Ich bin nicht schwul!!!

Kategorie: Lovestorys für Schwule
Eingesendet: 08.09.2009
Wörter: 49649
Autor: Lunoria
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Ich bin nicht schwul!!!

Das erste mal aufgefallen ist er mir Anfang dieses Schuljahres. Er saß mir genau gegenüber am anderem Ende des Klassenraumes. Ich hatte unendlich viele der langen Schulstunden damit zugebracht ihn zu beobachten, natürlich ganz unauffällig.
Ich mochte alles an ihm: Seinen eigenen Style, sein Lächeln, seine Art...einfach alles. Er schien perfekt. Ich wollte nur eins: Mit ihm zusammen sein. Das war alles was zählte.

Wo das Problem lag? Nun... Ich bin ein Junge. Woher sollte ich wissen ob er auch auf Jungs stand? Ich wusste bis vor kurzem ja selber nicht, dass ich auf Jungs stand, doch ich konnte meine Gefühle nicht länger unterdrücken, so sehr ich mich auch davor fürchtete und wie peinlich mir das ganze war.
Klar hatte ich schon Freundinen gehabt und alles. Ich hatte auch schon mit ihnen geschlafen. Ich war also nicht unerfahren und galt als Weiberheld an unserer Schule. Niemand ahnte das ich in letzer Zeit andere Gefühle hegte. Noch nichteinmal meine jetzige Freundin. Sie war zwar super süß und nett, doch sie war nicht Alex!
Auch ging mir ihr ewiges Gequatsche über Klamotten und die neusten Trends und was weiß ich auf den Senkel. Was interessierte mich das? Der Haken war das sie nunmal das beliebteste Mädchen der ganzen Schule war und ich der beliebteste Junge, auch wenn das jetzt eingebildet klingt. Es ging mir tierisch auf den Sack. Man erwartet einfach das das beliebteste Mädchen und der beliebteste Junge zusammen sind. So war das nunmal.

Es klingelte, die Stunde war zu Ende. Langsam packte ich meinen Kram zusammen wärend ich „ihn“ aus den Augenwinkeln beobachtete. Er spaßte mit seinem Kumpel. Auch wenn ich wusste das da nichts laufen konnte, durchfuhr mich eine Welle der Eifersucht. Wie gern wäre ich doch an seiner Stelle und könnte mit Alex scherzen...

„Hey Kumpel“, sagte mein Freund Kai und schlug mir auf die Schulter, „Alles ok? Du starrst so in die Ferne... Du hast doch nicht etwa schon wieder ein neues Weib im Auge? Das geht ja wohl gar nicht...“, versuchte er sich zu empören, doch in seinen Augen blitze der Schalk. Er war ein lustiger Typ und ich mochte ihn, denn nicht umsonst war er mein bester Kumpel.
„Ne keine Sorge, hab nur nachgedacht.“
„Na dann.“
Kai war nicht der Typ der Fragen stellte, das mochte ich an ihm.
„Aber wenn es doch ein neues Weib ist sagst dus mir doch?“
„Ja ja“, meinte ich da nur und verdrehte die Augen, wärend Kai es mit einem Grinsen zu Kenntnis nahm. „Würdet ihr jetzt bitte in die Pause gehen? Ich möchte abschließen.“, mischte sich unsere Lehrerin ein und so machten wir und schnell aus dem Staub.

Draußen erwartete mich schon meine Freundin Sarah, die mir auch sofort ein Kuss auf den Mund drückte.
„Hey Schatz, schau mal was ich für ein neues süßes Oberteil habe. Gefällts dir?“
Ich warf einen blick drauf und murmelte: „Ja wunderschön.“
Es reichte noch nicht mal über den Bauchnabel und war knalle eng. Wie konnte sie sich darin nur bewegen? Ich mein, klar hatte sie eine super Figur und soll sie auch nicht verstecken, aber das Teil fand ich ein bisschen übertrieben.
Sie nahm mein Desinteresse nicht ernst und schleifte mich in die Cafetaria, wo ich ihr ein Schokocroissant holen sollte.
„Keine Diät mehr?“, fragte ich sie erstaunt.
„Doch klar, aber ab und zu ist sowas erlaubt.“
„Na dann...“.
Ich stellte mich an, wobei ich fast von den ganzen Unterstufenschülern erquetscht wurde, weil sie sich alle vordrängelten. Was solls...
Plötzlich entdeckte ich „ihn“ im Getümmel, mein Herz begann heftig zu pochen und ich bekam Schweißausbrüche.
Er stand nur etwa zwei Meter von mir entfernt und redete mit einem Typ. Ich konnte die Augen nicht von ihm abwenden.
„Was darf´s sein?“, unterbrach mit die Stimme der mürrischen Cafetariafrau.
„Ein Schokocroissant, bitte“.
Ich gab ihr das Geld und bahnte mir dann mit dem Schokocroisannt einen Weg aus der Menge. Als ich mich dann nach „ihm“ umdrehte, konnte ich ihn nicht mehr entdecken.
„Schatzi, was ist los? Warum schaust du so enttäuscht drein?“
O Gott das hat mir grade noch gefehlt. Nicht das sie etwas merkte...
„Es ist nichts.“, log ich und hoffe sie würde nicht weiter drauf eingehn.
Sie sagte tatsächlich nix, sondern biss in ihr Essen.

In den darauf folgenen Stunden tat ich wiedermal nichts anderes als „ihn“ zu beobachten. Es störte mich nicht, das ich dadruch nicht viel vom Unterricht mitbekam, es gab ja wichtigeres und außerdem kam ich sowieso gut mit. Ich war zwar kein Steber, aber lag trotzdem im oberen Mittelfeld. Ich mein, klar hätte ich besser sein können, doch wozu aufpassen? Es ging auch so.
„Jack, könntest du uns bitte deine Interpretation dieses Gedichtes mitteilen?“, drang plötzlich die Stimme unserer Deutschleherin in mein Hirn. Welches Gedicht? Na super...
„Äh also.. nun... ich denke es sagt uns viel über äh... ich ...also..“.
Plötzlich meldete Alex sich. Unsere Deutschleherin zog die Augenbraue hoch und machte ein dickes Minus in ihr Heftchen und nahm Alex dran.
„Ja Alex.“
„Also ich interpretiere das Gedicht so, dass sich zwei lieben, aber nicht zueinander können weil ein Hindernis oder eine Person zwischen ihnen steht und ihr Zusammensein verhindert und...“
Mein Herz klopfte so laut, das ich schon Panik schob, dass Kai es hören konnte.
Wärend Alex redete, lächelte er mir zu und ich schwebte im 7 Himmel. Alex hatte mich gerettet. Alex hatte es meinetwegen mit der Schreckschraube aufgenommen...
Die Tatsache, das Alex sich immer meldete, verdrängte ich erfolgreich. Wie gebannt lauschte ich Alexs Interpretierung. Er könnte glatt von uns sprechen...
Ich las mir das Gedicht durch, dem ich zuvor keine Beachtung geschenkt hatte:

Zwei (Gustav Falke 1896)

Drüben du, mit deine weiße
Rose übers Wasser zeigend,
Hüben ich, dir meine dunkle
Sehnsüchtig entgegen neigend.

In dem breiten Strom, der uns
Scheidet, zittern unsre blassen
Schatten, die vergebens suchen,
Sich zu finden, sich zu fassen.

Und so stehn wir, unser Stammeln
Stirbt im Wind, im Wellenrauschen,
Und wir können nichts als unsre
Stummen Sehnsuchtswinke tauschen.

Leis, gespenstisch, zwischen unsern
Dunklen Ufern schwimmt ein wilder
Schwarzer Schwan, und seltsam schwanken
Unsre blassen Spiegelbilder.

