| Kategorie: | Geschichte |
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| Eingesendet: | 16.05.2005 |
| Wörter: | 17118 |
| Autor: | Olli1 |
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Seekrieg
Auf den Weltmeeren standen sich zum Anfang des Krieges hauptsächlich die kaiserliche Flotte Deutschlands und die Grand Fleet Großbritanniens gegenüber. Aufgrund der Übermacht britischer Schiffe konnten die Deutschen 1914 nicht in die Offensive gehen, weswegen besonders die alliierte Schifffahrt im Ärmelkanal ohne große Störungen erfolgen konnte. Defensiv war besonders Helgoland mit einer starken Küstenverteidigung ausgestattet und sicherte somit die Deutsche Bucht.
Aufgrund der Zurückhaltung der Mittelmächte, die dem Krieg auf den Schlachtfeldern Frankreichs vorerst größere Beachtung schenkten, konnten die Briten ungestört die Seeherrschaft über die Nordsee erringen und eine Seeblockade einleiten. Das Ziel der Blockade war es, Deutschland von allen Zufahrten des Seewegs zu trennen. Weiterhin konnte durch die Kontrolle des Seeraums auch das britische Expeditionskorps ungestört übersetzen.
Das erste Gefecht fand am 28. August 1914 vor Helgoland statt. Deutsche Torpedoboote unter dem Schutz leichter Kreuzer führten regelmäßige nächtliche Aufklärungsunternehmungen durch. Diese Regelmäßigkeit ermöglichte es den Briten, dem deutschen Verband eine Falle zu stellen. Diese erfuhren jedoch von dem Plan und bauten ihrerseits eine Falle auf. Beide Seiten hatten jedoch organisatorische Probleme, und da die Unterstützungskräfte wegen der Flut nicht aus der Jade auslaufen konnten, verlor die Hochseeflotte drei Leichte Kreuzer und ein Torpedoboot, die zur "Ködergruppe" gehörten. Als die schweren deutschen Einheiten auf dem Schlachtfeld erschienen, waren die Briten verschwunden.
Um das Ungleichgewicht der Kräfte zu kompensieren, leiteten die Deutschen den U-Boot-Krieg ein. Nach anfänglichen Misserfolgen deutscher Unterseeboote, gelang es der U-9 am 22. September 1914 drei britische Kreuzer zu versenken. Nachdem man die Wirksamkeit der U-Boote erkannt hatte, entschloss man sich auch Handelsschiffe zu attackieren, um die Briten von ihrem überlebenswichtigen Nachschub abzuschneiden.
Im Überseekrieg erlitt das deutsche Pazifikgeschwader in der Schlacht bei den Falklandinseln eine schwere Niederlage. Als das deutsche Geschwader unter der Leitung von Vizeadmiral Maximilian Graf von Spee am 1. November in der Bucht von Coronel zwei englische Kreuzer versenken konnte, entschieden sich die Briten einen Verband in Richtung Falkland zu schicken, da sie befürchteten, von Spee könnte den Hafen Stanley auf den Inseln angreifen. Als von Spee am 8. Dezember den Hafen erreichte, wurde er von einer britischen Übermacht überrascht. In der nachfolgenden Schlacht versenkten die Briten die "Großen Kreuzer" Scharnhorst und Gneisenau. Die verbliebenen deutschen Schiffe konnten zwar vorerst entkommen, wurden aber weniger später aufgespürt und ebenfalls vernichtet. 1
1915 verschlechterte sich die Lage Deutschlands. Im Gefecht auf der Doggerbank erlitt es am 24. Januar eine weitere Niederlage gegen die Briten. Sämtliche Versuche, die alliierte Seeblockade zu schwächen, schlugen fehl und immer mehr deutsche Schiffe wurden versenkt oder nach schwerer Beschädigung freiwillig aufgegeben. Auf Grund dieser Fehlschläge erfolgte am 4. Februar der Beginn des uneingeschränkten U-Bootkrieges, in dem neben alliierten auch neutrale Schiffe angegriffen werden konnten. Am 7. Mai versenkte die U-20 die Lusitania, was eine internationale Protestwelle auslöste.
