Kulturerdteil Südasien

Kategorie: Erdkunde
Eingesendet: 17.03.2007
Wörter: 29210
Autor: Lalalalala
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Kulturerdteil Südasien

1.Südasien

1.1. Einleitung

Der Kulturerdteil Südasien Umfasst die Länder Indien, Nepal, Pakistan, Bhutan, Bangladesch und die Insel Sri Lanka. Allein in Indien leben über 900 Millionen Menschen. Südasien ist die Heimat zweier Weltreligionen, des Buddhismus und des Hinduismus. Ganges und Brahmaputra sind die zwei wichtigsten Flüsse.  Das tief in Indien verwurzelte Kastendenken prägt die Vorlieben und Abneigungen der Menschen. Südasien könnte keine größeren Gegensätze haben; bittere Armut und großer Reichtum, High Tech und Webstuben, Bagalore als „Tempelstadt der Technologie“ und medizinisch unzureichende Verhältnisse in den Dörfern.

1.2. Das Kastensystem

An oberster Stelle des Kastensystems stehen die Brahmanen, welche Priester und Großgrundbesitzer sind. Unter ihnen stehen die Kschatrijas, die Beamte, Soldaten, Grundbesitzer usw. sind. Vaischyas bekleiden die Ämter von Kaufleuten, Händlern, Geldverleihern und anderen. Die Schundras sind meist Bauern, Pächter, Töpfer, Landarbeiter…, die Harijans hingegen (die unberührbaren) sind Fischer, Metzger, Straßenreiniger oder anderes. Das Kastensystem ist ein etwa 4000 Jahre altes System zur Gliederung der Gesellschaft. Man wird in eine Kaste hineingeboren, und kann diese nicht wechseln. Man darf nur Angehörige der gleichen Kaste heiraten. Inzwischen hat sich das Kastensystem aus den ursprünglichen 5 Kasten in mehrere Tausend aufgespaltet.

1.3. Klima

In Indien wird das Wetter durch den Monsun bestimmt. Monsune sind Winde, die beständig wehen, jedoch zweimal jährlich die Richtung ändern. Anfang des Jahres herrscht eine lange Trockenzeit, bis Anfang Juni die Regenzeit anbricht.Der Sommermonsun kommt aus südwestlicher Richtung und nimmt über dem Indischen Ozean viel Feuchtigkeit auf, die dann als Niederschläge abgegeben werden. Der Wintermonsun hingegen nimmt die trockene Luft aus dem inneren Asiens auf. Der Sommermonsun ist fast wie ein Glücksspiel: kommt er pünktlich und bringt genügend Niederschlag haben die Bauern Glück, regnet es zu viel, wird das Land überschwemmt und die Wassermassen können katastrophale Schäden anrichten.Kommt der Regen aber zu spät, können Dürren und Hungersnöte drohen.Um diese Katastrophen abzuwenden wurde vor allem versucht während der Regenzeit so viel Wasser wie möglich zu speichern und Stauteiche anzulegen, die jedoch Stauseen gewichen sind, die über ein Kanalsystem die Erde bewässern.

1.4. Nahrung

Durch das ständige Bevölkerungswachstum ist es immer schwieriger geworden die gesamte indische Bevölkerung mit Lebensmitteln zu versorgen. Durch den Monsun ist der Erntebetrag nicht immer gleich, und die schlechten Arbeitsverhältnisse und die schlechte Besitzaufteilung sind die größten Probleme. Um diese zu bekämpfen hat die indische Regierung immer neue Wege gesucht. 1948 wurde versucht, jedem durch eine Agrarreform genügend Land für die eigene Ernährung zukommen zu lassen, was jedoch durch die Großgrundbesitzer verhindert wurde. Als nächstes wurde 1952-60 versucht mit einem Dorfentwicklungsprogramm die Verhältnisse auf den Dörfern durch eine bessere Versorgung mit Strom, Wasser und Arbeitsgeräten zu verbessern. Zusätzlich wurde der Versuch einer künstlichen Bewässerung unternommen, da der Sommermonsun seinen Regen nicht gleich mäßig verteilt. Durch verschiedene Maßnahmen wurde die Feuchtigkeit so gesteigert, dass man sogar Baumwolle für den Export anbauen konnte.Darauf folgte die „Grüne Revolution“, von der man sich enorme Ertragssteigerungen erhoffte. Dies war eine Unstellung in der Art des Anbaus, bei der ertragreichere Sorten verschiedener Früchte eingeführt wurden, die mit Dünge- und Pflanzenschutzmitteln, sowie einer ständigen Bewässerung betreut werden mussten. Zudem wurden Pumpen und Traktoren benötigt. Die Auswirkungen der Grünen Revolution waren: -  Ertragssteigerung, jedoch mangelnde Verteilung

- Verdrängung der einstigen traditionellen Kulturen und eine dadurch einseitige Ernährung

- meist waren nur die Großbauern in der Lage sich den Unterhalt der Pflanzen zu leisten, die Kleinbauern blieben außen vor

- viele Inder verloren durch die Maschinen ihren Arbeitsplatz

- der Unterschied zwischen armen und reichen Indern vergrößerte sich

Es zeigt sich, dass keine der bisherigen Maßnahmen den gewünschten Erfolg  von ausreichenden Nahrungs- und Verdienstmöglichkeiten brachte, sondern sogarArbeitsplätze abgebaut wurden. Die Hilfe anderer großer Industrieländer ist hier notwendig, da eine ideale Versorgung sonst nicht erreicht werden kann.