Irgendwie schien es doch nicht so wirklich auf uns zu zutreffen, aber ich fand es trotzdem schön. In Gedanken stellte ich mir vor, wie es wäre wenn Alex und ich wirklich an zwei Ufern ständen und jeder eine Rose in der Hand....Romantisch.
Ich seufzte.
Erschrocken fuhr ich hoch. Hatte ich eben laut geseufzt? Alle schauten mich an und ich lief knallerot an. Zum Glück klingelte es in diesem Moment und ich griff mir meine Sachen und raste aus dem Klassenzimmer.
O Gott war das peinlich...

Natürlich kam Kai dann auch hinterher und warf mir einen komischen Blick zu.
„Was ging denn mir dir Alter? Seufzt im Deutschunterricht. Also wirklich. Was musst du wieder für dreckige Gedanken gehabt haben...“, meinte er dann auch sofort, wobei er mir schelmisch zuzwinkerte. Jedoch wurde er direkt wieder ernst.
„Was ist eigentlich in letzer Zeit los mit dir? Dauernt bist du abwesend und nimmst nichts mehr um dir herum wahr.“
„Äh also....“. Jetzt hatte er mich. Was sollte ich darauf Antworten?
„Ach keine Ahnung, im Moment geht mir irgendwie alles n bissl auf die Eier.“
Dabei zuckte ich mit den Schultern um ihm klar zu machen, das wirklich nichts war. Er blickte mich zwar misstrausich an, beließ es aber zu meinem Glück dabei.
„Na hoffentlich geht das vorbei.“

Nach der Schule ging ich noch mit zu Sarah, das machte ich in letzer Zeit häufig wegen meinen Eltern.
Ich lag mit Sarah auf ihrem Bett. Wir knutschten heftig, doch wie so oft in letzer Zeit, war ich nicht richtig bei der Sache. Ich stellte mir dir ganze Zeit vor, wie es wäre wenn ich Alex anstatt Sarah küssen würde. Das musste so toll sein...
Plötzlich setze Sarah sich ruckartig auf. „Liebling? Du bist irgendwie nicht bei der Sache. An was denkst du?“, meinte sie mistrauisch, „Es gibt doch wohl keine andere...?!“
„Nein, natürlich nicht.“, beruhigte ich sie.
Das war noch nicht mal gelogen. Es gab ja wirklich keine „andere“ und nach einem „anderen“ hatte sie ja nicht gefragt, also.
„Was bedrückt dich dann? Mache ich irgendwas falsch? Möchtest du drüber reden?“
„Nein du machst nichts falsch. Es liegt nicht an dir. Mich fuckt irgendwie alles in letzer Zeit ein bisschen ab und so. Du weißt schon, Schule und der ganze Stress Zuhause...“
Meine Eltern stritten sich momentan recht häufig, meist Abends, sodass ich nicht schlafen konnte. Mir wäre es lieber, wenn sie sich trennten, denn ich kam nicht sonderlich gut mit meinem Vater aus.
Sarah küsste mich erneut, doch ich konnte keinen Reiz daran finden. Ehr wiederwillig machte ich mit. Es war nicht mehr so wie früher, wo ich sie überalles geliebt hatte. Heute war es ehr Routine, wobei mir ständig ein anderer im Kopf rumschwirrte.

Als ich nach Hause kam, hörte ich schon von weitem, wie meine Eltern sich stritten. Grauenhaft.
Ich verzog mich so leise es ging in mein Zimmer und drehte die Musik auf volle Lautstärke. Natürlich hätte ich damit rechnen müssen, das dies keine fünf Minuten gut gehen würde, denn schon nach einer Mintute stand meine Mutter im Zimmer und brüllte mich an, ich solle die Musik leiser machen. Ich gehorchte ihr. Was hätte ich auch tun sollen? Würden sie meinetwegen leiser streiten? Nein. Also konnte ich mir diese Diskusion auch ersparen.
Ich hörte wie die Tür geknallt wurde und kurz daruf das Schluchzen meiner Mutter. Es war Alltag.
Mein Vater besoff sich jetzt in der Kneipe um die Ecke und würde erst spät Abends wiederkommen. Meine Mutter würde sich gleich ins Schlafzimmer verziehn und sich bei ihrer Freundin ausweinen. Wie immer also. Da ich nichts zu tun hatte, setze ich mich an die Hausaufgaben.
Etwa so gegen 4 klingelte es plötzlich an der Tür. Wer konnte das sein? Bestimmt war es Kai...Er hatte wohl doch etwas gemerkt. Mit leichtem Unbehagen ging ich zur Tür, wobei ich mir mit der Hand durch die Haare fuhr, was sie total abstehn ließ.
Als ich die Tür öffnete blieb mir das Herz stehen und ich keuchte. Das konnte nicht sein. Was wollte „er“ denn hier?!
„Äh, hallo Alex.“
„Hi Jack.“ erwiederte er gelassen.
Alex. An meiner Tür. Höchstpersönlich. OH MEIN GOTT.
Wie sah ich aus? Hatte ich nicht vorhin einen Pickel auf der Nase gehabt? Ich musste zu einem Spiegel...
„Äh ja, also Frau Schön (unsere Deutschlehrerin) meinte ich sollte dir Nachhilfe in Gedichtsinterpretationen geben, deswegen bin ich hier. Hast du Zeit? Oder soll ich ein anderes mal wiederkommen?“, sagte Alex erklärend.„Mh, öhm, ja dann komm mal rein. Ich hab Zeit. Du kannst schon mal in mein ähm Zimmer gehen, ich äh hole uns was zu trinken, wenns recht ist.“, stammelte ich.
„Okay.“ meinte Alex und ging meiner Anweisung nach in das Zimmer oben links. Mein Zimmer.
Panisch raste ich ins Bad um mein Aussehn zu begutachten. Als erstes inspizierte ich meine Nase. Kein Pickel, alles okay. Doch als der Blick auf meine Haare fiel, dachte ich ich müsste in Ohnmacht fallen.
Sie standen komplett vom Kopf ab. Hecktisch durchkramte ich die Regale nach Haargel und schmierte es mir ins dunkelbraune Haar, das mir locker ins Gesicht fiel, wenn es denn mal das tat was ich wollte.
Als ich halbwegs zufrieden war stürmte ich nach oben. Ich blieb vor der Tür stehn und atmete erst einmal aus. Es wirbelten nur drei Wörter in meinem Kopf rum.
Alex ist hier! Alex ist hier! ALEX IST HIER!
Er war hier, in meinem Zimmer. Was sollte ich tun? Ich konnte doch da jetzt nicht reingehn und so tun als wär alles normal. Was wenn er merkte, das ich was für ihn emfand? Daran wollte ich gar nicht erst denken.
Ich atmete noch einmal tief ein und betrat dann den Raum.

Alex saß auf meinem Bett und hatte bereits das Deutschbuch aus seiner Tasche geholt.
„Wo sind denn die Getränke?“, fragte er mich erstaunt. „Ich dachte du wolltest welche holen?“
Scheiße.
„Äh ja, aber wir haben nichts mehr zu trinken. Meine Mutter hat vergesssen einzukaufen und äh...“
Ich gab nur sinnloses Zeug von mir. In jedem normalen Haushalt hab es immer etwas zu trinken. Dämlicher gings wohl nicht.
Doch Alex schien dies nicht aufzufallen, denn er zuckte nur mit den Schultern und forderte mich auf, mich neben ihn zu setzten, damit wir anfangen konnten.
Als ich neben ihm saß (einen halben Meter Abstand) atmete ich seinen Duft ein. Er roch so gut...
Ich musterte sein Profil und beobachtete wie seine Hände anmutig das Buch aufschlugen.
„Dann wollen wir mal. Du musst aber näher kommen, sonst siehst du nichts.“
Ich schluckte und rückte noch näher an ihn ran. Als wir uns berührten durchfuhr mich ein Stromschlag. Es war wie im Traum...

