Ein Sprung zur Seite = richtiger Weg?

Kategorie: Fan Fictions
Eingesendet: 24.05.2006
Wörter: 7756
Autor: Repugnant
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Ein Sprung zur Seite = richtiger Weg?

Prolog:
Verborgene Gefühle

Ich wachte in einem eisigen, kalten Raum auf, mir gar nicht bewusst, was ich vor vier Stunden getan hatte. Schwermütig stand ich auf und humpelte müde zum Badezimmerschrank und griff nach der Schachtel Aspirin, die ganz vorne stand, füllte mir meinen Zahnputzbecher mit Wasser an, öffnete die Packung Aspirin und warf die Brausetablette in mein Wasser. Zügig nahm ich zwei oder drei Schluck des Aspirinwassers. Langsam setzte ich mich auf dem Stuhl nieder, der neben der Toilette stand. Alles kam blitzartig zurück.
Vor vier Stunden hatte ich eine Frau geheiratet, die ich gar nicht liebte, nur um den Schmerz in meiner Seele zu zerstören. Ich liebte nicht diese blondhaarige Traumfrau neben mir, um die jeder Kerl betteln würde, nein, ich liebte eine ganz andere Frau, die ich schon Jahre kannte, die mich jeden Tag besuchte, die mich jeden Tag glücklich machte ohne es zu bemerken. Die Frau dagegen, die im Bett neben mir lag, machte mich nicht glücklich, vielleicht brachte sie mich manchmal zum Lachen, aber mehr war da nicht. Irgendetwas fehlte.
Alles um mich herum schwankte und mir wurde schon wieder ganz übel. Ich lehnte mich über die Toilette, darauf vorbereitet, dass mein Abendessen, Lachssandwich und Schrimps, wieder den Weg rückwärts machte, doch das tat es nicht. Darüber war ich erleichtert. Wenigstens geschah auf dieser Kreuzfahrt etwas positives. Ich ging zurück in den Schlafraum, wo immer noch Nicole schlafend im Bett lag, legte mich neben sie und bemerkte dann meine Brieftasche am Fußboden. Darin entdeckte ich Lorelais Horoskop und ein Bild mit mir und Lorelai beim Schmetter-Wettbewerb. Damals schaffte Lorelai es nicht, den Softball zu fangen, deshalb half ich ihr. Wir hatten gewonnen und das Siegerfoto schenkte sie mir dann und hörte an diesem Tag auf, mich Duke zu nennen.
Wie sehr musste ich immer an diese Frau denken, an ihr Lächeln, ihr Gesicht und ihre Haare. Plötzlich lächelte ich wieder über beide Ohren.
„Wieso lächelst du denn, Schatz?“ ,ertönte eine müde Stimme neben mir.
Das schockte mich. Ich hatte geheiratet! Schnell stand ich auf, als hätte ich sie nicht gehört, schnappte meine Jacke und marschierte aus dem Zimmer. An Deck spazierte ich bis an den Bug, zog die Jacke an und bemerkte, dass meine Brieftasche weg war. Das war mir in diesem Augenblick aber völlig gleich.
„Verdammt, wieso habe ich das getan?!“ ,schrie ich so laut ich konnte.
Ich kam mir vor, als hätte ich jemanden betrogen, obwohl es gar nicht der Fall war, denn ich war nur mit Nicole zusammen. Es war zwar ein Fehler, den wir machten, aber wir waren trotzdem noch die selben Menschen. Wir liebten uns, oder doch nicht?



Kapitel 1: Angst und Irrsinn


In meinen Träumen verfolgten sie mich. Es waren Stimmen, die Sachen sagten, wie ‚Lucas, was hast du mir da bloß angetan’ oder ‚Wiedereinmal ein Fehler von dir, Lucas’. Ich hatte es satt, verlor die Kontrolle, trat und schlug um mich, bis ich schließlich mit dem Kopf am Boden aufschlug und der sanfte Schmerz mich wachrüttelte. So ging es mir jede Nacht, seit Nicole und ich geheiratet hatten. Natürlich versuchte ich, mir nichts vor Nicole anmerken zu lassen, sie glauben zu lassen, dass ich sie über alles liebte, denn das tat ich gewiss nicht. Sie bemerkte nichts, aber mein Körper stellte in ihrer Gegenwart immer auf Alarm. Es war für mich mehr als deutlich, dass ich sie bloß ausnutzte und deshalb mied ich sie. Ich konnte es nicht ertragen, jemanden auszunutzen, jemanden anzulügen. Jedes mal, wenn sie mich fragte, ob wir vielleicht reden könnten, sagte ich ihr, ich habe zu tun. Es wurde schon beinahe zur Angewohnheit, nicht mit ihr zu reden, ihr aus dem Weg zu gehen. Wegen meinen nächtlichen Träumen übersiedelte Nicole wieder zurück in ihr Apartment. Sie bemerkte immer nur meine Bruchlandungen auf den Boden, doch nie die Tritte und Schläge, die ich austeilte.

