Da ich der festen Annahme gewesen war, Alex sei etwas passiert, war ich nicht auf die Idee gekommen bei ihm anzurufen oder bei ihm aufzukreuzen. Ich war mit meinen Gedanken nur bei Krankenhäuser gewesen. Einen kurzen Moment sogar bei einer Leichenhalle...
Doch jetzt nahm ich als erstes den Bus, wo ich auf direktem Weg zu dem Haus Kunz rannte.
Außer Atem kam ich vor der Tür zum stehen und klingelte. War Alex da? Was würde er mir sagen? Und würde er mir verzeihen, dass ich so ausgerastet war? Die Möglichkeit, dass er Angst bekommen hatte und weggelaufen ist, hatte ich noch gar nicht in Betracht gezogen...
Simone öffnete.
„Hi Jack. Alex ist oben.“ Sie lächelte mir zu und lies mich eintreten. Offensichtlich wusste sie von nichts. Gut so, da ich keine Lust auf Erklärungen hatte.
Ich stieg schnell aus meinen Schuhen und raste die Treppe hoch. Ohne anzukopfen riss ich die Tür zu Alexs Zimmer auf.
Im Zimmer bot sich mir ein seltsames Bild: Alex saß mit einem Mädchen auf dem Boden. Vor ihnen lagen Hefte ausgebreitet.
Beide starrten mich erschrocken an. Wer war dieses Mädchen? Was wollte es hier? Den beiden schien es die Sprache verschlagen zu haben. Unsicher sah ich an mir runter. Meine Jeans und mein T-Shirt war zerfetzt, Dreck beschmutze meine Klamotten und meinen Körper. Alles vom Herumgewälze auf dem Boden bei meiner Prügelei. Ich musste ein schreckliches Bild abgegeben.
Alex schien sich als erstes von dem Schock erholt zu haben.
„Jack! Wie sieht du denn aus? Was ist denn mit dir passiert? Und wo haben sie dich hingebracht? Was haben sie mit dir gemacht?“ Er schien ganz außer sich. Er war aufgesprungen und hatte mich an den Schultern gepackt. Seine Augen sahen mich sorgevoll an. Wie ich sie doch vermisst hatte... Ich sah ihn zärtlich an.
Doch dann wurde meine Miene wieder hart. Erst wollte ich wissen, warum er mich im Stich gelassen hatte!
Plötzlich vernahm ich ein Räuspern. „Äh..ich werde dann mal gehen.“ Das Mädchen räumte die Hefte in einen Rucksack. „Wir können ja ein anders mal weitermachen ok?“
Sie sah zu Alex und dieser nickte. „Ich bring dich noch zur Tür Jo.“
Er warf mir einen entschuldigenden Blick zu und verschwand mit ihr nach unten. Ich sah den beiden im Flur nach, bevor ich in Alex Zimmer trat und mich auf Bett sinken ließ.
Bestimmt gab es einen Grund, warum er mir nicht beigestanden hatten. Vielleicht hatten sie ihn ja nicht zu mir gelassen oder so.
Vorher war mein Innerstes stürmisch und aufgewühlt gewesen, doch jetzt, in Alex Zimmer mit dem vertrauten Geruch, war ich die Ruhe selbst. Ich fühlte mich zum ersten Mal seit der Prügelei richtig frei und unbeschwert.
Genießerisch zog ich Alexs Duft ein, der im Zimmer schwebte, und sah mich langsam um. Es hatte sich nichts verändert. Alles war so wie immer. Mein Blick wanderte über die Greenday Alben, über den überladenen Schreibtisch und blieb zuletzt an der Tür hängen.
So lange konnte es doch nicht dauern jemanden zur Tür zu bringen. Ungeduldig fixierte ich die Tür mit meinem Blick, als könnte ich dadurch Alex herbeschwören. Schließlich hörte ich Schritte, die auf dem Paket tapsten. Alex.
Begierig sah ich zur Tür, wo kurz darauf Alexs anmutige Gestalt erschien. Ein wenig unsicher, wie mir schien, kam er ins Zimmer. Er sah mich unbehaglich an, setzte sich jedoch zu mir aufs Bett. Nervöst fummelte er an der Bettdecke rum und sah auf den Boden.
Da ich es Alex nicht so schwer machen wollte, begann ich das Gespräch.
„Wer war eigentlich dieses Mädchen?“
Alex zuckte kurz zusammen, sah mich dann jedoch an und begann zu berichten. „Das war Jo. Ich hab mit ihr ein bisschen Mathe gelernt. Hab sie mal auf einer Party kennen gelernt und sie hat mich gefragt ob ich ihr was helfen könnte.“
„Aha.“ Ich betonte dieses Wort, weil ich deutlichen machen wollte, dass mich dies eigentlich nicht interessierte. Ich wollte, das er fragte, wie es mir ergangen sei. Ich fixierte ihn mit meinem Blick, wärend er wieder mit der Bettdecke spielte.
Eine unbehagliche Stille lag über uns. Schließlich sah er mich an und fragte: „Was ist eigentlich mit dir passiert? Ich wollte zu dir, aber sie haben mich nicht gelassen und du ... du hast mir ganz schön Angst eingejagt.“ Scheu sah er wieder auf den Boden.
Ich erzählte ihm alles, was passiert ist. Auch meinen „Traum“ ließ ich nicht aus. Er schien leicht geschockt, doch noch mehr, als ich ihm von dem Jungen erzählte. Das mit den Drogen ließ ich doch vorsichtshalber raus. Ich wollte ihn ja nicht überfordern...
Doch jetzt war die Zeit gekommen. Jetzt stellte ich ihm die Frage, die mir unter den Nägeln brannte.
„Warum bist du eigentlich nicht zu mir gekommen? Ich an deiner Stelle, hätte alles daran gesetzt zu dir zu kommen...“.
„Ich wollte ja, aber ich konnte nicht. Als du dich mit dieser.... dieser Frau geprügelt hast, hatte ich richtig Angst. Ich wusste nicht das du so ausrasten kannst.“ Er warf mir einen schnellen Blick zu.
„Ich hab dich immer für ruhig und gelassen gehalten. Naja, zumindest nicht für jemanden, der direkt zuschlägt. Ich war also ziehmlich schockiert. Viele haben zugesehen und wollten dich aufhalten, doch keiner kam an dich ran. Ich habe dir ein paar mal zugebrüllt, du sollst aufhören, doch du hast nicht gehört. Du warst wie ihm Wahn.
Jemand muss die Polizei gerufen haben, denn kurze Zeit später tauchten zwei Polizeiwagen und ein Krankenwagen auf. Zwei Polizisten haben dich gepackt, die Handschellen angelegt und dich mitgenommen. Das ging alles so schnell, das ich gar nicht reagieren konnte. Du hast einmal in meine Richtung gesehen, doch ich glaube du hast mich gar nicht wahrgenommen. Dein Blick war total glasig. Ich hatte richtig Angst um dich! Jedenfalls waren dann plötzlich alle Leute weg und ich stand alleine da. Ich wusste nicht was ich machen sollte. Ich bin erstmal nach Hause und später dann auf die Polizeiwache, doch dort haben sie mich nicht zu dir gelassen. Ich habe die ganze Zeit nur an dich gedacht und heute morgen hat Jo angerufen, ob ich ihr helfen könnte. Da hab ich ihr zugesagt, um mich abzulenken. Nicht zu wissen, was mit dir passiert ist, hat mich echt in den Wahnsinn getrieben. In der Nacht hab ich kaum geschlafen..“
Er stockte. Es alles kam nur so aus ihm herrausgesprudelt.
Wärend seines Erzählens waren mir Tränen in die Augen gestiegen. Er hatte sich genauso verrückt gemacht, wie ich mich. Wie hatte ich nur glauben können, das er mich gemieden hatten? Das er nicht versucht hat, zu mir zu kommen? Ich fühlte mich schäbig.
Wir sahen uns an. „Alex, verzeih mir. Ich hatte solche Sehnsucht nach dir und konnte mir nicht erklären, warum du nicht zu mirgekommen bist... Ich habe geglaubt du würdest mich jetzt meiden, weil ich so ausgerastet bin und..“
Alex legte mir einen Finger auf die Lippen und ich verstummte.
„Ist schon ok.“, flüsterte er. „Ich verstehe dich.“
Sein Atem streifte mein Gesicht. Seine Augen leuchteten. „Alex .“, hauchte ich und legte meine Hand in seinen Nacken.
Ich schloss die Augen und unsere Lippen trafen sich zu einem wunderbar süßen Kuss. Er schmeckte ein bisschen nach Erdbeer. Ich genoss die Berührung und seine Nähe voll uns ganz. Er hatte mir so gefehlt...
Ich war mir nun sicher nicht ohne ihn leben zu können. Er war wirklich alles, was ich noch hatte. Nie wieder würde ich solch eine Dummheit begehen. Ich wollte keine einzige Sekunde mehr von Alex getrennt sein. Ich wollte für immer mit ihm zusammen sein!
Ich strich mit meiner Hand langsam seinen Rücken hinunter und ließ sie dann unter sein Shirt gleiten. Alex kuschelte sich enger an mich und schmiegte seinen Kopf an meine Schulter. Ich wollte grade sein Shirt anheben, als er plötzlich von mir abrückte.
Verwirrt, aber auch etwas gekränkt sah ich ihn an. Hatte ich was falsch gemacht?
„Was ist los?“, fragte ich ihn mit belegter Stimme.
Alex verzog sein Gesicht und rümpfte die Nase. „Nichts für ungut, aber bevor wir weitermachen solltest du vielleicht mal duschen. Du müffst ganz schön.“
Er grinste mich keck an, wärend ich ihn verständnislos ansah. Dann begriff ich und fing an zu lachen. „Kein Problem. Aber nur unter einer Bedingung...“ Ich grinste zweideutig.
„Was denn?“, fragte Alex ahnungslos, aber ebenfalls grinsend.
„Du musst mitduschen.“, befahl ich.
Alex zögerte. Ich rechnete nicht damit, dass er ja sagte, doch dann tat er das Gegenteil.
„Okay.“, sagte er grinsend.