In der nächsten halben Stunde erklärte mir Alex geduldig alles ,wärend ich nur benommen daneben saß und zu allem nickte, was er sagte.
Das einzige was ich wahrnahm war seine Gestalt in meinem Zimmer. Wie er sprach, wie geduldig er mir alles erklärte, wie intensiev er mich anschaute...
Ich war so versunken in seinen Anblick, das ich nicht merkte wie er mich direkt ansprach.
„Was?“
„Ich habe gefragt ob wir es jetzt mal mit einem Gedicht versuchen, das du interpretieren musst?“
„Äh, meinetwegen.“
„Okay hast du denn ein Gedicht? Weil im Deutschbuch haben wir schon alle gemacht.“
Ich starrte ihn an. Hatte Kai etwa rumerzählt das ich Gedichte schrieb? Ich würde ihn umbringen!
„Mh hab ich.“
„Dann hol mal eins.“, meinte Alex.
Ich stand auf und wühlte auf meinem Schreibtisch rum. Nach einer Weile hatte ich tatsächlich eins gefunden, aber das konnte ich ihm unmöglich zeigen. Doch eh ich es wieder verchwinden lassen konnte, sagte Alex: „Zeig mal.“ Mir blieb also nichts anderes übrig als es ihm zu geben.
Er las es aufmerksam durch und meinte: „Hey das ist gut. Das nehmen wir.“

Geh nicht fort von mir.....

Das Rad der Zeitdreht sich
Unaufhörlich- Tag für Tag.
So wie die Erde dreht sich um mich.
Nie die Zeit still zu stehn vermag!

Doch jetzt- hier und heute
Die Zeit steht still- ich warte
Mein Herz klopft- was passiert hier Leute?
Stille....- ich verharre!

Ich verspüre Angst- Angst dich zu verlieren
Du bist mir so wichtig- ich brauche dich!
Es ist mir egal,wenn Tränen mein Face verschmieren
Ich will das du bleibst- tu es für mich!

Du schaust mich an- sehe Schmerz in deinem Gesicht
Ich weis,du wirst gehen- weg von mir
Doch vergessen wirst du niemals mich!
Das weis ich- ich vertraue dir!

Ich will dich nicht verlieren!
Ich will das du bei mir bleibst!

Doch du musst gehen....,das verstehe ich.
Dann geh, un vergess mich nie!

Ich lief rot an. Ihm gefiel mein Gedicht...
„Ist das nicht zu einfach?“
„Ne, das ist okay.“, meinte Alex. „Dann erzähl mir mal, wie du das Gedicht interpretierst?“
Ich schaute ihn mistrauisch an. Er wusste schon das dies mein eigenes war oder...?
Anscheinend nicht. Ich grinste, dann würde das ja einfach werden. Ich konnte ihn damit beeindrucken. „Okay. Also in dem Gedicht geht darum, dass man die Zeit nicht anhalten kann und das sie immer weiter verläuft. Und bei dem lyrische ich, in diesem Gedicht, passiert wohl etwas schlimmes, sodas es Angst hat eine bestimmte Person zu verlieren, die ihr nahe steht. Sie möchte unbedingt das diese Person bleibt, doch sie sieht ein, dass diese Person gehen muss und lässt zu, weil sie ihr vertraut das diese Person sie nie vergisst.“
Obwohl das nur die simple Fassung war, war Alex offenbar erstaunt.
„Das war schon ziehmlich perfekt. Wieso meint Frau Schön eigentlich, das du das nicht kannst?“
„Ich habe nicht die geringste Ahnung.“
„Sag mal, von wem ist dieses Gedicht eigentlich? Es gefällt mir.“
Mir blieb das Herz stehn. Sollte ich ihm die Wahrheit sagen? Ich wusste es nicht. Was wenn er mich auslachte? Ich beschloss das Risiko einzugehn.
„Ähm, also das Gedicht, das...das hab ich geschrieben.“
„Du?“, fragte Alex fassungslos. Seine Mundwinkel zuckten, er würde gleich lachen.
„Es ist wahnsinnig gut. Hast du noch mehr?“, sagte er entgegen meiner Erwartung.
„Mh ja.“
„Kann ich sie sehen?“
Wieder wurde ich rot. Es war als würde ich ihm tiefe Einblicke in meine Seele gewähren. Das ging einfach nicht. Noch nicht.
„Nein, versteh mich jetzt nicht falsch, aber sie sind schon sehr persönlich und wie kennen uns ja nicht so gut und...“
„Ist okay, ich verstehe dich“, unterbrach er mich. „Ich schreibe Songtexte und die zeige ich eigentlich auch keinem außer Freunden.“
Ich staunte nicht schlecht. Er schrieb Songtexte... Das war ja auch eine Art Gedicht. Ich hatte das Gefühl, das diese Art des Schreiben uns noch irgendwie verbinden würde.
Alex musste dann auch wieder gehen und so brachte ich ihn zur Tür.
„Danke nochmal, das du mir mir gelernt hast.“
„Kein Problem, aber deine gute Gedichtsinterpretation ist wohl darauf zurückzuführen, das du das Gedicht selber geschrieben hast.“ Er grinste. „Dann auf wiedersehn Jack. Bis morgen.“
„Ciao, Alex.“
Ich schloss die Tür und lief wieder in mein Zimmer, wo ich mich aufs Bett fallen ließ und die Momente der kurzen Zeit, in der Alex hier war, nocheinmal an mir vorüber ziehen ließ.

„Jack, pack sofort deine Sachen, in einer Stunde geht unser Zug nach Berlin.“, verkündete meine Mutter mir, die mit hochroten Augen in mein Zimmer gerannt kam. „Wir fahren zu meiner Freundin Ruth. Ich halts hier mit diesem Dreckssack nicht mehr aus!“
In meinem Kopf wirbelten die Gedanken. Weg. Nach Berlin. Weg von Alex, weg von Kai, weg von allem was ich kannte.
„Das kannst du du doch nicht machen!“, schrie ich ihr hinter her, denn sie war schon wieder aus meinem Zimmer gestürmt.
Wie konnte sie mir so etwas antun? Nie im Leben würde ich mit ihr gehen! Ich konnte doch nicht alles zurücklassen.
Ich würde einfach hier bleiben, auch wenn ich mit meinem Vater nicht sonderlich gut auskam, wir gingen uns meistens aus dem Weg.
Mit zorniger Miene lief ich ins Schlafzimmer: „Ich werde nicht mit dir gehen!“
„Oh, doch das wirst du.“. murmelte sie nur und blickte noch nicht einmal auf, denn sie war schon dabei ihre Koffer zu packen. „Geh jetzt und pack dein Zeug zusammen.“
„Hast du mich nicht verstanden? Ich bleibe hier! Du kannst nicht mein Leben zerstören indem du mich nach Berlin zu deiner dummen Freundin Ruth verschleppst!“
Das hätte ich besser nicht gesagt, denn jetzt wurde sie wütend.
„So du glaubst also du kannst dich mir wieder setzten? Du bist sechzehn, noch bist du nicht völljährig! Von mir aus kannst du in zwei Jahren hierher zurückkehren, aber jetzt kommst du mit mir!“
Ihr Kinn zitterte, das war ein Anzeichen dafür, dass ihre Selstsicherheit schwankte. Das wusste ich, da ihr Kinn immer zitterte, wenn sie mit meinem Vater sprach.
„Mein Vater hat aber auch noch ein Wörtchen mitzureden und deshalb bleibe ich hier!“
Ich machte auf dem Absatz kehrt, ging in mein Zimmer und schlug die Zimmertür zu. Sie konnte mich mal! Grade jetzt schien ich Alex näher zu kommen...

