Alison Krauss - Windy City
erhältlich ab
03.03.2017
Genre
  • Rock/Pop
  • Country
Label
Capitol
Vertrieb
Universal
Laufzeit
Redaktion
Keine Wertung
Eure Bewertung

American Woman mit special Feeling

Nach dem vor zehn Jahren erschienenen Megaseller "Raising Sand" war Alison Krauss nicht mehr nur americana-affinen Genre-Hörern ein Begriff. Ihre Kollaboration mit Led Zeppelins Robert Plant sorgte sehr wohl auch abseits von gut informierten, anspruchsvollen Musikkonsumentenkreisen für wohlige Schauer. Das gefühlvolle Raubein und die Bluegrass-Fee kreierten eine intime Mixtur aus zartem Folk und filigranem Country gepaart mit einem ungleichen stimmlichen Sog der beiden Protagonisten. "Windy City", Krauss' erstes Soloalbum seit 1999, klingt hingegen anders, aber nicht minder meisterhaft.

Häufiger als auf eigenen Beinen ist die 45-Jährige, aufgewachsen nahe der "Windy City" Chicago, mit ihrer treu ergebenen Backing-Band, der Bluegrass-Truppe Union Station unterwegs. Doch egal ob in Begleitung oder solo: Krauss sticht heraus und räumte in ihrer Karriere Grammys ab, als wüchsen diese auf Bäumen. 27 Trophäen waren es bisher, gemeinsam mit Quincy Jones belegt sie damit den zweiten Platz in der Ruhmeshalle der Auszeichnung hinter dem 1997 verstorbenen ungarisch-britischen Dirigenten Georg Solti (31 Preise).

Wenn man Alison Krauss' Timbre hört, erkennt man schnell, warum das so ist. Ihr vokaler Sound löst ad hoc ein Wohlgefühl aus. Eine Stimmung des Heimkommens und ehrlichen Willkommenseins stellt sich ein. Darüber hinaus legt die in Geige, Klavier und Mandoline geübte Sängerin auf Solopfaden klang-akustisch noch eine Schippe drauf.

Bluegrass-Klopper wie "It's Goodbye And So Long To You", die ihre hier abwesende Haus- und Hofband so gerne zelebriert, sind die Ausnahme. Nein, das Solowerk hütet seine balladesken Country-Kleinoden wie den heiligen Gral. Die Stücke gleiten wie eine in Harmonie getauchte Pflugschar durch den Grass-Roots-Acker dahin.

Nashville-Produzent Buddy Cannon zaubert einen zarten, nach Prärie duftenden Windhauch über das spröde Knistern des klingenden Lagerfeuers. Mit Krauss wählte er insgesamt zehn Liebhaberstücke respektive Klassiker aus dem breit aufgestellten American Songbook aus. Darunter Perlen, wie "I Never Cared For You" von Willie Nelson, "Gentle On My Mind" von Glen Campbell oder "Losing You" von Brenda Lee - alles erhabene Stücke, aus denen Alison Krauss ein glühendes Funkeln herauskristallisieren kann. Wunderschön!

Constantin Aravanlis
teleschau | der mediendienst

0 Kommentare

Wenn du dich anmeldest brauchst du deinen Namen nicht bei jedem Kommentar anzugeben.