erhältlich ab
28.06.2012
Genre
  • Rock/Pop
Studio
Grönland
Vertrieb
Rough Trade
Laufzeit
02:05 h
Untertitel
keine
Bild
2,35:1 (anamorph)
Ton
Dolby Digital
Sprachen
Deutsch (DD 2.0)
Extras
Dokumentation, zusätzliche Szenen
FSK
ohne Altersbeschränkung
Preis
ca. 18 Euro

Bewertung

Bild
Ton
Extras
Gesamt
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Das stille Supertalent

Der große Erfolg kam mit den Casting-Shows: Nicht dass Philipp Poisel selbst jemals an einem Talentwettbewerb teilgenommen hätte. Aber unzählige Kandidaten sangen vor den Jurys vom "Supertalent" und "The Voice of Germany" seine Songs und katapultierten den Ludwigsburger damit jeweils nachträglich in die Top Ten der Singlecharts. Poisels Deutschland-Tournee 2012 war dementsprechend gut besucht. Das Live-Album dazu, "Projekt Seerosenteich", schaffte es vor einem Jahr quasi aus eigener Kraft auf Platz eins. Nun folgt die Blu-ray Disc und DVD "Live im Circus Krone".

Die plötzliche mediale Aufmerksamkeit mag erfreulich gewesen sein, doch Philipp Poisel ist nicht der Typ für das grelle Rampenlicht. Und eigentlich sind die Songs seiner zwei Studioalben auch zu klein, zu intim und zu sensibel für volle Hallen, bunte TV-Sendungen und laute Hit-Radios. Umso erstaunlicher ist, wie es dem Ludwigsburger und seinem Team gelingt, sie im ausverkauften Circus Krone in München zu präsentieren.

Als die ersten Töne von "Schweigen ist Silber" erklingen, wird es andächtig still im dunklen Zuschauerraum. Im Scheinwerfer auf der Bühne taucht der 30-jährige Singer/Songwriter auf. Erst nach und nach erscheinen in weiteren Lichtkegeln auch seine Band sowie ein vierköpfiges Streichquartett. Poisel behält zunächst das ruhige Tempo der Ballade bei, bremst den brandenden Applaus zwischen den Stücken mit berührenden Titeln ("Markt und Fluss", "Halt mich") aus. Selbst als Schauspieler Matthias Schweighöfer auftritt, um bei "Eiserner Steg", Poisels Beitrag zu dessen Regiedebüt "What a Man", mitzusingen, gerät das entspannte, fein gestrickte Konzept des Konzerts nicht aus den Fugen.

Handgeschnitzte und gebastelte Kulissen und Kostüme fügen sich zu einem romantisch-verspielten Bühnenbild. Manchmal tritt Poisel selbst ganz aus dem Fokus und überlässt vier Tänzerinnen das Parkett. Seine Band, unterstützt durch Backgroundsängerin Alin Coen, scheint perfekt eingespielt. So stimmig, so bewegend und doch so bescheiden hat der Circus Krone wohl kaum einen Künstler erlebt. Schön zu sehen, wie der unfreiwillige Shootingstar Philipp Poisel auf dem Boden und ganz bei sich geblieben ist.

Vor allem auf Blu-ray Disc ist die zarte, persönliche Aura des Konzerts gut nachzuvollziehen: Die Farben sind erdig, die Kontraste sauber und das Bild ist scharf. Der Sound ist satt, warm und differenziert Musik, Gesang und Applaus optimal aus. Die Tonqualität der DVD steht der BD in nichts nach, allerdings muss man bei der Optik Abstriche machen: Insgesamt ist das Bild in lichtarmen Szenen schwammig, die Schwarztöne sind zu hell, so dass die betreffenden Szenen teils wie überbelichtet wirken. Im Bonusmaterial begleitet eine kurze Doku die Arbeit an Show und Bühnenbild.

Alexandra Petrusch
teleschau | der mediendienst

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