Mir fielen fast die Augen aus dem Kopf. Er wollte wirklich mit mir duschen? Ein wohliger Schauer lief mir den Rücken hinunter. Dann würde ich ihn endlich mal nackt sehen...
„Okay.“, sagte ich und sprang auf. Ich packte seine Hand und zog ihn Richtung Bad. Ich konnte es kaum abwarten.
Alex ließ sich brav hinterherschleifen, doch im Bad schien er nicht mehr so glücklich. Hatte er doch Schiss? Ich beobachtete ihn, wie er sich ganz langsam bückte und seine Socken auszog. Dabei warf er mir immer unglückliche Blicke zu. Als er grade mal die Socken ausgezogen hatte, stand ich schon in Boxershorts da. Er sah wirklich nicht glücklich aus.
„Hör mal Alex, wenn du nicht willst, dann müssen wir nicht zusammen duschen...-“ Ich wurde durch einen Schrei unterbrochen.
„ALEX! Komm schnell!“
Das war Tom. Alex warf mir einen entschuldigenden Blick zu, wohl auch froh, sich die Antowort ersparen zu müssen und rannte hinunter.
Ich seufzte. Dann halt nicht... Auch wenn ich gern mit ihm geduscht hätte, ich liebte ihn und so konnte ich warten. Irgendwann war er sicher so weit.
Ich dachte nicht darüber nach, warum Tim nach Alex gerufen hatte, sondern sprang schnell unter die Dusche. Das warme Wasser tat mir gut. Es schien, als ob all die Ereignise von mir abgespült wurden und im Ausguss verschwanden. Nach der Dusche fühlte ich mich sauber, frisch und erholt.
Ich schlüpfte also wieder in meine dreckigen Klamotten um Alex nach ein paar von seinen zu fragen und zu schauen, was Tim wollte. Immernoch bedauerte ich, dass Alex nicht mit mir duschen wollte, aber wäre auch zu schön gewesen.
Kaum hatte ich einen Fuß aus der Tür gesetzt, als ich von etwas angesprungen wurde, das schrecklich bellte. „Aaaah.“, schrie ich, wärend das Ding mich umschmiss.
„Scotty, nein! Sorry, Jack. Ist er nicht süüüüüüüüüüß? Meine Mutter hat ihn gekauft. Ich wollte schon immer einen Hund haben. Er ist soooo knuffig.“, schwärmte Alex auch sofort von diesem bellenden Etwas, dass ich jetzt erst erkannte. Es war ein kleiner, quirrliger Golden Retriever. Ganz süß, wie ich zugeben musste.
Er sprang duch die Gegend, wobei er immer wieder über seine riesigen Pfoten stolperte. Das sah so komisch aus, das ich lachen musste. Alex lachte mit, nahm ihn dann hoch und drückte ihn an sich. Scotty wollte jedoch nicht gedrückt werden und er begann zu quitschen.
„ Alex er will das nicht.“, kicherte ich, als dieser ihn keck in die Nase biss. Alex lies ihn vor Schreck los und so plumste er auf den Boden, worauf ich noch mehr lachen musste. Er setzte sich auf seinen kleinen Hintern und sah uns mit großen Augen an. Er war so putzig. Ich streichelte ihn, wärend Alex den Beleidigten spielte, da Scotty ihn ja in die Nase gebissen hatte.
Da hörte ich ein Poltern und Tom kam die Treppe hinauf.
„Hey, wollen wir eien Runde Gassi gehen? Ich hab hier eine Leine.“
„Au ja!“.
Alex grabschte Tom die rote Leine aus der Hand, schnappte sich Scotty und versuchte sie ihm umzumachen, was ihm jedoch nicht gelang. Grinsend nahm ich ihm die Leine aus der Hand und band sie Scotty um.
„Man, du schaffst das und ich nicht.“, maulte Alex und zog eine Schnute. Ich musste wieder kichern und Scotty stürzte sich auf Alex und schlabberte ihn ab, wobei ich seinen heftig wedelnden Schwanz ins Gesicht bekam.
„Können wir denn jetzt los?“, fragte Tim etwas genervt von unseren Kindereien.
Ich nickte nur und sprang auf. Wir machten uns startklar, wobei wir jedoch immer wieder von Scotty aufgehalten wurde, der entweder an unseren Schuhen herumkaute oder Tauziehen mit den Jacken veranstaltete. Alexs Mutter rief uns noch ein „Viel Spaß“ hinterher, als wir nach draußen gingen. Alex und Tim stritten sich darum, wer als erster die Leine halten drufte, bis sie schließlich beide die Leine umklammerten.
Unterwegs redeten wir über dies und das. Tim erzählte uns, dass es morgen eine Party bei Andreas gab. Er war ein gemeinsamer Freund von Alex und Tim. Die Partys bei ihm sollen immer hammer mäßig sein und so beschlossen wir hinzugehen.
Als wir uns wieder auf den Rückweg machten, verabschiedete ich mich an der Bushaltestelle, da ich nach Hause fahren würde, um mir was sauberes anzuziehen und mich richtig auszuschlafen. Am nächsten Tag wollten wir uns um 7 bei ihnen treffen und von dort aus gemeinsam zu Party gehen.
Ich verabschiedete mich bei Alex mit einem Kuss und bei Tim mit einem Handschlag, bevor ich in den Bus stieg.
Wärend der Fahrt träumte ich vor mich hin. Fast hätte ich meine Haltestelle verpasst, doch ich konnte noch rechtzeitig aus dem Bus springen. Als ich schließlich vor der Haustür stand, beschlich mich ein leichtes Unbehagen. Wer weiß, was in der Wohnung auf mich wartete? Es konnte alles mögliche passiert sein...
Schließlich schloss ich auf und betrat die Wohnung. Es war ganz still und es müffte ein bisschen, doch es schien nichts verändert. Jedoch durchstreifte ich erst misstrauisch alle Räume, beovor ich mich in meinem Zimmer aufs Bett schmiss und sofort in einen tiefen Schlaf fiel.
Am nächsten Morgen erwachte ich gegen drei und war wie gerädert. Die Ereignise der letzten Tage lagen mir wohl doch schwerer im Magen als ich dachte.
Ich riss mir die dreckigen Klamotten vom Leib und sprang unter die Dusche, wo ich erst kaltes Wasser, dann heißes und zum Schluss noch einmal kaltes über meinen Körper rinnen ließ.
Wohlig duftend stieg ich aus der Dusche und föhnte sorgfältig meine Haare. Wärend des Föhnes blieb mein Blick an dem Schminktäschen meiner Mutter hängen, doch ich dachte nicht daran. Ich schüttelte mich nur und wante strikt den Blick ab. Nochmal so eine Peinlichkeit kam nicht in Frage.
Ich brachte meine Haare mit den Fingern noch schnell in die richtige Form und lief dann, nackt wie ich war, in mein Zimmer, wo ich meine Lieblingsboxershorts aus dem Schrank holte und anziehen wollte, jedoch stellte ich fest, das sie im Schritt ein Loch hatte.
Na super. Jetzt musste ich die mit den Herzchen anziehen, die meine Mutter mir mal als Gag gekauft hatte. Die anderen waren alle schmutzig und lagen im Wäschekorb. Das dumme war nur, dass ich keine Waschmaschiene bedienen konnte. Da mir nichts anderes übrig blieb, zog ich sie doch an. Grauenhaft.
Schnell zog ich eine Jeans drüber und angelte nach einem T-Shirt. Jetzt noch einen Pullover drüber und fertig. Zufrieden betrachte ich mich im Spiegel, warf mich in Pose und ließ meine Muskeln spielen. Ja, so konnte ich naher zur Party gehen.
Ich freute mich darauf. Einen ganzen Abend mit Alex und noch dazu der totale Spaß. Das würde bestimmt mega groovy werden.
Ungeduldig versuchte ich mir die Zeit zu vertreiben, was mir jedoch nicht gelingen wollte. Am Ende lief ich nur ratslos durch die Wohnung, bis ich es nicht mehr aushielt und mir meine Jacke schnappte.
Draußen atmete ich die eiskalte Luft ein und fühlte mich direkt besser. Der Tag war klar und keine einzige Wolke war zu sehen, aber es war bitterkalt.
Ich schob meine Hände in die Jackentasche und lief ziellos durch die Gegend. Dabei dachte ich an die Prügelei, das Gefängnis, Alex und unsere Zukunft.
Inzwischen war ich mir sicher, das wir es schaffen konnten. Wir hatten so viel überstanden und jetzt würde uns das Schicksal endlich in Ruhe lassen und uns unser Glück gönnen, da wir die Prüfungen bestanden hatten. Plötzlich überfiel mich eine schreckliche Sehnsucht nach Alex. Ich wollte ihn unbedingt küssen und spüren. In seine warmen Augen blicken und seinen Duft einatmen...
Wie von selbst trugen mich meine Füße zum Bus, wo ich auf dem schnellsten Weg zu Alex gelangte. Inzwischen war es eh fast 7 und da kam es auf ein paar Minuten auch nicht mehr an.
Ich wollte grade klingeln, als ich auch schon umgerannt wurde.
„Hey Jack. Wir wollten grade schauen, wo du bleibst.“, grinste mich Tim auch sofort an.
„Aber wir haben doch noch keine 7?“
„Klar mann, sogar schon virtel nach.“
„Oh...“
Die Zeit musste wohl doch schneller vergangen sein, als ich dachte. Na dann auf ins Vergnügen. „Aaaaleeeex!!!“, schrie Tim durch Haus. „Jack ist da!“
Man hörte einige Quitschtöne, doch kein Alex erschien.
„Was war das denn?“
„Och, Alex ist im Bad. Ich glaub er hat sich eben mit seinem Kajal ins Auge gestochen. Dabei hört er sich immer an wie ne Maus.“
Ich kicherte, doch als Alex nach 10 Minuten immer noch nicht da war wurde ich ungeduldig. Ich wollte ihn endlich in die Arme schließen. Ich sagte Tim, ich würde mal nach ihm sehen und lief zum Bad.
