! ! I will never forget you whereever you go ! !

Kategorie: Eigene Geschichten
Eingesendet: 03.04.2007
Wörter: 7744
Autor: Adithekid
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! ! I will never forget you whereever you go ! !

I will never forget you whereever you go...

Ich umklammerte seine Hand. Toms Hand war schon immer kräftiger und größer. Doch nun war sie schmächtiger, bestand fast nur aus Knochen und Haut und war kreidebleich wie sein hageres Gesicht. Seine glasigen Augen, ehemals strahlend blau wie meine, blickten mich an. "Es...ist...vorbei...nicht wahr?", wisperte er mit dünner Stimme. Ich biss mir auf die Lippe und spürte wie eine Träne über meine Wange rollte. Ich schluckte, wischte die Träne weg und drückte seine Hand noch fester. "Du weinst doch nicht etwa? Oder sind das Freudentränen wegen mir?", neckte er leise. Ich zwang mein Gesicht zu einem Lächeln und erwiderte: "Du spinnst. Wegen dir würde ich nie weinen". Auch er grinste schwach, dann schloss er die Augen. Bereits die paar Sätze waren sehr anstrengend für ihn gewesen. Ich strich ihn noch mal über den Kopf und küsste ihn auf die Stirn. Meine Mutter sah uns beiden durch die Glasscheibe durch. Sie gab mir mit ihrer Hand ein Zeichen herzukommen. Vorsichtig schlich ich zur Tür um Tom nicht aufzuwecken. "Wie geht es ihm?", fragte sie in einem hoffenden Ton. Ich schüttelte stumm den Kopf. "3 Sätze". Sie ließ sich auf die stahlgraue Bank nieder. "Der Arzt sagt er macht morgen eine Untersuchung". "Das hat er oft gemacht", meinte ich möglichst belanglos. "Die Enduntersuchung". Ich setzte mich ebenfalls hin und versuchte diese Worte zu überhören. Enduntersuchung klang so...als stände er kurz vor dem Ende. Nein, das wollte und konnte ich nicht wahrhaben. Ich warf ihm durch die Scheibe einen verzweifelten Blick zu. Dabei war er doch immer der Starke gewesen, der der nie krank war. Und jetzt war er ein Schatten seinerseits mit blutunterlaufenen Augen und eingefallenen Gesichtszügen. Es war der 6. 3.2005 an einem sonnigen Frühlingstag. Sie spielten Fußball. Natürlich war Tom am Gewinnen. Mit einem strahlenden Lächeln schoss er ein Tor. Ich streckte meine Finger nach seinem Lieblingsball aus und stolperte dabei.  Der Länge nach fiel ich in den frischen Schlamm. „Iiiih“, fluchte ich angeekelt.  Tom lachte amüsiert und half mir immer noch prustend hoch. Ich knurrte etwas Unverständliches und holte mit dem Fuß aus. Tom parierte den Schuss gekonnt und holte ebenfalls aus. Ich legte meine Hände auf meine Schenkel und funkelte ihn angestrengt an. Ich war auf alles gefasst, denn seine Schüsse konnten ziemlich unerwartet kommen, aus jeder Richtung.  Doch auf das war ich nicht gefasst. Seine Fußspitze berührte den Ball. Dann brach er zusammen. Ganz einfach zusammen. Klappte wie ein Kartenhaus, das vom Wind erfasst wurde, zusammen. Unfähig mich zu bewegen starrte ich auf meinen Zwillingsbruder. Wie in Trance bewegte ich mich nach ein paar Sekunden zu ihm. Ich ging auf die Knie und legte meine Hand auf seine sich langsam hebende Brust. Sein Atem ging flach und stoßweise. „Mama!“, brüllte ich aus vollem Leibe. „Was ist Schätzchen?“, kam es zurück. „Tom…es ist was passiert!“, krächzte ich leiser. Stille trat ein. Mutter trippelte eilig aus dem Haus und auf uns zu. Ihre Augen weiteten sich und sie befahl mir einen Arzt zu rufen. Mir schien es wie eine Ewigkeit bis der Krankenwagen kam. Mit Blaulicht raste er los, die Tränen liefen mir über meine Wangen. Meine Mutter legte mir einen Arm um die Schulter und führte mich mit sanfter Gewalt ins Haus hinein. Später als mein Vater kam, redete sie lange und fast flüsternd mit ihm damit ich nichts mitbekam. Aber ich schlich zur Tür und lauschte. „Tom…Krankenhaus…noch nicht was los ist“. Ich musste zu Hause bleiben und Oma passte auf mich auf. Ich zitterte am ganzen Körper und sie strich mir beruhigend übers Haar, etwas was sie immer tat wenn ich zitterte. Irgendwann schlief ich ein und versank in Alpträumen.

