Elbow - The Take Off And Landing Of Everything
erhältlich ab
07.03.2014
Genre
  • Rock/Pop
Label
Polydor - UMI
Vertrieb
Universal
Laufzeit
00:57:17
Redaktion
Eure Bewertung

Kein Protzen, nur bedachtes Kleckern

Als 2001 Elbows Debüt "Asleep In The Back" erschien, beeindruckte die melancholische Wucht ihrer komplexen, dennoch sehr eingängigen Musik. Eine Nominierung für das beste Album beim britischen "Mercury Prize" war da allemal drin. Seitdem ging es mit der Truppe aus dem Raum Manchester stetig bergauf. Mit ihrem vierten Werk "The Seldom Seen Kid" (2008) klappte es schließlich auch mit dem "Mercury Prize". Mittlerweile haben Elbow fünf großartige Longplayer veröffentlicht und auch das sechste Glied in ihrer Kette von Alben, "The Take Off And Landing Of Everything", ist ein beeindruckendes Werk geworden.

Man muss sich Zeit für das Album nehmen. Zeit für die Betrachtungen aus dem Alltag, dem Leben und der Liebe mit ihren Unwägbarkeiten, die Frontmann Guy Garvey direkt aus seinem Herzen schildert. Und Zeit für die schlichten, beinahe demütigen Momente in Elbows Musik. Jenen begegnet man auf "The Take Off And Landing Of Everything" wieder häufiger. Das Überambitionierte, das im Wesen des Vorgängers "Build A Rocket Boys!" (2011) deutlich verankert war, hätte wahrscheinlich ein zweites Mal nicht funktioniert. Denn man spürte in der Gesamtstimmung des Albums einen leicht verkrampften Drang zur Makellosigkeit, den man von der Band nicht gewohnt war.

Guy Garvey, der einen Tag vor der Veröffentlichung von "The Take Off And Landing Of Everything" 40 Jahre alt geworden ist, und seine Mitstreiter haben ihren Sound nun deutlich entschlackt: keine Ambitionen auf Stadion-Hymnen, kein Schielen auf Hitsingles, kein Protzen, nur bedachtes Kleckern. Übereinander geschichtete Grooves, scharen sich mit sinfonischen Parts und orchestralen Versatzstücken um hochmoderne Studioeffekte. Spontan ruft der Sound Namen wie Archive, Radiohead, Talk Talk und Mercury Rev ins Gedächtnis.

Elbow beleben auf "The Take Off And Landing Of Everything" ihre alten Stärken neu und agieren bewusst introspektiv mit wohliger, fast hypnotischer Schwermut. Dark-Soul-Referenzen wie "Charge" kann man sich nur schwer entziehen, dem überlangen lethargischen Opener "This Blue World" ebenso wenig. Dazwischen gibt es jede Menge belebende Momente in Form des Elektro-Gospels "Honey Sun" oder dem Hall-Inferno des Titelsongs.

Stimmlich scheint Sänger Guy Garvey seinem Vorbild Peter Gabriel immer näher zu kommen. Schließlich beeinflusste das frühe Genesis-Werk Gabriels den Heranwachsenden immens. Und zufälligerweise ist die Band regelmäßig Gast in Gabriels ländlichen Real World Studios. Ein guter Weg, den Elbow eingeschlagen haben.

Constantin Aravanlis
teleschau | der mediendienst

Tracklist

Disc
Titel Unsere Songtexte
My Sad Captains My Sad Captains
My Sad Captains (Übersetzung)

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