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erhältlich ab
23.06.2017
Genre
  • Jazz/Blues
  • Bluesrock
Studio
Mascot
Vertrieb
Rough Trade
Laufzeit
00:00 h
Untertitel
Bild
Ton
Sprachen
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FSK
ohne Altersbeschränkung
Preis

Bewertung

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Ton
Extras
Gesamt

Darf's ein bisschen mehr sein?

Zwei Dinge fallen auf, wenn man sich durch die Diskografie von Joe Bonamassa zappt. Erstens: Der Bluesrocker geizt nicht mit Live-Veröffentlichungen. Zweitens: Er nistet sich auch gerne mal in klassischen Häusern ein. Was beispielsweise "Live From The Royal Albert Hall" (2009) und "An Acoustic Evening At The Vienna Opera House" (2013) vormachten, findet mit "Live At Carnegie Hall - An Acoustic Evening" (2016) nun eine Fortsetzung. Es ist der nächste Mitschnitt eines speziellen Programms unter einem speziellen Dach, der nun auf DVD und BD erscheint.

Neun Musiker stehen auf der Bühne, die wohnzimmerartig eingerichtet und - der Größe des Raumes geschuldet - dennoch spartanisch wirkt. Zu Bonamassa und alten Bekannten wie dem Stevie-Ray-Vaughan-Weggefährten Reese Wynans (Klavier) und Anton Fig (Schlagzeug) gesellen sich Musiker wie der ägyptische Percussionist Hossam Ramzy, Hooters-Mann und Multiinstrumentalist Eric Bazilian, ein Background-Gesangstrio und nicht zuletzt Tina Guo. "Ich habe noch nie zuvor Blues gespielt", gesteht die klassisch ausgebildete Cellistin, welche neben ihrem Hauptinstrument auch eine Erhu aus ihrer chinesischen Heimat mitgebracht hat - zu sehen im Bonus-Feature. Sie bringt Glamour, den Glanz des Fremden und einen Crossover-Hauch in die altehrwürdige Carnegie Hall. Dies gipfelt sich in einem virtuosen Duell mit Bonamassa ("Woke Up Dreaming").

"Live At Carnegie Hall - An Acoustic Evening" ist von der Songauswahl wenig überraschend. Titel des - zum Zeitpunkt der Konzerte noch unveröffentlichten - aktuellen Albums "Blues Of Desperation" (2016) sind ebenso dabei wie alte Bekannte vom Schlage "Mountain Time" und "Dust Bowl". Von der Supergruppe Black Country Communion wird eine wunderbare Version von "Song Of Yesterday" dargeboten, den krönenden Schlusspunkt setzt Bette Midlers "The Rose".

Der Abend ist akustisch gehalten, steht aber dennoch unter Strom. Der Fokus liegt auf Stimme und Songs, ausufernde Improvisationen würden im weltmusikalisch-intimen Gewand auch keine gute Figur machen. Immer wieder fordert Bonamassa sich und seine Mitspieler heraus. Er beschreitet neue Wege, ohne dabei die Hauptstraße aus den Augen zu verlieren, und vermag es, über die gut 100 Minuten Konzertdauer die Spannung aufrechtzuerhalten. Der Luxus-Blueser ist zurück. Mit einer Luxus-Aufnahme, die ein weiteres Juwel in seiner Diskografie darstellt.

Alexander Diehl
teleschau | der mediendienst

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