Die Lusitania war ein bewaffneter Hilfskreuzer, der Waffen und Munition von den USA nach Europa bringen sollte. Zur Tarnung deklarierte man das Schiff als Passagierdampfer, der unter anderem auch US-Amerikaner beförderte. Obwohl die deutsche Regierung eine Meldung herausgab, in der man vor Reisen nach Großbritannien warnte, waren über 200 US-Amerikaner an Bord der des Schiffes, als dieses am 1. Mai 1915 den Hafen von New York verließ. Die Briten wussten, dass der Tod von US-Bürgern den Kriegseintritt der USA bewirken könnte. In Folge dessen wurde der Kreuzer Juno vom Geleitschutz der Lusitania abgezogen und der Kapitän des Schiffes nicht über die Tätigkeiten deutscher U-Boote unterrichtet. Als die Briten schließlich noch die Route änderten, und die Lusitania nicht wie geplant nach Liverpool, sondern nach Queenstown fuhr, steuerte das Schiff ahnungslos auf die U-20 zu. Als das Transportschiff am 7. Mai versenkt wurde, starben über 1.100 Passagiere. Zwischen den USA und dem Deutschen Reich verschärfte sich der Ton. Schließlich drohten die USA sogar mit einem Eintritt in den Krieg.
Das deutsche U-Boot U 16Aus Angst um einen US-amerikanischen Kriegseintritt beendete die deutsche Admiralität Anfang 1916 den Handelskrieg und konzentrierte sich auf die Vernichtung alliierter Kriegsschiffe. Am 31. Mai und 1. Juni kam es zur Skagerrakschlacht, in der 258 Schiffe beteiligt waren. Das Ziel der Deutschen war es, mit ihrer Hochseeflotte die Briten entscheidend zu schwächen. Letztlich endete die bisher größte Seeschlacht der Weltgeschichte mit einem Unentschieden und Deutschland setzte wieder alle Hoffnungen auf den uneingeschränkten U-Bootkrieg. Im Kriegsjahr 1917 führte diese Strategie zwar zu gewaltigen Verlusten unter alliierten und neutralen Handelsschiffen, eine kriegsentscheidende Wendung, wie von den deutschen Führung erwartet, konnte jedoch nicht erreicht werden. Stattdessen trat die USA in den Krieg ein. Zur selben Zeit führten die Entente-Mächte das Konvoisystem ein. Dadurch war es den Booten nicht mehr so leicht möglich, unbewaffnete Handelsschiffe aufzuspüren. Ein Großteil der deutschen U-Boote wurde vernichtet.
Im Mai 1918 eröffneten die Deutschen eine weitere U-Boot-Offensive, wodurch unter den US-Amerikanern einige Verluste zu beklagen waren. Besonders die U-Boote vor der Ostküste Nordamerikas waren eine große Gefahr für Handelsschiffe und Truppentransporter. Doch letzten Endes war durch den Seekrieg keine kriegsentscheidende Wirkung zu erwarten. Ein großer Teil der U-Boot-Besatzungen war gefallen und die Industrie sah sich außer Stande die zunehmenden Verluste an Booten auszugleichen.
Erfolgreicher war die Seekriegführung in der Ostsee. Obwohl die Russische Ostseeflotte den deutschen Kräften in der Ostsee bei Weitem überlegen war, gelang es dem dortigen Oberbefehlshaber, Großadmiral Prinz Heinrich von Preußen, den Gegner in die Defensive zu drängen, so dass es während des ganzen Krieges zu keinem einzigen russischen Angriff auf die deutsche Küste kam. Statt dessen war es möglich, deutsche Heeresoperationen im Baltikum zu unterstützen.
Als sich das Ende des Krieges anbahnte, sollte gegen den Willen der neuen deutschen Regierung am 28. Oktober noch einmal ein Großangriff auf die britische Marine stattfinden, worauf der Matrosenaufstand von Kiel losbrach und der Seekrieg somit sein Ende fand. Die Meuterei der Matrosen leitete auch die Entwicklung zur Novemberrevolution in Deutschland ein.
Giftgas
Der Erste Weltkrieg war der erste Krieg, in dem Giftgas eingesetzt wurde. Der Krieg an der Westfront hatte sich schnell zum Stellungskrieg entwickelt. Geländegewinne waren kaum möglich, da beide Seiten sich in ihren Schützengräben gut eingegraben hatten. Aus militärstrategischer Sicht erforderte diese Situation den Einsatz einer Flächenwaffe, mit der man den Feind von oben beharken konnte. Die klassische Waffe dafür war natürlich die Artillerie. Besonders für die Deutschen ergab sich jedoch das Problem, dass die Sprengstoffproduktion zu keinem Zeitpunkt mit dem Bedarf der Militärs Schritt halten konnte, da es an Rohstoffen mangelte, vor allem an Nitrat, das damals aus Chile über den Atlantik - und damit mitten durch vom Feind kontrolliertes Gebiet - importiert werden musste. Erst später konnte der Nitratmangel durch das Haber-Bosch-Verfahren, mit dem Ammoniak synthetisiert werden konnte, gelindert werden.
