Benjamin Biolay - Vengeance
erhältlich ab
09.11.2012
Genre
  • Rock/Pop
  • Pop
Label
Naive
Vertrieb
Indigo
Laufzeit
00:54:59
Redaktion
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In der Tradition der Erneuerer

Drei Jahre sind seit dem grandiosen "La Superbe" schon vergangen, untätig war Benjamin Biolay in der Zwischenzeit freilich nicht. Der französische Superstar hat als Produzent und musikalische Instanz erstens ohnehin genug zu tun und vertreibt sich zweitens den Rest der Zeit mit angenehmen Nebenbeschäftigungen. Nachdem sich der 39-Jährige im vergangenen Jahr als Hauptdarsteller und Soundtrack-Komponist der Komödie "Pourquoi tu pleures?" ablenkte, legt er nun wieder ein "richtiges" Album vor. "Vengeance" heißt die Platte - eine lyrische Wundertüte voller Überraschungen.

Im Vergleich zum bedrückenden "La Superbe" wirkt "Vengeance" fast schon vergnügt. "Das Album klingt ein bisschen nach 'das Leben ist schön'", versprach Biolay in einem Interview mit der französischen Tageszeitung "L'Express". Wobei das Empfinden relativ ist: "Vengeance" hört sich immer noch recht düster an, Gothic- und Wave-Einflüsse sind unüberhörbar. So als würden Depeche Mode, Joy Division, The Cure und Co. auf einmal französische Musik machen. Das ist unerwartet, aber das Einzige, was man von Benjamin Biolay erwarten sollte, ist das Unerwartete: Seit seinem phänomenalen Album "Negatif" (2003) wurde er von Fans, Kollegen und vor allem Kritikern als Heilsbringer und Erneuerer des Chansons gefeiert.

Biolay aber auf den "Nouvelle Chanson" zu reduzieren, greift viel zu kurz: Und so ist "Vengeance" ein überraschendes Album, mit vollmundigem 80er-Jahre-Sound, durchzogen von düsterer Romantik - und das steht den 14 Songs richtig gut. Zumal Gaststimmen wie Vanessa Paradis ("Profite"), Carl Barât ("Vengeance") oder der Rapper OrelSan ("Ne regrette rien") für Akzente sorgen.

Klar klingt das alles sehr französisch, aber eben ganz und gar nicht "chansonig" - das wird schon bei der feierlichen Eröffnung mit der großartigen Hymne "Aime Mon Amour" klar. "Trésor Trésor" wiederum ist eine hinreißende Ballade, ruhig, romantisch, reduziert - aber auch voller Abgründe, die von Biolays dunkler Stimme und einer sinistren Gitarre aufgetan werden. Das erinnert an Alain Bashung, den großen Chanson-Poeten der Post-Gainsbourg-Ära. Die beiden, Gainsbourg und Bashung, hätten an "Vengeance" wahrscheinlich viel Freude - eben weil Benjamin Biolay, wie sie es immer taten, unkonventionell und unbekümmert zu überraschenden Ufern aufbricht.

Andreas Fischer
teleschau | der mediendienst

Tracklist

Disc 1
Titel Unsere Songtexte
1 Aime mon amour
2 Profite
3 Le sommeil attendra
4 Sous le lac gelé
5 Venganza
6 Marlène déconne
7 Personne dans mon lit
8 Ne regrette rien
9 Trésor trésor
10 Belle Époque (Night Shop #2)
11 L'Insigne Honneur
12 La Fin de la fin
13 Vengeance
14 Confettis

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