Durch die halboffene Tür sah ich Alex, wie er vorm Spigel versuchte den perfekten Kajalstrich hinzukriegen, doch offensichtlich wollte ihm das nicht gelingen. Ich schlich mich von hinten an, denn er war so konzentriert, das er meine Gestalt im Spiegel noch nicht mal wahr nahm. Dann packte ich ihn an den Hüften, worauf er aufschrie. „Jack! Du Schlumpf! Jetzt muss ich nochmal ganz von vorne anfangen, guck mal was du gemacht hast....“
Er deute vorwurfsvoll auf den missglückten Kajalstrich auf seiner Wange und zog eine Schnute. Ich grinste, er sah so süß aus, dass ich nicht anders konnte, als ihm einen Schmatzer auf den Mund zu geben. Ich küsste seine zarten Lippen, wärend meine Hand zu seinem Po hinunterwanderte. Mit einem Anflug von Übermut kniff ich ihn in seinen Allerwertesten. Alex schrie wieder auf und ich grinste frech.
„Na warte...“, schwor Alex mir Rache.
Er sah so süß aus, wenn er sauer war. Seine Augen funkelten und es war einfach putzig wie er mit seinen Händen rumfuchtelte.
Scheinbar harmlos suchte er sich ein Abschminktuch und machte das Unglück weg. Ich hatte mich wärenddessen auf dem Badewannenrand niedergelassen und beobachtete ihn dabei, wie er den schwarzen Strich von seiner makelosen Haut entfernte. Mir spangen seine weichen Gesichtszüge bewusst ins Auge, sein Augenbrauenpiercing machte dies vollkommen. Ich hätte gerne auch ein Piercing, aber meine Mutter war dagegen. Wann würde sie nur endlich wiederkommen?
In Gedanken versunken, merkte ich nicht, wie Bill plötzlich inne hielt und seinen Kajal zückte...
Ich spürte plötzlich etwas auf meiner Wange und im nächsten Moment war ich schon aufgesprungen und wollte mich auf Alex stürzen. Nur leider hatte er dieselbe Idee gehabt und so purzelten wir beide in die Badewanne.
Dort bekamm ich erstmal einen heftigen Lachanfall bis mir die Tränen kamen, wärend Alex auf mir herumzappelte und versuchte loszukommen, was er jedoch nicht schaffte, da ich ihn umklammert hielt. Zwischen den Lachern rangelten wir um den Kajal, bis wir plötzlich einen Stöhnen vernahmen. „Menschens Kinders! Was treibt ihr denn da wieder? Ich denk wir wollten los?“, unterbrach Tim unsere Rangelei.
„Ja ja schon gut.“, willigte Alex schnell ein und rappelte sich auf.
Entäuscht ließ ihn los und krabbelte ebenfalls aus der Wanne. Ich hätte nichts dagegen gehabt noch ein bisschen so weiter zu machen...
Alex wollte noch in Ruhe seinen Kajalstrich machen, doch Tim drängte hektisch auf den Aufbruch.
„Jetzt mach endlich! Wir müssen los!“
„Man, Tim. Jetzt lass ihn doch. Außerdem ist es eh besser aufzutauchen, wenn die Party schon im vollen Gange ist. Bringt mehr Stimmung..-“
Tim ließ mich jedoch nicht ausreden, sondern meinte nur schnippisch: „Ich habe Andreas aber versprochen, das wir noch ein bisschen helfen und dazu müssen wir pünktlich sein. Aber jetzt ist es eh schon zu spät.“
Er verzog das Gesicht, wärend ich nur die Augen verdrehte. Der Typ war vielleicht nervig. Macht aus so einer Lapalie eine große Sache. Was ist schlimm daran mal sein Wort nicht zu halten, weil man sich verspätet hat? Hatte er ein wichtiges Date oder was? „Jetz mach schon!“, quängelte Tim erneut.
„Ja, man!“, brüllte Alex genervt zurück.
Oh,oh jetzt gibt's Ärger, grinste ich in mich hinein. Ich fand es überaus amüsant, wenn die beiden sich wie kleine Kinder stritten. Alex vollzog noch ein paar schnelle Handgriffe und fertig war das Meisterwerk. „Wow.“, stieß ich hervor und wollte ihm einen Kuss geben, aber da zog Tim Alex schon aus der Tür. Naja, für Frontalknutschen war ja später noch genug Zeit.
Im Eiltempo jagte Tim uns durch die Straßen und ignorierte Alexs Gejammere, dass er keine Luft mehr bekäme und sein Deo versagt hätte.
Als wir endlich vor einem Haus, aus dem laute Musik quoll, ankamen, musste ich erstmal nach Luft schnappen. Tim hatte es wirklich eilig gehabt. Er klingelte und ein Junge in unserem Alter öffnete. „Andreas, Jack.“, stellte Tim uns schnell vor und verschwand dann im Getümmel, dass sich schon im Haus rumtrieb.
Die Party war wirklich schon im vollen Gange. „Na, dann mal rein mit euch.“, meinte Andreas, der mir irgendwie sympathisch war, und schob uns ins Innere des Hauses, damit er die Tür wieder schließen konnte. „Die Nachbarn müssen ja nicht alles sehen.“, grinste er. „Es reicht, wenn sie es hören.“
Ich lächelte höflich und drehte mich dann nach Alex um. Doch er war verschwunden.
Bevor ich ihn jedoch suchen konnte, spürte ich wie mir jemand auf die Schulter tippte. Es war Andreas. „Ähm, ich will ja jetzt nichts falsches sagen, aber bevor du dich unter die Leute wagst, solltest du vielleicht mal diesen schwarzen Strich da auf deiner Wange wegmachen. Es sei denn er gehört dahin...“ Er grinste wieder.
Ups! Alexs Racheakt hatte ich völlig vergessen. Ich war wirklich mit einem schwarzen Strich rumgelaufen.
Dankbar sah ich Andreas an und meinte: „Eigentlich nicht... Wo ist denn das Klo?“
Andreas grinste erneut und wies mir dann die Richtung und ich bahnte mich, mit einem letzten Handgruß, durch die Menge. Ich hatte das Gefühl in Andreas einen neuen Freund gefunden zu haben. Er war echt nett.
Doch zunächst musste ich erstmal das Klo finden. Die meisten Leute hier kannte ich nicht, aber dennoch erblickte ich manch bekanntes Gesicht. Es waren einige von unserer Schule da, doch das störte mich nicht weiter.
Es war schon viel Alkohol geflossen, denn einige hingen schon ziehmlich angeheitert rum, doch dies waren nur die Freaks. Die Party durchlief grade die Stürmt-die-Tanzfläche Phase und so hatte ich Mühe mich durch die schwingenden Körper zu bewegen. Hier und da bekam ich ein paar Hüften gegen das Becken geknallt, von Mädchen, die mich anmachen wollten, doch ich brachte nur ein müdes Lächeln zustande und quetschte mich weiter durch das Gewühl.
Plötzlich erblickte ich einen blonden Schopf, doch so schnell wie der Moment gekommen war, verschwand er auch wieder. Ein wenig verwirrt war ich stehn geblieben und suchte mit den Augen die Stelle ab, wo ich den bekannten, blonden Schopf gesehen hatte.
„Ey, haste Bock su tanzn?“, quatschte mich plötzlich ein angetrunkendes Mädchen von der Seite an. Sie hatte schon eine mächtige Fahne und sah außerdem nicht besonders gut aus. Ich schüttelte nur schnell den Kopf und drängelte mich weiter.
Da war er wieder, der blonde Schopf, der eng mit einem Typen tanzte. Warum kam er mir nur so bekann vor? Ich beobachtete ihn und versuchte näher ran zu kommen, doch die Menge schob mich in die andere Richtung.
Hatte ich mir das nur eingebildet oder war dies wirklich Sarah gewesen? Das konnte nicht sein... Sie war doch krank und so eine Kusskrankheit durfte man nicht auf die leichte Schulter nehmen und direkt wieder Party machen. Ich musste mich also geirrt haben.
Inzwischen hatte ich es endlich geschafft durch die Räumlichkeiten zum Klo zu gelangen. Natürlich war dieses besetz und eine lange Schlange hatte ich davor gebildet.
Geduldig wartete ich, bis ich an die Reihe kam. Mir war inzwischen sehr heiß, da die Luft sehr schwül war und nicht unbedingt das, was man rein nannte. Dicke Rauchschwaden nahmen einem die Sicht und ein schaler Geruch nach Alkohol und Zigaretten lag in der Luft und das, obwohl die Party eigentlich erst angefangen hatte. Der Bass dröhnte aus den Lautsprechern einer großen Musikanlage und ließ den Boden vibrieren. Es herrschte eine lockere Partystimmung. Ein Glück das Andreas Haus ehr abseits lag, denn bei der Laustärke hätte er in der City schon längst die Polizei am Hals gehabt. Das Haus grenzte an einem kleinen Wäldchen und war ehr altmodisch.
Plötzlich wurde ich geschubst. „Jetzt mach schon.“, schrie mir jemand ins Ohr. Erst verstand ich nur Bahnhof, doch dann erkannte ich das mein Vordermann schon lang wieder aus dem Klo war. Schnell tapste ich in die Toilette und schloss ab.
Die Musik war zwar immer noch zu hören, aber dennoch war es hier wunderbar ruhig und die Luft noch nicht so verbraucht wie drinnen. Ich atmete erstmal auf und wusch mir dann mit Wasser den schwarzen Strich ab. Ich brachte noch schnell meine Haare wieder in Form und verließ dann, mit einem leisen Bedauern, den ruhigen Ort und mischte mich wieder unters Volk.
Ziellos wanderte ich umher, immer ausschau haltend nach Alex.
Irgendwann wurde es mir aber zu dumm und so beschloss ich erstmal einen zu trinken. An einer House-Bar gab es alles was das Herz begehrte. Natürlich konnte ich mich nicht entscheiden, bis ich Andreas entdeckte und den Alokohol vergaß.
Ich tippte ihm auf die Schulter, denn vielleicht hatte er ja Alex gesehen.
„Weiß du wo Alex ist?“
„Was?“, schrie Andreas zurück.