In dieser Situation entstand die Idee, statt Sprenggranaten giftige Chemikalien zu verschießen. Eigentlich galt der Einsatz von Gift als unmilitärisch und war laut Haager Landkriegsordnung verboten, aber bei der Entwicklung neuer Kriegswaffen waren ethische Bedenken während des Ersten Weltkrieges meistens kaum vorhanden. Man fing an, nach geeigneten Stoffen zu suchen. Bis Kriegsende hatte man 3.000 verschiedene Substanzen auf ihre Brauchbarkeit als Waffe geprüft.
Erste Versuche
Die ersten, die dann chemische Waffen im weitesten Sinne einsetzten, waren die Franzosen. Die Pariser Polizei hatte vor dem Krieg Tränengas-Munition entwickelt, die bis dahin ungenutzt lagerte. Diese Munition holte man jetzt hervor und probierte sie an der Front aus. Die Patronen waren mit 19 ml Bromessigsäureethylester (ein recht schwaches Tränengas) gefüllt. Sehr bald stellte sich heraus, dass das zu wenig war. Die Munition war für den Einsatz in geschlossenen Räumen entwickelt worden, unter freiem Himmel verdünnte sich der Stoff so sehr, dass dadurch niemand kampfunfähig zu machen war.
Auch die Deutschen starteten ihre ersten Versuche. Zunächst wurden ebenfalls nicht-tödliche Chemiewaffen eingesetzt. Am 27. Oktober 1914 verschossen die Deutschen bei Neuve-Chapelle zum ersten Mal Granaten, die mit Dianisidinchlorsulfonat gefüllt waren, einem feinkristallinen Pulver, das die Schleimhäute von Augen und Nase reizte. Der Erfolg blieb auch hier aus, da sich die verwendeten Stoffe beim Abschuss durch die entstehende Hitze zersetzten.
Dieses Problem hatte man den ganzen Krieg durch: Die Chemikalie musste ausreichend giftig sein, aber auch genügend hitzebeständig. Während der Experimente mit Kampfgasen kam man schon früh auf Xylylbromid, das recht giftig und hitzefest war, trotzdem versagte es beim ersten Einsatz an der Ostfront: Es war Januar 1915 und man hatte nicht bedacht, dass Xylylbromid bei tiefen Temperaturen kaum in den gasförmigen Zustand übergeht. Auch hier war also die Konzentration zu gering, um dem Feind ernsthaft zu schaden.
Chlorgase und Blasverfahren
Da man mit durch die Artillerie verschossenem Giftgas augenscheinlich Probleme hatte, erfand man etwas Neues: Man nahm nun Chlorgas, das sehr billig zu erhalten war, da es ein Abfallprodukt der chemischen Industrie war. Um den Stoff zum Feind zu bringen, entwickelte Fritz Haber das Habersche Blasverfahren, mit dem das Chlorgas (schwerer als Luft und daher in Bodennähe konzentriert) nicht verschossen, sondern aus Behältern bei entsprechender Windrichtung in die französischen Schützengräben geblasen wurde.
Zum ersten Mal hatte ein Gaseinsatz durchschlagenden "Erfolg": Am 22. April 1915 fielen in Ypern (Belgien) 5.000 Menschen einem deutschen Chlorgaseinsatz zum Opfer, 15.000 weitere erlitten Vergiftungen. Dieses Datum wird heute als Beginn der chemischen Kriegsführung angesehen.
Gegenmaßnahmen, Phosgen und Senfgas
Die nächste Stufe des Gaskrieges wurde von den Franzosen eingeleitet. Sie verschossen Ende Februar 1916 als erste Granaten mit Phosgen. Auf die Wirkung (und vor allem die Spätfolgen) dieses Kampfstoffs gehen die meisten Gastoten des Ersten Weltkriegs zurück. Zu dieser Zeit wurden auch die ersten Gasmasken erfunden. Nach einigen Monaten hatten beide Seiten ihre Soldaten flächendeckend mit Gasmasken ausgerüstet. Die Chemiker reagierten darauf mit einer neuen Entwicklung: Senfgas war ein Kontaktgift und führte zunächst zu schweren Verätzungen der Haut und schließlich zum Tod. Als "Testgelände" verwendeten die Deutschen wieder das Schlachtfeld bei Ypern, im Juli 1917. Seine schädlichste Wirkung entfaltet Senfgas aber an den Augen und in den Atmungsorganen, während die Verätzungen der Haut von den Betroffenen in vielen Fällen überlebt wurden. Senfgas war auf deutscher Seite aufgrund der Markierung auf den Granaten auch als "Gelbkreuz" bekannt. Zudem setzten die deutschen noch Blaukreuzkampfstoffe, so genannte "Maskenbrecher" ein. Sie durchdrangen die Filter der Gasmasken. Reizstoffe zwangen den so angegriffenen, die Gasmaske abzunehmen. Oft wurde dabei bzw. kurz danach der lungenschädliche, meist tödliche Kampfstoff Grünkreuz eingesetzt. Atemnot und Hustenreiz steigerten sich zum Erstickungsanfall. Der Tod trat bei nahezu vollem Bewusstsein ein. Diese Methode wurde verharmlosend „Buntschießen“ genannt. Auch die 12. Isonzoschlacht wurde maßgeblich durch den Einsatz von Giftgas beeinflusst und führte zum Durchbruch bei Karfreit der Österreichischen Truppen, die von Deutschen Verbänden verstärkt worden waren. Die genaue Anzahl der im Ersten Weltkrieg durch Kampfgas Vergifteten und Toten ist nur schwer festzustellen, zumal ein Großteil der Soldaten erst nach dem Krieg an den Spätfolgen verstarb: Schätzungen gehen von etwa 496.000 Vergifteten und 17.000 Toten aus, wobei die Zahl der Toten wahrscheinlich noch höher angesetzt werden muss.
