Hugo von Hofmannsthal (Vorfrühling)

Kategorie: Gedichtsinterpretationen
Eingesendet: 16.07.2008
Wörter: 3928
Autor: try
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Hugo von Hofmannsthal (Vorfrühling)

Das Gedicht „Vorfrühling“ wurde 1892 zur Zeit des Symbolismus von Hugo von Hofmannsthal verfasst. Hugo von Hofmannsthal beschreibt die Welt, wie sie nach einem Untergang aussieht und wie diese langsam erneuert wird. Die Intention des Autors ist, die herrschende Untergangsstimmung aufzuzeigen und die Menschen anzuregen, eine Erneuerung vorzunehmen und somit ihr Leben zu verbessern.

Das Gedicht ist in neun Strophen unterteilt. In der ersten Strophe weht der Frühlingswind durch kahle Alleen und bringt etwas Merkwürdiges mit sich. Was genau dieses Merkwürdige ist, erfährt man nicht. Der Weg des Windes wird in der zweiten Strophe deutlich. Der Wind weht am Weinen und am zerrütteten Haar vorbei. In der nächsten Strophe schüttelt er Akazienblüten von einem Baum hinunter und kühlt die Glieder eines oder mehrerer Menschen. In der vierten Strophe wird der Weg des Windes über ein Lächeln und über die Natur fortgeführt. Als nächstes weht er durch eine Flöte und lässt einen Ton ertönen. Der Himmel dämmert. In der sechsten Strophe fliegt der Wind leise durch ein Zimmer und löscht ein Licht. Die siebte Strophe ist eine Wiederholung der ersten Strophe. In der vorletzten Strophe wird beschrieben, wie der Wind durch eine kahle Allee weht und blasse Schatten hervorruft. Der Wind ist seit einer Nacht vorhanden und bringt einen Duft mit sich.

Die neun Strophen des Gedichtes haben jeweils vier Verse. Jeder Vers besteht aus drei bis vier Wörtern. Das Reimschema in den ersten sieben Strophen ist der Kreuzreim. Die vorletzte Strophe ist ein Umarmender Reim. In der letzten Strophe reimt sich der zweite und vierte Vers, der erste und dritte Vers jedoch nicht. Die erste Strophe ist identisch mit der siebten Strophe. Der erste und dritte Vers einer Strophe sind immer Hauptsätze, der zweite und vierte Vers sind immer Nebensätze. Vorwiegend werden Metaphern als Rhetorisches Mittel verwendet (Strophe 5, Vers 1-2 „Er glitt durch die Flöte Als schluchzender Schrei,…“, …).

Der Wind wird das ganze Gedicht über als Metapher verwendet. Er stellt die Erneuerung dar. Er bringt eine Frische, einen neuen Duft in das Leben der Menschen. Die Nacht war dunkel und voller Leid, doch dann kommt die Dämmerung und der Wind weht über das Land. Die Nacht ist eine Metapher für den Untergang. Die Dämmerung ist eine Verbindung zu dem Titel des Gedichts „Vorfrühling“. Der Vorfrühling stellt den Übergang von Winter zu Frühling dar. Dies kann man mit der Abhängigkeit des Tages von der Dämmerung vergleichen. Der Tag ist in diesem Fall das neue Lebe, welches klar und besser für die Menschen ist. Der Wind, also die Erneuerung, hilft den Menschen, die über ihr Elend weinen, ein neues Leben anzufangen. Das zerrüttete Haar stellt die Unordnung und Orientierungslosigkeit der Menschen dar. Die Erneuerung schafft neue Perspektiven. Die atmend glühenden Glieder sind die Körper der Menschen. Die Menschen arbeiten und ihr Körper wird durch die Anstrengung erhitzt. Die Erneuerung erleichtert die Arbeit oder lässt eine Pause zu, sodass sich die Körper von der Erschöpfung erholen können. Durch die neue Perspektive können die Menschen wieder lachen. Der Frühlingswind wird als seltsam bezeichnet, da er etwas Neues in sich trägt, welches die Menschen nicht kennen. Zu dieser Zeit war alles, was die Menschen nicht verstanden, merkwürdig, komisch und seltsam.
Das Gedicht wurde zu der Zeit des Naturalismus geschrieben. Den Menschen, insbesondere den Arbeitern, ging es schlecht und sie lebten in Elend. Sie schufteten für geringen Lohn den ganzen Tag in Fabriken. In den Köpfen der Menschen herrschte Untergangsstimmung. Diese war sozusagen auch begründet, da viele an Hungersnot starben. Hugo von Hofmannsthal verfasste dieses Gedicht aus Hoffnung auf eine Verbesserung der Arbeitsverhältnisse und Gesellschaft durch seine Kritik.

(keine Versangaben, jedoch alles von mir belegbar // Naturalismus mit Symbolismus verwechselt?)

Anmerkung des Einsenders: Alle Analysen sind von mir geschrieben

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