Ich wiederholte und schie ihm die Frage ins Ohr. Wegen der Musik konnte man kaum etwas verstehen. „Klar, geh mal in den Raum dahinten. Ich glaub Tims Freunde wollten was von ihm.“
Ich nickt ihm zu und wollte gehen, doch er drückte mir noch schnell ein Bier in die Hand. Ich grinste ihn an und prostete ihm zu. Dann schob ich mich wieder durch die Menge, um in den Raum zu kommen, denn Andreas mir genannt hatte.
Ich fand ihn auch recht schnell. Er war etwas abgelegen und diente eigentlich nur zum chillen. Einige Pärchen lümmelten knutschend auf den Sofas rum, wärend ein paar „coole“ Typen einsam in einer Ecke abhingen.
Schnell machte ich eine Gruppe Leute aus, die unschwer als Tims Freunde zu erkennen waren, jeder ein Mädchen im Arm. Ich gesellte mich zu ihnen und versuchte Tim anzusprechen, der jedoch von seiner Braut voll in Beschlag genommen wurde.
„Tim?“
Keine Reaktion.
„Tiiiiiiim?!“
„Ach hallo. Wie geht's?“ Er grinste mich an, wärend seine Braut ihm am Hals rumlutschte.
„Hast du Alex gesehen?“, fragte ich ihn, da ich ihn hier nirgends ausmachen konnte.
„Nö. Vorhin war er noch da. Keine Ahung.“
Er wante sich wieder dem Mädchen zu und ich wollte grade gehen, als er rief: „Ey warte ma. Ich glaub, der hat was gesagt, dass er nach oben gehen wollte und..-“
Weiter kam er nicht, da sein Mund wieder in Anspruch genommen wurde.
Ich seufzte. War ich nicht hier um Spaß zu haben? Stattdessen rannte ich überall herum um Alex zu suchen, der sich einfach aus dem Staub gemacht hatte.
Warum eigentlich? Wollten wir nicht gemeinsam auf die Party gehen und gemeinsam Spaß haben? Warum ließ er mich also alleine? Sollte ich nicht einfach wieder dort hinein gehen und alleine die Sau rauslassen? War ich so abhängig von ihm?
Ich konnte mir die Frage selbst beantworten: Ja.
Ohne ihn ging bei mir nichts mehr. Ich musste ihn finden. Er konnte sich ja nicht in Luft aufgelöst haben.
Ich wollte grade den Raum verlassen, als mir eine Person auffiel.
Eine Person mit langen blonden Haaren.
Ungläubig starrte ich sie an. Das konnte doch nicht wahr sein! War es aber: Ganz hinten in einer Nische, war sie mit einem mir sehr bekannten Typen zugange.
Sarah und Kai.
Wie konnten sie mir das antun? Meine ehmals besten Freunde... Okay, ich hatte mit ihr Schluss gemacht, aber musste es ausgerechnet Kai sein? Kai, der immer über sie abgelästert hatte, Kai, der sie als billige Schlampe bezeichnet hatte, mein Freund Kai? War er das wirklich?
Plöztlich schoss mir ein Gedanke durch den Kopf. Hatten sie nicht beide nach der Party die Kusskrankheit gehabt, weil sie angeblich zusammen aus einer Weinflasche getrunken hatten? Das ich nicht lache!
Mir dämmerte, was wirklich abgelaufen war. Diese miesen.... Mir fiel kein passendes Wort ein. Eine Welle von Zorn und bitterer Enttäuschung stieg in mir auf. Sie hatten mir was vorgemacht! Sie hatten mich belogen und betrogen!
Meine Hand schloss die fester um die Bierflasche, die andere ballte ich zu einer Faust. Ich presse meinen Kiefer aufeinander und starrte wie hypnotisiert auf das wilde Geknutsche der beiden. Wie konnte sie nur...
Eh ich wusste was ich tat, stand ich schon vor den beiden. Sie bemerkten mich nicht und knutschten ungerührt weiter.
Ich wollte mich bemerktbar machen, doch ich konnte nicht. Wie angewurzelt stand ich dort, mit einer Sperre im Kiefer, die es mir nicht möglich machte etwas zu sagen. Ich hielt nur das Bier umklammert und warte. Worauf, dass wusste ich nicht. Ich wartete nur, das etwas geschah.
Ich wusste nicht wie lange ich dort stand, doch ich sah nur wie ihre Münder ineinander verschmolzen und ihre Hände den Körper des anderen erforschten. Wie hatte ich nur je Mitleid für sie emfinden können? Kai hatte Recht, sie war eine billige Schlampe!
Ich begann zu zittern und mir glitt die Flasche aus der Hand. Sie zerschellte am Boden und das ganze Bier spritze durch die Umgebung. Das heftig knutschende Pärchen fuhr auseinander.
Sie starrten mich an, ich starrte sie an. Ich versuchte so viel Verachtung und Empörung wie möglich in meinem Blick zu legen, doch ich bezweifelte, dass es mir gelang.
Schließlich entfuhr Sarah ein Aufschrei: „Jack! Was machst du denn hier?“
Mein Blick wurde noch finsterer. Sie leckte mit meinem ehmals besten Freund rum und hatte nichts besseres zu tun, als mich zu fragen, was ich hier machte?
Kai räusperte sich und sah verlegen auf den Boden, wärend Sarah mich mit ihren naiven Augen ansah.
Ich spuckte ihnen vor die Füße.
„Ihr könnt mich mal!“
Und damit rannte ich in das Getümmel. Bloß weg hier!
Ich fand mich dann an der Bar wieder, wo ich wahllos Alkohol in mich abschüttete. Ich hockte auf dem Barhocker, das Bier in der Hand und dachte nach.
Ich verstand selbst nicht, warum ich so reagiert hatte. Warum störte es mich überhaupt? Sie konnten mir doch egal sein, ich hatte ja Alex. Ja ich hatte Alex!
Ich stellte die leere Flasche auf den Thresen und öffnete eine neue. Gleich würde ich ihnen zeigen, wie kalt sie mich ließen! Ich nahm einen tiefen Schluck. Ich würde mit Alex vor ihren Augen rumknutschen und dann würden sie sehen, wie scheißegal sie mir waren!
Falsche Freunde, die nicht zu mir hielten und mich noch dazu betrogen, darauf konnte ich verzichten! Bestimmt behandelte Kai sie total schlecht und zwang sie zu Sache, die sie nicht wollte. Sarah war sensibel, aber damit wusste er nichts anzufangen. Sensibilität war schon immer ein Fremdwort für ihn gewesen! Pech für sie, was fickt sie auch mit ihm? Kaum lass ich mich mal einen Abend gehen, amüsiert sie sich mit einem anderen. Das ist doch wirklich das allerletzte!
Mit einem letzen Schluck trank ich die Flasche leer. Jetzt wollte ich nach oben. Hatte Tim nicht gesagt, Alex sei nach oben gegangen? Mein guter Alex. Den ganzen Abend war ich nicht für ihn dagewesen, wo war er bloß?
Leicht beschwippst, trotz der großen Menge Alk, bahnte ich mir den Weg nach oben. Zum Glück war ich ein guter Trinker – in Topform.
Auf der Treppe stank es nach Kotze und einige erbärmliche anzusehende Leute hingen dort rum. Die können halt nicht trinken.
Oben war die Luft wieder besser und mein Kopf wurde wieder klar, soweit das möglich war. Es gab zwei lange Flure. Einer rechts, einer links. Nur wo konnte Alex stecken?
Ich nahm den linken und sah hinter jede Tür. Badezimmer, Arbeitsraum mit Sofa, wo zwei beschäftigt waren, Kinderzimmer – hatte Andreas eine kleine Schwester?-, und noch ein Raum. Ohne groß zu überlegen öffnete ich, doch das, was ich dort sah, konnte ich nicht fassen. Starr vor Schreck stand ich in der Tür.
In der Mitte des Zimmerst stand ein riesiges Doppelbett und in diesem Doppelbett lagen zwei Gestalten. Zwei Gestalten namens Alex und Jo.
Sie lagen knutschend da, wärend ich noch fassungslos in der Tür stand. Ich konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen. Wie konnte er mich so hintergehen? Wie kann er mir sowas antun? Er hatte mich belogen und ausgenutzt. Für wen hatte ich denn alles aufs Spiel gesetzt? Für wen hatte ich meinen besten Freund und meine Freundin verloren? Für wen hatte ich mein Ansehen aufgegeben? Für ihn!
Ich bekam einen Kloß im Hals, der immer dicker wurde. Mühsam versuchte ich ihn runterzuschlucken. Immer wurde ich hintergangen. Immer! Ich würde an jetzt ein Einzelgänger sein. Liebe und falsche Freunde konnten mir gestohlen bleiben! Ich würde ein einsamer Wolf sein vor dem jeder Respekt hat und dem niemand sich zu nähern wagt. Genau das wollte ich Moment sein. Ein unverwundbarer Wolf ohne Rudel. Ohne Gefühle.
Plötzlich hatten sie mich entdeckt. Sekundenlang starrten Alex und ich uns dann. Dann sprang Alex aus dem Bett: „Jack! Es ist nicht wie du denkst....“
„Spar dir deine Lügen! Ich will nie wieder was mit dir zu tun haben!“
Alex schaute mich verletzt an. Hat er sie noch alle? Ich warf ihm einen verachtenden Blick zu. Ich wollte weg, doch meine Füßen schlugen Wurzeln.
„Jack, ich...“
„Ich werde dann mal gehen. Den Wetteinsatz hab ich gebracht. Mach was du willst.“ Jo räkelte sich im Bett und sprang dann hinaus.
„Aber...aber..“, stotterte Alex. „Ich denke wir... ich...“
Sie zog eine Augenbraue hoch. „Ja? Das wir zusammen sind? Davon träumst du wohl! Wir hatten nur ausgemacht, dass wenn du es wirklich schaffst eine Woche mit diesem Macho zusammenzubleiben, dass ich dich küsse. Das habe ich getan. Du küsst übrigens total schlecht. Auf wiedersehen dann.“
Mit einem eleganten Haarschlenker und schwingenden Hüften marschierte sie zur Tür hinaus.
