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Funeral prosession (teil2)


Kategorie: Tagebuch
Eingesendet: 23.01.2007
Wörter: 24304
Autor: Aiya
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Funeral prosession (teil2)

So, dachte ich. So ähnlich schrieb ich es auch vielleicht auf. Ich weiß nicht mehr, denn die blaue Farbe war überseht und verschwommen mit rotem Blut und blauen Tränen.

Jetzt sitze ich hier.

Im Krankenhaus. Hat man mich gefunden?

Hat Gott mich erhört? Meinen kleinen Schrei?

Nein, das kann nicht sein. Er war zu klein.

Was  ist passiert. Ist es ekelhaft?

Dieses weiße Haus. Ein Fenster.

Es schneit. Wieso schneit es?

 

„ Hallo? Können sie mich verstehen?“

„Hallo?“ Antwortete ich etwas benebelt.

„Mama!“ Ein kleines Mädchen rannte zu mir, dann schaute sie sich unsicher um. Rannte in die andere Richtung verzweifelt.

Ich stand da. Verstand nichts mehr.

Was war geschehen?

„Was...?“

„Sie waren lange in Narkose. Um genau zu sein 2 Monate.

  Ihr Nachbar hat sie gefunden.“

„Mein Nachbar? Ich habe keinen Nachbar. Ich...“

Ich wurde gerettet.

Ein Mann stand da. Er sah überglücklich aus.

„ Du bist endlich aufgewacht. Jetzt siehst du auch viel ... besser aus.“

„ Sie? Wer sind sie? Wieso du’ tsen sie mich? Ich kenne diesen Mann nicht.“

Wandte ich mich zu dem anderen Mann in weiß. Der Arzt schüttelte den Kopf, dann ging er aus den Zimmer mit folgenden Satz: „Er hat ihnen das Leben gerettet. Vielleicht sollten Sie sich bedanken.“

 

Dieser Mann hatte mir mein Leben gerettet und nicht nur das...

Auch meinen Leben einen Sinn gegeben.

Einen Sinn für was es sich lohnt weiter zu leben und noch mal von vorn an zu fangen.

 

Ich vergebe dir Gott.

Ich vergebe mir.

Ich vergebe dem Schicksal.

Doch nur einmal,

dass sei gesagt hiermit.

 

 

Begräbnis der Hoffnung   

Kapitel 2

 

„Dieser Mann hatte mir mein Leben gerettet und nicht nur das...“

„Er zog mich auch in den Bankrott und ruinierte mein restliches Leben viel schlimmer.

 

Immer öfters überlegte ich, ob es nicht doch besser gewesen wäre zu sterben.

Wenigsten voller Stolz und Erinnerung.

Jetzt wo mein Versuch missglückt ist und ich „gerettet“ wurde, schien mir zwar klar, dass es falsch war aber bereuen konnte und wollte ich trotzdem nicht.

Von einen auf den anderen Tag traf es mich wie noch nie.

Mein „Retter“ kam jede Woche vorbei, auch stellte er mir seine Familie und Freunde vor, die mich freundlich begrüßten in ihrer Runde.

Mit der Zeit lernte ich alle besser kennen und schließlich bezeichnete ich sie als meine Freunde und leise als meine Familie vor Gott.

Doch plötzlich war alles anders. Oder sah ich es endlich klar diesmal?

Diese schöne Welt hatte ich mir zu Recht gelegt.

Sie wurde mir zugeworfen und ich brauchte nur noch sie zu nehmen.

 

Ich fand mein altes Tagebuch, auch die Schriften von den Tagen.

Ich merkte, wie selbstbewusst und stark ich in meinen Willen war.

Ich hatte ein klares Ziel vor mir und wollte wenigsten diesmal es richtig machen.

Ich schrieb:

 

„Es ist brutal, denn die Wirklichkeit ist nicht schön.

Zuerst kam es mir wie ein Alptraum vor,

doch als ich auf den Asphalt aufkam, merkte ich wie real es doch war.  

Ich merkte wie schön mein Leben war und wie verbittert es jetzt schien.

Ohne Glanz, ohne leuchten.

Ein schwarzer Raum ohne Decke, ohne Boden, ohne Wände

Und ohne Zeitraum.

- Gleicht es doch einer schwarzen Kugel, die rollt und du bemerkst es nicht mal.

Immer mehr denke ich darüber nach und schwelge in Erinnerungen.

Das kurze Leben scheint plötzlich unendlich und schwer.

Es scheint nicht so als wäre jemand gestorben. Es sind alle gestorben.

Dieser Schlag ins Gesicht ruiniert mich.

Es zerlegt mich in kleine Stücke und zerfrisst mich innerlich immer mehr

,so dass ich vor schmerzen weine.

Der Gedanke zurück, - der Gedanke an mein leben...

Es schnurrt mir die kehle zu.

Heute hab ich mir das Küchenmesser genommen. Ich wollte nicht mehr leben, denn übermorgen werden Mama, Papa und meine Schwester hinuntergelassen. Schwarze Särge mit den Aufschriften „Ruhet in Frieden“.

Sie kommen auf ihr eigenes Plätzchen Erde.

Sie haben ihren Platz auf dem Friedhof gefunden, doch wo soll ich hin?

Diese vielen Fragen will ich mir nicht stellen.