Nach einer halben Stunde kam meine Mutter erneut ins Zimmer. Sie war tränenüberströmt.
„Bitte Jack, kannst du es dir nicht nocheinmal überlegen? Ich habe so viel für dich getan. Wie soll ich es ohne dich aushalten? Bitte komm mit.“
Sie versuchte mich zu umarmen und flehte mich regelrecht an.
Sollte ich mitgehn? Ich mein, sie hielt wirklich immer zu mir, wenn mein Vater wiedermal versuchte mich runterzumachen. Aber konnte ich deswegen alles aufgeben, nur weil sie es nicht schaffte einen Schlusstrich zu ziehen und meinen Vater aus der Wohnung zu werfen? Es ging einfach nicht.
„Ich versteh dich ja, aber kannst du ihn nicht einfach rauswerfen anstatt das wir vor ihm die Flucht ergreifen? Ist es das wirklich wert? Immerhin bist du diejenige die arbeitete und nicht er.“
Meine Mutter überlegte einen Augenblick und meinte dann zögerlich: „Ja schon , aber ich finde einfach nicht den Mut dazu. Vielleicht komme ich irgendwann zurück und kläre das. Mir ist schon klar das, das so nicht auf Dauer geht, aber ich muss ersteinmal fort um einen klaren Kopf zubekommen. Okay du hast Recht. Du bleibst hier und ich fahre allein, aber ich werde wiederkommen!“
Sie schien nun entschlossen und meinte noch: „Danke Jack.“
„Wofür?“, doch sie war schon draußen.

Ich half ihr ihre Koffer zum Bahnhof zu tragen, der nicht allzuweit von uns entfernt war. Zum Abschied umarmte sie mich und flüsterte: „Pass auf dich auf. Ich verspreche ich werde wiederkommen. Lass dich von dem Dreckskerl nicht unterkriegen ja?“
Sie wartete meine Antort jedoch nicht ab, sondern drückte mich noch einmal fest an sich, stieg in den Zug und verschwand. Vorerst.
Lange stand ich noch am Bahnhof und sah zu der Stelle, wo der Zug verschwunden war. Langsam ging ich wieder nach Hause, wärend sich eine tiefe Leere in meinem Körper ausbreitete.
Meine Mutter und ich waren schon immer ein unschlagbares Team gewesen, meist gegen meinen Vater. Er war arbeitslos und flüchtete sich in den Alkohol. Kaum zu glauben, dass meine Mutter ihn mal geheiratet hatte.
Meine Mutter schmiss allein den Haushalt und verdiente auch noch bei einem Job im Supermarkt. Wenn nicht unsere Verwanten in Amerika gewesen wären, die uns regelmäßig Geld schickten, wären wir schon längst untergegangen. Trotz allem lebten wir nicht grade in den ärmlichsten Verhältnissen, denn wir leistete uns durchaus schonmal etwas.
Ich trug auch noch Zeitungen aus um meine Gardrobe und gelegentliche Kinogänge zu finanzieren. Alles in allem konnte man schon damit auskommen, wenn man dran gewöhnt war. Sarah und Kai waren die einzigen, die wussten was bei mir Zuhause abging. Die Gefahr war zu groß, dass es sich an der Schule verbreiten würde.
Als ich mir mein Abendessen kochte, Spiegelei, hörte ich die Haustüre und kurz daruf ein Plumsen. Ich schätze mal mein Vater hat es grade noch geschafft die Türe aufzubekommen, bevor er im Flur zusammengesackt war um seinen Rausch auszuschlafen. War wohl auch besser so, denn so musste ich ihm erst morgen sagen, dass meine Mutter sich aus dem Staub gemacht hatte.
Ich aß meine Spiegeleier und stieg danach über meinen Vater um die Haustüre zuzumachen. Ich ließ ihn dort liegen. War ja seine Sache, wo er sich rumtrieb und was er tat.
Ich legte mich also schlafen, denn alles in allem war heute mehr passiert als in den ganzen Wochen davor. Das musste mein Hirn ersteinmal aufnehmen.

Es war Nacht, der Mond schien hell und irgendwo hier im Park schrie ein Käutzchen. Langsam tapste ich durch den Schnee, dick eingemummelt und wartete.
Der ganze Park war schneebedeckt und es war eisigkalt. Mein Atem gefror noch in der Luft. Dann kam er. Ich sah ihn schon von weitem und rannte auf ihn zu. Überglücklich umarmte ich ihn wärend sich unsere Lippen zu einem leidenschaftlichen Kuss trafen...
RING RING
Boa scheiß Wecker! Der Traum zerplatze wie eine Seifenblase. Aber es war wohl besser so, denn er würde nie Wirklichkeit sein.
Missmutig schlufte ich ins Bad und putze mir die Zähne, wärend ich mich im Spiegel betrachtete.
Ich liebte meinen Körper, da ich an den richtigen Stellen ein paar Muskeln hatte, aber dennoch nicht so viele, dass ich wie ein Muskelprotz aussah. Ich hasste solche Leute, da ich fand das zu viele Muskeln einfach krank aussahen, so wie ich es hatte war es perfekt. Nach dem Zähneputzen sprang ich schnell unter die Dusche und schlüpfte anschließend in Jeans und Pullover.
Als ich die Küche betrat kam sie mir seltsam leer und trostlos vor. Normalerweise hatte meine Mutter den Tisch bereits gedeckt und es standen schon Cornflakes für mich bereit. Wärend des Frühstück hielten wir meist noch einen Plausch bevor ich aufbrach.
Jetzt musste ich alleine Frühstücken und so schlang ich mein Essen einfach hinunter.
Auf dem Weg zur Haustür stolperte ich fast über meinen Vater der immernoch im Flur lag. Ekelhaft.
Kais Mutter verkündete mir dann auch noch, dass Kai mit Grippe im Bett lag, als ich ihn abholen wollte. Der Tag schien gelaufen zu sein.
Kaum das die Bushaltestelle in Sicht kam, sah ich auch schon wie der Bus eintrudelte und ich begann zu rennen um ihn noch zu kriegen, doch wie es Tagen wie diesen war, verpasste ich ihn promt. Meine Laune sank nun endgültig in den Keller.
Ich machte meinen MP3 Player an und sang leise mit, wärend ich auf den nächsten Bus wartete. Das ich zu spät kommen würde war mir klar, denn als der nächste Bus kam hatte die Stunde bereits begonnen. Ich ließ mich ganz hinten im Bus auf den Sitz plumpsen und klopfte schon nach kurzer Zeit den Rythmus des Liedes auf dem Sitz vor mir mit.
Plötzlich drehte sich die alte Dame, die auf dem Sitz saß um und meinte mir kühler Stimme: „Hör mal Junge, könntest du dieses Getrommle vielleicht unterlassen? Ich hab auch so schon Migräne, da muss du es nicht noch schlimmer machen.“
„Ja ja.“, nuschelte ich peinlich berührt, da mich nun jeder im Bus anstarrte.
Nach der 20 Minütigen fahrt war ich froh aussteigen zu können und sputete zum Klassenzimmer, wo die anderen jetzt Deutsch hatten. Ich klopfte an und rauschte hinein.
„Entschuldigen Sie Frau Schön, aber ich hab den Bus verpasst und...“
„Setzen Jack.“, sagte sie nur ohne von ihrer Zeitschrift aufzuschauen, die sie immer las, wärend wir uns mit Aufgaben beschäftigten oder es zumindest sollten. Ich zerrte mir schon den Schal vom Hals als ich bei meinem Platz ankam.
Mir wich alles Blut aus dem Gesicht und sekundenlang stand ich benommen da. Alex saß auf meinem Platz!
Verwirrt sank ich auf Kais Platz.
„Hi Jack. Ich hoffe es ist ok für dich, das ich mich hierhin gesetzt hab? Kais Mutter hat in der Schule angerufen, wie Frau Schön uns mitgeteilt hat, das er krank ist und da Peter (sein Sitznachbar) ebenfalls krank ist, dachte ich mir ich setze mich hierhin.“
„Nein ist völlig okay, ich ...war nur etwas verblüfft.“
„Dann ist ja gut, wir sollen Seite 79 Nummer 3 machen.“, meinte er dann noch und widmete sich wieder der Aufgabe.
Noch immer benommen holte ich ein Deutschzeug raus und schlug das Buch auf. Jedoch gelang es mir nicht mich auf die Aufgabe zu kozentrieren, da ein gewisser Sexgott neben mir saß.
Ständig musste ich aufpassen ihn nicht zu sehr anzustarren, aber er war einfach zu süß als das ich ihm hätte wiederstehen können.
Ich beobachtete jede Bewegung. Wie sich das Haar aus dem Gesicht strich, wie er die Strin runzelte, wie er angestrengt auf dem Stift rumkaute oder energisch etwas durchstrich. Er war einfach so knuffig.
Ich erötete bei diesem Gedanken, doch ich konnte an nichts anderes als ihn denken. Ich ließ meinem Blick wohlgefällig über seinen schlanken Körper gleiten, wobei mein Blick an seinem knackigen Arsch hängen blieb.
Genau in diesem Augenblick wante Alex sich mir zu.
„Was ist denn da unten so Interessantes?“. Und mit einem Blick in meines leeres Heft meinte er: „Du hast ja noch gar nichts geschrieben. Soll ich dir helfen?“
Ich lief knall rot an. Ich konnte ihm ja schlecht sagen, dass ich auf seinen Arsch gestarrt hatte...
„Äh, ich dachte nur mein Stift sei runtergefallen.“
„Achso,“ meinte Alex, schaute mich jedoch seltsam an. „Soll ich dir denn jetzt helfen?“
„Mh, ja wäre nett.“
Alex erklärte mir also die Aufgabe und half mir hier und da, wobei er sich immer zu mir rüberbeugte und es mir fast den Atem nahm. Jede noch so kleinste Berührung war ein Stromschlag, der das Feuer in mir noch mehr zum lodern brachte. Mir war so heiß, das ich annahm, ich müsste eine solche Hitze versprühen, das jeder im Raum dies merken müsste.
Vor lauter Anspannung, ihn nicht all zu sehr anzustarren, spielte ich mit meinem Stift um ein wenig Energie abzuladen, doch plötzlich flog er mir aus der Hand. Schnell versuchte ich ihn noch mit meiner Hand zu erwischen, doch leider packte ich dabei Alex gradewegs in den Schritt.
Alex schaute mich erst verwirrt an, grinste dann jedoch und meinte: „Macht nix, kann ja jedem mal passieren...“

