Abwärts - Krautrock
erhältlich ab
03.10.2014
Genre
  • Rock/Pop
  • Punk-Rock
Label
Cargo
Vertrieb
Cargo
Laufzeit
00:47:08
Redaktion
Eure Bewertung

Es geht aufwärts

Treibender Punk, der neugierig über den Tellerrand schaut: Seit ihrem Debüt "Amok Koma" von 1980 haben Abwärts aus Hamburg diese Devise mal mehr und mal weniger erfolgreich befolgt. Stilistische Facetten zwischen Monotonie und Avantgarde kamen und gingen. Vom dadaistischen Post-Punk hangelte man sich über die Jahre von Pop-Rock-, New Wave- zu Industrial-Einflüssen und wieder zurück. Mit "Krautrock" erscheint nun das fünfte Studioalbum nach der dritten Reunion 2004 und das insgesamt ungefähr 13. des Quartetts. Die Platte outet sich dabei als das vielschichtigste Werk der langen Abwärts-Karriere.

Neben dem gelungenen, beinahe tanzbaren Post-Punk-Schunkler "The Future", ein Cover eines Leonard-Cohen-Songs, unterhalten Abwärts mit pfiffigen Zitaten aus vergangenen Zeiten: "Berlin Görlitzer Park" ist feinster Wave-Rock im Midtempo-Bereich, "Die Model" ein lakonischer Mitwipp-Song alternativer deutscher Liedermacherkunst. "Parallelwelt" rockt wie Hölle - und immer wieder ballert Frontmann und Bandgründer Frank Z. seinen feinen, durch die Stimmbänder gepressten Zynismus dazwischen.

Eigene Klassiker aus der nunmehr 35-jährigen Abwärts-Geschichte bekommen auf "Krautrock" zudem eine gebührende Neubehandlung: "Computerstaat" und "Beirut Holiday Inn" bekommen die Versionsnummer "3.0" angehängt und klingen glücklicherweise immer noch so wunderbar zeitlos - aber der frisch aufpolierte Sound und die leicht nachgebesserten Arrangements nimmt man gern als willkommenen Bonus mit. Der abschließend ins Off rennende Titelsong ist feinster Experimental-Rock ohne Allüren und bildet den perfekten Abschluss eines guten Albums, das immens Appetit auf die kommende Abwärts-Tour im November macht.

Constantin Aravanlis
teleschau | der mediendienst

0 Kommentare

Wenn du dich anmeldest brauchst du deinen Namen nicht bei jedem Kommentar anzugeben.

Qmn