erhältlich ab
29.03.2013
Genre
  • Rock/Pop
  • Blues-Rock
Studio
Provogue - Mascot
Vertrieb
Rough Trade
Laufzeit
01:49 h
Untertitel
keine
Bild
1,78:1 (anamorph)
Ton
DTS Surround, Dolby Digital, PCM
Sprachen
Englisch (DTS 5.1, DD 5.1, PCM 2.0)
Extras
Making Of, Interviews
FSK
ohne Altersbeschränkung
Preis
ca. 17 Euro

Bewertung

Bild
Ton
Extras
Gesamt
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Akustisch und bestens verstärkt

Genau vor einem Jahr durfte man sich an Joe Bonamassas Live-Mitschnitt aus dem New Yorker Beacon Theatre erfreuen. In der Zwischenzeit hat der ruhelose Blues-Gitarrist zahllose Auftritte absolviert, sich seinen Nebenprojekten gewidmet und neue Ideen gesammelt, die der Senkrechtstarter und Vielveröffentlicher natürlich so schnell wie möglich in die Tat umsetzt. Eine davon hat Bonamassa nun auf "An Acoustic Evening At The Vienna Opera House" verwirklicht: Bonamassa goes unplugged, im Wiener Opernhaus. Und trotz der Beschränkung auf akustische Instrumente kennt er nur ein Motto: nicht kleckern, sondern klotzen. Wer die Live-Auftritte des Mittdreißigers kennt, weiß auch warum.

Im intim ausgeleuchteten und voll besetzten Spielsaal setzt Bonamassa auf eine starke Auswahl aus seinen Alben, darunter das aktuelle "Driving Towards The Daylight" und das unvergleichliche "Dust Bowl". Aber auch älteres Material, das der Meister immer wieder in sein Repertoire aufnimmt, kommt zum Zug: Das Tim-Curry-Cover "Sloe Gin" fügt sich wie das berührende "Seagull" von Bad Company passend in die Setlist mit ein. Genauso verhält es sich mit Charley Pattons "High Water Everywhere", Tom Waits' "Jockey Full Of Bourbon" (aus seinem Meilenstein "Rain Dogs") und das unverwüstliche "Stones In My Passway" von Robert Johnson.

Das Publikum in Wien ist völlig hingerissen, denn Bonamassa (nur an der akustischen Gitarre agierend) arrangierte das Material mit versierten Instrumentalisten so um, dass es fast so wirkt, als ob das Opernhaus eigens für diese Besetzung erbaut worden wäre. Perkussionist Lenny Castro, Gerry O'Connor an Banjo, Mandoline und Fidel, der Tastenvirtuose Arlan Schierbaum an Harmonium, Akkordeon, Glockenspiel und Piano sowie Mats Wester an den mittelalterlichen Nyckelharpa und Mandola generieren unvergleichliche Momente, die ebenso stark von der Individualität des Einzelnen geprägt sind. Wie immer wirkt Bonamassa auf der Bühne recht introvertiert, doch man sieht ihm förmlich an, wie er seine gesamte Energie, Konzentration und Inspiration in die Musik legt. Das kommt dem makellosen Wiener Mitschnitt besonders zugute, da sitzt jeder Handgriff, jeder Ton.

Als Bonus gibt es auf der zweiten Scheibe ein opulentes Making Of und ein aufschlussreiches langes Interview der Involvierten über das Projekt. So ist "An Acoustic Evening At The Vienna Opera House" gleichermaßen ein Fest für Ästhetiker, Sound- und Bild-Puristen, Musik-Nerds und Genießer. Wenn Bonamassa das Tempo seines Outputs und sein hohes Niveau gleichermaßen halten sollte, muss man sich ernsthaft fragen, ob er nicht vielleicht ein Außerirdischer ist. Aber wahrscheinlich hat er einfach nur tierisch Lust, den Blues zu spielen.

Constantin Aravanlis
teleschau | der mediendienst

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