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Helmut Kohl - Teil 1


Kategorie: Politik
Eingesendet: 01.05.2007
Wörter: 22977
Autor: Fruchtsaft666
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Helmut Kohl - Teil 1

Helmut Josef Michael
Kohl

* geb. 3. April 1930
in Ludwigshafen am Rhein

 

Lebenslauf

 

* 1930 drittes Kind
des aus Greußenheim stammenden Finanzbeamten Hans Kohl und dessen Frau Cäcilie
geb. Schnur in Ludwigshafen geboren.

* älterer Bruder fiel
im Zweiten Weltkrieg.

* Ende des Krieges
als Helfer in die Wehrmacht eingezogen.

* wuchs im
Ludwigshafener Stadtteil Friesenheim auf.

* Grundschule
Ruprechtschule und anschließend das Max-Planck-Gymnasium

* 1950 begann er ein
Studium der Rechtswissenschaften in Frankfurt am Main.

* 1951 wechselte er
an die Universität Heidelberg mit den Hauptfächern Geschichte und
Staatswissenschaften.

* 1960 heirat mit
Fremdsprachsekretärin Hannelore Renner die er seit 1948 kannte. Aus dieser Ehe
gingen zwei Söhne hervor.

* 5. Juli 2001 Frau im Alter von 68 Jahren,
nimmt sich das Leben, Jahrelang unter einer Lichtallergie gelitten.

* 4. März 2004 erster
Teil seiner Memoiren unter dem Titel „Erinnerungen, 1930–1982“.

* Zweiter Teil erschien am 3. November 2005 und
behandelt die erste Hälfte von Kohls Kanzlerschaft (1982–1990).

 

Momentan lebt Kohl in
Berlin und in Ludwigshafen.

 

Politische Karriere

 

* Als Schüler trat
Kohl der CDU bei (1946) und war anschließend Mitbegründer der Jungen Union
in seiner Heimatstadt
Ludwigshafen (1947).

* 1953 Mitglied des
geschäftsführenden Vorstandes der CDU in Rheinland-Pfalz

* 1954
stellvertretender Landesvorsitzender der Jungen Union

* 1955 Mitglied des
Landesvorstandes der CDU Rheinland-Pfalz.

* 1959 wurde er
Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Ludwigshafen

* 1960–69 war er
Fraktionsführer der Stadtratsfraktion Ludwigshafen

* 1963
Fraktionsvorsitzender im Landtag von Rheinland-Pfalz

* März 1966 bis
September 1974 war er Landesvorsitzender der CDU von Rheinland-Pfalz

* 1966 Mitglied des
Bundesvorstandes der CDU

* 1969
stellvertretender Bundesvorsitzender.

 

* Wichtiger Förderer
Helmut Kohls war der zu Zeiten von Nationalsozialismus und Zweitem Weltkrieg
vermögend gewordene Industrielle Fritz Ries.

 

Ministerpräsident

 

*1966 Wahl zum
Landesvorsitzenden der CDU Rheinland-Pfalz, war er auch zum Nachfolger Peter
Altmeiers im Amt des Ministerpräsidenten bestimmt.

* Nach der folgenden
Landtagswahl wurde zwar noch einmal Altmeier Ministerpräsident, doch am 19. Mai
1969 löste Kohl ihn ab. Wichtige Entscheidungen in Kohls Amtszeit waren die
Gebietsreform und die Gründung der Universität Trier-Kaiserslautern.

 

* 1971 kandidierte
Kohl erfolglos für den Bundesvorsitz der CDU und unterlag Rainer Barzel. 1973,
ein Jahr nach Rainer Barzels misslungenem Misstrauensvotum gegen den
amtierenden Bundeskanzler Willy Brandt, konnte Kohl ihn als Bundesvorsitzenden
der CDU ablösen und behielt diese Parteifunktion 25 Jahre bis zum 7. November
1998.

 

Oppositionsführer

 

* Bei der
Bundestagswahl 1976 trat er erstmals als Kanzlerkandidat seiner Partei an. Die
CDU/CSU verfehlte die absolute Mehrheit mit 48,6 Prozent der Stimmen nur knapp.

* Das war das bis
dorthin zweitbeste Wahlergebnis der CDU/CSU überhaupt.

* Kohl trat nach der
Wahl als Ministerpräsident zurück und als Fraktionsvorsitzender der
CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag in Bonn Oppositionsführer.