Ich wusste nicht mehr wo mir der Kopf stand. Die aufschwellenden Schmerzen in meinem Herzen wurden immer größer. Sie fraßen mich von innen auf. Stumm stand ich immer noch da, Alex mir gegenüber. Auf einmal kam Wut zu meinen Schmerzen. Hatte er mich wirklich von anfang an belogen? War dies nur ein dieses Spiel? Ich wollte es wissen.
Mit aller Macht kämpfte ich gegen den Kloß, der mich am sprechen hinderte.
„Wa...Warum hast du das getan? War das alles von Anfang an so geplant? Macht dir sowas Spaß? Das ist wirklich das allerletze!“, brachte ich mühsam hervor.
Alex sah mich erschrocken an, doch für diese Reaktion hatte ich kein Verständnis. Mit kalten Augen sah ich ihn an: „Los! Sag es mir!“ Ich ballte meine Hände zu Fäusten. Blanke Wut und Verzweiflung zischte durch meinen Körper.
„Los sag es diesem Versager!“, kam es plötzlich von hinten.
Ich fuhr herum. Tim und seine Kumpanen standen dort. Alle mit einem Grinsen im Gesicht. Meine Wut wurde noch größer. Ich wurde rundrum verarscht. Die ganze „Liebe“ war erlogen. Nichts war echt.
Der Kloß wurde wieder größer und ich war unfähig zu sprechen. Alex grinste inzwischen auch.
„Okay. Wenn du es genau wissen willst: Ja es war ein Spiel. Nur leider ist doch nicht alles so gelaufen, wie geplant. Mein Ziel war es, Jo rum zu kriegen, doch wie du siehst, wollte sie nicht.“
Einen kurzen Augenblick huschte eine Ausdruck des Bedauerns auf Alexs Gesicht, dann war wieder die kalte Maske da.
„Genau genommen wollte ich diese Wette eigentlich gar nicht. Tim hat sie eingefädelt, da er wusste, das ich was von Jo wollte, mich aber nicht getraut habe etwas in dieser Sache zu unternehmen.“
Ich hörte eine Geraune hinter mir und zustimmende Rufe.
„An dem Tag, wo du zu mir kamst und die Rosenblätter in meinem Zimmer waren, hat das Spiel begonnen. Tim hat lange versucht mich zu überreden mit dir zusammen zu kommen, da klar war, dass du etwas von mir wolltest, so wie du mich immer angestarrt hast. Ich hatte einen Streit mit Tim, doch dann als du mich so getröstest hast, habe ich mitgespielt. Was hatte ich schon zu verlieren? Am Anfang war mir das ganze ziehmlich peinlich. Alle, außer den Eingeweihten, mussten wirklich denken ich sei wirklich schwul.“
Er lachte kurz, wärend ich meinen Ohren nicht trauen wollte. Immer fester preste ich meinen Kiefer zusammen und die Schmerzen in meinem Herz wurden immer größer. Der bohrende Schmerz raubte mir fast die Sinne.
„Leider kam diese Panne mit Frau Schneider mir in die Quere. Es wurde öffentlich. Ich wollte die Sache so schnell wie möglich beenden und machte mit dir Schluss. Doch Tim hackte so lang auf mir rum, bis ich zu dir zurückkehrte. Du nahmst mich mit offenen Armen wieder auf.“
Ein spöttisches Lächeln, was so gar nicht zu ihm passte, umspielte seine Mundwinkel. Dann sprach er weiter.
„Als du dann Frau Schneider verprügelt hast und die Bullen kamen, bekam ich einen Anruf von Tim, ich solle sofort nach Hause kommen. Da du eh abgeschleppt wurdest, fuhr ich nach Hause. Dort erzählte mir Tim, Jo wolle mich am nächsten Tag sehen. Ich freute mich, wenn sie es auch nur unter dem Vorwant des Lernens tun wollte. Doch dann kamst du mir wieder dazwischen und Jo machte sich aus dem Staub, jedoch nicht ohne mich zum Abschied zu küssen. Mein Plan schien aufzugehen. Noch am gleichen Abend rief sie wieder an und wollte mich hier treffen. Ich sagte zu und machte mich hier schnell aus dem Staub, wärend Andreas mit dir redete. Doch jetzt stehst du wieder hier Jack. Jo ist weg. Für sie war das ganze auch nur ein Spiel, welches jetzt beendet ist. Also begreif es endlich: Ich bin nicht schwul!“
Er blickte mir grade aus in die Augen. Seine Freunde johlten und Tim klopfte Alex auf die Schulter.
„Gut gemacht, Bruderherz.“ Tim grinste mich abwertend an und sagte: „Jetzt verschwinde endlich! Wir haben genug von dir, stimmts Alex?“
Er zögerte kurz. „Ja.“
„Da hast du es!“
Der Schmerz in meiner Brust war inzwischen unberechenbar, ich bekam kaum noch Luft. Meine Beine lösten sich endlich vom Boden und ich rannte. Weg von den Lügen, weg von den Schmerzen, weg von Alex. Ich rannte und rannte. Das Blut pochte in meinem Kopf und meine Lungen drohten zu zerspringen. Mein Kopf war wie leer gefegt. Ich spürte nur den Schmerz.
Irgendwo sank ich plötzlich in mich zusammen. Die Steine des Bodens piksten mich, doch sie waren nichts im Vergleich zu den Wunden in meinem Innersten. Es begann zu regnen. Langsam durchweichte er meine Klamotten, doch ich spürte ihn nicht. Ich war tot. Innerlich.
Ich wollte nichts mehr denken, nichts mehr fühlen. Ich wollte niemanden mehr sehen.
Ich wusste nicht wie lange ich dort lag, doch ich hatte es geschafft alle Gefühle zu unterdrücken, alle Gedanken zu verdrängen. Der erste Schritt auf meinem Weg zum gefühlosen, einsamen Wolf.
Schließlich bewegte ich mich und hob meine Glieder. Sie fühlten sich fremd an, als ob sie nicht zu mir gehörten. Erst jetzt nahm ich wahr, wo ich stand. Ich wusste was ich jetzt tun würde. Ich war ganz ruhig.
Ich stand auf einer Brücke, unter mir der reißende Fluss. Gleich würde ich springen. Nichts konnte mich aufhalten! Es regnete immer noch und meine Sache klebten feucht an mir. Meine Haare hingen strähnig in meinem Gesicht. Der Regen wusch alles von mir ab. Alles.
„Jack?“
Ich wirbelte herum. „Sarah!“ Traurig stand sie da. Schön wie immer.
„Jack, bitte komm zurück zu mir. Ich liebe dich. Ich kann ohne dich nicht leben!“
Sie stand nun dicht vor mir und nahm meine Hände. Sie kam noch näher. Gleich würden unsere Lippen sich zu einem perfekten Kuss berühren...
Ich zuckte zurück. Warum kam mir dies nur so bekannt vor? Dann durchfuhr es mich wie ein Blitz. Mein Traum!
Ich hatte mal genau von dieser Szene geträumt, bevor ich schweißgebadet aufgewacht war. Der Grund? Alex. Nicht Sarah.
Verletzt sah Sarah mich an.
„Bitte Jack. Das mit Kai... Ich war so fertig, als du mit mir Schluss gemacht hast und er war so lieb zu mir und hat mir gestanden, er hätte mich schon immer geliebt, aber ich war ja mit dir zusammen. Da ist es einfach passiert...“
„Ach ja? Und was war das im Weinkeller?“
Sie sah mich flehendlich an.
„Ich wollte einen tollen Abend mit dir verbringen, aber du hast mich überhaupt nicht beachtet und dich vollgesoffen. Kai hat sich um mich gekümmert und im Weinkeller...ist es halt passiert.“
Tränen traten ihr in die Augen und quollen über, wobei sie ihr Make-Up verschmierten.
„Bitte Jack, ich liebe dich! Das musst du mir glauben. Ich kann ohne dich nicht leben!“
Sie hämmerte auf meiner Brust rum und krallte sich in mein Shirt. Sie versuchte mich zu küssen, doch ich wich ihr aus.
„Sarah es ist vorbei.“
Meine emotionslose Stimme brachte sie nun endgültig zum aufschluchzen.
„Es war schon lange vorbei, aber ich konnte es dir nicht sagen. Ich wollte dich nicht verletzen. Tut mir leid, wie alles abgelaufen ist. Und was Kai angeht... Werde glücklich mit ihm.“
Bei diesen Worten spürte ich keinen Schmerz des Verlustes oder der Tauer. Im Gegenteil, ich war erleichtert. Erleichtert, die Dinge klar gestellt zu haben.
Sarah heulte immer noch und ich gab mir einen Ruck und nahm sie in die Arme. Sie klammerte sich an mich und gab ihren Tränen freien lauf. Beruhigend strich ich ihr übers Haar. Ich fühlte nichts. Ich war völlig abgestumpft.
Nach einer ganzen Weile hatte sie sich endlich beruhigt. Sie wischte sich dir Tränen aus den Augen und meinte: „Ich werde es wohl akzeptieren müssen, aber ich werde dich immer lieben. Vergiss das nicht!“
Sie sammelte sich bevor sie fortfuhr. „Ich gehe wieder zurück. Machs gut Jack.“
Sie küsste sich die Fingerspitzen und drückte mir diese dann sanft auf die Lippen. Dann verschwand sie.
Lange stand ich bewegungslos dort im Regen, bis ich ans Geländer trat und mich mit den Armen daraufstütze. Ich beobachtete die Regentropfen, die an den Blättern der Bäume hängen blieben, das Gras durchnässten und die, die in den Fluss fielen. Ich lauschte dem Rauschen des Flüsses und atmete den typsichen Regengeruch ein. Sollte ich springen?
Die Idee schien mir so unwirklich, so unmöglich. Ein Sprung und ich wär tot. Was war der Tod überhaupt? Wer gab mir die Garantie, dass dann alles vorbei wär?
Ich fröstelte. Nein, ich würde nicht springen. Ich hatte schon so viel überstanden. Das bisschen Liebeskummer würde ich auch noch überwinden.