Ich nahm das Messer und schnitt mich in den Daumen.

Sofort blutete es. Ich hatte so tief das Messer angesetzt, dass man nun den Knochen (so nahm ich es an, dass es der Knochen war) sehen konnte.

Das Blut ekelte mich an und der stechende Schmerz befeuchtete meine Augen. Ohne es zu wollen merkte ich mit diesen Tränen wie schwach ich bin. Aber ich muss stark sein... Aber ich will stark sein, denn ich kann Stark sein.“

 

 

Wie oft hatte ich mir diese Worte gesagt. Ich muss stark sein. Doch dann kannte ich niemanden für den stark sein sollte. Für mich selbst.

Den Menschen bereite ich nur Kummer.

Gestern hat er gesagt, ich solle endlich davon weg kommen.

Ich solle endlich richtig leben und nicht jeden Tag mit den gleichen Gedanken aufwachen.

Ich gehe den Menschen mit meiner sentimentalen Ader auf den Nerv. Ich gehe ihnen nicht aus dem Weg. Sage ich nichts gebe ich ihnen Grund zur Sorge.

Sage ich das was ich denke nerve ich sie?

Soll ich nicht endlich gehen?

Ich habe keine Ziele.

Ich habe keine Liebe und keinen Stolz mehr.

Eigentlich bin ich nur noch ein Körper ohne wahre Seele.

Sie zwingen mich zum leben.

Sie geben mir die Schuld für ihren Kummer.

Sie geben mir die Last für sie glücklich zu sein.

Das kann ich nicht und will es nicht.

Meine Freunde und meine Familie sind das einzige was ich brauche.

Doch die sind tot. Du bist mein Feind.

Natürlich gibt es viele Menschen wie mich.

Vielleicht sogar mehr als ich denke.

Doch es ist mir um ehrlich zu sein egal.

Es ist mir ganz einfach egal.

Ob ich den Menschen weh tue oder nicht.

Ich will nur an mich denken.

Jemand hat mich von meinem Ziel abgebracht.

Dieser jemand war stolz darauf.

Wollte meine Dankbarkeit, doch im innern nur meine Verachtung erhielt er.

Ich hasse dich dafür.

Aber ich vergebe dir hier, weil es nichts macht.

Ich werde wieder  weg gehen und dann werdet ihr mich nicht stören.

Bin ich krank? Ja?

Doch der tot hat besitzt in mir ergriffen. Ich kann keinen einzigen Gedanken ohne ihn haben. Ich brauche diese Erlösung von der Verdrängung und den Schmerzen.

Seit tagen trinke ich, seit tagen rauche ich. Doch umso länger, umso länger.....

 

Ich überlege mir ob ich nicht von unseren Nachbarn richtige Drogen kaufen soll. Doch was nützen sie mir?

Sie sind auch nicht besser als das andere.

Der Mann hat eine Pistole.

Er arbeitet bei der Polizei...

 

„Komm nicht näher!

Du hast mich gerettet das letzte Mal, denkst du das?

Du hast dich gerettet von deinem schlechten Gewissen, mehr nicht.

Siehst du das? Deine Pistole.

Schau wie ich sterbe und schau nur diesmal sterbe ich... diesmal!“

 

 

((Aus dem Tagebuch.))

 

 

 

 

 

Wahrscheinlich ist das Ende sehr merkwürdig und das Mädchen scheint sehr verwirrt und Seelisch krank. Ich bewundere sie für ihren starken willen und den festen Entschluss vom Tot, weil sie glaubt niemanden mehr zu haben. Was ja auch stimmt. Sie hatte nur  das was ihr nicht wichtig war und das brauchte sie nicht!

Sie brauchte ihre eigene Ruhe und ihren eigenen Tot.

Ruhe in Frieden, ...!

 

 

Ende.

                                                        

  

Anmerkung des Einsenders: Bitte schreibt mir auch zu teil 2

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Kommentare

  • saskia2
    Thu, 26 Feb 2009 15:35:13 GMT *heul* von saskia2

    das is echt mega traurig die geschichte.ich könnte so was nicht und ich
    bewundere die person die das geschrieben hat.

  • pinkwater
    Mon, 16 Jul 2007 17:44:50 GMT Genauso fesselnd wie der erste Teil... von pinkwater

    Das Leben ist schon grausam. Ich weiß nicht recht wie ich zu Selbstmord stehen
    soll. Einerseits finde ich ihn feige, andererseits versteh ich die Gründe des
    Autors. Obwohl schon fraglich ist, woher der jenige, der diesen Tagebucheintrag
    ins I.net gestellt hat, den Text hat... Alles fictiv nehm ich mal an.
    Letztendlich egal, denn der Text ist gut geschrieben!

  • einhorn91
    Mon, 12 Mar 2007 21:02:54 GMT Ja... hmm von einhorn91

    Es passt
    Der Text ist wunderschön!!!

  • HeavyGlow
    Sun, 04 Mar 2007 12:09:08 GMT Ruhe in Freiden von HeavyGlow

    Was soll man dazu noch sagen, ich find die Geschichte immer noch klasse und auch
    das Ende (was meiner ansicht immer das schwerste an einer Geschichte ist) ist
    dir sehr gelungen. Ich hab schon ganz feuchte Augen..