Ariana Grande - My Everything
erhältlich ab
22.08.2014
Genre
  • Rock/Pop
  • Pop
Label
Republic
Vertrieb
Universal
Laufzeit
00:50:48
Redaktion
Eure Bewertung

Pop-Engelchen mit Bandbreite

Ein Seelchen als Superstar: Ariana Grande schoss im letzten Jahr schon mit ihrem Debütalbum "Yours Truly" in den USA an die Spitze der Charts und gewann den American Music Award als beste neue Künstlerin. Das Publikum eroberte sie nicht nur mit ihrem soliden R'n'B-Pop-Mix, sondern vor allem mit ihrer Stimme, die über vier Oktaven reicht. Auch deshalb wird sie oft mit Mariah Carey verglichen. Das nennt sie dann hübsch bescheiden "ein Riesenkompliment" oder sogar "einen Segen". Auch ansonsten wirkt Grande eher brav. Schon mit zehn Jahren gründete sie einen Benefizchor namens "Kids Who Care", später trat sie auch dem Wohltätigkeitsprojekt "Broadway in South Africa" bei. Die soziale Ader schlägt denn auch in ihrem zweiten Album "My Everything" durch, mit dem sie jetzt auch in Deutschland durchstarten will: Zahlreiche Kollaborateure motzen das Werk gewaltig auf. Dabei wäre das gar nicht unbedingt nötig.

In sieben von zwölf Tracks hat Grande einen Partner hinterm Mikrofon oder Mischpult. Zu "Problem" etwa holt sich das Goldkehlchen die HipHop-Newcomerin Iggy Azalea für den nötigen Kratzbürstenfaktor ins Boot. Die Kombination funktioniert richtig gut, und mit Gute-Laune-Beat und Saxofon-Akzenten wird ein richtiger Ohrwurm aus der Nummer. Auch "Break Your Heart Right Back", bei dem sie von Rapper Childish Gambino unterstützt wird, ist ein echter Hinhörer: Statt eines klassischen Breakup-Songs gibt's hier eine erstaunlich gut gelaunte, augenzwinkernde Rachenummer mit Fingerschnipsen und dem Sample von Diana Ross' "I'm Comin' Out" - passend zur zugrunde liegenden Story des Ex-Liebhabers, der Grande mit einem Mann betrog.

Aber nicht alle Kollaborationen sind gelungen: "Break Free" mit dem deutschen Elektro-Produzenten Zedd etwa ist Dance-Trash von der Stange, und auch "Hands On Me" mit Rapper Asap Ferg vermag durch die freche Note in Grandes Stimme nur kurz aufhorchen lassen, bevor der Song in Beliebigkeit versackt. Füllmaterial wie dieses hätte Grande getrost durch ein paar mehr Solonummern wie den gleichzeitig sehnsüchtigen und verführerischen Club-Track "One Last Time" ersetzen können.

Ein Qualitätsmerkmal zieht sich allerdings durch das gesamte Album: Grandes Stimme macht ihrem Namen alle Ehre. Sie ist voluminöser, als man es der zierlichen Brünetten mit dem Kindergesicht zutrauen würde - und dazu ziemlich anpassungsfähig. Egal, ob sie sich in ihrem angestammten R'n'B-Territorium oder ob sich an Clubtracks versucht: Das Ergebnis klingt immer stimmig. Allerdings auch immer ziemlich glattpoliert, ein bisschen mehr Kante könnte sich Grande in Zukunft durchaus gönnen. Dass sie genug Charakter dafür hat, glaubt man nach diesem Album sicher.

Sabine Metzger
teleschau | der mediendienst

Tracklist

Disc 1
Titel Unsere Songtexte
1 Intro Intro
2 Problem Problem
3 One Last Time One Last Time (Übersetzung)
One Last Time
4 Why Try Why Try
5 Break Free Break Free
6 Best Mistake Best Mistake
7 Be My Baby Be My Baby
8 Break Your Heart Right Back Break Your Heart Right Back
9 Love Me Harder Love Me Harder (Übersetzung)
Love Me Harder
10 Just a Little Bit of Your Heart Just a Little Bit of Your Heart
11 Hands on Me Hands on Me
12 My Everything My Everything

2 Kommentare

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06. Juni, 21:41 Uhr
von i love ya

whats up

15. Januar, 16:28 Uhr
von jfeah

stom