Amplifier - Amplifier
erhältlich ab
05.09.2014
Genre
  • Hard&Heavy
  • Progressive Rock
Label
Superball
Vertrieb
Universal
Laufzeit
00:45:23
Redaktion
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Pure Rock-Essenz

Als Amplifier 2011 "The Octopus" veröffentlichten, waren sich weite Teile der Fachpresse einig: Bei diesem monumentalen, beinahe größenwahnsinnigen Brocken handelt es sich um ein großartiges Stück Prog-Rock und das bis dato beste Werk der Band. Das Magazin "Eclipse" etwa wählte das Doppelalbum in seine Liste der 150 wichtigsten Prog-Alben. "BBC Music" sprach gar von einer neuen Messlatte für das gesamte Genre. Hinsichtlich des Nachfolgers rechneten - verständlicherweise - viele damit, dass Amplifier noch einen Schritt weiter gehen. Dass sie ein noch ambitionierteres, ein noch größeres Album hervorbringen. Von wegen. Mit "Echo Street" (2013) warfen Frontmann Sel Balamir und seine Mitmusiker vieles von dem über Bord, was sie bis dahin ausgezeichnet hatte: den Hang zum Epischen, all die Schnörkel und ausgefuchsten Details. Und das neueste Werk, "Mystoria"? - Bietet noch weniger von alldem. Und doch mehr.

Schon beim einleitenden instrumentalen Riff-Feuerwerk "Magic Carpet" wird klar: Die Jungs aus Manchester kommen schneller zur Sache als üblich. Statt sich mit minutenlangen Intros aufzuhalten, lassen sich Amplifier von Balamirs Gesang und Gitarre durch zehn ungewohnt geradlinige Rocksongs tragen. Mit keinem besonders hohen Tempo, aber mit viel Energie, und doch leichtfüßig. Die beste Umschreibung für das neue Klangbild findet Balamir selbst: "Wir haben das unnötige Fett in unserem Sound beseitigt und alles auf die Essenz purer Rockmusik eingedampft."

Nicht nur das: Mit dem Abschied von übergeordneten Konzepten und sonstigem Ballast entstanden Freiheiten - und die nutzt das Quartett, um seinen künstlerischen Ideen freien Lauf zu lassen. Stücke wie das fast schon Ska-verwandte "Cat's Cradle" oder das elektrisch flirrende, schwer groovende "Open Up" stellen die vielleicht spannendsten Songs der 15-jährigen Bandgeschichte dar. Zumindest hat man dergleichen von Amplifier bisher nicht gehört. Auf "The Octopus" klang jeder Ton nach harter Arbeit. "Mystoria" dagegen klingt einfach nur nach Spielfreude.

Einen kleinen Preis bringt der frische, unverkrampfte neue Ansatz, der sich auf "Echo Street" abzeichnete und jetzt zur vollen Entfaltung kommt, aber doch mit sich: Hin und wieder vermisst man ihn ein wenig, den roten Faden, der sich durch frühere Amplifier-Scheiben zog. Und die ganz großen magischen Momente sind auf ihrem fünften Studioalbum auch seltener geworden. Aber man kann eben nicht alles haben. Muss man auch nicht.

John Fasnaugh
teleschau | der mediendienst

Tracklist

Disc 1
Titel Unsere Songtexte
1 Motorhead
2 Airborne
3 Panzer
4 Old Movies
5 Post Acid Youth
6 Neon Neon
7 On/Off
8 The Consultancy
9 One Great Summer
10 UFOs
Disc 2
Titel Unsere Songtexte
1 Boomtime
2 Half Life
3 Throwaway
4 Glory Electricity

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