Die Leiche war Zeuge

Kategorie: Ostia Altera 1.1
Eingesendet: 17.03.2003
Wörter: 11355
Autor: Pawn
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Die Leiche war Zeuge

Die Leiche war Zeuge

Thessalia - dort ist meine Mutter geboren und unser Philosoph Sextus, ihr Nachbar, hat dort sein Glück gemacht - ich hingegen strebte aus geschäftlichen Gründen nach Thessalia. Nach steilen Bergen und sumpfigen Tälern trottete mein Pferd müde voran; deswegen, um meine Müdigkeit abzuschütteln, saß ich ab, rieb den Schweiß meines Pferdes sorgfältig mit Laub ab, kraulte seine Ohren und nahm das Zaumzeug ab. Und während es auf der Weide, die es überquerte, den Kopf zum Fressen hinabbeugte, gesellte ich mich als Dritter zu zwei Männern, die zufällig vorbeikamen. Und während ich lauschte, was sie sprachen, sagte der eine lachend zum anderen: "Hör auf, diese absurden Worte zu schwindeln!" Ich sagte: "Im Gegenteil, ich möchte entweder vieles, oder wenigstens das meiste erfahren. Zugleich werden nette Geschichten den Aufstieg auf den Berg erleichtern." Und jener begann: "Ich bin von Milet aufgebrochen zum olympischen Spektakel; nachdem ich ganz Thessalien durchwandert hatte, erreichte ich unter unheimlichen Vorzeichen Larissa. Und während mittlerweile die Reisekasse knapper wurde, suchte ich Linderung für meine Armut, und erblickte mitten auf dem Marktplatz einen schlanken, alten Mann. Er stand auf einem Stein und machte mit heller Stimme öffentlich bekannt, dass derjenige, der einen Leichnam bewache, einen Lohn erhalte. Und ich sagte zu einem im Vorbeigehen: "Was? Hauen denn hier etwa die Toten ab?" "Schweig", sagte jener, "du bist jung und fremd, und sicher weißt du nicht, dass du dich in Thessalien aufhältst, wo Gerüchte über merkwürdige Dinge mit den Leichnamen kursieren."

Ich aber sagte dagegen: "Sage gefälligst, wie wird der Tote bewacht?" Er antwortete: "Zuerst muss man die Nacht durchgehend wachsam sein und die Augen stets auf den Leichnam richten, weil diese hässlichen Hexen sich in ein beliebiges Tier verwandeln und sich heimlich anschleichen. Denn sie verwandeln sich sowohl in Vögel, als auch wiederum in Hunde und Mäuse, ja sogar auch in Fliegen; dann schläfern sie die Wächter mit Zauberformeln ein... ähem und,....was ich fast übergangen hätte, wenn irgendjemand den Körper nicht morgens unversehrt gelassen hat, wird er gezwungen, dass das, was von den Toten entfernt worden ist, mit seinen eigenen abgeschnittenen Körperteilen ausgebessert wird. Nach vernehmen dieser Worte lief ich zum Ausrufer und sagte sofort: "Hör auf herumzuschreien! Schon ist ein Wächter bereit, rück die Belohnung heraus!" "Es werden dir tausend Groschen hinterlegt. Aber hör mal junger Mann, du sollst die Leiche sorgfältig vor den hässlichen Harpyien bewachen." Ich sagte: "Du erzählst mir Unsinn! Du siehst einen eisernen und hellwachen Mann, sicher scharfsinniger als sogar Lynceus oder Argus, und ein vollkommenes Auge." Kaum hatte ich aufgehört fuhr er mich zu irgendeinem Haus und rief herein; er zeigte auf eine weinende Frau, die mit einem schwarzen Kleid bekleidet war, zu welcher er hintrat und zu ihr sagte: "Dies ist ein entschlossener Mann zur Bewachung deines Gatten." Und jene blickte mich an und sagte: "Ich bitte dich, dass du möglichst sorgfältig an deine Aufgabe herangehst." "Du sollst ohne Sorge sein, beschaffe mir nur die Belohnung.", sagte ich. Jene aber erhob sich und führte mich ins Gemach. Dort deckte sie den mit weißen Leinentüchern bedeckten Körper unter sieben Zeugen auf und zeigte einzelne Teile des Gesichtes. "Schau", sagte die Frau, "die unberührte Nase, unversehrte Augen, heile Ohren, unversehrte Lippen, vollständiger Mund. Ihr guten Bürger sollt diese Sache bezeugen." Ich aber sagte: "Veranlasse Herrin, dass alles, was notwendig ist für mich herbei geschafft wird." "Und was ist das?", fragte sie. "Öllampe, Öl, Wein und Speisen." Dann sagte jene: "Geh weg du Narr, der du im Trauerhaus Speisen verlangst. Oder glaubst du, dass du zum Schmausen hergekommen bist?" Dies sagend blickte sie auf die Dienerin und sagte: "Myrrina, bring Licht und Öl und geh weg, nachdem du den Wächter im Schlafzimmer eingeschlossen hast!"

