Der vorliegende Sachtext „Die ganze Welt ist eine Bühne. Theater in der politischen Bildung“ wurde von Gottfried Böttger verfasst. Der Artikel erschien 1997, in Stuttgard, in der Zeitung „praktische Bildung“ und wurde auf den Seiten 83-94 veröffentlicht. Es werden die Fragen behandelt, in wie weit Theater die politische Bildung steigert, wie das Theater diese Wirkung erzielt und welcher der effektivste Weg ist, die Menschen zu bilden.
Diese Fragen werden im Sachtext, welchen ich in 5 Sinnabschnitte unterteile, beantwortet. Böttger stellt Thesen und Fragen im ersten Abschnitt (Z. 1-12) auf. Böttger stellt sich die einleitende Frage, was also könne, was solle Theater der politischen Bildung leisten. Das erste Ziel ist es, Rationalität zu erreichen. Der Mensch soll sich mit der Welt auseinandersetzen und historische, politische und gesellschaftliche Prozesse nachvollziehen können. Anschließend kommt er zur Hauptfrage des Sachtextes, ob diese Zielsetzung ausreiche und ob nicht auch andere Saiten menschlicher Existenz mit zum Klingen gebracht werden müssten. Böttger behauptet, dass Emotionen eine Stärke von Theater seien. Eine neue Möglichkeit wird damit aufgezeigt, die Menschen zu bewegen, aktiv zu werden und sich zu erinnern.
Um weiter auf diese These einzugehen, folgt im zweiten Sinnabschnitt (Z. 13-16) eine Einleitung in Brechts Theorie und dem Gegensatz, des aristotelischen Theaters. Brecht verzichtet in seinen Dramen auf Emotionen und Einfühlung.
Im dritten Sinnabschnitt (Z. 17-38) legt Gottfried Böttger Vermutungen für den Erfolg Brechts dar. Außerdem behauptet er, dass heutige Theateraufführungen Brechts emotionaler seien. Das Theater soll keine Aufführung zeigen, die Offenheit von Kunst in Eindeutigkeit umwandeln würde. Der Mensch kann somit Widersprüche erkennen und feststellen, dass es oftmals mehrere Wahrheiten gibt. Und durch diese Eigenschaften ist der Mensch kommunikativer.
Ein weiteres Argument wird im vierten Sinnabschnitt (Z. 39-48) dargelegt. Die Menschen halten sich in virtuellen Welten auf, sodass die Kommunikation und Wahrnehmung eingeschränkt wird. Theater ist wichtig, denn es gehe dort um eine lebendige Begegnung zwischen Bühne und Zuschauerraum.
Gottfried Böttger leitet seinen Sachtext mit einer Rhetorischen Frage ein (Z. 1). Er kennt die Antwort, doch er redet durch die Frage den Leser an, im voraus nachzudenken. Zusätzlich wird der Leser so auf den folgenden Text vorbereitet. Die Rationalität wird als wichtig und als Grundgerüst der politischen Bildung eingeschätzt (Z. 1-2). Schon in Zeile 4 wird eine neue indirekte Frage an den Leser gestellt („Die Frage ist nur, ob diese Zielsetzung ausreicht und ob nicht auch andere Saiten menschlicher Existenz mit zum Klingen gebracht werden müssten.“), so denkt der Leser erneut nach, Böttger stellt mit dem Bezug auf Siegfried Schieles Plädoyer (Z. 6-9) seine Meinung im ersten Abschnitt dar. Er stützt sich auf die Argumente Schieles und erscheint dem Leser überzeugend.
Berthold Brecht wird im dritten Sinnabschnitt kritisiert und seine Theorie widerlegt. Gottfried Böttger sagt aus, dass Brecht zwar heutzutage noch erfolgreich ist (Z. 17-18), doch spekuliert Böttger darauf, dass die heutigen Darstellung nicht mehr im Sinne Brechts sind, sondern viel emotionaler, (Z. 21 „Doch sagen diese Zahlen allein noch nichts darüber aus, wie ernst heutige Inszenierungen die Anweisungen des Meisters nehmen.“). Der Leser denkt nun, dass Brecht nur Erfolg hat, da neue emotionale Elemente in das Stück Brechts eingeflossen sind. Gottfried Böttgers Theorie eines Theaters, das emotionaler ist, aber auch auf Verstand aufbaut und somit der politischen Bildung nützlicher ist, wird verstärkt.
Gottfried Böttger ist der Meinung, dass die Politik Kontroversen und Widersprüche deutlich machen möchte. Der Leser erfährt in Zeile 35-38, dass Verunsicherung nichts Schlechtes ist, sondern etwas Gutes, denn der Mensch wird kommunikativer durch viele Widersprüche und Wahrheiten. Die Wirkung ist, dass sich jeder Leser angesprochen fühlt und sogleich durch das Theater kommunikativer werden möchte. Ein weiteres aussagekräftiges Argument Bötggers folgt im vierten Abschnitt. Die Menschen verschließen die Augen und führen „nur noch“ indirekte Kommunikation (Z. 39-40), so werden Orte, an denen die Menschen gut kommunizieren können, wichtiger. Der Leser erfährt zugleich, wo er einen solchen Ort finden kann, denn Böttger nennt das Theater (Z. 43). Um dem Leser zu zeige, dass Theater etwas ist, das man nicht ersetzen kann, bezeichnet Böttger das Theater als einmalig. Jeder Leser möchte so bei einem Theater teilnehmen, um etwas Einmaliges zu erleben. Gottfried Böttgers Meinung zur Leistung des Theaters zur politischen Bildung wird im letzten Sinnabschnitt sehr deutlich (Z. 50-55). Auch im Schluss seines Sachtextes bezieht Böttger sich auf bedeutsame Personen (Z. 52 „Seine Stärke liegt, wie Peter Brook es ausgedrückt hat, darin,…“). Durch diese Verstärkung seiner Argumente wirkt Gottfried Böttger für den Leser überzeugend. Außerdem werden dem Leser die Zusammenhänge zwischen dem vernünftigen Denken und dem emotionalen Fühlen deutlich (Z. 55-57). Politische Bildung kommt ohne ein Theater, welches emotional und rational ist, nicht aus (Z. 57-60). Der Leser stellt fest, dass Gottfrieds Theorie sehr wichtig ist und schließt sich dieser an.
Gottfried Böttger argumentiert meiner Meinung nach sehr logisch und seine Aussagen sind besonders überzeugend, da er sich z.B. auf bedeutsame Regisseure bezieht. Ich kann mich seiner Theorie anschließen.
Anmerkung des Einsenders:
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Die ganze Welt ist eine Bühne. Theater in der politischen Bildung
Gottfried Böttger
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