Foster the People - Supermodel
erhältlich ab
14.03.2014
Genre
  • Rock/Pop
Label
Columbia - Sony
Vertrieb
Sony
Laufzeit
00:48:00
Redaktion
Eure Bewertung

Ausgewogener Aufbruch

Bescheidenheit ist nicht unbedingt die Sache von Foster The People. Aber das Trio aus Los Angeles schafft es, seinen Breitwand-Sound gleichermaßen mit Referenzen aus den 80er-Jahren, zeitgemäßem Dance-Pop und ein paar

orchestralen Manövern zu spicken, ohne am Ende zu überheblich zu klingen. Ein simpler Aufguss ihres erfolgreichen Debüts ist "Supermodel" ohnehin nicht.

In gewisser Weise weht die Aufbruchsstimmung der 80er-Jahre durch die Tracks auf diesem zweiten Album. Die Wirtschaft floriert, der Sommer hat begonnen, die Diskothek ist ein teurer und durchgestylter Ort, in dem Frankie Goes To Hollywood eine Lokalrunde bunter Cocktails nach der anderen schmeißen. Es darf gefeiert werden. Kann man sich als Foster The People ja auch mal gönnen, nach neun Millionen verkauften Singles des hartnäckigen Ohrwurms "Pumped Up Kicks" vom Debütalbum, das ebenfalls weltweit für Furore sorgte.

Doch darauf lässt sich "Supermodel" nicht reduzieren. Frontmann Mark Foster gönnte sich nach zwei Jahren Tourstress eine lange Reise von Indien nach Marokko. Und nachdem das Debüt praktisch eine Ein-Mann-Leistung darstellte, geschah die Umsetzung der neuen Songs im nun eingespielten Bandgefüge. Diesen privaten Reifungsprozess hört man, etwa bei "Goats In Trees", einem unbeschwerten, aber auch leicht melancholischen Fünf-Minuten-Croonerstück. Nicht ganz so überzeugend, dafür dem Titel nach plakativer, geschieht das auch in "Coming Of Age", das aber eher nach den eingängigen, aber doch bekannten Regeln von kraftvollen Powerpop-Balladen mit Indierock-Anleihen funktioniert.

Aber zugegeben: Leicht war dieser zweite Schritt ohnehin nicht. Mark Foster und seine Band hatten damit zu kämpfen, den Erfolg des Debüts weder als Bedrohung noch als Freifahrtschein wahrzunehmen. Was ihnen tatsächlich ganz gut gelungen ist, denn die musikalische Mischung ist sehr ausgewogen. Gefühlvoll pendeln die Songs zwischen Hysterie, Party und entspannter Auseinandersetzung mit den nachdenklicheren Momenten des Lebens. In Letzteren darf dann auch die Elektronik zurücktreten und eine Akustikgitarre mit schmatzenden Chören in den Vordergrund rücken. Da hört man wieder kurz, dass Mark Foster früher mal Werbe-Jingles produzierte - er weiß am Ende genau, wie Musik die Seele berührt, ohne dass am Ende ein klebriger Geschmack zurückbleibt.

Klaas Tigchelaar
teleschau | der mediendienst

Tracklist

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