erhältlich ab
29.11.2013
Genre
  • Rock/Pop
  • Blues/Rock
Studio
Rhino
Vertrieb
Warner
Laufzeit
04:49 h
Untertitel
keine
Bild
1,78:1 (anamorph)
Ton
DTS Surround, PCM
Sprachen
Englisch (DTS 5.1, PCM 2.0)
Extras
keine
FSK
ohne Altersbeschränkung
Preis
ca. 20 Euro

Bewertung

Bild
Ton
Extras
Keine Wertung
Gesamt
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Eine beste Sache

In jeder Hinsicht eine gute Sache: Alle drei Jahre ruft Eric Clapton für sein Guitar Festival "Crossroads" die Crème de la Crème der (Blues-)Gitarristen zusammen, um für wohltätige Zwecke zu spielen. Der Erlös aus Konzert und Tonträgerverkäufen kommt dem Crossroads Centre auf Antigua, einem von Clapton gegründeten Rehabilitationszentrum für Suchtkranke zugute. Nach diversen Open-Air-Veranstaltungen in Dallas und Chicago fand das vierte "Crossroads" im April 2013 im renommierten New Yorker Madison Square Garden statt, der Mitschnitt liegt nun als Doppel-CD, Doppel-DVD und auf Blu-ray vor.

Clapton höchstpersönlich eröffnet den fünfstündigen, auf zwei Tage verteilten, Konzertmarathon mit seinem bewegenden "Tears In Heaven" und einem gepflegten "Lay Down Sally", Letzteres unter Mitwirkung von Vince Gill. In loser Reihenfolge werden alte Blues-Klassiker gecovert oder Songs anwesender Kollegen im ausverkauften Auditorium veredelt. John Mayer, die Allman Brothers, B.B. King oder Earl Klugh geben sich die Ehre - die Stimmung ist gelassen, die Interpretationen reichen von freizügig bis pointiert. Auch einzelne Blues-Protagonisten, wie "Crossroads"-Dauergast Sonny Landreth (Mark Knopfler, John Hiatt), der sein wundervolles Slide-Guitar-Solo in die Menge teleportiert, bekommen ihre Plattform. Den ersten Konzert-Tag beschließt Clapton mit der Allman Brothers Band, mit der er gemeinsam eine überlange treibende Version ihres "Whipping Post" zum Besten gibt.

Bereits erwähnter Landreth eröffnet den Folgetag mit einem mitreißenden "Congo Square", dessen Performance er mit Derek Trucks teilt. Über zweieinhalb Stunden lang geben sich weitere Stars, wie etwa Los Lobos, Vince Gill, der auch kurz kommentiert, Jimmie Vaughan, Taj Mahal oder Jeff Beck die Klinke in die Hand. Letzterer begeistert mit einer großartigen Kollaboration mit Rockröhre Beth Hart, mit der er den Klassiker "Going Down" in die Arena feuert. Blues-Senkrechtstarter Gary Clark Jr. darf gleich mit zwei seiner Songs brillieren und seine Affinität zu Hendrix dem stauenden Publikum näher bringen. Clapton selbst lässt sich freilich nicht lumpen und wartet auf der Bühne mal mit Kumpel Keith Richards ("Key To The Highway") oder Robbie Robertson ("I Shall Be Released") auf und präsentiert fremde wie eigene Gassenhauer ("Crossroads", "Sunshine Of Your Love") zum großen Finale, zu dessen Höhepunkt "High Time We Went" sich das komplette Bühnen-Ensemble die Ehre gibt.

Nichts lenkt dabei von der Musik ab: Kameraführung und Schnitt entsprechen eher einem unprätentiösen Dokumentationsfilm-Standard und unterstreichen indirekt die schlichte Bühne und die allgemeine Fokussierung auf die Künstler und ihre Songs. Audiophile Digital-Puristen sollten zudem beachten, dass der meist saubere Stereo- und Surround-Sound nicht immer in höchster Präzision durch die Kanäle rauscht und das Bild nicht dem HD-Vergleich mit anderen High-End-Konzert-Produktionen standhält. Das leichte bis mittlere Bildrauschen passt ohnehin wunderbar zu der Laid-Back-Philosophie von "Crossroads", in der ganz klar der Spirit des Blues und seine Botschaft im Vordergrund stehen.

Constantin Aravanlis
teleschau | der mediendienst

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