2. Menschen in Südasien

2.1. Einleitung

In Indien leben über 900 Millionen Menschen. Damit hat Indien die zeithöchste Bevölkerung nach China, und die Bevölkerung wächst jährlich um ca. 1,7%. In Indien sieht die Bevölkerungspyramide im Gegensatz zu Deutschland wirklich aus wie eine Pyramide. Über 40% der Inder sind unter  15. Doch wieso gibt es so viele Kinder und Jugendliche?

2.2. Kinder

Die Kinder sind für ihre Eltern unentbehrliche Arbeitskräfte, die fast nichts kosten. Sie tragen schon von klein auf zum Lebensunterhalt bei. Nicht umsonst besagt ein Sprichwort: „Ein Kind hat nur einen Mund, aber zwei Hände“. Außerdem sind die Kinder die einzige Altersvorsorge, da es keine staatliche gibt. Die Kinder sind die einzigen, die ihre Eltern ernähren können. Nur wenige Kinder gehen in Indien zur Schule, da sie mithelfen müssen, und so beginnt ihr hartes Arbeitsleben sehr jung.Die Kinder haben meist von Geburt an Probleme, da die Kindersterblichkeit sehr hoch ist, was meist an unzureichender Hygiene oder medizinischer Versorgung liegt. Fast 40% der Todesfälle in Indien sind Kinder.Die Politik versucht die Zwei-Kind Politik durchzusetzen, was schwer ist, wenn Kinder die einzigen sind, die einen im Alter pflegen können.

2.3. Frauen

Die Frauen in Indien sind in vieler Weise benachteiligt. Kaum ein indisches Mädchen geht zur Schule und weniger als 2% der Mädchen in Pakistan lernen lesen und schreiben. Sie sind in Augen ihrer Eltern weit aus weniger wert als die Söhne, da sie für ihre Töchter eine teure Aussteuer bringen müssen. Meistens werden Frauen nur als minderwertig, oder gar als Objekte betrachtet. Die meisten Abtreibungen in Indien sind Mädchen, und Frauen, die mehr Töchter als Söhne zur Welt bringen werden Verachtet. Wenn die Nahrung knapp ist, wird sie eher den Jungen gegeben. Jedes Jahr sterben 1 Mio. weibliche Kinder nur wegen ihres Geschlechts. Die Ziele für die die Frauen kämpfen sind vor allem das gewinnen von Selbstbewusstsein, bessere Lebensbedingungen, die eigene Würde verteidigen und die wirtschaftliche Selbstständigkeit stärken.

3. Der Hinduismus

3.1. Einleitung

Der Hinduismus ist nach dem Christentum und dem Islam die Drittgrößte Weltreligion.Der Hinduismus ist eine henotheistische Religion (der Henotheismus ist ein Glaube bei dem meist nur ein Gott verehrt wird, aber die anderen nicht geleugnet werden). Mehr als 90% aller Hindus leben in Indien. Der Anteil der Hindus an Indiens Gesamtbevölkerung beträgt ca. 80%.

3.2. Heilige Schriften der Hindus

Die  heiligen Schriften der Hindus teilt man in Shruti (das Gehörte) und Smriti (Erinnerung).Shruti bezeichnet das ewige, unwandelbare Wissen, und Smriti die alte Überlieferung, die auf Heilige und Dichter zurückgeht.

Shruti:

-         zur Shruti gehört der Veda welcher aus vier Sammlungen von Hymnen, Sprüchen, Gebeten und Zauberformeln besteht, deren Verse Mantra heißen

-         die älteste Sammlung der Veda ist der Rig-Veda, eine Sammlung der Götterhymnen

-         die Götterhymnen werden in zehn Liederkreise unterteilt, die als Bücher bezeichnet werden

-         der Rig-Veda enthält 1028 Preislieder an die Götter und Rätsellieder

-         der Sama-Veda enthält Opfergesänge

-         der Ayurveda besteht aus Opfersprüchen

-         der Athara-Veda enthält Zauberspruche und Texte philosophischen Inhalts

-         die Brahamanas (Texte der Priester) werden, als sich den Veden anschließende Literatur Veda genannt, ebenso die Aranyakas (Waldbücher) und die Upanishaden, welche auch Vendata genannt werden

-         die Upanishaden sind die wichtigsten der frühen Texte

-         die Veden sind die Instanz auf die sich der Gläubige beruft

-         Texte, deren besondere Bedeutung hervorgehoben werden soll, werden immer wieder als fünfter Veda bezeichnet

