| Kategorie: | Gedichtsinterpretationen |
|---|---|
| Eingesendet: | 30.07.2005 |
| Wörter: | 4511 |
| Autor: | marymaus90 |
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Interpretation des Gedichts „Das Karussell“ von Rainer Maria Rilke
Dargestellt wird ein Kinderkarussell aus der distanzierten Sichtweise des Erwachsenen, der durch genaues, aber auch nachdenkliches Beobachten dessen Wesen wahrnimmt und zugleich enthüllt. Aus einiger Entfernung ist es dem Betrachter ermöglicht, das Karussell als ein Ganzes „mit seinem Dach und seinem Schatten“ (Vers 1) , sowie den gesamten „Bestand“ (Vers 2) an Tieren zu erfassen.
Dennoch erlaubt es die Perspektive des Betrachters, auch zahlreiche Einzelheiten aus diesem „Bestand“ herauszulösen. Bezeichnend für diese Bestandsaufnahme ist der Bild an Bild reihende Erzählstil, erkennbar an der neunmaligen Wiederholung der Konjunktion „und“ (Vers 7, 11, 12, 15, 16, 20, 21, 22 und 25), wodurch alle beobachteten Details zum Ganzen zusammengefügt werden. Im einzelnen werden genannt: „der Bestand von bunten Pferden“ (Vers 2/3), „ein böser roter Löwe“ (Vers 7) , „ein Hirsch /.../ ganz wie im Wald“ (Vers 9) und gleich dreimal ein „weißer Elefant“ (Vers 8, 15 und 20).
Die Farbgebung der Tiere verdeutlicht, daß es sich nicht um möglichst naturgetreue, sondern um spielzeughafte Nachbildungen dieser Tiere handelt. Das Karussell wird somit zunächst vordergründig als ein typischer Bestandteil eines Jahrmarktes, der allein der Belustigung, aber auch der Illusionserzeugung der Kinder dient, wahrgenommen.
So richtet sich die Aufmerksamkeit des Betrachters auch auf die Kinder. Exemplarisch werden zunächst „ein kleines blaues Mädchen“ (Vers 11), das auf dem Hirsch reitet, und „ein Junge“ (Vers 12) , der „sich mit der kleinen heißen Hand“ (Vers 13) auf dem Löwen festhält, genannt.
Aber auch andere Mädchen werden in Vers 17 genannt. Sie sind „diesem Pferdesprunge / fast schon entwachsen“ (Vers 17/18) und erscheinen auf diesem Kinderkarussell etwas deplaziert.
Die Welten der Kindheit und des Erwachsenseins treffen hier zusammen. Zugleich wird dem Betrachter die rasche Vergänglichkeit der Kindheit bewußt. Die fast schon erwachsenen Mädchen versuchen, sich mit Hilfe des Karussells einen Teil ihrer Kindheit zu bewahren; vielleicht sehnen sie sich in die schönen, unbeschwerten Tage ihrer Kindheit zurück und wollen noch nicht erwachsen sein.
Doch ebensowenig wie diese Mädchen die Kreisbewegung des Karussells aufhalten und das Ende der Fahrt verhindern können („und das geht hin und eilt sich, daß es endet“ , Vers 21), sind sie in der Lage, das Ende ihrer Kindheit abzuwenden. Ja, je älter man wird, umso schneller scheint die Zeit an einem vorüberzufliegen.
So nimmt auch die Kreisbewegung des Karussells in unserem Gedicht ständig zu: nachvollziehbar wird diese Geschwindigkeitssteigerung an der immer rascher wieder auftauchenden Figur des weißen Elefanten. Zum erstenmal wird er nach sieben Versen erwähnt ( „Und dann und wann ein weißer Elefant“ , Vers 8). Beim zweitenmal braucht es nur noch sechs Verse, um ihn wiederkehren zu lassen (Vers 15) und zuletzt erscheint er schon nach vier Versen wieder
Die rasant sich steigernde Geschwindigkeit des Karussells zeigt sich besonders auch in der gesamten letzten Strophe. Konnte der Betrachter bisher die Einzelheiten deutlich erkennen und unterscheiden, so ist dies nunmehr unmöglich geworden. Die Bilder verwischen, werden ungegenständlicher, schließlich sogar abstrakt („Ein Rot, ein Grün, ein Grau vorbeigesendet“, Vers 23).
Im letzten Vers schließlich wird die ganze Drehbewegung des Karussells in einem einzigen Bild zusammengefaßt, das zugleich Schlüssel zum tieferen Verständnis des Gedichts ist: das Karussell bedeutet „atemloses, blindes Spiel“ (Vers 27). Es steht symbolhaft für die Kindheit, zu der Illusion und Spiel unabdingbar dazugehören; gleichzeitig entlarvt es die Kindheit aber auch als Scheinwelt, die von den Kindern selbst nicht als solche erkannt wird (sie sind im Spiel), wohl aber von dem außenstehenden Betrachter, der mit leiser Melancholie diesem Spiel zuschaut und sich vielleicht zurückbesinnt.
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Mh!
meine klassenlehrerin hat mit uns das gedicht bearbeitet und also sie diese
interpretation gelesen hat war sie schockiert ! .. ich hab zwar selber keine
ahnung von interpretation aber ich denke mal sie schon. inhaltlich trifft es
einfach nicht den kern des gedichtes und es ich total noch ausbaufähig ! ;)
Dein Text hat mir sehr geholfen, da ich nicht gut interpretieren kann. Wir haben
jedoch gelernt, dass in einer Interpretation eine Inhaltsangabe nicht fehlen
darf.
wirklich gut...wir schreiben morgen ein Deutsch-Arbeit und ich muss sagen, dass
ist weitaus besser, als das was wir bisher in der Schule hatten und ich in der
Lage bin zu schreib....
MEIN RESPEKT!
ich hätte es eher als leben interpretiert.und du hast auch nichts zum gedicht
aufbau gesagt.Das ganze durcheinander hätte auch gedeutet werden müssen.
und der weisse elefant,er ist so wichtig.
aber wenn du es noch mal überarbeitest könnte es wircklich sehr sehr gut werden.
Die Gedanken wirklich schön ausformuliert und gut mit den entsprechenden Versen
gestützt - gefällt mir gut.
hey danke, hat mir echt geholfen
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hey danke, hat mir echt geholfen
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