Ich schluckte, beugte mich so tief es ging über mein Heft und schrieb eifrig irgendein sinnloses Zeug.
O Gott war mir das peinlich!
Alex ritt zum Glück nicht weiter darauf herum, was ich ihm hoch anrechnete.
Ich erlaubte mir keinen einzigen Blick mehr, der in seine Richtung ging. Das wäre ja noch schöner.
Als endlich das erlösende Läuten kam, schmiss ich den Stift hin und wollte mich wärend der 5 Mintuten Pause aufs Klo verdrücken, doch Frau Schön hinderte mich an meinem Vorhaben.
„Jack? Alex? Könnt ihr mal zu mir kommen?“
Widerwillig ging ich zu ihr hin, und sah aus den Augenwinkeln wie Alex neben mich trat. An Alex gewand fragte Sie: „Hast du Jack gestern noch ein bisschen Nachhilfe gegeben?“
„Ja“
„Gut, weil ich denke, dass ihr das heute nocheinmal wiederholen könntete, da ich nach dieser Stunde nicht den Eindruck habe, als das es viel gebracht hätte.“
Dabei warf Sie mir einen strengen Blick zu, denn offensichtlich war ihr nicht entgangen wie ich vor mich hin geträumt hatte und wie mir Alex anschließend geholfen hatte.
„Okay kann ich machen.“, meinte Alex da auch schon. „Geht doch klar Jack oder?“
„Ja, wenns sein muss.“
Frau Schön nickte nur und verschwand dann zu ihrem nächsten Unterricht, wärend auch schon unser Mathelehrer eintrudelte.
In Mathe wechselte ich kein einziges Wort mit Alex oder riskierte einen Blick. Ich tat als sei ich völlig beschäftigt den unverständlichen Erklärungen unseres Mathelehrers zu lauschen.
Am Ende der Stunde raffte ich schnell mein Zeug zusammen und wollte grade in die Pause verschwinden, als jemand mich an der Schulter zurückhielt.
„Hey Kumpel, wo willst du denn so schnell hin?“
Es war Alex.
Zum Glück blieb mir jede Antwort erspart, da in diesem Moment Sarah um die Ecke kam und mir einen Kuss gab. Bei einem Seitenblick auf Alex, sah ich wie er grinste und musste wieder an Deutsch denken, was dazuführte das ich wieder rot anlief. Warum musste auch immer mir soetwas passieren? Das war echt mal wieder typisch!
Ich verschwand also mit Sarah in der Pause und Alex ging seine Wege, wo immer er sich auch aufhielt. Die nächsten beiden Stunden hatten wir zum Glück nicht zusammen, da wir getrennte Kurse hatten. Als ich jedoch in der 2 Pause verzweifelt nach Sarah ausschau hielt, konnte ich sie nicht entdecken, jedoch sagte mir eine Klassenkameradin, das ihr schlecht geworden sei und sie nach hause gegangen wär. Na super. Kein Kai, keine Sarah.
In diesem Moment entdeckte mich Alex.
„Na wo ist denn Sarah?“
„Zuhause, ihr ist schlecht geworden.“
„Achso. Kommst du mit mir mit? Ich zeige dir einen echt geilen Platz.“
„Okay.“
Ich folgte ihm und war neugierig was jetzt kommen würde.
Umso enttäuschter war ich, als er mich in das Klo im Keller führte. Was sollte hier dran denn so spannend sein? Als wir das Klo betraten hörte ich ein Gestöhne.
„Was ist das denn?“, fragte ich Alex erschrocken.
„Das wird wohl mein Bruder sein, der wiedermal mit nem Mädel bechäftigt ist.“
„Oha“, sagte ich da nur. „Und was machen wir jetzt hier?“
„Na abhängen. Hier kommt sogut wie niemand hin.“, meinte Alex nur lässig.
Er ging in die letze Kabine rechts, ich folgte ihm. Ich machte sich an den Kacheln zu schaffen und förderte aus einem Hohlraum dahinter zwei Red Bull hervor. „Auch eins?“, fragte er grinsend, als er mein verblüfftes Gesicht sah. „Yo“
Er gab mir eins und nahm aus seiner einen großen Schluck. Zögernd öffnete ich meine Dose, denn ich hatte noch nie ein Red Bull getrunken. Vorsichtig roch ich an der Flüssigkeit. Irgendwie komisch.
Der kleine Schluck, den ich nahm, schmeckte nach weißem Weingummi mit Kohlensäure. Nicht grade lecker, aber so schlecht nun auch wieder nicht. Langsam nahm ich größere Schlucke und merkte nun, das Alex mich bobachtete. Und sein Red Bull hob. „Auf die Weiber!“ Ich hob meins ebenfalls an und so tranken wir auf die Weiber, wobei ich im Stillen hinzufügte `und Typen´.
Mit dem Läuten, das das Pausenende ankündigte, stürzten die zwei Gestalten aus der Kabine, wobei ihre Klamotten noch reichlich verdreht waren und ihre Haare zerzaust. Ich musterte den Typen, da ich Alex Bruder noch nie gesehen hatte.
Ungläubig schaute ich von Tim zu Alex, um dann wieder von Alex zu Tim zu blicken. Das sollten Brüder sein? Nie im Leben!
„Alex? `Das´ ist dein Bruder?“, flüsterte ich Alex zu.
„Ja klar.“, meinte er nur. „Hätteste nicht für möglich gehalten ne? Wir sind sogar Zwillinge.“
Skeptisch hob ich eine Augenbraue, doch in Alexs Gesicht war keine Lüge zu lesen, also musste ich ihm wohl oder übel Glauben schenken. Sie sahen sich einfach so unähnlich!
„Hey hast du nicht Lust nach dem Unterricht noch mit zu mir zu kommen und ein bisschen Deutsch zu lernen? Danach könnten wir ja dann zusammen zum Nachmittagssport gehen.“
„Ja klar, gerne.“
„Okay.“, willigte Alex ein und wir gingen zusammen ins Klassenzimmer zurück.
Mein Herz schlug dabei wie wild. Alex wollte das ich zu ihm nach Hause kam. Zu ihm. In sein Zimmer. Wie geil!
Ich war nun total hibbelig und bekam nun absolut nichts mehr vom Unterricht mit. Ständig stellte ich mir im Geiste Alexs Zimmer vor. Wie es wohl aussah? Es war bestimmt restlos cool. Ich konnte das Ende der Schule kaum abwarten.
Als es dann wirklich endlich klingelte zuckte ich regelrecht zusammen. Ich würde nun mit Alex nach Hause gehen! Vielleicht wollte er ja doch etwas von mir. Tief in meinem Herzen hielt sich eine beständige Hoffnung, die auch bei aller Vernumpft nicht weichen wollte. Immerhin hatte Alex meines Wissens nach noch keine Freundin gehabt, also stand ja wohl noch alles offen.
Zusammen mit Alex und Tim fuhr ich ein Stück mit dem Bus und anschließend mussten wir noch eine kurze Strecke laufen. Unterwegs kamen mir Zweifel , ob das wirklich eine so gute Idee war, denn ihre Mutter hatte doch bestimmt was dagegen und mein Vater könnte die Polizei rufen, wenn ich nicht nach Hause kam. Das hatte er echt schon mal gebracht, als ich mit Kai noch bis Nachts um 2 abhing und dabei war ich doch kein kleines Kind mehr!
„Sagt mal, hat eure Mutter eigentlich nichts dagegen, wenn ich jetzt hier so mit auftauche?“
„Nö, die sieht sowas locker. Sie fordert uns sogar auf die halbe Schule mitzubringen.“, erklärte Tim grinsend.
„Wenn das so ist...“
Schließlich blieben Tim und Alex stehen. „Hier wohnen wir.“, verkündeten sie. Es war ein bescheidenes Haus, aber dennoch nocht klein oder so. Es gefiel mir.
Wir gingen durch den Vorgarten und Tim schloss auf.
„Simone? Wir sind wieder da! Alex hat jemanden mitgebracht.“, brüllte Tim dann auch schon durchs Haus.
Sofort kam eine Frau aus dem inneren des Hauses, die mich musterte und meinte: „Das ist ja prima. Ich bin Simone. Kommt rein, Essen ist gleich fertig.“
Sie gab mir die Hand und ich stellte mich als Jack, Alex Klassenkamerad, vor. Falls ich es noch nicht erwähnt hatte: Tim ist in einer anderen Klasse.
Simone führte und in die Küche, wo es köstlich nach Spaghetti Bolognese duftete. Genießerisch zog ich den Duft ein erkundigte mich jedoch nocheinmal sicherheitshalber: „Ist das auch wirklich ok, dass ich mit esse?“
„Ja, mach dir keinen Kopf. Ist echt kein Problem“, meinte Simone darauf nur.
Ich zuckte mit den Schultern und ließ mich auf die Eckbank fallen. Wärend wir alles verschlangen sprach kaum einer was. Alex führte mich anschließend in sein Zimmer. Mir stand der Mund offen...

