Der Kalte Krieg

Kategorie: Geschichte
Eingesendet: 25.06.2006
Wörter: 11009
Autor: HHCityGirl
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Der Kalte Krieg

Überblick

Im Zweiten Weltkrieg kämpften die USA, England und die Sowjetunion gemeinsam gegen das nationalsozialistisch regierte Deutschland. Infolge des deutschen Angriffs gegen die UdSSR waren alle drei an der Niederwerfung Deutschlands interessiert, was eine enge Zusammenarbeit voraussetzte.1 Die Konferenz von Casablanca ebnete schliesslich den Weg für eine Zusammenkunft der "Grossen Drei"2 in Teheran, wo eine enge Zusammenarbeit der Alliierten beschlossen wurde.3

Doch schon bei den Konferenzen von Jalta und Potsdam offenbarten sich erste Risse. Entscheidende Meinungsunterschiede zwischen den Westmächten und der UdSSR über die Nachkriegsordnung in Europa traten zum Vorschein. Erst jetzt zeigte sich, dass die Kriegskoalition gegen Nazi-Deutschland ein reines Zweckbündnis gewesen war. Während des Krieges akzeptierten die westlichen Alliierten die Ausdehnung des sowjetischen Macht- und Einflussbereiches, weil man im Kampf gegen Deutschland auf die Mithilfe der UdSSR angewiesen war und glaubte, Stalin betreibe keine expansive Politik und sei nur an der Sicherheit seines Landes interessiert.4

Als sich eine gemeinsame Deutschlandpolitik, wie sie in Potsdam beschlossen worden war, als unrealistisch erwies, schlugen die USA unter Truman einen antisowjetischen Kurs der Eindämmung ein. Mit Hilfe des Marshall-Plans versuchten sie, dem sich ausbreitenden Kommunismus und der sich abzeichnenden Blockbildung entgegenzuwirken. Die Sowjetunion verbot den Staaten in ihrem Einflussbereich jedoch die Teilnahme am Europäischen Wiederaufbauprogramm, was ein entscheidender Schritt Richtung Blockbildung war.

Westeuropa reagierte daraufhin mit der politischen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Durch die endgültige Teilung Deutschlands in zwei Staaten, die Westintegration und die Gründung der NATO wurde die Teilung der Welt in zwei Machtblöcke schliesslich verfestigt.5

Im Zuge der Entkolonisierung breitete sich der West-Ost-Konflikt auf die ganze Welt aus.

Asien blieb von den Auseinandersetzungen zwischen den USA und der Sowjetunion bis 1949 weitgehend verschont. Dies änderte sich, als das von der Sowjetunion unterstützte Nordkorea in Südkorea einmarschierte und damit den Koreakrieg (1950-1953) auslöste. Obwohl die USA sich für eine Lösung des Konfliktes einsetzte, blieb die Teilung Koreas auch nach dem Krieg bestehen.

Dieser vorläufige Höhepunkt des Kalten Krieges ebnete den Weg für die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik Deutschland und deren Aufnahme in die NATO. Angesichts dieser Bedrohung unterbreitete Stalin 1952 dem Westen Vorschläge für die Wiedervereinigung und Neutralisierung Deutschlands, jedoch ohne Erfolg.

Mit dem Tod Stalins 1953 setzte im Ostblock eine Phase der innenpolitischen Liberalisierung ein, was in mehreren Satellitenstaaten zu Aufständen und Streiks führte. Aufgrund dieser massiven innenpolitischen Probleme schlug die UdSSR unter Chruschtschow einen Entspannungskurs ein, der auch das Konzept der friedlichen Koexistenz beinhaltete, um den Druck von aussen etwas abzumildern. Während dieser Ära verhinderte das atomare Gleichgewicht der beiden Supermächte einen Dritten Weltkrieg, aussereuropäische Stellvertreterkriege waren aber immer noch an der Tagesordnung.

In den Pariser Verträgen 1955 erhielt die Bundesrepublik Deutschland weithin ihre Souveränität und wurde in die NATO aufgenommen. Die Sowjetunion reagierte daraufhin mit der Gründung des Warschauer Paktes und proklamierte die Souveränität der DDR.

