Eric Clapton - Slowhand - 35th Anniversary
erhältlich ab
07.12.2012
Genre
  • Rock/Pop
Label
Polydor - Universal Strategic Marketing
Vertrieb
Universal
Laufzeit
02:08:02
Redaktion
Eure Bewertung
Dieses Album jetzt kaufen

Ein Album, sein (Spitz-)Name

Das ultimative Clapton-Album? Schwierig zu beantworten. Die populärsten Werke des Gitarrengenies sind leichter zu benennen: Da ist natürlich das frenetisch gefeierte "MTV Unplugged" von 1992 zu nennen. Daneben dürfte "Slowhand" (1977) wohl das Album sein, das sich über die Jahre konstant im Bewusstsein der Hörer verankert hat. Allein in Amerika hielt sich Claptons ausgewogene Mixtur aus Coverversionen und Eigenmaterial damals ganze 74 Wochen in den Charts. Zum 35. Jubiläum des Longplayers erscheint nun eine würdige Doppel-CD-Deluxe-Edition, die einige Leckerbissen beinhaltet.

Die Studioaufnahmen erschallen in neu gewonnener Transparenz, ohne dem warmen Gitarrensound, den Clapton in dieser Zeit spielte, mit allzu aufdringlicher digitaler Komprimierung auf die Pelle zu rücken. Somit kommt das aktuelle Remastering von "Slowhand" recht nahe an das ursprüngliche Analog-Feeling heran.

Im butterweichen Shuffle "Lay Down Sally" dengeln die Gitarren mit ein wenig mehr räumlicher Fülle durch die Stereokanäle, im fragilen "Wonderful Tonight" können nun mehr fein klingende Details denn je entdeckt werden. Der wohl prägnanteste Song auf "Slowhand", das von J.J. Cale geschriebene "Cocaine", zeigt sich in abgeklärtem Feinspiel. Hier sind es vor allem die Zwischentöne, die in der knackigen Abmischung fast greifbar zu sein scheinen. Auf ähnliche Weise kann man sich durch die restlichen sechs Tracks des Albums arbeiten und ein wenig Klangforschung betreiben.

Die vier Bonus-Stücke auf der Deluxe-Version waren bisher nicht auf dem Longplayer enthalten, fügen sich aber gut in das Gesamtbild des Albums ein. Abgesehen vom Blues-Traditional "Alberta" waren die restlichen drei Stücke bisher unveröffentlicht: Das melancholisch dahin driftende "Looking At The Rain" aus der Feder von Gordon Lightfoot, ist die schillerndste dieser neu entdeckten Perlen. Kaum minder beeindruckend: das On-The-Road-Feeling versprühende "Greyhound Bus" und das balladesk in den Abendhimmel schunkelnde "Stars, Strays And Ashtrays".

Auch die Live-Aufnahmen auf der zweiten CD lohnen sich. Der 75-minütige Mitschnitt aus dem Londoner Hammersmith Odeon wurde im April 1977 auf Band konserviert. Hinsichtlich des Sounds muss man einige Abstriche gegenüber den superben Studioaufnahmen machen, was aber wohl nicht weiter überrascht. Dafür darf man energetischen Live-Versionen lauschen, die Clapton auf dem Zenit seiner Gitarrenfertigkeit zeigen. Vor allem seine Fähigkeit, fremdes Material oft besser als viele seiner eigenen Songs klingen zu lassen, kommt hier zur Geltung: Bob Marleys unzerstörbares "I Shot The Sheriff" wandelte sich in 14 Minuten vom Ohrwurm zur ausufernden Jam-Session, der "Stormy Monday" von T-Bone Walker erschallte selbstbewusster denn je. Und Bob Dylans "Knocking On Heaven's Door" ist in Claptons Lesart vielleicht die emotionalste Version des Klassikers schlechthin.

Wem das alles noch nicht reicht, darf zur Super Deluxe-Edition greifen, auf der der Live-Mitschnitt um fünf Songs erweitert worden ist. Zudem kann das Album auf einer Audio-DVD im 5.1-Surround-Sound und auf 180-Gramm-Vinyl genossen werden.

Constantin Aravanlis
teleschau | der mediendienst

0 Kommentare

Wenn du dich anmeldest brauchst du deinen Namen nicht bei jedem Kommentar anzugeben.

Qmn