Fayzen - Meer
erhältlich ab
31.05.2013
Genre
  • Rock/Pop
  • Singer/Songwriter-Soul
Label
Vertigo - VEC
Vertrieb
Universal
Laufzeit
00:51:15
Redaktion
Eure Bewertung

Meer war nicht drin

Fayzen ist hartnäckig: Als unbekannter Rapper tingelte der Hamburger vor gut zehn Jahren, ausgestattet mit Kopfhörern und ein paar seiner Demos unter dem Arm, durch die Straßen der Hansestadt, um Passanten von seiner Kunst zu begeistern. Doch der Deutsch-Iraner wollte über die Grenzen der norddeutschen Metropole hinaus bekannt werden. Mit den Jahren entwickelte sich auch der persönliche Musikgeschmack weiter, er löste sich von seinen HipHop-Wurzeln und setzt heute verstärkt auf einen souligen Singer/Songwriter-Touch. Mit neuem Stil und voller Selbtsbewusstsein meldete sich Fayzan bei einem Talentsucher von Universal und hatte Glück: Der Hanseat wurde prompt mit einem Plattenvertrag ausgestattet und konnte mit "Meer" erstmalig ein professionelles Album aufnehmen. So nett die Geschichte vom Musiker, der auszog seinen Weg zu finden, auch ist, so langweilig klingt die Platte.

"Meer" kommt einfach nicht aus dem Quark und hangelt sich durch eine Vielzahl langsam vor sich hinkriechender Beats, die von schweren Piano- und Streichermelodien getragen werden und auch nicht die obligatorische Akustikklampfe vermissen lassen. Die mehr gewisperten als gesungenen Texte erinnern stilistisch ein wenig an Xavier Naidoo, das stimmliche Volumen des Mannheimers erreicht Fayzen aber nicht. Der Norddeutsche nahm sich für sein Debüt vor, eine persönliche und authentische Platte zu schreiben, der man zwar die Melancholie anhört, die aber immer noch einen optimistischen Ausweg parat hält. Als Spoken-Word-Interludes könnten einige der vorgetragenen Nummern durchaus ihr Potenzial entfalten, doch auf Albumlänge ausgedehnt verpuffen die nachdenklich angehauchten Lyrics zu hohlen Phrasen.

Das liegt zu einem Großteil an einer übertrieben weinerlichen Betonung der einzelnen Wörter, die Fayzens eigentlich recht sympathisch wirkende Stimme belehrend erscheinen lassen. Auch die erste Single-Auskopplung "Richtung Meer", bei der ein wenig der Rap-Background des Sängers durchschimmert, kann das Werk nicht mehr aus der Belanglosigkeit herausreißen. Fayzens Hartnäckigkeit brachte dem einstigen DIY-Musiker ein Major-Debüt ein, das sicher seine Zielgruppe finden wird. Doch "Meer" zeigt auch, dass Zielstrebigkeit alleine nicht ausreicht, um interessante Musik zu kreieren.

Ben Hiltrop
teleschau | der mediendienst

1 Kommentare

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12. September, 18:18 Uhr
von Tim

Ich finde das Album sehr gut gelungen und gefühlvoll...

Verstehe nicht ganz, was der Autor meint...