"Die Verwandlung" von Franz Kafka

Kategorie: lektüre
Eingesendet: 04.02.2008
Wörter: 16495
Autor: Muhu
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"Die Verwandlung" von Franz Kafka

3. Interpretation der Hauptthemen

Bei der Interpretation zu Franz Kafkas Erzählung ‚Die Verwandlung‘ gehen die Meinungen weit auseinander. Offensichtlich ist allerdings, dass das Werk starke autobiographische Züge aufweist. Besonders Kafkas Beziehung zu seinem Vater ist für die Deutung interessant.

Er litt unter seinem übermächtigen Vater, dessen Autorität eine normale Vater-Sohn Beziehung verhinderte. Dieser hatte nie Verständnis für die Interessen seines Sohnes und Kafka selbst bezeichnete sich eher als einen Löwy (Name der Mutter), denn als Kafka.

In ‚Brief an den Vater‘ schreibt Kafka: „Unverständlich war mir immer Deine vollständige Empfindungslosigkeit dafür, was für Leid und Schande Du mit Deinen Worten und Urteilen mir zufügen konntest, es war, als hättest Du keine Ahnung von Deiner Macht“ . Dieser Vaterkomplex, von dem häufig die Rede ist, lässt sich auch im Text belegen, z. B. „er wusste ja [...] dass der Vater ihm gegenüber nur die größte Strenge für angebracht ansah“ oder „es klang schon hinter Gregor gar nicht mehr wie die Stimme bloß eines einzigen Vaters; nun gab es wirklich keinen Spaß mehr“

Auch zwischen Grete und Kafkas Lieblingsschwester Ottla lassen sich Parallelen feststellen, genauso wie zwischen Anna Samsa und Kafkas Mutter. Auch wenn Kafka zu seiner Mutter ein besseres Verhältnis hatte, war sie ihrem Mann, ähnlich wie Gregors Mutter, treu ergeben und unterstützte seine Entscheidungen. In das Werk ‚Die Verwandlung‘ ist also sicherlich auch als Kafkas Auseinandersetzung mit seinen eigenen Familienverhältnissen miteingeflossen.
Das größte Problem bei der Interpretation Kafkas ist, dass die Theorien in so unterschiedliche Richtungen gehen und es daher beinahe unmöglich ist einen klaren Deutungsstrang zu erkennen. Deswegen liegt sogar die Vermutung nahe, der Sinn bestünde gerade darin, dass das Werk sich jeder eindeutigen Interpretation entzieht.

Das zentrale Motiv der Interpretation ist die Verwandlung Gregors. Diese wird oft mit der Verwandlung in Märchen verglichen, in denen häufig Menschen in Tiere verwandelt werden.

Dabei ist oft von einer Bestrafungsverwandlung die Rede, die von einer höheren Macht ausgeht.

In Gregors Fall wird die Frage nach dem Grund bis zum Schluss nicht beantwortet, auch gibt es die typische Erlösung bei ihm nicht, er findet sie erst im Tod . Außerdem fragt man sich, warum sich Gregor so gut wie gar nicht über seinen Zustand wundert und sich nur fragt, wieso er den Wecker überhört hat und wie er noch rechtzeitig zum Zug kommen soll. Diese unrealistische Verhaltensweise führt zu Theorien, welche die gesamte Erzählung als Traum, bzw. Alptraum deuten. Allgemein kann Gregors Metamorphose als Flucht gesehen werden. Durch die Verwandlung verweigert er sich gewissermaßen dem gesellschaftlichen und beruflichen Druck und findet dadurch eine Art Erlösung. Das wird schon daran deutlich, dass Gregor am Morgen seiner Verwandlung verschläft und überlegt was wäre wenn er einfach mal nicht zur Arbeit erscheinen würde, was eigentlich untypisch für ihn ist.

