Christina Aguilera - Lotus
erhältlich ab
09.11.2012
Genre
  • Rock/Pop
  • Pop
Label
RCA - Sony Music International
Vertrieb
Sony Music
Laufzeit
00:47:41
Redaktion
Eure Bewertung

Hartes Pflänzchen

Weg war sie ja eigentlich gar nicht. Nur ein bisschen erfolglos. 2010 schien ein wahres Katastrophenjahr für Christina Aguilera zu sein: Ihre Platte "Bionic" konnte die Kritiker nur teilweise, das Publikum gar nicht überzeugen. Ähnliches galt für ihren ersten Filmauftritt in "Burlesque". Und dann zerbrach auch noch ihre Ehe. Wahrhaft ätzend. Aber die 31-Jährige ist eben, wie sie einst in einem ihrer bekanntesten Hits schmetterte, ein "Fighter". Sie kam wieder auf die Beine, sammelte als Jurorin und Coach in der TV-Show "The Voice" fleißig Sympathiepunkte beim US-Publikum und setzte sich an die nächste Platte. "Lotus" klingt also durchaus berechtigterweise nach Comeback-Album. Jetzt ist Aguilera also zurück. Aber wird sie auch bleiben?

Alles auf Yoga? Das Album beginnt mit dem "Lotus Intro" - übrigens ein vollwertiger Song von mehr als drei Minuten Länge - reichlich esoterisch: Produzent Alex Da Kid ("Love The Way You Lie") verwebt vielschichtige Gesangsspuren mit Bongos und einem hypnotisch-gemächlichen Bass. Dazu fabuliert Aguilera hübsche Zeilen über einen wiedergeborenen Singvogel und unkaputtbare Lotusblumen zusammen. Ein bisschen platt vielleicht, aber durchaus angenehm fürs Ohr.

Doch wer glaubt, nach diesem meditativen Einstieg habe Aguilera ihre innere Mitte gefunden, irrt: Die folgenden Songs zeigen ein wenig musikalische, vor allem aber ziemlich große qualitative Bandbreite. "Army Of Me" etwa ist eine Aguilera-typische Selbstbestimmungshymne, in der sie die Stärken ihrer Stimme voll ausspielen kann. Problem nur: Der Track erinnert enorm an ihren eigenen, mittlerweile zehn Jahre alten Song "Fighter", ohne je an dessen Durchschlagskraft heranzukommen. Bei diesem Vergleich mit sich selbst kommt die ältere Aguilera nicht sonderlich gut weg. Mehr Spaß macht da "Red Hot Kinda Love", das so lustvoll pubertär überdreht daherkommt, dass man der kunterbunten Kirmes im Ohr gerne ein paar Nerven opfert.

Glückstreffer und Missgriffe halten sich die Waage: Während etwa die mit einem Standard-Popbeat unterlegte Ballade "Sing For Me" reichlich blass bleibt, lässt das deutlich reduzierter produzierte "Blank Page" Aguilera wesentlich mehr Raum, den sie mit ebensoviel Stimme wie Seele ausfüllt. Was nicht heißen soll, dass die Sängerin gegen eine kräftige Produktion nicht ankommt. Den Beweis tritt sie in "Cease Fire" an: Mühelos besteht ihre Stimme gegenüber der bombastischen Kulisse aus Armeetrommeln, akustischen Explosionen und schwerfällig pulsierendem Beat. Anders sieht die Sache bei "Best Of Me" aus: Hier schreit sie eher gegen die fette Produktion an, statt sich darüber zu erheben. So kommt auf fast jeden gelungenen Song auch ein Reinfall - aber auf jeden Reinfall auch ein gelungener Song. Das gibt Hoffnung, und man kann gewiss sein: Aguilera wird sich auch weiterhin durchkämpfen.

Sabine Metzger
teleschau | der mediendienst

Tracklist

Disc 1
Titel Unsere Songtexte
1 Lotus Lotus
2 Army of Me Army of Me
3 Red Hot Kinda Love Red Hot Kinda Love
4 Make the World Move Make the World Move
7 Let There Be Love Let There Be Love
8 Sing for Me Sing for Me
9 Blank Page Blank Page
10 Cease Fire Cease Fire
11 Around the World Around the World
12 Circles Circles
13 Best of Me Best of Me
14 Shut Up Shut Up
15 Just a Fool Just a Fool
16 Empty Words Empty Words
17 Light Up the Sky Light Up the Sky
18 Your Body Your Body (Übersetzung)
Your Body

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