Schon wärend dieser Gedanken war mir bewusst, dass ich mich selbst belog. Ich liebte Alex mehr als mein eigenes Leben. Nie würde ich drüber hinwegkommen.
Verbittert dachte ich an die Menschen, die mir wichtig waren oder es gewesen waren. Was war Liebe überhaupt? Wozu hat Gott Liebe erschaffen, falls er überhaupt existierte? Sie brachte nur Kummer und Schmerz. Endete nicht jede noch so glückliche Ehe irgendwann in trostlosem Alltag und alleinigem Vor-sich-hinleben? Hat Liebe überhaupt eine Zukunft? Es bestand viel zu viel Gefahr verletzt zu werden, wenn man sich dem anderen bedingslos öffnete.
Mein Entschluss stand fest: Ich würde ein einsamer Wolf ohne Liebe werden. Wer braucht schon Liebe? Den nagend Schmerz des Verlustes von Alex würde ich einfach ignorieren.
Wärend ich dort stand und meinen trübseligen Gedanken nachhing, merkte ich nicht wie jemand zu mir getreten war. Ich merkte es erst, als ich ein zusätzliches Gewicht auf dem Geländer spürte und mich erschrocken zur Seite drehte.
Alex. Mit weit aufgerissenen Augen starrte ich ihn an.
Ganz plötzlich fing ich an zu zittern. Warum stand er hier? Ich war noch nicht bereit um mich mit ihm zu konfrontieren, der Schock saß noch zu tief, genau wie die Wunden, die er gerissen hatte. Wie konnte er so seelenruhig dort stehen?
All die sorsam unterdrücktem Gefühle kamen hoch und ließen mich noch mehr zittern. Ich spürte die Wunden in meiner Seele so deutlich, das ich meinte, ich müsste explodieren. Die Verzweiflung, die Enntäuschung und die Wut lähmten mich und die stille Hoffnung durchborhrte alles.
In diesem schrecklichen Wechselbad der Gefühle nahm ich Alex überdeutlich wahr. Ich nahm seine ganze Gestalt wahr: Seinen verschmierten Kajal, der ihm die Wangen hinablief wie Tränen, seine schwarzen Haare, die ihm nass ihm Gesicht hingen, die Regentropfen, die von seinem Gesicht perlten und sein trauriges Gesicht.
Welchen Grund hatte er traurig zu sein? Bereite es ihm keine Freude mich hier völlig am Ende zu sehen?
Ich hatte eine unbeschreibliche Angst vor dem was jetzt kam. Was wollte er hier?
Ich zitterte nun so stark vor Angst, Verzweiflung und Kälte, dass sogar Alex es merkte.
Er sah mich lange an, wärend ich seinem Blick auswich, bevor er sagte: „Ist dir kalt?“
Er wollte mir seine Jacke umlegen und ich wollte mich wehren, doch ich konnte nicht. Ich war so gelähmt und entsetzt über diese Vorgänge, dass ich unfähig war etwas zu tun. Alex konnte mir also ungehindert seine Jacke umlegen. Sie war wunderbar warm und roch nach ihm, doch genau das wollte ich nicht.
Ich wollte nicht in seiner Nähe sein, ich wollte nicht mit ihm reden, ich wollte ihn auslöschen!
Am liebsten hätte ich einen Zigarettenstummel genommen und ihn wie auf einem Pergament mithilfe der Zigarette ausgebrannt. Dennoch würde das hässliche Branntloch immer zu sehen sein...
„Jack es gibt etwas, was ich dir nicht gesagt habe.“, flüsterte Alex plötzlich dem Boden zu.
Er hatte noch nicht mal den Anstand mit in die Augen zu sehen. Ich sagte nichts, sondern wartete ab. Das Gefühlschaos hatte etwas nachgelassen, aber es brannte nach wie vor in mir.
Ich fühlte mich ein wenig berauscht, so ähnlich wie als ich das Koks im Gefängnis genommen hatte, nur noch irgendwie anders. Ich wollte immer noch nicht glauben das es mit Alex vorbei war. Das dies alles nur ein Spiel gewesen war. Kann man ohne Gefühle so viel durchmachen, wie Alex mit mir?
Ich erinnerte mich an ein paar Szenen, die gegen sein Spielchen sprachen. Hatte er sich nicht dazwischen geworfen, als mein Vater mich geschlagen hatte? Und was war mit seinem Liebesgeständnis nach unserer kurzen Trennung? Hatte er das wirklich nur gesagt, um die Wette zu vollziehen zu können? Sie war so echt...
Plötzlich erinnerte ich mich an das Lied, was Alex für mich geschrieben hatte.
Das Lied war so schön. Hatte er nicht gesagt, er wollte immer für mich da sein, wenns mir schlecht ging? Sollte das alles gelogen sein? Mein Engel war längst tot. Weg.
Unwillkürlich stiegen mir Tränen in die Augen. Was wollte er mir da noch sagen wollen? Ich machte mir hier was vor. Es war vorbei.
Die Namen Alex und Jack gab es nich mehr. Übrig geblieben war nur noch ein blasses etwas, Jack. Mit dieser Person wollte und konnte ich mich indentifizieren. Ich wollte nicht mehr ich selbst sein.
Mein Schutzwall zerbröckelte – und das alles nur durch die bloße Anwesendheit Alex. Ich wollte schreien, doch es kamen nur stumme Hilfeschreie zum Himmel heraus. Die Angst drückte mir wieder die Kehle zu. Alles war gelogen, alles falsch.
Jetzt liefen mir wirklich Tränen die Wange hinunter.
Niemand konnte mir helfen und die einzige Person, die es schaffen konnte, stand hier neben mir. Doch sie hatte mich nur verarscht. Von ihr wollte ich keine Hilfe.
Plötzlich sprach Alex weiter:
„Jack es tut mir leid. Du kannst mich jetzt hassen, wenn du willst – falls du es nicht sowieso schon tust.“
Er stockte. „Was ich sagen will. Ok, es war anfangs ein Plan gewesen, aber...“ Er schluckte. „Ich liebe dich wirklich.“
Er sah mich erschrocken an, über das was ihm rausgerutscht war und fuhr hastig fort: „Ich wollte diese Wette ja eigentlich gar nicht. Tim hat mich total bedrängt und dann das mit den Rosen angerichtet... und danach war ich voll fertig, weil er mich dann total runter gemacht hat, als ich mich beschwert hatte. Und dann fing alles mit dem Kuss an. Ich habe versucht dir auszuweichen, da ich gemerkt hab, das da mehr war. Ich hatte Angst vor meinen eigenen Gefühlen, vor allem da ich wusste, dass es irgendwann enden würde. Doch meine Gefühle wurden immer stärker und ich konnte nichts dagegen machen. Ich habe sie dann doch zugelassen, da es ja keinem auffallen würde. Es wurde immer schlimmer. Als ich dir Schluss machte, wollte ich es beendet, bevor es mich innerlich kaputt machte, doch Tim bedrängte mich wieder und da meine Sehnsucht so groß war, ließ ich mich überreden. Das mit Jo tut mir wirklich leid. Sie hat mich gekrallt und ich konnte ja schlecht sagen, das ich nicht wollte und... das, was ich dir im Schlafzimmer gesagt habe tut mir auch Leid. Aber ich konnte dir vor Tim und den anderen einfach nicht die Wahrheit sagen. Ich war zu feige...“
Betreten schwieg er und sah mich ängstlich an.
„Ich liebe dich Jack.“, flüsterte er kaum hörbar.
Er stand da wie ein häufchen Elend. Ich schenkte diesem jedoch keine Beachtung.
Mein Innerstes bäumte sich auf. War das jetzt wieder eine Verarsche? Hatte er mit Jo eine zweite Wette abgeschlossen? Meinte er es ernst? Ich war verzweifelt, doch eins wusste ich genau. Ich würde ihm jetzt nicht verzeihen!
„Was bildest du dir eigentlich ein?“, schrie ich ihm entgegen und lies meine ganzen angestauten Gefühle raus. „Erst machst du mich fertig und jetzt kommst du wieder an „Ich liebe dich.“! Sag mal geht's noch? Glaubst du wirklich, dass ich nach all dem noch etwas mit dir zu tun haben will? Du bist nichts weiter als ein mieses Stück Dreck!“
Ich war erschrocken über meine eigenen Worte, machte jedoch weiter.
„Hast du auch mal eine Sekunde darüber nachgedacht wie ich mich fühle? Hast du mal darüber nachgedacht, was ich alles für dich aufgegeben habe? Was ich für dich getan habe? Aber nein, es geht alles nach deinem Willen. Machst Schluss wenn es dir passt und kommst dann wieder angekrochen! Doch damit ist jetzt Schluss! Verschwinde aus meinem Leben und lass mich ein für alle mal in Ruhe!“
Ohne länger zu überlegen rannte ich davon, die ganze Zeit Alexs verheultes Gesicht im Kopf, doch es war mir scheiß egal! Ich rannte und rannte, bis ich irgenwann in meine Straße einbog. Nie wieder Alex!
Mit letzer Kraft schleppte ich mich zur Haustür und schloss sie auf. Als ich die Wohnung betrat bekam ich einen Schreck. Überall war Licht.
Doch dann sah ich die vielen Koffer im Flur und eine Gestalt kam in den Flur.
„Jack!“
„Mama!“
Überglücklich fiel ich ihr in die Arme und lies meinen Tränen freien lauf. Ich wollte ihn vergessen! Ich wollte nie wieder etwas mit ihm zu tun haben! Aber ich liebte ihn...
Ich heulte heulte, die Tränen schienen kein Ende zu nehmen. Meine Mutter versuchte mich zu beruhigen und hatte mich ins Wohnzimmer verfrachtet, mir eine Decke umgelegt, da ich immer noch die nassen Sachen anhatte und einen Tee gebracht.
Ich war so froh, dass sie wieder da war, doch so richtig freuen konnte ich mich auch nicht wegen Alex.
Sie hatte mich ein paar mal gefragt, was denn los sei, doch ich war nicht fähig zu sprechen, da ich dann von einem erneuetn Heulkrampf geschüttelt wurde.