* Nach der verlorenen
Wahl fasste die CSU den Kreuther Trennungsbeschluss zur Aufhebung der
Fraktionsgemeinschaft mit der CDU, Kohl konnte sich jedoch gegen den
CSU-Vorsitzenden Franz Josef Strauß die Fortführung durchsetzen.

* Bei der
Bundestagswahl 1980 musste er dafür Strauß den Vortritt bei der
Kanzlerkandidatur lassen. Da Strauß jedoch nach der verlorenen Wahl
Ministerpräsident in Bayern blieb, war Kohl weiterhin Oppositionsführer.

 

Kanzler

 

* Nach dem Bruch der
sozial-liberalen Koalition von Bundeskanzler Helmut Schmidt am 17. September
1982 nahmen FDP und CDU/CSU am 20. September 1982 Koalitionsgespräche auf.

 

* Kohl wurde für das
Amt des Bundeskanzlers nominiert und am 1. Oktober 1982 im Rahmen des ersten
erfolgreichen konstruktiven Misstrauensvotums in der Geschichte des Bundestages
gegen den amtierenden Bundeskanzler Helmut Schmidt zum sechsten Bundeskanzler
gewählt.

 

* Der
Koalitionswechsel war innerhalb der FDP sehr umstritten. Da die FDP mit einer
Koalitionsaussage zugunsten der SPD in den Wahlkampf 1980 gegangen war, wurde
fehlende materielle Legitimation reklamiert; formal war dieser Schritt
verfassungskonform.

 

* Hinzu kam, dass
Kohls Kanzlerschaft nicht aus normalen Bundestagswahlen hervorgegangen war. Um
diesen Makel zu tilgen, führte Kohl ein äußerst umstrittenes Verfahren durch:
Unter dem Vorwand einer Zerrüttung der Koalitionspartner über eben jenen
Bundeshaushalt, der nur wenige Wochen zuvor einvernehmlich beschlossen worden
war, stellte Kohl die Vertrauensfrage.

* Bei der
Entscheidung am 17. Dezember 1982 enthielten sich vereinbarungsgemäß die
Abgeordneten der Regierungskoalition der Stimme, so dass das Parlament im
Endeffekt der Regierung das Vertrauen versagte. Bundespräsident Karl Carstens
löste nach längerem Zögern im Januar 1983 auf Antrag Kohls den Bundestag auf,
es wurden für den 6. März 1983 vorgezogene Neuwahlen angesetzt.

* Gegen diese
Vorgehensweise klagten einige Abgeordnete vor dem Bundesverfassungsgericht.
Dieses entschied aber, dass die Auflösung des Bundestages verfassungsgemäß
erfolgt sei.

 

* Bei der
Bundestagswahl am 6. März 1983 wurde die Koalition aus CDU/CSU und FDP mit
Stimmengewinnen für die CDU/CSU (48,8 Prozent, +4,3 Prozent) und deutlichen
Stimmenverlusten für die FDP (7,0 Prozent, –3,6 Prozent) wiedergewählt. Helmut
Kohl, der insgesamt zwischen 1976 und 1998 sechsmal als Kanzlerkandidat antrat,
erzielte sein bestes Wahlergebnis (und das zweitbeste in der Geschichte der
Bundesrepublik).

 

*In den ersten Jahren
seiner Amtszeit setzte Kohl den noch unter der Regierung Schmidt gefassten
NATO-Nachrüstungsbeschluss gegen den Widerstand der Friedensbewegung durch.

 

* 22. September 1984
trafen sich Kohl und der französische Staatspräsident François Mitterrand am
Ort der Schlacht um Verdun, um gemeinsam der Toten der beiden Weltkriege zu
gedenken. Das Foto ihres minutenlangen Händedrucks wurde bekannt als Symbol der
deutsch-französischen Aussöhnung. Kohl und Mitterrand wurde in den folgenden
Jahren ein besonders enges Vertrauensverhältnis nachgesagt.

*Sie brachten
gemeinsame Projekte wie das Eurokorps und den Fernsehsender ARTE auf den Weg.
Auch Fortschritte der europäischen Einigung wie der Vertrag von Maastricht und
später die Einführung des Euro wurden wesentlich einer engen
deutsch-französischen Zusammenarbeit zugeschrieben.

 

* Im Zuge der
Flick-Affäre um illegale Zahlungen des Flick-Konzerns an deutsche Politiker
wurde Kohl durch wg. Kohl-Eintragungen im sichergestellten Kassenbuch belastet.

