erhältlich ab
23.11.2012
Genre
  • Rock/Pop
Studio
Parlophone
Vertrieb
EMI
Laufzeit
01:44 h
Untertitel
Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch, Portugiesisch, Spanisch
Bild
1:1,78 (anamorph)
Ton
DTS, Dolby Digital
Sprachen
Englisch (DTS 5.1, DD 5.1, DD 2.0)
Extras
Audio-CD, Fotogalerie
FSK
ohne Altersbeschränkung
Preis
ca. 15 Euro

Bewertung

Bild
Ton
Extras
Gesamt
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Spare, spare, ...

Wer Coldplay live sehen möchte, muss sich das einiges kosten lassen, wenn er denn überhaupt eines der teuren Tickets bekommt. Denn die Konzerte der erfolgreichsten britischen Band der Gegenwart sind normalerweise binnen Minuten ausverkauft. Aber es geht auch günstiger und stressfreier. Mit "Coldplay Live 2012" führt Regisseur Paul Dugdale den Zuschauer auf die Bühnen der ganz großen Veranstaltungshallen, aber auch in den Backstagebereich. Die neue Coldplay-Live-DVD, die als Extra einen Audio-Mitschnitt der Songs enthält, ist - wenn auch vor Massenpublikum aufgezeichnet - eine intime Reise, auf der Fans die Band bei ihren besten Bühnenmomenten begleiten können.

Angesichts von "Coldplay Live 2012" wird sich vielleicht der ein oder andere Fan ärgern, nicht schneller gewesen zu sein, nicht tiefer die Tasche gegriffen zu haben. Denn das, was Dugdale in stimmig zusammengeschnittenen Bildern zeigt, muss live überragend gewesen sein. Der Film tourt vom Stade de France in Paris zum Glastonbury Festival in England weiter zum Plaza de Toros de Las Ventas in Madrid, schwenkt teilweise auch mitten im Song von einem Veranstaltungsort zum nächsten. Und das ohne Qualitätsverlust beim Ton, die astreine Live-Spur ist darüber gelegt.

Das geht gut, auch weil Coldplay überall mit einer eindrucksvollen Lichter- und Lasershow in bunten Farben aufwarten. Es regnet Riesenballons und bunte Papierschmetterlinge. Das Publikum trägt Leuchtarmbänder, die in der Dunkelheit bunt aufblinken. So werden die Fans zu einem Teil der Inszenierung.

Überhaupt: Hier soll niemand nur Teil einer anonymen Masse sein. Die Kamera hält einige tränennasse Wangen im Publikum fest, als Chris Martin in einer Unplugged-Variante "The Scientist" anstimmt. Und wenn sich zur Pop-Hymne "Paradise" auf der Bühne eine leuchtend bunte Graffiti-Wall aus Songzeilen aufbaut, ist das Publikum nicht mehr zu halten.

Doch man müsse aufpassen, dass diese Energie nicht verschwinde, verrät der Frontmann im Interview. Er erzählt von der großen Bedeutung dieser Konzerte, wenn tausende Menschen von ein und der selben Sache, nämlich der Musik bewegt werden. Oder von den besonderen Momenten, wenn man einem unter Tausenden in die Augen blickt und sich für den Bruchteil einer Sekunde eine Verbindung zu einem völlig Fremden aufbaut.

Das, was sonst als Extras in eigenständige Dokumentationen gepackt wird - Interviews, und Aufnahmen von der Band hinter der Bühne - hat Regisseur Dugdale stimmig zwischen die einzelnen Live-Sequenzen gewoben. So wird "Coldplay Live 2012" zu einem besonderen Konzerterlebnis, das in teilweise ungewöhnlichen Kameraperspektiven eingefangen wurde: So hängt eine Cam von der Decke und fängt Martins Pianospiel von oben ein. Und auch der Sänger selbst greift zur Super-8-Kamera, wenn er durch ein tosendes Bell Centre in Montreal zur Bühne läuft. Es dürfte dauern, bis dieses Spektakel auch wieder hierzulande zu sehen ist, erst im September spielten Coldplay vier Termine in Deutschland. Aber damit sollte auch genügend Zeit sein, um für ein Ticket zu sparen.

Nina Hortig
teleschau | der mediendienst

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