Alexs gesamtes Zimmer war über und über bedeckt mit roten Rosenblättern.
Was hatte dies zu bedeuten? Es war einfach traumhaft schön. Ich hätte nie gedacht das Alex so romantisch wär, er wirkte ehr so lässig-cool. Man sagt ja: Harte Schale, weicher Kern.
Mern Herz schlug wie wild und ich wagte es nicht, diesen Gedanken zu denken, doch... Konnte dies mir gelten? Warum sonst hätte Alex mich auf sein Zimmer führen sollen? Ich spürte wie ein Lächeln meine Mundwinkel umspielte und hätte vor Freunde am liebsten die ganze Welt umarmt. Würde Alex mir jetzt sagen, dass er etwas für mich emfand so wie ich für ihn? Das wäre so schön...
Ich drehte mich, noch immer ein Lächeln im Gesicht, zu Alex um, doch als ich sein Gesicht sah, wich mir schlagartig das Lächeln aus dem Gesicht. Er hatte einen verwirrten, wütenden und hilflosen Blick, doch nun siegte der zornige.
„Jack, warte mal kurz.“, raunte er mir zu und verschwand.
In der Ferne hörte ich ein Kichern und kurz darauf Schreie von Alex. Was hatte dies zu bedeuten? Ich sank in mir zusammen und eine große Leere breitete sich aus. Alex wollte wohl doch nichts von mir. Wie hatte ich nur so dumm sein können? Ohne das ich es verhindern konnte, spürte ich, wie mir eine Träne die Wange hinunterlief. Es folgten weitere.
Scheiße. Jetzt stand ich hier in der Tür und heulte. Da ich Panik schob, das Alexzurück kommen konnte und mich heulend vorfand, beschloss ich das Bad zu suchen. Ich warf noch einen Blick auf das wunderschöne Kunstwerkt und ging dann den Flur entlang. Ich schaute in jedes Zimmer mal kurz hinein, doch es war kein Bad aufzufinden.
Unbewusst hatte ich mich den Stimmen genähert.
„...wie konntest du nur? Du weiß genau das ich nicht ... ja ja die Liebe.....falsches Spiel......Was kann ich dafür das ich verliebt bin?!.....Ich hasse dich, Tim!“
In diesem Moment öffnete sich eine Tür und ich erkannte grade noch, das es Alex war, der so wutentbrannt auf den Flur gestürzt kam. Schnell schob ich mich in das nächst beste Zimmer rein. Ich hörte wie Alex vorbeirauschte und dann erst bemerkte ich, das ich mich im Bad befand.
Ich wusch mein Gesicht mit kaltem Wasser und sah nun entsprechend besser aus. Das, was ich mitgehört hatte, stimmte mich nachdenklich. Ich war gespannt was Alex mir für eine Erklärung zu bieten hatte. Für mich hatte es sich so angehört als ob Tim dies getan hatte, da er wusste das Alex... Nein Aufhören! Alex will nichts von dir, das ist alles Einbildung! Jedoch war mein Herz stärker als die Vernunft. Ich glaubte daran.
Schließlich ging ich zu Alex ins Zimmer zurück. Was mich dort erwartete machte mich stutzig.

