Die romanische Architektur war der erste eigenständige Baustil seit der Antike, er war in ganz Europa verbreitet. Die Architektur hatte die größte Bedeutung. Malerei, Bildhauerei und Kunsthandwerk waren ihr untergeordnet. Die Hauptaufgabe war der Bau von christlichen Kirchen, der Sakralbau. Erst später wurden Elemente des Sakralbaus auch bei nicht kirchlichen Bauten verwendet.
Merkmale der romanischen Bauweise sind dicke, wehrhafte Mauern und Wände, die Bauwerke wirken massiv und schwer. Die Fenster sind meist klein, typisch ist die Form des Rundbogens bei Fenstern und Türen. Zum Teil wurden mehrere Fenster zusammengefasst und durch zierliche Säulen unterteilt („gekuppelte Fenster“).
In der Frühromanik war das Mauerwerk schmucklos und ungegliedert, die Kirchen waren Burgen oder Festungen ähnlich. Man bevorzugte anfangs glatte Steinquaderflächen, erst später wurden Verzierungen und Gliederungen verwendet. Manche Orden lehnten aber Dekorationen prinzipiell wegen Ablenkung vom Gottesdienst ab.
Erstmals wurden auch Türme in das Bauwerk einbezogen. Der frühromanische Kirchentyp wurde in St. Michael in Hildesheim verwirklicht. Der Bau hat sechs Türme und eine flache Holzdecke. Die romanischen Kirchen hatten meist drei oder fünf Schiffe: Ein breiteres Mittelschiff oder Hauptschiff und schmälere Seitenschiffe. Unter dem Chor (Altarraum) lag die Krypta, ein Raum der als Begräbnisstätte für hochrangige Personen diente. Neben Naturstein wurde auch Backstein als Baustoff verwendet, er erlebte aber erst in der Gotik einen Aufschwung.
Die Wölbung der Decke über dem Mittelschiff war den Baumeistern ein besonderes Anliegen. Dachkonstruktionen aus Holz waren durch Brände gefährdet, daher bevorzugte man Stein. Es waren auch viele Kirchen zuerst mit flachen Holzdecken gebaut und erst später mit einem Steingewölbe versehen worden. Im Prinzip ist die Wölbung eine Aneinanderreihung von Bögen, die den Druck der Decke ableiten und darum für die Statik bedeutend sind. Die einfachste Gewölbeform war das Tonnengewölbe, der Querschnitt hat die Form eines Rundbogens. Das Kreuzgratgewölbe entstand, indem man zwei Tonnengewölbe kreuzte.
Die romanische Kirche hatte einen kreuzförmigen Grundriss. Den längeren Teil der Kreuzform bildete das Mittelschiff, den kürzeren das Querschiff. Am vorderen Ende des Mittelschiffs befindet sich der Chor und die Apsis, ein halbrunder Anbau. Die Grundrisse orientierten sich an vorhandenen Formen, üblich war z.B. die dreischiffige Basilika. In Deutschland wurden häufig doppelchörige Kirchen errichtet, das heißt, dass es einen Altarraum auf der Ostseite und auf der Westseite der Kirche gab.
In der Romanik wurde das „gebundene System“ entwickelt. Bei dieser Grundrissanordnung ging man von der Größe der Vierung aus. Die Grundrisse von Chor, Querschiff und Längsschiff entstanden durch gleich große Quadrate. Die schmäleren Seitenschiffe wurden aus halb so breiten Quadraten gebildet.
Als Arkade bezeichnet man einen Bogen auf Pfeilern oder Säulen, meist mehrere nacheinander. Einen Arkadengang an der Außenseite eines Gebäudes nennt man Galerie.
Neben den großen romanischen Domen wurden auch zahlreiche kleine, bescheidenere Kirchen gebaut. Sie hatten nur einen Turm und als Fassadenverzierung nur unverglaste gekuppelte Fenster. Aufgrund des wachsenden Reichtums der Kirche wurden aber oft übergroße Kirchen gebaut, um die Allmacht Gottes und die Stärke des Christentums zu zeigen.
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