Smriti:

-         Smriti ist die Bezeichnung für alle Schriften, welche nach den Upanishaden als heilige Texte überliefert sind, dazu gehören u. a. Rechtstexte, Epen, Puranas und Tantras

-         die wichtigsten Textgattungen sind Sutra, Shastra (Lehrtext) und Bashya (Kommentar)

-         der wichtigster hinduistische Rechtstext ist das Manu-Smriti (das Gesetzbuch von Manu) das seinen Namen trägt weil es die Offenbarung an den Menschenurvater Manu durch den Schöpfergott Brahma enthält

-         Indiens Nationalepen sind das Ramayana und das Mahabharta, welche Jahrhundertelang mündlich vorgetragen werden und nun z. B.  als Stoff für Comics und Fernsehserien verwendet

-         das Ramayana  erzählt von den Abenteuern  Rhamas (einer Inkarnation Vishnus) , seiner Geburt, Kindheit und seiner Frau Sita, deren Entführung durch einen Dämon, ihrer Wiedergewinnung und dem goldenen Zeitalter unter seiner Regierung

-         das Mahabharata beschreibt einen Bruderkrieg zwischen den Bharats und den Kauravas und ihren Vettern, den Pandavas um den Thron, aus dem die Pandavas dank der Hilfe Krishnas als Sieger hervorgehen (Krishna ist ebenfalls eine Inkarnation Vishnus)

-         das sechste Buch, die Bhagavadgita, ist ein philosophisches Lehrgedicht und gleichzeitig das heilige Erbauungsbuch der Hindus

-         die alten Erzählungen (Puranas) handeln von Göttern bzw. Göttinnen sowie deren Beziehungen zueinander, und repräsentieren die Volksreligion

-         die bekanntesten Puranas sind das Vishnu-Puranaund das Bhagavata-Purana, das beliebteste Purana überhaupt

-         die Tantras bzw. Agamas oder Samhitas nehmen die Gedanken der Puranas auf und führen sie weiter, und handeln vor allem von kultischen Aspekten

3.3. Hinduistische Grundbegriffe

Der Brahmin oder Brahama ist Mitglied der priesterlichen Kaste, und allein bevollmächtigt die vedischen Mantras bei Opferungen zu rezitieren. Der Atman ist im Hinduismus das Leben, die Seele und der Geist. Wenn sicht Atman über seiner selbst klar geworden ist erkennt er seine Einheit mit Brahman.Das Samsara ist der Prozess des Lebens, Sterbens und Wiedergeborenwerdens. Die Menschliche Seele (Atman) wird so lange wiedergeboren, bis sie sich über ihre Einheit mit Brahma bewusst geworden ist. In welcher Gestalt die Reinkarnation erfolgt ist vom Karma abhängig. Jede Handlung zieht ein Karma nach sich.   Inzwischen gibt es Wege, dem Samsara zu entrinnen, und Moksha bzw. Mutki (Befreiung von allen Missständen und Leiden).

3.4. Götter

In der Rig-Veda sind 33 Götter bekannt, doch wurden die Götter schon auf 33 Millionen erweitert. Allerdings gibt es auch die Auffassung, dass die unterschiedlichen Namen für die Götter nur verschiedene Bezeichnungen für das höchste Wesen seien. Bekannte Götter sind: Brahma (Weltschöpfer, Aspekt als Schöpfer des Universums), Ganesha (Gott der Weisheit), Vishnu (Weltalter, der Wirkende), Agni (Gott des Feuers) und Shiva (Gott der Auflösung).

3.5. Religiöses Leben

In Indien ist die Religion oft eine Macht, die den Alltag und das soziale Leben bestimmt. Ein grossteil der Bevölkerung lebt in „kleinen“ Traditionen und fühlt sich diesen verpflichtet. Dabei werden meist die Gegebenheiten der Natur in das Leben einbezogen. In allem sprüht der göttliche Funke, und Meer, Bäume und Blumen werden zu Symbolträchtigen Machtträgern. So ist z. B. der Ganges gleich der Göttin Ganga, und die Berge sind Sitz der Göttinnen und Götter. Der Tempel ist Symbol für den ganzen Kosmos, und die Gottesstatue im inneren wird für die Zeit des Gottesdienstes wahrhaft zum leibhaftigen Gott, welcher den Priester als Göttlichen Gast behandelt.

 

 

Diskussion

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Kommentare

  • unbekannt
    Fri, 30 Dec 2011 12:19:37 GMT hihihih von hahahhahha (Gast)

    so gut ist es jetzt auch wieder nicht

  • unbekannt
    Wed, 14 Dec 2011 17:31:43 GMT kake man can you speak german? von sophi (Gast)

    wow

  • unbekannt
    Wed, 30 Nov 2011 14:42:22 GMT Überschrift von HAHA (Gast)

    thx for help it`s nice

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