Gebirgskrieg
Der Erste Weltkrieg war der erste Krieg, welcher auch im Hochgebirge im Winter weitergeführt wurde. An der Südfront zwischen Österreich und Italien war der Krieg zu einem Stellungskrieg im Hochgebirge ausgeartet.
Vom Stilfser Joch an der Grenze zur Schweiz wurde eine 600 km lange Grenze bis zu den Julischen Alpen gebildet. Während im Osten der Südgrenze die Isonzoschlachten tobten, welche den Materialschlachten an der Westfront um nichts nachstanden, hatte sich insbesondere in den Dolomiten eine bis dahin unbekannte Art von Stellungskrieg entwickelt: die topographischen Bedingungen des Krieges waren eine Novität.
In Tirol wurden nach der Kriegserklärung durch Italien 1915 die Standschützen mobilisiert und an die Südgrenze gebracht, weil sich die Landesschützen in Galizien befanden. Sie kamen in den Karnischen Alpen ebenso zum Einsatz wie in den Dolomiten, rund um den Gardasee und am Ortler und standen den italienischen Alpini gegenüber und hielten die italienischen Soldaten auf, bis die Verstärkung der Landesschützen und Kaiserjäger eingetroffen war.
Handelte es sich im Sommer schon um unwirtliches Gebiet, so war im Winter nicht der Gegner, sondern der Schnee der größte Feind. Die Stellungen mussten von bis zu 12 Metern Schnee freigehalten werden; von der Außenwelt abgeschnittene Stellungen gehörten zum Normalzustand.
Am heftigsten tobte der Kampf im Gebiet der Drei Zinnen und um den Paternkofel - in diesen Kämpfen fiel auch der bekannte Südtiroler Bergsteiger Sepp Innerkofler.
Das Gelände brachte mit sich, dass jeweils die eine Kriegspartei einen Gipfel besetzt hielt, während die andere versuchte, den Gipfel zu erstürmen. Weil dies zumeist nicht möglich war, begann man damit, kilometerlange Stollen durch das Gestein zu treiben, um ohne Feindeinwirkung bis zum Gipfel vordringen zu können. Manchmal wurden die Stollen auch mit Sprengstoff gefüllt und ganze Berggipfel zum Einsturz gebracht (Col di Lana). Noch heute zeugen viele Stollen vom Kampf.
Für die Versorgung und vor allem dem Waffentransport kamen in großem Ausmaß Seilbahnen zum Einsatz, außerdem wurden Klettersteige entwickelt, die Versorgungen über Leitern und entlang von Stahlseilen ermöglichten.
In den Gletschergebieten wurden Stollen durch das Gletschereis getrieben, um Zugriff auf die gegnerischen Lager ohne Feindeinsicht zu erhalten (Marmolata).
Der Stellungskrieg im Hochgebirge musste auf ausgebildete Bergsteiger und Bergführer bauen und führte seinerseits zu einer rasanten Fortentwicklung der Alpinismustechnik.
Erster Weltkrieg an Kolonialschauplätzen
Im ersten Weltkrieg kam es auch auf außereuropäischen Schauplätzen zu Kampfhandlungen, umkämpft waren dabei die deutschen Kolonien. Diese Kämpfe waren in der Regel von wenig Gegenwehr gekennzeichnet, da das Deutsche Reich davon ausging, dass sich das Schicksal der Kolonien durch den Kriegsausgang in Europa entscheiden würde. Bis Februar 1916 fielen sämtliche deutschen Besitzungen, mit Ausnahme Deutsch-Ostafrikas, der Entente in die Hände. Die letzten Einheiten in Deutsch-Ostafrika kapitulierten erst nach dem offiziellen Waffenstillstand in Europa.
Anmerkung des Einsenders: Alles Gute, Oliver Gergel aus Stade
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