So verlassen zur Bewachung zur Leiche zurückgelassen beruhigte ich meinen Geist mit Liedern, als es Dämmerung und vorgerückte Nacht und tiefere Nacht und schon tiefste Nacht war. Schon fürchtete ich mich mehr und mehr, als sich plötzlich ein hereinhuschendes Wiesel gegenüber mir aufstellte und seine sehr scharfen Augen so an mich heftete, dass es mir den Geist verwirrte. Endlich sagte ich zu jenem: „ Warum gehst du nicht weg, du gemeine Bestie, und ziehst dich zu deinen Artgenossen zurück, bevor du meine Kraft zu spüren bekommst? Warum gehst du nicht? Es machte kehrt und ging aus dem Gemach heraus. Und kurze Zeit danach, da hat mich tiefer Schlaf in tiefsten Abgrund versenkt, dass freilich nicht Apollo selbst zwischen uns zwei Liegenden hätte unterscheiden können, wer mehr tot ist. Die Annehmlichkeit der Nacht durchdröhnte der Lärm der Hähne. Schließlich aufgewacht und überaus von Furcht erschrocken, rannte ich zur Leiche und nachdem ich Licht herbeigeholt und ihr Gesicht aufgedeckt hatte, prüfte ich die Einzelheiten. Siehe da die unglückliche Frau stürmte weinend mit den gestrigen Zeugen herein und untersuchte sofort unter dem Urteilsspruch der Leuchte alles und sie befahl dem Verwalter, dass dem guten Wachmann ohne Verzögerung der Preis ausgehändigt werden sollte. Nachdem dieses übergeben worden war, sagte sie sofort: „ Wir wollen dir höchsten Dank sagen, junger Mann, und, beim Herkules, wegen dem fleißigen Dienst werden wir dich künftig zu den übrigen Angehörigen zählen. Zu diesen Worten sagte ich über den unerhofften Gewinn vor Freude zerfließend: „ Im Gegenteil Herrin, zähl mich zu einem von deinen Dienern und so oft du meinen Dienst wünschen wirst, befehle es getrost. Kaum ausgesprochen griffen mich sofort alle Familienmitglieder unheilvoll fluchend auf ihre Art und Weise und mit geraubten Wurfgeschossen an. So misshandelt wurde ich nach Hause gejagt.

Und während ich mich auf einem nahe gelegenen Platz erholte und mich dabei zu spät meiner unbedachten Worte besann, sieh da, da wurde schon der Tote nach väterlicher Sitte in einer Leichenprozession öffentlich über das Forum getragen. Es lief ein schwarz gekleideter, alter Mann herbei, der traurig und in Tränen war, er sagte mit unverständlicher Stimme: „ Bei eurer Treue, Bürger, bei eurem öffentlichen Pflichtgefühl helft dem toten Mitbürger und recht die beispielslose Tat dieser gottlosen und verbrecherischen Frau streng. Diese tötete nämlich keinen geringeren als meinen Neffen, wegen Ehebruch und wegen Erbschleicherei, mit Gift. Die Menge tobte und wurde durch ihre Leichtgläubigkeit und mit geschaffener Wahrscheinlichkeit zu Verbrechen angetrieben. Sie riefen vereint: „Lasst und das Haus anzünden.“, sie suchten Steine zusammen und sie forderten Kinder zur Vernichtung der Frau auf. Jene leugnete ihnen das Verbrechen nur, mit falschen Tränen so unschuldig wie möglich bei allen Göttern schwörend. Also sagte jener alte Mann: "Lasst uns den Urteilsspruch über die Wahrheit in die Göttervorsehung legen. Der Ägypter Zatchlas ist anwesend, ein vorzüglicher Prophet, der für kurze Zeit den Lebensgeist der Unterwelt zurückführen und den Körper, sogar nach dem Tod, wieder erwecken kann. Und mit diesen Worten führte er einen jungen Mann mit einem leinenen Mantel bekleidet und mit Sandalen aus Palmenfasern beschuht und mit kahl rasiertem Kopf in die Mitte. Der Prophet legte irgendein Kraut auf das Gesicht der Leiche und ein anderes auf ihr Herz. Darauf wandte er sich gen Osten und betete schweigend. Schon wurde das Herz emporgehoben, schon schlugen die Adern, schon wurde der Körper mit Geist angefühlt. Und die Leiche erhob sich und sagte: „Mit was für Aufgaben bin ich zurück zum Leben gerufen worden, mich, der schon im Fluss der Unterwelt schwimmt? Hör auf, ich bitte dich, hör auf und überlass mich meiner Ruhe.“ Aber der Wahrsager fragte: "Warum berichtest du dem Volk nicht die Einzelheiten und bringst die Einzelheiten deines Todes ans Licht? Oder glaubst du nicht, dass die Rachegöttinnen mit meinen Zaubersprüchen beschwört werden können und dass dir deine müden Glieder gefoltert werden können?"