* Im
Untersuchungsausschuss des Bundestags und des Mainzer Landtags sagte Kohl die
Unwahrheit in Bezug auf seine Kenntnis des Zwecks der Staatsbürgerlichen
Vereinigung als Spendenbeschaffungsanlage und entging nach einer Anzeige von
Otto Schily nur knapp einem Strafverfahren wegen uneidlicher Falschaussage.

* Kohls Parteifreund
Heiner Geißler verteidigte ihn später mit dem berühmt gewordenen Kommentar, er
habe wohl einen „Blackout“ gehabt.

 

* Den Israelis
gegenüber prägte er am 24. Januar 1984, als erster Bundeskanzler aus der
Nachkriegsgeneration vor der Knesset sprechend, den von Günter Gaus stammenden
Satz von der „Gnade der späten Geburt“.

 

* Am 5. Mai 1985
legte Kohl gemeinsam mit US-Präsident Ronald Reagan in Bitburg einen Kranz auf
dem dortigen Soldatenfriedhof nieder. Dies wurde in Teilen der deutschen und
amerikanischen Öffentlichkeit heftig diskutiert, weil dort auch Angehörige der
Waffen-SS beerdigt sind (siehe auch: Bitburg-Kontroverse).

 

* Bei der
Bundestagswahl 1987 wurde Kohl im Amt bestätigt.

 

Nachdem sich der
Zusammenbruch der DDR abzeichnete und die Berliner Mauer am 9. November 1989
gefallen war, legte Helmut Kohl ohne vorherige Absprache mit dem
Koalitionspartner und den westlichen Bündnispartnern am 28. November 1989 im
Deutschen Bundestag ein „Zehn-Punkte-Programm zur Überwindung der Teilung
Deutschlands und Europas“ vor.

* Schon am 18. Mai
1990 wurde der Staatsvertrag über die Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion
mit der DDR unterzeichnet.

* Gegen den
Widerstand des Bundesbankpräsidenten Karl Otto Pöhl hatte Kohl darin einen
Umtauschkurs von Ostmark in D-Mark von 1:1 bei Löhnen, Gehälter, Mieten und
Renten durchgesetzt.

* Dies erwies sich
später als starke Belastung für die Betriebe der Neuen Bundesländer. Gemeinsam
mit Außenminister Hans-Dietrich Genscher erreichte Kohl in den sogenannten
zwei-plus-vier-Gesprächen mit den Siegermächten des Zweiten Weltkriegs deren
Zustimmung zur Wiedervereinigung Deutschlands in Form des
zwei-plus-vier-Vertrags und die Einbindung des neuen Deutschlands in die NATO.

* Die Deutsche
Einheit wirkte sich äußerst positiv auf die spätere Laufbahn Kohls als
Bundeskanzler aus, welche ohne diese möglicherweise nicht so lange gedauert
hätte.

 

* Kohl war es 1989
auf dem Parteitag in Bremen nur mühsam gelungen, einen Putschversuch seiner
innerparteilichen Widersacher um Heiner Geißler, Rita Süssmuth und Lothar Späth
abzuwehren.

 

* Am 17. Januar 1991
wurde Kohl zum dritten Mal wieder gewählt, nachdem er sich bei der
Bundestagswahl 1990 gegen den saarländischen Ministerpräsidenten und damaligen
SPD-Kanzlerkandidaten Oskar Lafontaine durchgesetzt hatte. Damit wurde er zum
ersten Kanzler des wiedervereinigten Deutschlands.

 

* Nach der knapp
gewonnenen Bundestagswahl 1994 wurde Kohl erneut zum Bundeskanzler gewählt. Die
folgenden Jahre waren eher von außenpolitischen Erfolgen geprägt (Frankfurt am
Main als Sitz für die neu geschaffene EZB, Euro-Einführung). Innenpolitisch
zeichnete sich auch wegen des SPD-dominierten Bundesrats und der damit
eingeschränkten Handlungsfähigkeit der Bundesregierung eine gewisse Stagnation
ab, die in die Wahlniederlage 1998 mündete.

 

* Bei der
Bundestagswahl 2002 bewarb sich Kohl nicht mehr um ein Bundestagsmandat.

Anmerkung des Einsenders: Habe auch noch eine PowerPoint Präsentation dazu, wer diese haben möchte kann sich bei mir melden. per icq unter 308197096

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