Das Göttliche (J.W.v.Goethe)

Kategorie: Gedichtsinterpretationen
Eingesendet: 12.11.2005
Wörter: 9999
Autor: Magneusel
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Das Göttliche (J.W.v.Goethe)

In dem Gedicht „Das Göttliche“ von Johann Wolfgang von Goethe, das zur Zeit der Klassik geschrieben wurde, appelliert Goethe an die Menschen sich besser zu verhalten und weißt sie darauf hin, dass sie göttlich sind.

Im Folgenden wird dieses Gedicht interpretiert. Dabei wird zuerst die Form wie zum Beispiel Strophen, Verse und Reimschema näher beschrieben. Danach steht der Inhalt jeder einzelnen Strophe  im Mittelpunkt. Auch spielt dann die Sprache und deren Funktion eine wichtige Rolle.

Zum Schluss werden die Ergebnisse zusammengefasst und bewertet.

 

Goethes Gedicht besteht aus 10 Strophen, wobei die meisten Strophen sechs Verse haben. Die dritte und die sechste Strophe bestehen jedoch aus sieben beziehungsweise fünf Versen. Die Länge der einzelnen Verse ist konstant und es ist kein Reimschema vorhanden.

 

In der ersten Strophe fordert Goethe den Mensch auf gut und hilfsbereit zu sein. Er sagt, dass allein diese Eigenschaft ihn von allen anderen Lebewesen  unterscheidet. Der Imperativ „Edel sei der Mensch, hilfreich und gut!“ unterstreicht das von ihm Geforderte noch einmal besonders.

Die zweite Strophe sagt, dass der Mensch die höheren Wesen nachahmen sollte. Goethe nimmt mit diesem Imperativ das Göttliche, wie zum Beispiel Gott oder Engel, als Maßstab. Er meint, dass der Mensch ihnen gleichen soll, damit man an die höheren Wesen glauben kann.

 

Die dritte, vierte und fünfte Strophe handelt fast ausschließlich nur von der Natur. In der dritten Strophe stellt er klar, dass die Natur nichts fühlt und deshalb nicht darauf achtet, ob die Sonne auch für Böse scheint. Auch der Mond und die Sterne leuchten nicht nur den guten Menschen, sondern auch Verbrechern. Damit zeigt Goethe auf, dass die Natur in vielen Dingen sehr ungerecht ist. Neben den vielen Naturbegriffen wie „Sonne, Mond und Sterne“ fallen dem Leser besonders die Gegensätze ins Auge. Das Böse und der Verbrecher steht dem Guten gegenüber und der Mond trifft auf die Sterne.

In der vierten Strophe wird gesagt, dass viele Menschen von Naturgewalten getroffen werden. Das Polysyndeton „Wind und Ströme, Donner und Hagel“ unterstreicht das unkontrollierte Wüten der Natur besonders.

Doch nicht nur die Natur ist unberechenbar, sondern auch das Glück sucht sich sehr unterschiedliche Personengruppen aus, wie die fünfte Strophe erklärt. Es trifft nicht nur „des Knaben lockige Unschuld“ sondern auch den „kahlen schuldigen Scheitel“. Dieser Gegensatz und die Metaphern machen auch wieder die Ungerechtigkeit im Lauf der Dinge deutlich, die darauf zurückzuführen ist, dass die Natur also auch das Glück unfühlend ist und die Menschen nach dem Zufallsprinzip erreicht. Nämlich den unschuldigen guten Menschen und auch den bösen kahlen Greis.

In der sechsten Strophe wird noch einmal besonders deutlich welche Macht die Natur beziehungsweise die Höheren Wesen haben. Diese Strophe besagt, das jeder Mensch einmal sterben muss. Das dieser Tod von dem Göttlichen gelenkt wird sieht man daran, dass Wörter wie „ewigen, ehrnen und großen Gesetzen“ auftauchen und auf große Mächte hinweisen, gegen die der Mensch nichts ausrichten kann. Im allgemeinen kann man sagen, dass diese Strophe alle bisherigen zusammenfasst und beschreibt, wie wenig ein Mensch doch eigentlich ausrichten kann.

 

Zwischen der sechsten und der siebten Strophe ist ein Wendepunkt zu finden. Goethe beschreibt und der siebten Strophe, dass der Mensch Möglichkeiten hat sich gegen sein Schicksal zu wehren. Er sagt, dass ein Mensch das Unmögliche vermag. Er kann wählen, richten und dem Augenblick Dauer verleihen. Diese Strophe steht im starken Kontrast zu den Strophen in denen die Natur erwähnt wird, da dem Mensch die Eigenschaften zugesprochen werden, die die Natur oder andere Lebewesen nicht können. Es kann zum Beispiel kein Tier dem Augenblick durch ein Bauwerk oder ein Buch Dauer verleihen, welches Menschen im Gegensatz möglich ist.

 

Goethe erklärt in der achten Strophe, dass ein Mensch gerecht sein kann. Denn er kann „Den Guten lohnen und den Bösen strafen, heilen und retten, alles Irrende, Schweifende nützlich verbinden.“ Mit diesem Parallelismus „den guten lohen, den Bösen strafen“ drückt er aus, dass ein Mensch Gefühle äußern und hilfsbereit und gut sein kann.