Allerdings geht es in Kafkas Erzählung nicht nur um Gregors Verwandlung, sondern auch um die der Familie. Besonders stark ist der Wandel bei Grete (siehe Charakteristik). Dabei ist besonders interessant, dass eine innere und eine äußere Verwandlung stattfindet. Während bei Gregor nur eine äußerliche Verwandlung stattfindet, ist ein starker innerer Wandel bei den Familienmitgliedern zu spüren. Die äußere Schreckensgestalt Gregors dient in Wirklichkeit nur als Spiegel für die innere Grausamkeit der Familie. Der innere Wandel wird z. B. daran deutlich, dass die Eltern sowie die Schwester einen Beruf ergreifen und nach Gregors Verwandlung förmlich aufblühen. Besonders zu spüren ist die neue Macht des Vaters, der wieder die Rolle als Familienoberhaupt einnimmt.

Bleibt abschließend noch die Frage, warum Kafkas Protagonist ausgerechnet zu einem Ungeziefer wird. Das Ungeziefer symbolisiert das Außenseitertum und die Minderwertigkeit, so wird auch Gregor von der Familie nur noch als unnützer Käfer gesehen, der nichts mehr zur Gemeinschaft beitragen, kann. Die Frage lässt sich auch mit einem Hinweis auf den ‚Brief an den Vater‘beantworten: „Ohne ihn [Löwy] zu kennen, verglichst Du ihn in einer schrecklichen Weise, die ich schon vergessen habe, mit Ungeziefer, und wie so oft für Leute, die mir lieb waren, hattest Du automatisch das Sprichwort von den Hunden und Flöhen bei der Hand.“ Es ist eine gewisse Ironie, dass Gregors Vater, der Kafkas Vater doch in vielen Dingen ähnelt, ausgerechnet einen Käfer zum Sohn hat.

4. Charakteristik der Hauptfiguren

4.1. Gregor Samsa:

Gregor Samsa ist von Beruf Handelsvertreter und arbeitet hart um seine Familie zu ernähren. Er hasst seine Arbeit, bei der er viel reisen muss und daher keine festen Bindungen zu Menschen aufbauen kann. Gregor Samsa ist ein sehr pflichtbewusster Mensch, der trotz der Abneigung gegen seinen Beruf, immer pünktlich zur Arbeit erscheint. Am liebsten würde er einfach kündigen, doch er muss die Schulden des Vaters bei seinem Chef abbezahlen. Generell opfert er sich sehr für seine Familie auf. Sie erhält auch den Großteil seines Verdienstes, für sich selbst behält er nur einen kleinen Teil. Trotzdem ist er stolz darauf, dass er der Familie „ein solches Leben in einer so schönen Wohnung hatte verschaffen können“ . Diese schon fast krankhafte Aufopferung, behält er selbst nach seiner Verwandlung bei. Er versucht zum Beispiel mit ungeheurer Anstrengung ein Leinentuch über das Kanapee zu werfen, nur um der Schwester seinen Anblick zu ersparen und selbst am Ende, als die Familie beschließt ihn loszuwerden denkt er noch mit „Liebe und Rührung“ an sie zurück und „seine Meinung darüber, dass er verschwinden müsse, war womöglich noch entschiedener, als die seiner Schwester“ . Gregor sieht seine Schwester als Verbündete. Sie ist seine einzige Kontaktperson und er sucht Trost und Zuflucht bei ihr. Deshalb will er auch nicht wahrhaben, dass sie sich nur wegen dem Respekt der Eltern um ihn kümmert. Trotz Gregors Duldsamkeit und Verständnis für seine Familie, zeigt sich doch gegen Ende seine Wut und Enttäuschung über ihr Verhalten ihm gegenüber, was eigentlich eher untypisch für Gregor ist z B. auf S. 48 oder S. 47, Z.32. Es ist das erste Mal, dass er seine eigenen Bedürfnisse über die der Familienmitglieder stellt.