Alex saß in einem Rosenblätterhäufchen und weinte. Es tat mir in der Seele weh ihn so zu sehen. Ich wollte wissen was ihn bedrückte und alle Last von ihm nehmen. Ein so süßes Wesen brachte man nicht zum weinen!
Ich trat zu ihm hin und nahm ihn ohne groß nachzudenken in den Arm, worauf er sich an meiner Schulter ausheulte.
„Hey was ist denn los?“, fragte ich ihn leise.
„Ni..nichts...ich...Tim...er...“.
Erneut flossen Tränen, doch als er sich wieder gefasst hatte sagte er mit versucht fester Stimme: „Es ist nur Tim verarscht mich die ganze Zeit mit... Ist ja auch egal.“
„Schon gut du musst es mir nicht sagen. Hat es was mit den ganzen Rosenblättern hier auf sich?“
„Ja, auch...“, er sah mich an. „Versteh das jetzt nicht falsch oder so. Es war Tim.“
Ich nickte nur, wobei eine Welle des Schmerzen durch mein Innerstes floss. Es schien als sei die letze Hoffnung gestorben. `Versteh das jetzt nicht falsch´ . Dieser Satz wummerte in meinem Kopf. Es war glasklar was er damit gemeint hatte.
Alex blickte mich an, an seinen Wimpern hingen noch Tränen. Wie gern hätte ich sie ihm weggeküsst, ihm die Traurigkeit genommen. Doch nichts konnte ich tun. Alex starrte mich weiterhin an, doch ich dachte mir nichts dabei.
Ich versuchte krampfhaft woanders hinzuschauen und bloß nicht in sein Gesicht. Doch irgenwann zwang mich eine unsichtbare Macht dazu. Langsam senkte ich den Kopf und sah in seine braunen Augen. Sein Kajal lief ihm in schwarzen Spuren über die Wangen und zeichnete die Wege seiner Tränen. Ich konnte mich von diesem Blick nicht losreißen. Es schien als ob die Zeit still stand.
Ich verspürte den tiefen Drang, die Hand zu heben um ihm die schwarzen Tränen wegzuwischen. Einen Herzschlag später tat ich es dann auch. Alex zuckte nicht zurück oder unternahm sonst etwas. Er blickte nur stumm in meine Augen. Ich ließ meinen Blick auf seine Lippen wandern, die leicht geöffnet waren. Was wohl passieren würde, wenn ich ihn jetzt küsste? Ich folgte einem Impuls und senkte den Kopf ein Stück. Alex wich einen Milimeter zurück und schien zu zögern, dann schloss er die Augen und beugte sich zu mir hinüber.
In meinem Kopf explodierte ein Feuerwerk als unsere Lippen sich zu einem innigen Kuss trafen. Er war leidenschaftlich und stand allen Küssen nach, die ich bisher erlebt hatte. Es war ein Traum. Mein Traum! Er war endlich wahr geworden...

Plötzlich wurde die Tür aufgerissen und Alexzuckte vor mir zurück.
„Müsst ihr euch nicht langsam mal auf den Weg machen, wenn ihr nicht zu spät zum Nachmittagssport kommen wollt?“
Das war Simone, die offensichtlich nichts bemerkt hatte. Ich warf einen Blick zu Alex, der wie versteinert auf dem Boden saß.
„Alex? Du hast doch nicht etwa geweint?“, fragte Simone leich schockiert und warf mir einen misstrauischen Blick zu.
„Nein ist ok. Tim hat mich nur wiedermal geärgert und es wurde mir zu viel...“
„Achso, ich werde mal ein ernstes Wörtchen mit ihm reden“, meinte sie dann und verschwand wieder. Offensichtlich war es nicht unübliche das Tim Alex zu weinen brachte. Nachdem die Tür geschlossen war, wollte ich Alex in den Arm nehmen, doch dieser drückte mich weg.
„Wir müssen los.“, sagte er nur.
Ich zuckte mit den Schultern und beobachtete Alex, wie er sein Sportzeug zusammensuchte. Ich hatte meins schon in die Schule mitgenommen, da ich meistens mit Kai dort blieb, anstatt nach Hause zu gehen.
Grade als Alex sich über seine Tasche beugte umarmte ich ihn von hinten und drückte ihm einen Kuss auf die Backe. Ich konnte einfach nicht anders.
Alex drehte sich jedoch um und meinte fast panisch: „Bitte nicht. Was wenn uns einer sieht?“
„Ist doch egal, von mir aus kann es jeder wissen.“
„Ich möchte es aber nicht. Was glaubst du was das für einen Trummult gegen wird?“, empörte sich Alex, fügte dann jedoch entschuldigend hinzu, „Wir können es ja erstmal geheim halten ja?“ I
Ich nickte ehr wiederwillig, aber was solls.
ICH BIN MIT ALEX ZUSAMMEN!!!
Wenn er Zeit brauchte sollte er sie bekommen. Ich konnte warten. Ich strahlte wie ein Honigkuchenpferd als wir uns auf den Weg zur Sporthalle machten. Unterwegs redeten wir nur über belangloses Zeug, doch das machte ja nichts. Wir hatten alle Zeit der Welt.
Wir kamen natürlich zu spät ud so mussten wir uns hastig umziehn, jedoch nicht ohne einen Blick auf Alexs geilen Körper zu werfen. Er war für mich das sexieste Wesen, was ich je gesehen hatte. Wie kam es bloß das so etwas frei rumlief?

Sport war wie immer öde, auch wenn ich Sport eigentlich ganz ok fand, im Gegensatz zu Alex hatte der Schulsport nichts an sich. Da ging ich schon lieber ins Fitnesstudio oder in einen Sportverein. Die hatten wenigstens Ahnung und es waren keine totalen Sportnieten dabei, wobei Alex hier von natürlich ausgenommen war. Ihm konnte ich alles verzeihen. Außerdem sah es einfach zu süß aus, wie er sich beim Bockspringen abmühte, wärend ich leicht federn darüber glitt. Schwebte.
Seit Alex mich geküsst hatte schwebte ich im 7 Himmel. Ich hatte es noch nicht so richtig registriert, das würde später kommen. Jedoch sausten die Glücksgefühle nur so durch meinen Körper und ich war mir sicher alles schaffen zu können. Liebe war schon eine unheimliche Macht.
Als der Unterricht zu Ende war und wir gehen wollten, verdonnerte uns unser Sportlehrer zu 5 Runden extra laufen, da wir zu spät gekommen waren. Alex stöhnte, doch ich warf ihm einen aufmunternden Blick zu. Das war auch noch zu schaffen. Ich trabte fröhlich dahin, wärend Alex sich abmühte und so kam es, dass ich früher fertig war als Alex. Ich wartete selbstverständlich noch auf ihn.
Mein Puls hatte sich weitgehen wieder beruhigt, wenn man das so sagen konnte, da ich ja von einem Sexgott geknutscht wurde, als dieser nun höchstpersönlich neben mir keuchend zum stehen kam.
Wir schlenderten wortlos zu den Umleiden, da Alex immer noch zu außer Atem war um zu reden. Wärend ich neben im herlief, trieb mich sein Schweißgeruch fast in den Wahnsinn. Ich musste mich richtig davon abhalten hier nicht auf der Stelle über ihn herzufallen und abzuknutschen. Theoretisch konnte ich dies ja tun, aber ich wollte auch Alex respektieren. Er wollte es ja vorerst geheim halten, was ich ok fand.
In der Umkleide waren wir die einzigen, da alle anderen bereits weg waren. Wir zogen uns ohne Hast um, wobei ich Alex zärtliche Blicke zu warf. Grade, als wir in Boxershorts dastanden, trat ich einfach zu ihm und schlang meine Arme um ihn. Fast hätte ich erwartete das er abblocken würde, doch er ließ zu das ich ihn sacht küsste, wärend meine Hand zu seinem Knackearsch hinunterwanderte. Langsam wurde unser Kuss inniger und ich zog Alex an der Hüfte noch näher zu mir. Ich konnte gar nicht mehr aufhören. Von mir aus hätte das ewig so weiter gehen können.
Auf einmal vernahmen wir ein Räuspern und wir erblickten unseren Sportlehrer, der uns fassungslos anstarrte. Wie vom Blitz getroffen fuhren wir auseinander und mir wurde peinlichst bewusst, das wir hier in Boxershorts standen. Was er wohl jetzt dachte? Eigentlich war es mir egal, denn was ging es ihn an? Doch ich wusste auch wie Alex darüber dachte.
Unserem Sportlehrer hatte es wohl die Sprache verschlagen, denn er stand einfach nur da und glotze uns an.
„Haben Sie ein Gespenst gesehn?“, erkundigte ich mich, damit überhaupt einer was sagte.
„Äh ja, bin dann mal weg“, stotterte er und verschwand.
Ich grinste: „Der war aber geschockt wa?“.
„Kann sein.“, erwiederte Alex unsicher und zog sich an.
Ich tat es ihm nach und schon standen wir vor der Sporthalle. Der ganze Platz war leer, keine Menschenseele. Ich nahm Alexs Hand und wollte ihn Richtung Bus ziehen, doch er löste sich aus meinem Griff und sagte: „Hör zu das geht mir etwas zu schnell okay? Ich möchte es langsam angehen.“
„Okay, aber Händchenhalten ist doch nicht zu viel oder? Außerdem ist hier niemand oder siehst du irgendwen?“
„Nein, aber...“
„Na also!“
Ich griff wieder nach Alexs Hand, diesmal ließ er es zu und so schlenderten wir Hand in Hand zur Bushaltestelle. Es war richtig romantisch, fand ich. Am liebsten hätte ich zwischendurch noch ein paar Küsse getauscht, aber ich sah ein das dies Alex wohl zu viel wäre uns so verzichtete ich also darauf.
Da Alex und ich in verschiedene Orten wohnten, mussten wir mit anderen Bussen fahren. Meiner kam zuerst. Ich ließ Alexs Sorge, das uns jemand sehen könnte, kurz außer Acht und gab ihm einen Kuss auf den Mund, bevor ich kurz darauf im Bus verschwand und ihm noch zuwinkte.