 

Die neunte Strophe handelt davon, dass die Menschen die Unsterblichen verehren, als wären sie Menschen. Damit stellt Goethe den Mensch gleich mit dem Göttlichen. Auch das göttliche Nomen „Unsterbliche“ weißt auf die besondere Stellung des Menschen gegenüber den Höheren Wesen dar, mit denen er auf eine Stufe gestellt wird.

Die letzte Strophe des Gedichts enthält eine Forderung, die den Wunsch Goethes, aus der ersten Strophe noch einmal aufgreift. Er will, dass der Mensch hilfreich und gut ist, unermüdet schafft und, dass das Nützliche und Rechte ein Vorbild gegenüber dem Göttlichen sei. Diese Imperative unterstreichen den Leitgedanken Goethes, dass der Mensch durch eigene Anstrengung sehr viel erreichen kann.

 

Wie schon erwähnt handelt es sich bei diesem Gedicht um ein Gedicht, welches in der Literaturepoche „Klassik“ verfasst wurde. Während dieser Zeit spielte das Schöne und der Einklang zwischen Körper und Seele eine große Rolle. Dass es sich hierbei um ein Gedicht aus der „Klassik“ handelt, erkennt man zumeist daran, dass in dem Gedicht viele Gegensätze verwendet wurden. Es stehen sich zum Beispiel der Mensch, die Natur und Gott gegenüber.

Diese Gegensätze söhnen sich aber schließlich, in Harmonie aus, da der Mensch als edel also als perfekt und schön dargestellt wird. Diese Erkenntnis lässt sich auch wieder auf die erwähnte Literaturepoche zurückführen, wo man bemüht war Gegensätze in Harmonie zu verwandeln und in allem Wert auf das Schöne legte.

 

Wenn man nun dieses Gedicht länger betrachtet, kommt man zu dem Ergebnis, dass Goethe dem Leser sehr wahrscheinlich deutlich machen möchte, dass es sich für einen Menschen lohnt sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, weil er der Meinung ist, dass in jedem ein Stück von Gott steckt. Er sieht einen Mensch, der hilfsbereit und gut ist, als eine Schönheit an. Meiner Meinung nach sollte man jedoch nicht außer Acht lassen, dass der Mensch zwar denkt, Gott aber lenkt. Außerdem wird in dem Gedicht sehr deutlich, dass der Mensch zwar anderen Menschen Gutes tun kann, aber zum Beispiel Naturkatastrophen nicht lenken und seinen Todestag nicht bestimmen kann. Diese Tatsache macht sehr deutlich dass der Mensch sich zwar mit Gott auf eine Stufe stellen möchte, dass Gott aber trotzdem mehr Macht hat als der Mensch.

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Kommentare

  • unbekannt
    Mon, 21 May 2012 12:47:13 GMT Gut! von KingProduction (Gast)

    sehr schön gemacht nur nächstes mal mehr Zitate ! .

  • unbekannt
    Sat, 28 Apr 2012 16:14:24 GMT Ganz bestimmt nicht! von Dichter-Advocat (Gast)

    Zitat:
    "In dem Gedicht „Das Göttliche“ von Johann Wolfgang von Goethe, das zur Zeit der
    Klassik geschrieben wurde, appelliert Goethe an die Menschen sich besser zu
    verhalten und weißt sie darauf hin, dass sie göttlich sind."

    In dem Gedicht wird nicht einmal erwähnt, dass Menschen göttlich sein!

  • unbekannt
    Tue, 20 Mar 2012 15:39:40 GMT nice ... von one (Gast)


    das nenne ich eine ganz ordentliche analyse. hier und da hätten zeilenangaben
    geholfen aber sonst ...

  • unbekannt
    Sat, 17 Mar 2012 11:10:07 GMT keine Hobbys? von Hater (Gast)

    Du bist doch ein Trottel, verschwendest deine Freizeit mit Dingen, welche andere
    Leute nur peripher tangieren
    !

  • unbekannt
    Wed, 11 Jan 2012 16:15:05 GMT Super von hermes (Gast)


    Gute Analyse des Gedichts, nur das Ende hätte ich ausführlicher gestaltet.

  • unbekannt
    Thu, 01 Dec 2011 12:44:16 GMT klasse von unbekannt (Gast)

    danke hat mir sehr geholfen

  • unbekannt
    Tue, 15 Nov 2011 23:33:45 GMT Well done!!! von unbekannt (Gast)

  • unbekannt
    Fri, 04 Nov 2011 08:43:58 GMT nice von GodDii (Gast)

    Eine weiter deutschstunde gerettet

  • unbekannt
    Wed, 19 Oct 2011 21:08:10 GMT 1A von Coffee (Gast)

  • unbekannt
    Thu, 12 Nov 2009 16:03:46 GMT super! von RuliaJo2 (Gast)

    Gut geschrieben, sehr hilfreich und informativ. Das einzige was ein bisschen zu
    kurz kommt sind die sprachlichen Mittel. Aber sonst topp ;)

  • Pizza3008
    Mon, 26 Feb 2007 20:34:19 GMT super gute interpretation von Pizza3008

    also ich finde diese interpretation gut, sie hat mir dabei geholfen eine
    interpretation bei "willkommen und abschied" von j.w.v.goethe zu
    schreiben....danke

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