Mein Kopf lag auf ihrer Brust und sie wiegte mich sanft hin und her. „Es wird alles gut.“, flüsterte sie und küsste meinen Kopf. Ich kuschelte mich an sie und genoss ihre Nähe.
Irgendwann beruhigte ich mich auch wieder und sie erzählte von Berlin. Sie war richtig begeistert und schwärmte mir mir richtig was vor. Sie hatte sich gut erholt und über die Sachen hier nachgedacht. Doch dann verstummte sie plötzlich.
„Stimmt es, dass dein Vater dich verprügelt hat?“
Ich nickte mit dem Kopf.
„Dein Vater ist jetzt im Gefängnis und ich lasse mich scheiden. Er kann uns nicht mehr tun.“
Ich war erleichtert, doch ich wollte wissen wieso.
„Warum?“, flüsterte ich mit brüchiger Stimme.
„Er ist mir nach Berlin gefolgt und hat mich bedrängt und wollte mich verprügeln. Doch zum Glück wusste er nicht das Ruth noch in der Wohung war und sie hat die Polizei gerufen. Als sie ihn gefasst hatten kam wohl raus, das er in mehreren Läden und Kiosks eigebrochen hatte und gesucht wurde. Gegen ihn läuft jetzt ein Verfahren und er hat sogar gebeichtet, dich verprügelt zu haben.“ Sie schwieg, wärend ich stumm zugehört hatte.
Ich empfand kein Mitleid für ihn, denn er hatte es verdient. Meine Mutter strich mit sanft übers Haar, doch plötzlich hielt sie Inne.
„Die Polizei hat mir gesagt, sie hätten auch eine Akte über dich, dass du eine Frau verprügelt haben sollst...“
Ich hatte wieder den Kloß im Hals und eine einsame letze Träne rann mir übers Gesicht. Ich hielt es nicht mehr aus. Ich musste mit jemandem darüber reden.
Ich erzählte meiner Mutter alles, wirklich alles. Sie reagierte auf mein Schwulsein total super, auch wenn sie etwas überrascht war und ihr Sarah leid tat. Auch freute sie sich für mich wegen Alex, doch als ich geendet hatte war sie nur schockiert.
Sie nahm mich fest in die Arme und sagte: „Du hast vielleicht viel durchgemacht, aber jetzt lasse ich dich nie wieder allein. Ich war ja schon schockiert, wegen dem Gefängnis und den Drogen, aber das... das übersteigt wirklich alles! Das ist eine bodenlose Frechheit!“
Sie empörte sich über Alex und Tim, doch dann schwieg sie wieder.
„Du liebst ihn immer noch, stimmts?“
Ich nickte tapfer, wärend sie mir wieder übers Haar strich.
„Bist du denn sicher, dass er dich nicht liebt? Wenn das alle nur ein Spiel wäre, hätte er sich doch nie dazwischen geworfen, als dein Vater dich schlagen wollte. Und auch sonst.. das tut niemand, für den das alles nur ein Spiel ist! Meiner Meinung nach ging alles von Tim aus und er hat Alex da was reingeredet, was er eigentlich nicht wollte. Ich kann verstehen, wenn du ihn niewieder sehen willst, aber vielleicht könntest du nochmal mit ihm reden...?“
Ich schüttelte ernergisch den Kopf. „Nein, ich will ihn nie wieder sehen!“
„Aber er geht doch in deine Klasse...“
„Das ist mir egal, dann wechsel ich halt die Schule. Da kann ich mich sowieso nicht mehr blicken lassen...“ „Jack, du weißt man kann und soll nicht vor seinen Problemen weglaufen, sondern muss sich ihnen stellen.“, bedeutete sie mir streng.
Ich willigte nur mit einem schwachen Kopfnicken ein. Gegen meine Mutter hatte ich keine Chance und sie hatte ja irgendwo auch Recht, aber ich wollte Alex trotzdem nie wieder sehen!
Es war von Anfang an aussichtslos gewesen. Warum hatte ich mich nur je auf ihn eingelassen? Mit hätte klar sein sollen, dass niemand unser Zusammensein akzeptiert hätte und unsere Liebe sowieso keine Zukunft gehabt hätte...
Und dann war das alles für Alex auch noch ein Spiel! Nein, ich wollte wirklich nichts mehr mit ihm zu tun haben. Je ehr ich ihn vergaß, desto besser.
„Jack keine trüben Gedanken!“, riss mich meine Mutter aus dem Selbstmitleid. „Du gehst jetzt unter die Dusche damit du aus den nassen Sachen rauskommst und dann gehst du schlafen. Schlafen ist die beste Medizin gegen Kummer. Du wirst sehen, morgen sieht alles schon ganz anders aus.“
Sie stand auf und nickte mir aufmunternd zu.
„Es war sehr mutig von dir Alex all dies ins Gesicht zu sagen, ich hätte das bei deinem Vater nie gebracht... Also raus jetzt aus den nassen Sachen!“, befahl sie und wiederstandslos zog ich die nassen Sachen aus.
Als ich in den Herzchenboxershorts vor meiner Mutter stand musterte sie mich kritisch: „Das du die wirklich anziehst hätte ich nicht gedacht.“
„Die anderen sind ja alle in der Wäsche.“, verteidigte ich mich.
„Also höhste Zeit, dass du lernst wie man eine Waschmaschiene bedient.“, grinste sie. „Und jetzt ab unter die Dusche!“
Ich hechtete also unter die Dusche, wo ich das heiße Wasser über meinen Körper rinnen ließ. Das Waser wusch die Tränenspuren aus meinem Gesicht und belebte meinen müden, ausgelaugten Körper.
„Jack? Ich muss nochmal kurz weg. Bin gleich wieder da ja?“, brüllte meine Mutter und klopfte kurz gegen die Badezimmertür.
„Ja.“ rief ich zurück.
Ich hörte noch wie die Tür zugeschlagen wurde und konzentrierte mich dann wieder ganz auf das Wasser. Ich beobachtete, wie die Wassertropfen sich an der Wand sammelten und langsam hinunterrutschten, wie der Dampf aus der Dusche stieg und wie das Wasser gurgelnd im Abfluss verschwand.
Ich öffnete den Mund und ließ das Wasser in meinen Mund plätschern, bevor ich es dann wieder ausspuckte. Ich hatte die Augen zusammengekniffen und spürte nur das Wasser, das über meinen Körper rann.
Trotzdem bekam ich etwas ins Auge und rieb mir dieses dann. Als ich wieder sehen konnte sah ich kurz einen Schatten, doch er verschwand genauso schnell, wie er gekommen war. Ich kümmerte mich nicht weiter um diese Einbildung, sondern griff nach dem Duschgel.
Ich hatte mich grade gebückt, als ich hörte, wie die Schiebetür der Dusche geöffnet wurde. Erschrocken fuhr ich herum und es raubte mir den Atem.
Alex stand vollkommen nackt vor mir.
Er sah mir in die Augen und schloss die Tür, ohne den Blick von mir abzuwenden. Was wollte er hier? Wie ist er herreingekomen?
Fragen schossen mir durch den Kopf. Hinzu kam noch, das ich so fasziniert von seinem Anblick war. Wassertropfen perlten von seiner blassen Haut und sein schwarzes Haar klebte an seinem Kopf und war ganz verstubbelt. Sein Kajal lief an seiner Wange hinunter und zeichnete die Wege des Wassers.
Er sah mich stumm an, seine Augen schienen still zu weinen.
Ich fragte nicht mehr, wie er hier hineingekommen war. Ich wollte nur wissen, was er von mir wollte. Ich wollte ihn nicht mehr sehen! Er hatte mir so wehgetan, mich so tief verletzt.
Wärend ich mich versuchte zu distanzieren, versprürte ich auch gleichzeitig eine unglaubliche Sehnsucht und ein großes Verlangen.
Ich versuchte mich von dieses Gefühlen zu trennen, doch es gelang mir nicht, sie waren zu stark. Alex machte einen kleinen Schritt auf mich zu, ich wich zurück, sodass ich nun mit dem Rücken an den kalten Kacheln lehnte. Ich wollte ihn am liebsten aus der Wohnung werfen, doch gleichzeitig wollte ich ihn in den Arm nehmen.
Mein Kopf sagte nein, mein Herz befahl mir das Gegenteil. Die ganze Zeit hielten wir Blickkontakt, wärend ich meinen Körper immer fester gegen die Wand presste. Ich wollte weg hier, ich wollte mich nicht diesem Gefühlschaos stellen.
Alex machte noch einen Schritt auf mich zu. Unsere Körper berührten sich jetzt fast. Er war einen halben Kopf kleiner als ich, die perfekte Größe. Seine Augen hatten die Farbe eines hellen brauns, so unendlich tief. Seine Nase war hübsch geschwungen und seine Lippen waren voll und hatten eine rötliche Farbe.
Alex bewegte sich noch ein winziges Stück auf mich zu, unsere Körper rieben sich einen kurzen Augenblick aneinander.
Der Stromschlag, der in diesem Moment meinen Körper durchfuhr, hatte mich fast zu Fall gebracht, doch ich reagierte, in dem ich mich an Alex festklammerte.
Die unsichtbare Mauer war gebrochen.
Unsere Lippen suchten gierig die des anderen und verschmolzen in einem leidenschaftlichen, verzweifelten Kuss. Das Feuer brannte in mir und auch das Wasser aus der Dusche konnte es nicht löschen. Ich verdängte alles Gedanken aus dem Kopf. Es gab nur noch Alex und mich.
Ich wurde fast wahnsinnig, wie unsere feuchten Körper sich aneinander rieben und seine Hände mich liebkosten.
***
Ich schmiegte mich lange an ihn, bevor ich endlich die Dusche ausmachte. Eng aneinander gekuschelt wickelten wir uns in ein Handtuch und trockneten uns gegenseitig ab. Wir schlüpften wieder in unsere Boxershorts und gingen in mein Zimmer, wo wir uns ins Bett kuschelten. Noch immer hatten wir nichts gesagt.
Es schien alles klar zu sein.
Doch mir brannte noch etwas auf der Seele.
Ich hatte meine Gedanken bereits wieder geordnet und mir war klar, das Alex es doch ernst meinte, aber dennoch wollte ich es genau wissen.