Zuhause erwartete mich mein wütener Vater. Kaum hatte ich den Schlüssen ins Schloss gesteckt, da wurde auch schon die Tür aufgerissen.
„Jack du Nichtsnutz! Wo warst du? Wo hast du dich wieder rumgetrieben? Und wo zum Teufel ist deine Mutter, diese Schlampe? Sie hat einen Neuen stimmts? Los sag es mir!“, schrie mein Erzeuger mich auch sofort an.
„Sie ist weg.“, sagte ich mit kühler Stimme und huschte in mein Zimmer, noch bevor er mich aufhalten konnte. Ich schloss die Tür ab und hörte kurz darauf wie er an der Klinke rüttelte.
„Jack mach sofort auf“, brüllte er wie von Sinnen, „Was meinst du damit sie ist weg? Ist diese Hure zu einem ihrer Wichserfreunde gezogen? Der werd ichs zeigen! Grün und blau werde ich sie schlagen!“
Ich antworte nicht. Ich hatte Angst um mein Mutter. Wenn sie je zurückkommen würde, musste ich echt aufpassen das mein Vater sie nicht vor lauter Wut und Trunkenheit umbrachte!
Mein Vater schrie und tobte weiter, doch er würde es nicht wagen die Tür einzuschlagen, da wir sonst Ärger mit der Hausverwaltschaft bekommen würde und uns um eine hübsche Summe erleichtern würde. Ich zog mir einfach meine Kopfhörer auf und dachte an die wundervollen Stunden mit Alex zurück...
Scheiße!
Ich hatte Sarah völlig vergessen! Was sollte ihr sagen? Ich wollte ihr nicht wehtun, aber mein Herz gehörte nunmal Alex. Ich musste so schnell wie möglich mit ihr reden! Doch wie sollte ich jetzt aus dem Zimmer kommen? Und Kai erwartete, das ich ihm die Hausaufgaben vorbeibrachte. Doppelt-Scheiße!
Mir blieb nichts anderes übrig. Ich schrieb die Hausaufgaben für Kai auf einen Zettel und öffnete, dann vorsichtig meine Zimmertür. Bestimmt war er im Wohnzimmer und betrank sich dort...
Leise schlich ich Richtung Tür, wobei ich einen Blick ins Wohnzimmer werfen konnte. Er war nicht da. Eine Welle der Erleichterung durchflutete mich, denn auch in der Küche war er nicht, die gegenüber vom Wohnzimmer lag. Ich schlüpfte schnell in Schuhe und Jacke, doch als ich die Tür öffnen wollte gelang es mir nicht. Ich rüttelte dran, doch sie blieb verschlossen. Seltsam. Normalerweise schloss mein Vater nie ab, wenn er das Haus verließ. Ich ging zu unserem Schlüsselbrett um nach meinem Haustürschlüssel zu angeln, doch er war nicht da. Es war kein einziger Schlüssel da. Ich war eingesperrt!
Was fiel diesem Bastard eigentlich ein? Was sollte ich jetzt tun? Bis morgen warten kam nicht in Frage. Was jetzt gesagt werden musste, musste jetzt gesagt werden!
Ich lief ins Badezimmer, schloss von innen ab und steckte den Schlüssel in meine Hosentasche. Ich würde einfach durchs Fenster klettern! Ich öffnete es also und stellte zu meinem Glück fest, dass Büsche unter mir waren. Zwar waren wir im Erdgeschoss, aber sicher war sicher. Leider befanden sich die Fenster etwas höher als gewöhnlich, sodass ich mir nicht sicher war wie ich zurück kommen sollte, doch darüber konnte ich mir später Gedanken machen.
Ich kletterte also vorsichtig aus dem Fenster und ließ mich auf die Büsche fallen, die zwar etwas piksten, aber besser waren als jeder Betonboden.
Ich sputete zuerst zu Kai. Ich würde ihm nun endlich sagen was mit mir los war und danach würde ich es Sarah schonend beibringen...

Anmerkung des Einsenders: Die Geschichte geht noch weiter. Wenn es gewünscht wird, setze ich weitere teile on :)

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Kommentare

  • Sabbe97
    Thu, 16 Dec 2010 17:08:56 GMT Gut von Sabbe97

    Geschichte istsehr gut freue mich schon voll auf die Fortsetzung.

  • PsychoFurikoHizumi
    Sat, 04 Sep 2010 22:38:56 GMT Also.... von PsychoFurikoHizumi

    ... ich finde die Geschichte auch sehr interessant. Um ehrlich zu sein hab ich
    richtig mitgefiebert. ich bin selber eine Geschichen-Schreiberin und hab bisher
    kaum Kritik bekommen. -stolz ist- -lacht- Ich werde dir aber ein paar Tipps
    geben, was deine Story noch viel besser rüber bringt:
    Dein Stil ist soweit ganz toll, aber in Geschichten gehört es sich nicht, "ein
    bissl" zu schreiben, sondern "ein bisschen". Mir ist aufgefallen das du ein paar
    Rechtschreib oder Tippfehler drinnen hast, wenn dir das beim durchfluten der
    Story nicht aufgefallen ist, lese sie dir etwas lauter vor. Wenn du deine
    Charakter nicht reden lässt, vermeide Worte, wie @#$% oder face oder F***, es
    gibt hübschere Worte wie verdammt oder mist... Das macht deine Story noch
    hübscher. ^-^
    An sich mag ich sie sehr und werde mich später auf machen, die Vortsetzung zu
    lesen

  • unbekannt
    Sat, 08 May 2010 21:07:38 GMT :) von :) (Gast)

    wir war grad lw und ich dachte
    mir ich lese mir diese geschichte durch...und ich muss sagen sie ist voll toll!
    =) ich bin aber ein mädchen =)

  • unbekannt
    Wed, 21 Apr 2010 22:39:23 GMT Oha von Lesenswert (Gast)

    Ich muss sagen, der Text hat was. Der innere Konflikt ist recht gut dargestellt,
    wenn auch ein wenig kurz.
    Bis auf ein zwei Rechtschreibfehler ein Recht gelungenes Werk, hoffe auf
    Fortsetzung

  • unbekannt
    Mon, 19 Oct 2009 16:01:50 GMT Super von Marc (Gast)

    Ist echt total gut geworden zwar manchmal etwas komisch ausgedrückt aber sonst
    richtig gut
    Mehr davon bitte

  • unbekannt
    Sun, 11 Oct 2009 21:46:41 GMT Fortsetzung von (Gast)

    Oooh ja bitte stell den Rest noch online!!! Es is grade so spannend!

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