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erhältlich ab
02.01.2015
Genre
  • Rock/Pop
  • Jazz-Rock
Studio
Eagle Vision
Vertrieb
Universal
Laufzeit
01:52 h
Untertitel
(nur Extras): Englisch, Deutsch, Spanisch, Französisch
Bild
1,78:1 (anamorph)
Ton
DTS Surround, Dolby Digital
Sprachen
Englisch (DTS 5.1, DD 5.1, DD 2.0)
Extras
Setlist-Kommentar, Bandvorstellung
FSK
ohne Altersbeschränkung
Preis
ca. 17 Euro

Bewertung

Bild
Ton
Extras
Gesamt

Die Sprache der Gitarre

Zuletzt waren einige Fans von Jeff Beck enttäuscht. Nicht etwa, weil sie mit dessen kreativen Leistungen unzufrieden gewesen wären. Sondern weil der zweite Teil seiner diesjährigen Europatournee aus gesundheitlichen Gründen abgesagt wurde. Nun gut, die Gitarrenlegende feierte dieses Jahr seinen 70. Geburtstag, das ist eine Hausnummer. Es ist allerdings mehr als nur ein Trostpflaster, wenn nun mit "Live In Tokyo" ein aktuelles Live-Dokument erscheint.

Beck hat eine neue Mannschaft auf der ausladenden Bühne stehen: Schlagzeuger Jonathan Joseph (Drums), die Ex-Prince-Bassistin Rhonda Smith und den Schweizer Gitarristen Nicolas Meier. Drei wunderbare Musiker, deren magische Interaktion miteinander sofort spürbar ist. Wobei auch gesagt werden muss, dass "Live At Ronnie Scott's", sein 2008 erschienener Konzertmitschnitt, weiterhin unerreichbar bleibt.

Doch das ist eine Einschränkung auf höchstem Niveau: Denn "Live In Tokyo" weiß über die gesamte Konzertlänge von gut 90 Minuten zu fesseln. Beck gibt sich wortkarg, auch gesungen wird nicht viel. Es gibt keine Bühnenshow, keine Effekte. Es ist alleine die instrumentale Musik, die hier das Geschehen dominiert. Angeführt von der Gitarre des Meisters, die sich wie keine andere auszudrücken weiß. Egal, ob furios ("Big Block"), zart ("Angel (Footsteps)") oder bluesig ("Rollin' And Tumblin'"): Beck kann alles. Und ist vielleicht deshalb auch nie so berühmt geworden wie seine beiden Kollegen Eric Clapton und Jimmy Page, mit denen er das Dreigestirn der wegweisenden Yardbirds-Gitarristen bildet.

"Lustigerweise sieht die Setlist fast genauso aus wie eine aus den 1970ern", kommentiert Beck das Konzert in einem Bonus-Feature. Was aber nicht heißen soll, dass sich auf "Live In Tokyo" nur alte Kamellen befinden. Es gibt aktuelle und bislang unveröffentlichte Nummern, und es gibt mit "Yemin" einen exzellenten Beitrag aus der Feder von Nicolas Meier. Beck bemerkt schelmisch, der Song sei "perfekt für mich. Also habe ich ihn geklaut. Nach der Tour kann er ihn wiederhaben." Zum alten Eisen gehört ein Mann mit solch einer Neugier und Innovationsfreude sicher nicht. Und die ersten Konzerte für 2015 sind ebenfalls bereits angekündigt - wenn auch bislang nur für die USA.

Alexander Diehl
teleschau | der mediendienst

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