Der Rhein

Kategorie: Biologie
Eingesendet: 11.02.2006
Wörter: 17449
Autor: MaddinTT
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Der Rhein

Aufgabenstellung für den Aufsatz:

Beschreibe und erläutere unter Berücksichtigung der historischen Hintergründe (natürlicher Zustand) den Rhein als Modellfall einer Flusssanierung

 

Das Ökosystem des Rheins wird in dem Video „Lebensader Rhein“ sehr anschaulich dargestellt. Die deutsche Kommission zur Reinhaltung des Rheins aus Bonn hat den Auftrag zu diesem Film gegeben und stellt damit die Entwicklung des Rheins und dessen Ökosystem in den Vordergrund.

Das alte Ökosystem soll wiederhergestellt werden. Dort wo Touristen auf den Spuren der Römer sind und Güterschiffe mittlerweile in einer Fahrrinne von 2,50 Metern ihre Transporte ausüben sah es im Wasser, sogar noch fast bis heute, deutlich anders aus. Die Rede ist zum Beispiel vom Lachsbestand. Dieser hatte vor den Flusssanierungen eine viel höhere Dichte im Rhein als die Jahre danach. Wie kam das zustande? Die Wasserverschmutzung durch Industrien nahm zu dieser Zeit enorm zu. Es waren nicht nur ein Paar Industrien, sondern dicht an dicht stehen bis heute noch große Industriewerke in Rheinnähe. Eine Belastung des Rheins kam durch Pflanzenschutzmittel, Gülle, Chemikalien, Quecksilber, ungefilterte Abgase, wie auch Industrieabgase zustande. Der Rhein wurde somit Nährstoffarmer und 50 Millionen Bewohner haben zudem einen enormen Wasserdurst. Viele Wasserwerke pumpen sich mühsehlich ab, um Trinkwasser zu fördern.

Die Folge war und ist immer noch ein aus den Fugen geratener Rhein. Somit stand für den "Rheinminister" und dem EG-Kommissar fest: Die Rheinqualität muss wieder auf einen Stand gebracht werden, wo auch zum Beispiel die wichtigen Lachskolonien zurückkehren. Denn in einem verschmutzten Rhein laichen die wenigsten Fischarten.

Aber nicht nur dieser Faktor der Sauberkeit musste ins Auge gefasst werden. Auch das Gewässerbett, die Uferbereiche und die Auen als natürliche Überschwemmungsgebiete müssen in die Überlegungen einbezogen werden. Die dort lebenden Tier- und Pflanzengesellschaften, die für den Rhein typisch sind und die spezifische Ansprüche an ihren Lebensraum und ihr Milieu stellen, leben hier.

Das Rheinhochwasser ist so alt wie der Rhein selbst. Durch Überschwemmungen ist der Hauptstrom des Rheins in viele Unterarme geteilt worden. Eine Begradigung und zugleich Einengung des Rheins im 19. Jahrhundert brachte zur Folge, dass viele Häuser bei Regenmassen oder Schneeschmelze unter Wasser standen bzw. stehen. Eine Verkürzung des Rheins von insgesamt 82 Kilometern (den Niederrhein um 23) waren auch die Folgen davon. Diese Maßnamen haben die so wichtigen Auenwälder zerstört. Es wurde eine Kulturlandschaft errichtet, die jedoch auch eine Dürrelandschaft mit sich zog: Das Hochwasser blieb nun aus und es mussten Flächen geschaffen werden, damit Platz für Pflanzen da ist. Diese Flächen durften natürlich nicht wieder mit neuen Industrien oder Häusern bebaut werden. Der Ausbreitungsdrang musste gezügelt werden, damit das Ökosystem des Rheins wieder langsam aufgebaut werden konnte.

Aber auch die Grossschiffahrt trug ihren Teil bei: Durch enorme Baumaßnamen am und um den Rhein haben das Ökosystem beeinträchtigt: Große Wehre lassen den Fischen keine Möglichkeit hinüber zu kommen. Eine Verbreitung ist somit nicht mehr möglich.

Welche Aktionen wurden nun gestartet, um den Rhein das Klischee der „Kloake“ zu nehmen?

1991 wurden zwei Schwerpunkte gesetzt: Zum einen die Wiederherstellung des Hauptstroms als Rückgrat des Ökosystems und zum anderen den Schutz, Erhalt und die Verbesserung ökologisch wichtiger Bereiche. (Siehe dazu auch Tabelle 1)

Das Übereinkommen zum Schutz des Rheins vom 1. Januar 2003 wurde von folgenden Län-dern unterschrieben:

Deutschland, Europäische Gemeinschaft, Frankreich, Luxemburg, Niederlande und der Schweiz.

 

Ein wichtiger Punkt war das Abbauen des Verschmutzungsfaktors durch viele Kläranlagen. Man errichtete also Abwasserreinigungssysteme, die den Rhein nicht mehr so stark verdrecken können wie zuvor. Damit dieses Projekt reibungslos funktionieren kann, wurden sechs Hauptwarnzentralen errichtet, die bei Schadstoffen im Rhein Signal geben.

Die Bauern und Landwirte achten in Zukunft auf das Gülleproblem im Rhein und setzen somit auch das Ziel des Ökosystemaufbaus.

Diese Schutzprojekte kommen natürlich an erster Stelle den Organismen im Rhein zugute: Die Artenvielfalt und die Populationen sind geschützt

 


  1. Die Auengebiete sind als natürliche Überschwemmungsgebiete vorhanden und bieten den Lebewesen im Rhein ein gutes Biotop

  2. Das Wasservorkommen wird nach ökologischen Gesichtspunkten genutzt und nicht im Übermaß ‚verschleudert’

  3. Strenge Kontrollen der Industrien und anderen Geschäften, die im Kontakt mit dem Rhein stehen

 

 



































1950


Auf Initiative der Niederlande gründen die Rheinanliegerstaaten Schweiz, Frankreich, Luxemburg, Deutschland und Niederlande ein gemeinsames Forum, in dem Fragen der Rheinverschmutzung und Rheinsanierung diskutiert und gemeinsam gelöst werden.


1963


Mit der Unterzeichnung der Vereinbarung über die Internationale Kommission zum Schutze des Rheins gegen Verunreinigung (Berner Übereinkommen) geben sich die vorgenannten Rheinanliegerstaaten eine völkerrechtliche Vertragsgrundlage für ihre Zusammenarbeit


1976


Die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft wird mit Unterzeichnung der Zusatzvereinbarung zum Berner Übereinkommen ebenfalls Vertragspartei.


1976


Unterzeichnung des Übereinkommens zum Schutze des Rheins gegen chemische Verunreinigung (Chemieübereinkommen). Unterzeichnung des Übereinkommens zum Schutze des Rheins gegen Verunreinigung durch Chloride (Chloridübereinkommen), zu dem 1991 ein Zusatzübereinkommen unterzeichnet wurde.


1987


Ministerbeschluss zur Umsetzung des Aktionsprogramms Rhein


1995


Ministerauftrag zur Ausarbeitung eines "Aktionsplans Hochwasser"


1998


Rheinministerkonferenz (22.01.98)


2001


13. Rhein Ministerkonferenz (29.01.01)

Tabelle 1

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