Jener sprach mit tiefem Stöhnen folgendermaßen zum Volk: "Getötet durch die bösen Künste der Braut und dem tödlichen Becher preisgegeben hinterließ ich das warme Bett dem Ehebrecher. Dann nahm die wackere Ehefrau ihren ganzen Mut zusammen und unter gottlosen Zorn leistete sie gegen ihren Gatten Widerstand. Das Volk kochte vor Wut und strebte unterschiedliches an; die einen wollten die böse Frau sofort lebendig mit der Leiche des Gatten begraben, die anderen meinten dass sie durch die Lüge den Schutz der Leiche nicht verdient habe. Dann sagte die Leiche wiederum tief seufzend: "Ich werde euch klare Beweise der Wahrheit geben und zeigen, was keiner erkannt hatte." Darauf sagte er mit dem Finger auf mich zeigend: "Denn während der sehr scharfsinnige Wächter mich bewachte, verwandelten sich Hexenweiber recht häufig umsonst, meine sterbliche Hülle bedrohend. Nachdem sie seinen Übereifer jedoch nicht täuschen konnten, legten sie ihn schließlich in tiefe Ruhe mit einer Wolke von Schlaf. Dann hörten sie nicht eher auf mich bei meinem Namen zu rufen, bis meine kalten Glieder ihrer Zauberkunst gehorchten. Dieser freilich, weil er selbst wie ich beim Namen gerufen worden war, stand bei seinem Namen auf und wie seelenlos wanderte er freiwillig im Schatten. Obwohl der Eingang des Schlafzimmers sorgfältig abgeschlossen worden war, schnitten ihm die Hexen durch eine Öffnung zuerst die Nase und bald die Ohren ab, darauf hefteten sie ihm Wachs an, der auf die Art und Weise der Ohren und der Nase geknetet war, und nun steht dieser schlecht da, der nicht eine Belohnung für seine Mühe sondern Verstümmelung erhalten hat. Durch diese Worte verwirrt fasste ich mich an die Nase - sie fiel ab; ich betastete meine Ohren - sie fielen zu Boden. Und während unter den Anwesenden Gelächter losplatzte, machte ich mich zwischen den Füßen der Umstehenden davon, von kaltem Schweiß triefend. Und da ich mit so lächerlicher Verstümmelung nicht in mein Heimatland zurückkehren konnte, verdeckte ich die Wunden an den Ohren mit an beiden Seiten herabfallenden Haaren, aber die Verschandelung der Nase verdeckte ich mit einem angeleimten Leinenlappen."

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Kommentare

  • unbekannt
    Sun, 29 Jan 2012 12:19:25 GMT Welche Seite ? von Bla (Gast)

    Auf welcher Seite steht denn dieser Text ?

  • unbekannt
    Tue, 17 Jan 2012 15:12:45 GMT . von bla (Gast)

    vllt. etwas frei übersetzt aber trotzdem gut für meine mündliche note!

  • Thu, 20 May 2010 16:07:14 GMT zickt nit rum von HardStylezZ

    also ich finds gut dass es noch leute gibt die ihre übersetzungen hier
    reinstellen...
    und wem das zu frei übersetzt ist der kann ja mal mit dem orginaltext arbeiten
    und die fehler selbst verbessern...

  • unbekannt
    Thu, 18 Mar 2010 17:28:01 GMT findsch gut von (Gast)

    also meckern müsst ihr hier garnicht
    der text ist zwar etwas frei übersetzte aber der hat sich wenigstens die mühe
    gemacht, seine übersetztung einzutippen und hochzuladen

  • unbekannt
    Thu, 18 Feb 2010 19:28:13 GMT HÄÄÄÄ??? von Enki (Gast)

    Ey,in meinem buch find ich diesen text gar nicht,kann mir jemand die seite
    sagen?

  • unbekannt
    Thu, 18 Feb 2010 16:22:01 GMT Abschreiben?! von Rhodin (Gast)

    Ich find' es ja sinnlos Hausaufgaben abzuschreiben nur um sich vielleicht mal
    melden zu können und eine bessere mündliche Note zu bekommen.
    Lernen tut man dabei nichts und ich werde bestimmt nie auf die Idee kommen ganze
    Sätze zu kopieren.
    Als Vergleich zur eigenen Übersetzung oder als Hilfe, falls man nicht
    weiterkommt ist diese Seite allerdings super.

