Elvis Costello - Wise Up Ghost
erhältlich ab
13.09.2013
Genre
  • Rock/Pop
  • Soul/Funk/Roots
Label
Blue Note - UMI
Vertrieb
Universal
Laufzeit
00:55:55
Redaktion
Eure Bewertung

Coole Charismatiker

Als Ende der 70er-Jahre der Punk die Musikwelt eine Weile regierte, kreuzte in London ein schlaksiger Jackettträger mit Hornbrille auf, und feuerte seinen tanzbaren Punk-Wave-Power-Pop-Rock aus allen Rohren. Elvis Costello sollte in seiner langen Karriere noch viele stilistische Intermezzi durchschreiten. Doch egal, ob Roots, Blues, Country, Ska oder Soul: Costello hatte schon immer ein Händchen in der Zusammenführung von amerikanischen Tugenden und britischem Erbgut. Zwischen Curtis Mayfield und The Who passt eben immer noch ein Elvis Costello. Und neben ihn auch eine HipHop-Band wie The Roots, jetzt auf "Wise Up Ghost" zu hören.

Nein, es ist es nicht verwunderlich, dass der mittlerweile 59-Jährige nach Kollaborationen mit Schmalzkönig Burt Bacharach, Jazz-Experimentierer Bill Frisell und New-Orleans-Legende Allen Toussaint nun mit The Roots gemeinsame Sache macht. Die HipHop-Querdenker und Soul-Eklektiker standen schon immer etwas abseits des Black-Musik-Biz, da sie - genau wie Costello - schon immer ihr eigenes Ding machten.

Kein Wunder also, dass sich Roots-Vorsteher Questlove (Ahmir Khalib Thompson) und Costello beim zufälligen Begegnen in Jimmy Fallons "Late Night Show", bei der The Roots als Hausband agieren, bestens verstanden. Über die Jahre entwickelte sich so eine Freundschaft, die von einem musikalischen, zunächst wenig zielgerichteten Austausch von Ideen befeuert wurde.

Bei Jams mit diversen Musikern folgte ein Herumbasteln mit Rhythmen und Samples, die Thompson vordergründig aus Costellos alten Songs bezog. Basierend auf nur wenigen Akkorden folgte die Einbindung von The Roots als Ganzes, die um Costellos unvergleichlich charismatisches Reimen und Erzählen einen trocken vibrierenden Groove basteln. Daraus entstand letztlich "Wise Up Ghost": Das Album ist ein gleichberechtigtes Nebeneinander von schwarz-weißen Soul-Stax-Spinnereien, Jazz-Schnipseln, Philly-Funk, britisch koloriertem Ska. Darüber thront Costello mit seiner zeitlosen Post-Mod-Coolness: Die Songs sind vertrackt, tanzbar, groovy - und haben manchmal sogar Platz für eine, von Costello lässig aus der Hüfte gefeuerte Gitarrensalve. Sehr sehr cool!

Constantin Aravanlis
teleschau | der mediendienst

Tracklist

Disc 1
Titel Unsere Songtexte
1 Walk Us Uptown
2 Sugar Won't Work
3 Refuse to Be Saved
4 Wake Me Up
5 Tripwire
6 Stick Out Your Tongue
7 Come the Meantimes
8 (She Might Be a) Grenade
9 Cinco minutos con vos (with La Marisoul)
10 Viceroy's Row
11 Wise Up Ghost
12 If I Could Believe

0 Kommentare

Wenn du dich anmeldest brauchst du deinen Namen nicht bei jedem Kommentar anzugeben.