4.2. Der Vater:

Vor Gregors Verwandlung ist der Vater ein alter, gebrechlicher Mann. Sein Geschäft ist vor Jahren pleite gegangen und er hat Schulden bei Gregors Chef, die sein Sohn abbezahlen soll. Doch durch Gregors Verwandlung blüht der „senile Greis, der müde im Bett vergraben oder hinter der Zeitung dahindämmerte“ , plötzlich wieder auf. Denn als Gregor durch die Verwandlung sowohl seine Versorgerrolle als auch seine Selbstständigkeit einbüßt, gewinnt der Vater seine Autorität innerhalb der Familie zurück. Das zeigt sich vor allem in seiner Arbeit als Portier eines Bankinstituts, die ihm die wirtschaftliche Macht und Rolle als Familienoberhaupt zurückgibt. Er trägt seine Uniform sogar zu Hause (vgl. Abb.4) um Gregor klar zu machen, dass er jetzt der Ernährer der Familie ist und man auch ohne Gregors finanzielle Unterstützung gut zurecht kommt. Der Vater ist nun wieder in einer Postition, in der er absoluten Gehorsam vom Sohn fordern kann („es klang schon hinter Gregor gar nicht mehr wie die Stimme eines Vaters; nun gab es wirklich keinen Spaß mehr“ ). Der Vater wird laut Benno von Wiese als „Urfeind, der ihn [Gregor] am liebsten vernichten möchte“ dargestellt. Tatsächlich begegnet er dem Ungeziefer, mit einer unerbittlichen Gewalt , an deren Folgen Gregor schließlich stirbt. Der Vater scheint in der Familie noch am wenigsten Mitleid mit Gregor zu haben und bekämpft ihn „gleichzeitig wütend und froh“ .

4.3. Die Schwester:

Gregors jüngere Schwester Grete ist das Nesthäckchen in der Familie. Sie besitzt als einzige eine künstlerische Begabung, nämlich das Violine spielen. Zu ihrem Bruder Gregor hat sie eine besonders innige Beziehung. Beide bilden eine gewisse Einheit gegen die Eltern. Das wird beispielweise an Gregors „heimlichen Plan“ deutlich, seiner Schwester den Besuch eines Konservatoriums zu ermöglichen, obwohl diese Idee den Eltern missfällt. S31
Gregor selbst beschreibt seine 17-jährige Schwester als Kind, deren Alltagsbeschäftigung darin besteht „sich nett zu kleiden, lange zu schlafen, in der Wirtschaft mitzuhelfen, an ein paar bescheidenen Vergnügungen sich zu beteiligen und vor allem Violine zu spielen“ .
Grete macht in der Familie den stärksten Wandel durch. Sie entwickelt sich von einem unselbstständigen, sensiblen Mädchen zu einer selbstbewuss ten jungen Frau (S.56, Z.7-8). Auch in ihrem Verhalten zu Gregor wird ihr Wandel deu tlich. Zu Anfang kümmert sie sich fürsorglich um ihn, sie bringt ihm das Essen und ist aufmerksam seinen Bedürfnissen gegenüber. Es scheint so als sei Grete die einzige in der Familie, die den Käfer, vor dem sie sich eigentlich ekelt, als ihren Bruder Gregor anerkennt. Doch nach und nach geht es ihr immer mehr um die Anerkennung der Eltern, die sie früher immer nur als ein „nutzloses Mädchen“ gesehen haben. Gregors Verwandlung ist ihre Chance sich in der Familie zu behaupten und Verantwortung zu übernehmen. Sie sieht sich als eine Vermittlerin zwischen dem verwandelten Bruder und den Eltern und wird sogar zynisch als „Sachverständige“ in allen Angelegenheiten die Gregor betreffen, beschrieben (S. 37-38). Doch auch Grete versteht ihn nicht wirklich und er wird ihr immer mehr zum lästigen Haustier, dem sie „morgens vor der Arbeit eiligst mit dem Fuß irgendeine beliebige Speise ins Zimmer schob“ . Am Ende ist sie es, die das Urteil gegen ihren Bruder ausspricht (S. 56). Dieser Verrat macht sie eigentlich zum grausamsten aller drei Familienmitglieder, da sie Gregor am nächsten stand.