Schweißgebadet wachte ich auf. Meine Augen huschten unruhig durch das Wohnzimmer. „Wie geht es Tom?“, wollte ich wissen, meine Stimme klang rau und so als gehöre sie jemand anderem.  Meine Mutter schluckte und sah mich an. Es war ein trauriger Blick, der keine Hoffnung zuließ. „Was...ist…passiert?“, hackte ich nach. „Er hat…Krebs“. Mein Herz stockte scheinbar. Mein Atem rasselte.  „Nein“, hauchte ich. „Nein…das geht nicht! Nicht Tom! Er war doch immer gesund“. Meine Stimme versagte. „Der Arzt sagte es kann plötzlich ausbrechen. Du musst ihm Knochenmark spenden…“, erwiderte sie. „Ok“, entgegnete ich unter Tränen. Ich spendete ihm Knochenmark. Einige Zeit lang ging es ihm besser. Er lachte wieder. Wir spielten wie früher. Ein Jahr lang. Und genau am 6.3.2006 an einem sonnigen Frühlingstag brach der Krebs wieder aus. Ganz plötzlich. In dieser Zeit litt ich mit meinem Zwillingsbruder. Wir hatten alles gemeinsam gemacht, waren nicht nur Geschwister sondern die besten Freunde.

Der Arzt sah uns schweigend an. „Tut mir Leid, Herr und Frau Langer, aber der Krebs ist schon zu weit fortgeschritten. Wir…können nichts mehr machen“. Er sprach so kalt, so sachlich. „Wie können sie das so sagen?! Er ist mein Bruder…keine Maschine die man einfach ausstellen kann!“, schrie ich und verlor die Beherrschung. Mein Vater trug mich hinaus. Es war 19 Uhr. Normalerweise hätten wir jetzt seine Lieblingsserie geschaut. Mit letzten Kräften schleppte ich mich zu seinem Krankenbett. „Der Arzt hat die Untersuchung gemacht nicht wahr? Ich schätze ich habe mal wieder alles verschlafen“, versuchte er mich mit einem Witz aufzuheitern. Ich sagte nichts. Ich bettete meinen Kopf auf seinen Bauch.  „Du darfst mich nicht verlassen“, schluchzte ich kraftlos. Ich spürte seine Hand auf meinem Rücken. „Du musst stark bleiben, hörst du? Versprich mir das“, verlangte er mit fester Stimme. Ich schüttelte stumm den Kopf. „Doch“, widersprach er. „Tu es für mich“. Ich holte tief Luft und nickte gepresst.  „Danke…ich werde dich nie vergessen. Du bist zwar eine miserable Fußballspielerin, aber eine tolle Zwillingsschwester. Mach´s gut“. Das waren seine letzten Worte. Dann schlief er ein. Es sei ein schmerzloser Tod gewesen, behauptete der Arzt. Meine Eltern nickten hastig. Auch sie waren von unbändiger Trauer erfüllt, doch für mich war es am schlimmsten. Wenigstens durfte ich bei ihm sein. Ich hoffte, dass es ihm gut ging. Das er keine Schmerzen hatte. Meine Hand umschloss seine Hand. Ich musste unwillkürlich an den Spruch von meiner Freundin Sandy den sie einmal schrieb als ihr Freund sie verließ. I will never forget you whereever you go. „Ja“, dachte ich im Stillen. “Ich werde ihn nie vergessen. Er war und bleibt mein Zwillingsbruder und gleichzeitig mein bester Freund“.

 

Anmerkung des Einsenders: Freue mich über Kritik und Lob...

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Kommentare

  • DreamingAngel88
    Sat, 13 Mar 2010 14:36:53 GMT Super^^ von DreamingAngel88

    hast du echt wunderschön geschrieben. Echt super

  • DreamingAngel88
    Sat, 13 Mar 2010 14:36:41 GMT Super^^ von DreamingAngel88

    hast du echt wunderschön geschrieben. Echt super

  • unbekannt
    Mon, 18 Jan 2010 19:56:11 GMT :( von dani (Gast)

    ich habe auch tränen bekommen
    so traurig .

  • McClumsy
    Sat, 19 Sep 2009 23:28:55 GMT WOW von McClumsy

    Deine Geschicht hat mich echt zum Weinen gebracht.
    Du hast sie echt gut beschrieben, ich persönlich wei0 wie es ist wenn jemand,
    der einem so Nahe steht, Krebs hat...
    Viel Erfolg bei weiteren Geschichten

  • Darkkyro
    Sat, 23 Aug 2008 23:31:04 GMT OMFG sooooooooooooo Hammer! von Darkkyro

    Omfg ich find die Geschichte echt traumhaft!Die is sooooooo traurig!Mir kamen
    echt die tränen *schnief* Weiter so!

  • Grinsejenni
    Sun, 03 Aug 2008 21:00:29 GMT wow... von Grinsejenni

    hey die is voll gut ... mach weiter so !!!

  • Adithekid
    Tue, 03 Apr 2007 17:25:46 GMT Bisseln kurz... von Adithekid

    Ach ja wundert euch net dass das Ganze manchmal sehr kurz, hatte keine @#$% ganz
    auszuschreiben da Zeit knapp war

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