Diese Nacht schlug ich wieder mit dem Kopf auf dem Parkettboden in meiner kleinen Wohnung auf. Der Boden war eisig kalt und ich fror, als ich ihn berührte. Vom Schlag am Hinterkopf noch halb betäubt, rappelte ich mich auf und ließ meine Kehrseite direkt auf den Küchensessel fallen. Ich sehnte mich nach Lorelai, denn sie war noch nicht von der Europareise mit Rory zurück. So sehnlich wünschte ich mir ihr Gesicht mit dem sie mich nach ein paar alltäglichen Kabbeleien anlächelte. Lorelai... Lorelai... Als ich zur Spüle ging, um mir ein Glas Wasser zu nehmen, bemerkte ich einen Wagen mit der Aufschrift ‚Shuttle’, der vorbei fuhr und zwar Richtung der Straße, in der Lorelai wohnte. Das ist Lorelai!
Wie vom Blitz getroffen schnappte ich meine Jacke. Ein Gefühl der Freude und des Glücks kehrte in meinen Körper zurück. In Nicoles Gegenwart kannte ich dieses Gefühl gar nicht, denn es war mir fremd, es in Anwesenheit anderer zu spüren. Es gab nur einen Menschen, der mir dieses Gefühl der Wärme, der Geborgenheit, des Glücks und der Freude bescherte: Lorelai.
Ich zog meine Jacke an und eilte die Treppen meiner Wohnung hinunter. Das Dunkel der Nacht regierte mein Diner, denn ich konnte kaum meine Hand vor Augen sehen. Als mein Diner durchquert war, stand ich auf der Straße und wusste überhaupt nicht, was ich eigentlich wollte. Würde sich Lorelai freuen, mich zu sehen? Wie würde sie reagieren? Eine innere Stimme sagte mir, dass ich es herausfinden sollte, also rannte ich los. Kalter Wind wehte mir durchs Haar, in meinem Pyjama wurde mir kalt, aber ich drehte nicht um. Dafür empfand ich zu viel Glück. Ich war verwirrt, denn wie konnte man für einen Menschen bloß so viel empfinden, dass man in seinem peinlichsten Schlafanzug einem ‚Cityshuttle’ hinterherlief?
Das Ziel war erreicht, Lorelais Haus. Ungeduldig klingelte ich an der Haustürglocke. Verdammt, macht denn hier keiner auf? Ich versuchte es noch fünf Minuten lang, dann jedoch gab ich auf. Vielleicht kam zufällig jemand anders mit dem ‚Shuttle’ nach Hause? Beweisen konnte ich es ja nicht, dass es Lorelais ‚Shuttle’ - Fahrzeug war, denn dafür lief ich zu langsam. Der Wagen war sicher schon angekommen, als ich erst los lief. Verärgert aber auch traurig zugleich machte ich mich auf den Weg zurück ins Diner.
Ich saß bereits in meinem Armsessel, als das Telefon klingelte. Es war 22:47 Uhr, eine Viertelstunde nachdem ich an Lorelais Haustür läutete. Während einem langen Gähnen hob ich ab.
„Hallo?“ ,fragte ich in der Hoffnung, dass es möglicherweise Lorelai war.
„Hey, Schatz, was machst du gerade?“ ,hörte ich eine sanfte Stimme aus dem Hörer fragen. Es war Nicoles Stimme.
„Ich, ähm, ich... baue gerade ein Regal. Ich rufe dich zurück.“ ,sagte ich nervös, legte auf und schmiss den Hörer einfach so auf den Boden. Eigentlich wollte ich den Hörer gar nicht auf den Boden werfen, nur seit der Kreuzfahrt war irgendetwas mit mir nicht mehr in Ordnung. Immer, wenn es ums Zielen oder ums Treffen ging, fing alles um mich herum ans schwanken an und es war für mich unmöglich zu treffen. War ich krank? Bildete ich mir das alles ein? Ich wusste nicht, was mit mir los war, aber ich wusste, warum es mit mir los war...

Anmerkung des Einsenders: Das ist eine Gilmore Girls Fanfiction aus der Sicht von Luke Danes geschrieben. Zur Zeit gibt es 4 Kapitel, jedoch sind noch mehr geplant. Das hier einmal sind der Prolog und das erste Kapitel. Feedback ist immer erwünscht...

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