4.4. Die Mutter:

Anna Samsa, Gregors Mutter, ist eine schwächelnde, ältere Frau, die unter Asthma und häufigen Ohmachtsanfällen leidet. In der Familie nimmt sie zunächst eine passive schon fast hilflose Rolle ein, doch auch sie vollzieht einen Wandel. Als der Vate r Gregor angreift, ergreift sie die Initiative und versucht ihren Sohn zu beschützen (S. 43-44). Anna Samsa steht in Konflikt zwischen ihrer Rolle als Ehefrau und Mutter. Zum einen muss sie als Ehefrau die Entscheidungen ihres Mannes unterstützen, der wenig Mitleid mit dem Käfer Gregor hat, andererseits ist sie immer noch die liebende Mutter, die ihr Kind vor allem Bösen beschützen will. Sie ist zwar besorgt um Gregor, dennoch will sie seine Verwandlung nicht richtig wahrhaben und ist immer noch der Meinung ihr Sohn käme bald wieder zurück. Sie ist es außerdem, die sich von allen Familienmitgliedern am meisten vor Gregors neuer Gestalt ekelt. Trotz allem besitzt sie ein erstaunliches Feingefühl für die Bedürfnisse ihres Sohnes. Dies wird beim Ausräumen seines Zimmers deutlich, „ihr bedrücke der Anblick der leeren Wand geradezu das Herz; und warum sollte nicht auch Gregor diese Empfindung haben, da er doch an die Zimmermöbel längst gewöhnt sei und sich deshalb im leeren Zimmer verlassen fühlen werde“ .

5. Aufbau, Stil und Sprache

Die Erzählung ist in drei, etwa gleich lange, Kapitel unterteilt. In jedem der drei Teile versucht Gregor aus seinem Zimmer auszubrechen und wird jedesmal von der Familie heftig zurückgewiesen. Der Einstieg in die Handlung ist unvermittelt, der Leser befindet sich sofort mitten im Geschehen.
Die Erzählung wird aus der Perspektive eines personalen Erzählers geschildert. Friedrich Beißner spricht auch vom Einsinnigen Erzählen. Der Erzähler tritt dabei hinter den Figuren zurück, man sieht sozusagen alles „durch die Augen“ einer Person. Meist ist es Gregor aus dessen Blickwinkel, der Leser das Geschehen verfolgt. Die personale Erzählperspektive wird hin und wieder durch einen auktorialen Erzähler unterbrochen, zum Beispiel: „Der Wunsch Gregors, die Mutter zu sehen, ging bald in Erfüllung“ . Im Epilog wechselt Kafka dann endgültig in die auktoriale Erzählperspektive über, der nun von außen über die verbleibenden Familienmitglieder berichtet.

Kafka verwendet eine sehr sachliche, nüchterne Sprache, die im starken Gegensatz zum Inhalt steht, der eher ungewöhnlich oder phantastisch ist. Das Ungeheuerliche wird ganz selbstverständlich oder alltäglich beschrieben. Dadurch wird eine Irrealität erzeugt, die manchmal befremdend auf den Leser wirkt, was letztendlich den ‚kafkaesken‘ Stil ausmacht. Auffällig sind außerdem die detaillierten und oft eigenwilligen Beschreibungen mit vielen Adjektiven und Einschüben, z. B.: „Gregor sah seinen gewölbten, braunen, von bogenförmigen Versteifungen geteilten Bauch, auf dessen Höhe sich die Bettdecke, zum gänzlichen Niedergleiten bereit, kaum noch erhalten konnte“ . Die Sätze sind oft umfangreich und enthalten zahlreiche Informationen und Aussagen, die durch Einschübe eingeschränkt oder ergänzt werden. Trotz der vorwiegend nüchternen Sprache, ist hin und wieder ein feiner ironischer Unterton spürbar, z. B.: „Und aus Zartgefühl, da sie wusste, dass Gregor vor ihr nicht essen würde, entfernte sie sich eiligst und drehte sogar den Schlüssel um, damit nur Gregor merken könne, dass er es sich so behaglich machen dürfe, wie er wolle“ , oder „der Vater war nicht in der Stimmung, solche Feinheiten zu bemerken“ . Das Komische, manchmal sogar Satirische, lockert die düstere Atmosphäre auf und ist typisch für den kafkaesken Stil, z.B. als die Schwester „aufs Höchste beleidigt, ins Wohnzimmer lief und [...] in einen Weinkrampf ausbrach [...] der Vater rechts der Mutter Vorwürfe machte, [...] links dagegen die Schwester anschrie“ .