„Alex?“
„Ja?“
„Du liebst mich wirklich oder?“
„Ja Jack, ich liebe dich.“ Er beugte sich kurz über mich und hauchte einen zärtlichen Kuss auf meine Lippen. „Das musst du doch längst gemerkt haben oder?“
Ich nickte. „Mach sowas aber nie wieder. Versprich es mir!“, verlangte ich.
„Ich verspreche es. Ich wede auch mit Tim reden... Und mit Jo will ich nichts mehr zu tun haben!“ Er sah mir in die Augen, die von seiner Ehrlichkeit zeugten.
Ich nahm seine Hand und drückte sie. „Ich helfe dir dabei. Und noch was: Wie bist du eigentlich hier reingekommen?“
Alex lächelte. „Deine Mutter hat mich reingelassen – das war doch deine Mutter oder?“ Ich bejahte. „Ich wollte grade klingeln, als sie die Tür aufgerissen hat und mich wortlos reingelassen hat.“
Ich lächelte. Meine Mutter musste Alex sofort erkannt haben. Es ist wohl genau das eingetroffen, was sie sich erhofft hatte. Zwischen Alex und mir war nun alles klar und wir waren wieder zusammen. Besser gings nicht.
Wir kuschelten uns noch enger zusammen, unsere Hände umklammert und versuchten zu schlafen. Unsere Köpfe lagen nebeneinander, sodass wir uns in die Augen sehen konnten. Jetzt konnte ich endlich mein Glück genießen – mit Alex.
„Ich liebe dich.“, flüsterte ich.
„Ich dich auch.“ hauchte Alex zurück, wobei mir sein Atem übers Gesicht strich. Hand in Hand schliefen wir glücklich ein und sahen unserer gemeinsamen Zukunft entgegen.
.:+*The End*+:.
Anmerkung des Einsenders:
Danke für's Kommentar, da gibt es dann auch direkt mal den Rest! :)
Diskussion
Dein Kommentar
Was hältst du von dem Dokument Ich bin nicht schwul!!! 3? Sag uns eines Meinung!
Kommentare
unbekannt
Fri, 09 Dec 2011 13:21:49 GMTecht super!
von
sanny <3 (Gast)
das alex in einem moment alles verliert ist echt traurig aber das macht die
geschichte für mich echt realistisch <3
so wie es jetzt ist ist das ein gutes ende =)
schreib weiter so tolle geschichten, das kannst du echt gut!
bin ein großer fan und warte auf die nächste geschichte ^_°
unbekannt
Sat, 15 Oct 2011 22:19:46 GMTRespect
von
Peter (Gast)
Man!
Ich war ja eigentlich eher auf der suche nach geschichten wie "Mittwoch-eine
etwas andere Lovestorie" aber diese Geschichte war...KA ich weiß nicht was ich
sagen soll. Als Alex zugegeben hat das das eine Wette war hatte ich tatsechlich
trännen in den Augen.
Respect das hat bis jetzt nur die Folgende Stelle in Mitwoch geschatft:
„Äh, nicht so ganz. Wovor hast du denn Schiß?“ „Das weiß ich selbst nicht so
genau, es sind mehrere Dinge.“ „Zum Beispiel?“ „Zum Beispiel, daß das rauskommt,
das mit uns. Du weißt doch auch, wie auf dem Schulhof über Schwuchteln geredet
wird. Manche machen sich total lustig darüber und manche werden bei dem Thema
richtig aggressiv. Und was ist mit unseren Eltern? Ich glaube wirklich nicht,
daß die das verstehen würden. Ich verstehe es ja selbst noch nicht wirklich. Wir
haben da was angefangen, was super schön ist, aber wie soll es weitergehen?“
„Chris, ich verstehe, was du meinst und ich denke im Grunde genauso wie du. Aber
wir müssen uns doch streng genommen noch gar keinen Streß machen. Wir sind doch
eigentlich gar nicht die @#$%-Typen, über die immer gelästert wird. Wir tragen
keine Stöckelschuhe mit rosa Handtäschchen und wir benutzen keinen Lippenstift.
Wenn wir also ein bißchen aufpassen, merkt das erst mal kein Mensch. Wir
unterscheiden uns doch äußerlich nicht von den anderen! Und was wir fühlen,
müssen wir ja erst mal niemandem auf die Nase binden.
Ich habe auch Angst, wenn ich ehrlich bin, doch vorläufig sollten wir uns nicht
so viel Gedanken machen über die ganze Scheiße, die noch auf uns zukommen kann.
Aber wie gesagt, wir müssen halt aufpassen, das sehe ich auch so. Andererseits
möchte ich es aber genießen, dieses Wochenende und alles. Laß uns doch einfach
so eine Art Geheimspiel daraus machen, etwas das nur zwischen uns abläuft und
das wir uns so schnell nicht kaputt machen lassen. Weißt du, ich glaube, ich
habe dich echt lieb!“
Kevin legte den Arm um meine Schultern und gab mir einen Kuß auf die Wange. Das
war dann eindeutig zu viel für mich. Ich konnte nur noch losheulen. Er hatte das
ausgesprochen, was ich mir schon so lange sehnlichst gewünscht hatte. Das mich
jemand lieb hat! Und diese Formulierung kam mir in diesem Moment weitaus
gewichtiger vor als wenn er etwa gesagt hätte ‚Ich liebe dich‘. Das wäre sicher
übertrieben gewesen und hätte auch definitiv zu schwülstig geklungen. Aber ‚ich
hab dich lieb‘ beschrieb das, was es war, ein zaghafter Anfang von etwas
Wunderbarem, das sich noch entwickeln konnte, in dem noch Raum, noch Luft, noch
Platz war für so vieles.
also mit dem schluss hab ich jetzt echt ncih gerechnet. is ziemlich cool die
geschichte ...was mich allerdings stört is diese sache mit th! ich hasse
diese kerle. die haben das ganze ein bisschen kaputt gemacht!
das alex in einem moment alles verliert ist echt traurig aber das macht die
geschichte für mich echt realistisch <3
so wie es jetzt ist ist das ein gutes ende =)
schreib weiter so tolle geschichten, das kannst du echt gut!
bin ein großer fan und warte auf die nächste geschichte ^_°
Man!
Ich war ja eigentlich eher auf der suche nach geschichten wie "Mittwoch-eine
etwas andere Lovestorie" aber diese Geschichte war...KA ich weiß nicht was ich
sagen soll. Als Alex zugegeben hat das das eine Wette war hatte ich tatsechlich
trännen in den Augen.
Respect das hat bis jetzt nur die Folgende Stelle in Mitwoch geschatft:
„Äh, nicht so ganz. Wovor hast du denn Schiß?“ „Das weiß ich selbst nicht so
genau, es sind mehrere Dinge.“ „Zum Beispiel?“ „Zum Beispiel, daß das rauskommt,
das mit uns. Du weißt doch auch, wie auf dem Schulhof über Schwuchteln geredet
wird. Manche machen sich total lustig darüber und manche werden bei dem Thema
richtig aggressiv. Und was ist mit unseren Eltern? Ich glaube wirklich nicht,
daß die das verstehen würden. Ich verstehe es ja selbst noch nicht wirklich. Wir
haben da was angefangen, was super schön ist, aber wie soll es weitergehen?“
„Chris, ich verstehe, was du meinst und ich denke im Grunde genauso wie du. Aber
wir müssen uns doch streng genommen noch gar keinen Streß machen. Wir sind doch
eigentlich gar nicht die @#$%-Typen, über die immer gelästert wird. Wir tragen
keine Stöckelschuhe mit rosa Handtäschchen und wir benutzen keinen Lippenstift.
Wenn wir also ein bißchen aufpassen, merkt das erst mal kein Mensch. Wir
unterscheiden uns doch äußerlich nicht von den anderen! Und was wir fühlen,
müssen wir ja erst mal niemandem auf die Nase binden.
Ich habe auch Angst, wenn ich ehrlich bin, doch vorläufig sollten wir uns nicht
so viel Gedanken machen über die ganze Scheiße, die noch auf uns zukommen kann.
Aber wie gesagt, wir müssen halt aufpassen, das sehe ich auch so. Andererseits
möchte ich es aber genießen, dieses Wochenende und alles. Laß uns doch einfach
so eine Art Geheimspiel daraus machen, etwas das nur zwischen uns abläuft und
das wir uns so schnell nicht kaputt machen lassen. Weißt du, ich glaube, ich
habe dich echt lieb!“
Kevin legte den Arm um meine Schultern und gab mir einen Kuß auf die Wange. Das
war dann eindeutig zu viel für mich. Ich konnte nur noch losheulen. Er hatte das
ausgesprochen, was ich mir schon so lange sehnlichst gewünscht hatte. Das mich
jemand lieb hat! Und diese Formulierung kam mir in diesem Moment weitaus
gewichtiger vor als wenn er etwa gesagt hätte ‚Ich liebe dich‘. Das wäre sicher
übertrieben gewesen und hätte auch definitiv zu schwülstig geklungen. Aber ‚ich
hab dich lieb‘ beschrieb das, was es war, ein zaghafter Anfang von etwas
Wunderbarem, das sich noch entwickeln konnte, in dem noch Raum, noch Luft, noch
Platz war für so vieles.
Richtig gute Geschichte (abgesehen von den Rechtschreibfehlern)
Schreib mehr von solchen Geschichten! Du schreibst echt gut;
"In Gedanken versunken, merkte ich nicht, wie Bill plötzlich inne hielt und
seinen Kajal zückte... "
Das muss doch Alex heißen o:
Ich liebe deine Geshcichte, sie ist einfach nur... toll eben <3
Witer so, du kannst super schreiben!
also mit dem schluss hab ich jetzt echt ncih gerechnet. is ziemlich cool die
geschichte ...was mich allerdings stört is diese sache mit th! ich hasse
diese kerle. die haben das ganze ein bisschen kaputt gemacht!
Yeaah, coole Story kann ich nur sagen :-) Bisschen unrealistisch teilweise
vielleicht - aber hey, das macht überhaupt nichts :-)