dem zweiten Album "Liebe ist meine Religion" zu erfüllen gilt.

Um nun den ganz großen Wurf zu landen, zogen Frida Gold an einigen Stellschrauben. Sie vertrauten beim Songwriting nicht nur auf das Gespür ihres Bassisten Andreas Weizel und Texterin Alina Süggeler, sondern entschlossen sich, auch auf auswärtige Ideengeber zu setzen. Die Reputation der vier Musiker muss sich positiv im Ausland herumgesprochen haben, so konnten die Hattinger Guy Chambers (Robbie Williams), Billy Mann (Pink) und Rick Nowels (Lana del Ray) für sich gewinnen. Diese Armada an Schwergewichten sorgt dafür, dass die Kompositionen griffig wirken und gezielt auf eine Discobeschallung schielen.

Der Albumvorbote in Form der ersten Single-Auskopplung "Liebe ist meine Rebellion" entlieh sich den charakteristischen "Nanananananana"-Refrain von Galas 90er-Jahre-Dancefloor-Hit "Freed From Desire". Die Formel, die damals bereits aufging, funktioniert auch 2013: Halte die Songs so einfach und eingängig wie möglich, dann wird die Tanzfläche schon voll werden. Großflächige Breitwand-Popnummern ("6 Billionen", "Im Rausch der Gezeiten") und harmonische Elektro-Halbballaden ("Leuchten", "Große Erwartungen") durchziehen die Platte, die zwölf Tracks setzen sich nach wenigen Durchläufen schon im Gehörgang fest. Weniger gelungen wirken einige der auf Englisch vorgetragenen Textzeilen ("Rosegarden", "Miss You"), die zu aufgesetzt und sehr bemüht klingen und dem ganzen Material etwas die Idee authentischer deutscher Popmusik nehmen.

Die Entscheidung, sich die Dienste externer Songwriter zu sichern, war eine kluge. Denn, ob der Hörer es will oder nicht: Viele Melodien bleiben unweigerlich hängen und werden noch Tage später unbewusst mitgepfiffen. Mit "Liebe ist meine Religion" lassen Frida Gold ein weiteres Mal ihre Musik für sich sprechen. Ob die Band diese mediale Aufmerksamkeit ohne ihre schöne Frontfrau bekommen hätte, steht auf einem anderen Blatt.

Ben Hiltrop
teleschau | der mediendienst

Tracklist

Disc
Titel Unsere Songtexte
Himmelblau Himmelblau
Leuchten Leuchten
6 Billionen 6 Billionen
Rosegarden Rosegarden
The Time Is Always Now The Time Is Always Now
Im Rausch der Gezeiten Im Rausch der Gezeiten
Im nächsten Leben Im nächsten Leben
Miss You Miss You
Deine Liebe Deine Liebe
Große Erwartungen Große Erwartungen
Die Dinge haben sich verändert Die Dinge haben sich verändert

1 Kommentare

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16. Juli, 16:15 Uhr
von grade 13

Qmn