7. Interpretation der Lieblingsstelle

„War er ein Tier, da ihn Musik so ergriff? Ihm war als zeige sich ihm der Weg zu der unbekannten Nahrung. Er war entschlossen bis zur Schwester vorzudringen [bis Zeile 37]“

Diesen inneren Monolog führt Gregor im dritten Kapitel, während er dem Violinenspiel seiner Schwester lauscht. Sie spielt für die drei neuen Untermieter mit denen die Familie zu Abend isst. Gregor, der von der Musik angelockt wird, stielt sich trotz seiner starken Verletzungen ins Zimmer. Während er seinen inneren Monolog führt, kriecht er näher heran, bis er von einem der Untermieter entdeckt wird. Die Männer sind empört und drohen mit ihrem sofortigen Auszug. Nach Gregors Rückzug in sein Zimmer, beschließt die aufgebrachte Familie, dass der Käfer weg muss. Noch in der gleichen Nacht stirbt Gregor.

Die Textstelle beschreibt Gregors Verzweiflung und seinen dringenden Wunsch nach menschlicher Nähe. Müdigkeit, Enttäuschung und die starken Schmerzen führen dazu, dass er nicht mehr klar denken kann, sonst wüsste er, dass die Schwester niemals in sein Zimmer kommen würde um für ihn Violine zu spielen. Die Rührung, die er beim Hören der Musik empfindet, erinnert Gregor an seine Menschlichkeit („War er ein Tier, da ihn Musik so ergriff?“ ). Die Musik ist wie Nahrung für ihn, denn trotz seiner Erschöpfung legt er den Weg zum Wohnzimmer, der ihm im Nachhinein unendlich lang vorkommt, ohne große Schwierigkeiten zurück. Eine unheimliche Wut und Aggression keimt in dem sonst so ruhigen, friedlichen Gregor auf. Er will seinen Angreifern „entgegenfauchen“ und seine Schwester verteidigen, die für ihn schon fast eine Heilige zu sein scheint. Dabei sieht er alles und jeden, außer ihr, als Feind, sogar seine Eltern. Hier zeigt sich sein verzweifelter Hass auf die menschliche Entwertung, den Verrat seiner Familie, die emotionale Kälte und das Ausgestoßensein aus der Gemeinschaft. In dieser Szene bringt Gregor noch ein letztes Mal all seine Kräfte auf, bevor er sich in sein Zimmer zurückzieht und schließlich vor Erschöpfung und Einsamkeit stirbt.

8. Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse

Abschließend kann man sagen, dass man Kafkas Werk ‚Die Verwandlung‘ immer im Zusammenhang mit dem biographischen Hintergrund sehen muss. Viele Hinweise darauf findet man im ‚Brief an den Vater‘, in dem Kafka seine innersten Gedanken über das Familienleben offenbart. Insgesamt ist es aber schwierig einen eindeutigen Interpretationsstrang zu finden, das Werk entzieht sich auf seine Weise der Interpretation und folgt einer eigenen Logik. Gerade das ist auch die Grundlage für den ‚kafkaesken‘ Stil, bei dem Seltsames zum Alltäglichen erklärt und somit ein realistischer Alptraum geschaffen wird.

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