Eisbrecher - Schock
erhältlich ab
23.01.2015
Genre
  • Hard&Heavy
  • Neue Deutsche Härte
Label
AOR
Vertrieb
Sony
Laufzeit
00:52:12
Redaktion
Eure Bewertung

Höchste Eisklasse

Eisbrecher sind heiß. So heiß, dass Schollen schmelzen, Eisbären Abkühlung suchen und Unmengen musikalischer Nachtgestalten in das Licht strömen, um "Schock" zu bekommen. Es ist das sechste Album der Mannen um Kapitän Alex Wesselsky. Mit guten Chancen auf neue Rekorde. Denn die Zeit ist günstig für die 2003 in München gegründete Band. Unheilig wollen nicht mehr, Rammstein pausieren, etlichen etablierten Vertretern der Neuen Deutschen Härte geht langsam die Puste aus. Eisbrecher springen ein. Mit 14 Nummern, die so unberechenbar wie nötig und so typisch wie möglich sind.

Wesselsky und sein Kumpan, der Gitarrist und Produzent Noel Pix, bewegen sich furchtlos durch ein Dark-Elektro-Rock-Gebiet, das weniger Sperrzone als vielmehr Metropole ist. Die menschenfeindliche Umgebung der Arktis ist weit entfernt: Kälte wird einzig produziert, um die anklingende Wärme noch intensiver spürbar zu machen. Mit "Rot wie die Liebe" und "Der Flieger" verschaffen sich gleich zwei feinfühlige Kommentare auf eine Romantik Platz, die bis tief in die Achtziger zurückweist. Einen Schritt weiter geht "Nachtfieber": Die Discokugel springt aus der Mottenkiste, der Eisbär auf dem Cover bekommt einen schelmischen Glanz in seinen Augen.

Überhaupt: Als Untertitel in Songs und Interviews meint man immer wieder einen feinen "Nehmen sie das alles bitte nicht zu ernst"-Hinweis zu vernehmen. Und sicher, je stärker der Humor, desto größer die Freiheit. Als Gegengewicht enthält "Schock" eine ganze Reihe an typischen Eisbrechern, allen voran die mit maximalem Fettgehalt ausgestattete Eröffnungsnummer "Volle Kraft voraus". Unterm Strich eine Mischung, die zu gefallen weiß. Auch weil sie es nicht darauf anlegt, gefallen zu müssen.

Alexander Diehl
teleschau | der mediendienst

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