Brecht war sehr darauf bedacht, die Menschen durch ein Theater ohne Emotionsüberfluss zu verändern. Er stellt den Zuschauer außerhalb des Geschehens, damit der Zuschauer rational über das Geschehen nachdenken kann. Brecht wollte die Menschen „wach rütteln“ politisch aktiv zu werden. Er wollte die Gesellschaft verändern.
Lessing hingegen baut seine Theorie auf Aristoteles auf. Aristoteles setzt auf Gefühle, besonders auf Mitleid. Der Zuschauer soll sich in dem Geschehen befinden und mitfühlen. Die Intention Lessings ist, aus dem Mitleid heraus einen ästhetischen und tugendhaften Menschen zu erschaffen.
Böttger möchte ebenfalls wie Brecht die Menschen im politischen Sinne bilden. Die Menschen sollen, wenn sie aus dem Theater kommen, eigenständig und vernünftig denken können. Böttger wie auch Brecht halten Rationalität für sehr wichtig und unverzichtbar.
Der Unterschied besteht zwischen Böttger und Brecht darin, dass Brechts Theorie nur mit Rationalität bestehen kann, Böttgers jedoch ein weiteres Element braucht, nämlich die Emotionalität. Somit gleicht Böttgers Theorie auch Aristoteles Theorie. Aristoteles setzte jedoch nur auf Emotionen und hatte auch mehr die Absicht, dem Menschen zu zeigen, dass er ein Mensch ist und Gefühle hat.
Böttger hat somit sozusagen die Theorie von Brecht und Aristoteles gekoppelt und aus diesen eine ganz neue Theorie erschaffen, die beide Absichten Brechts und Aristoteles vereint und somit Rationalität aber auch Emotionalität enthält.
Anmerkung des Einsenders:
Aristotelisches Theater im Unterschied zum nicht-aristotelischen Theater
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