    Hochachtungsvoll,

    Rhodin

  • unbekannt
    Fri, 05 Feb 2010 23:23:36 GMT MICHAEEEEEL von MIIIICHAAAAEL (Gast)

    Jo Kimbo du geile sau ich bins miiiiiiachel dein harter chiller kollegah aus
    Jugendknast wollt mich nur mal mehlden
    höööööööhehehehehehehhöhöhöhöhöhhrheheheheheh

    Ich bin abartig

  • unbekannt
    Mon, 18 Jan 2010 16:05:52 GMT Jul von Kari Mikko Kim Gripp (Gast)

    Hallo Kari Kibo meîn Name,

    ich wollte fragen ob es den Text auch auf Lateinisch vollständig auf Lateinisch
    gibt?!?!? Schreib nähmlich bald ne arbeit drüber und muss meine 1 Festigen:D

  • unbekannt
    Sun, 29 Nov 2009 18:29:12 GMT hfdsoä von vhjl (Gast)



  • melisa33
    Sat, 20 Jun 2009 18:48:37 GMT nicht böse gemeint von melisa33

    nicht böse gemeint also war das eine gruselgeschichte oder nur eine geschichte?

  • unbekannt
    Mon, 15 Jun 2009 17:25:02 GMT Ganz okay. von (Gast)

    Hm..nya, ich find, es is etwas zu frei übersetzt, für die schule würd ich es
    nich verwenden ^.^

  • unbekannt
    Wed, 10 Jun 2009 14:48:34 GMT naja von (Gast)

    sehr frei Übersetzt,...
    sont naja...ok...

  • unbekannt
    Sat, 09 May 2009 14:12:48 GMT "Die Leiche war Zeuge" von Apuleius (Gast)


    Also. Der Text ist an vielen Stellen sehr frei übersetzt. Das ist nicht so gut,
    wenn man in der Schule diese Übersetzung verwendet.

    Ich würde den Text lieber selber übersetzen!
    Dann lernt man auch mehr!

    Viel Spaß noch mit Latein!

  • unbekannt
    Thu, 23 Apr 2009 16:44:03 GMT :no von :no (Gast)

    so schlecht kann ich sogar besser

  • unbekannt
    Thu, 23 Apr 2009 16:41:42 GMT kann ich nicht besser von super (Gast)

    so gut kann ich nicht besser

  • unbekannt
    Thu, 23 Apr 2009 16:39:00 GMT buh von ich bin besser als du !!!! (Gast)

    so schlecht ( kann ich sogar besser

  • unbekannt
    Tue, 10 Mar 2009 21:17:29 GMT naja von jo (Gast)

    richtunggebend is es ja man weiß ungefähr worums
    gehthttp://images.magistrix.de/images/smilies/icon_yes.gif

  • unbekannt
    Mon, 02 Mar 2009 19:51:31 GMT :) von St...<3 (Gast)

    dankeschön hat geholfen im mündlichen mit zu machen und außerdem wenn alles
    richtig wäre, würde es ja auffallen, jeder macht Fehler.

  • unbekannt
    Wed, 21 Jan 2009 13:42:52 GMT SUPER von aha (Gast)

    hat in latein gut geholfen

  • unbekannt
    Sun, 11 Jan 2009 19:11:36 GMT asdasd von asd (Gast)

    NENE TOTAL FALSCH

  • EvanescenceForever
    Sat, 03 Jan 2009 17:41:13 GMT ??? von EvanescenceForever

    Hör mal war ganz gut ausser am ende da war es nicht mehr ganz so guad

  • kyrakyra
    Sat, 15 Nov 2008 22:59:37 GMT ÄHH von kyrakyra

    ICH FINDS SCHEIßE!!! (

  • unbekannt
    Mon, 20 Oct 2008 22:03:11 GMT :D von (Gast)

    Ja, vor allem am Ende hab ich ein paarmal die Stirn gerunzelt.
    Sinn?
    (Sucht man bei manchen Lateinischen Werken aber öfters - vergebens :D)

  • unbekannt
    Tue, 07 Oct 2008 15:04:28 GMT Hmhmhmhm? von Aki (Gast)

    Eigentlich is die Geschichte ja ganz gut aber das alles zu übersetzten...
    Naja dafür gibts ja i net....

  • unbekannt
    Wed, 24 Sep 2008 22:31:56 GMT Hmm von Saramos (Gast)

    na ja, einige fehler sind schon unterlaufen... keine schlechte idee, aber dann
    bitte vollstänndig richtig

  • Bulseye
    Wed, 08 Nov 2006 16:29:20 GMT d...regvwed von Bulseye

    dooooof wdewdsdewdwd

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