1956 leitete Chruschtschow die Entstalinisierung ein, welche in Polen und Ungarn zu heftigen Unruhen führte. Der ungarische Volksaufstand konnte nur mit dem Einsatz der Roten Armee niedergeschlagen werden.

Mit ganz anderen Problemen hatte die Deutsche Demokratische Republik zu kämpfen. Nach der Abriegelung der innerdeutschen Grenze war Berlin der einzige Fluchtweg in den Westen. Der Flüchtlingsstrom der dringend benötigten Arbeitskräfte drohte die Wirtschaft der DDR in eine schwere Krise zu stürzen. Aus dieser Notlage resultierte 1958 die zweite Berlinkrise, die der massiven Abwanderung jedoch keinen Abbruch tat. Die DDR-Führung liess 1961 die Grenze nach Westberlin schliessen und die Berliner Mauer errichten.

Nachdem die USA ein Handelsembargo gegen Kuba verhängt hatten, schloss sich die Karibikinsel dem Ostblock an. Dies führte 1961 zur Invasion in der Schweinebucht, mit der die USA den kubanischen Führer, Fidel Castro, stürzen wollten, was aber misslang.

1962 entdeckten amerikanische Aufklärungsflugzeuge sowjetische Raketenbasen auf Kuba, worauf sich die USA für eine Seeblockade entschied. Erneut stand die Welt am Rande eines Weltkrieges.

In den 60er und 70er Jahren kam es zu einer erneuten Entspannungsphase zwischen den beiden Grossmächten. Dafür verantwortlich waren verschiedene Faktoren: Der Schock der Kuba-Krise, das atomare Gleichgewicht, der Rückschlag der USA in Vietnam sowie die Verschärfung des chinesisch-sowjetischen Konflikts. Wirtschaftliche Interessen waren eine weitere Triebfeder zur Einleitung der Entspannungspolitik. Während der Osten den Anschluss an die technische Entwicklung im Westen nicht verpassen wollte, interessierte sich der Westen für die neuen Absatzmärkte im Osten.

Die Phase der Entspannung war eng verbunden mit Abrüstung. Einerseits wollten die beiden Supermächte die Rüstungsausgaben senken, andererseits die Gefahr eines offenen Konfliktes herabsetzen. Die Zeit war jedoch geprägt durch Stellvertreterkriege in Asien, Afrika und Mittelamerika.

Als Folge der Entspannung unterzeichneten die USA und die UdSSR 1972 das SALT-I-Abkommen und 1975 die KSZE-Schlussakte von Helsinki.

Mit dem NATO-Doppelbeschluss und dem Einmarsch der Sowjets in Afghanistan kam die Entspannungspolitik zu einem vorläufigen Stillstand. Die vom Westen als Reaktion beschlossenen Boykottmassnahmen und das Ende der gemeinsamen Rüstungssteuerung führte zu einer erneuten massiven Aufrüstung. Ausschlaggebend dafür war wohl auch das von Reagan vorgeschlagene Programm zur Errichtung eines umfassenden Abwehrsystems (SDI), welches das atomare Gleichgewicht in Frage stellte.

Mit Michail Gorbatschow trat 1985 ein Mann an die Spitze der KPdSU, der mit seinen Reformprogrammen Perestroika und Glasnost weg vom alten Herrschaftssystem kommen wollte. Da Gorbatschow bei der Durchführung seiner Reformen Rücksicht auf die konservativen Kräfte nahm, waren diese zum Scheitern verurteilt.

Aufgrund von Perestroika, Glasnost und der tiefen wirtschaftlichen Krise verspürten immer mehr Unionsrepubliken den Drang nach Unabhängigkeit, allen voran die drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen. Auf dem Hintergrund dieser Voraussetzungen wurde Boris Jelzin, ein Kämpfer gegen den Zentralismus, zum Hoffnungsträger der demokratischen Bewegung. Unter der Führung von Jelzin löste sich die Sowjetunion Ende 1991 vollständig auf.

Inspiriert von Polen und Ungarn kam es Ende der 80er Jahre in mehreren Ostblockländern zu Demokratiebewegungen, die oft friedlich doch manchmal auch sehr blutig verliefen.

Die Unzufriedenheit des ostdeutschen Volkes kam immer deutlicher zum Ausdruck, nicht zuletzt, weil sich die wirtschaftliche Lage der DDR zusehends verschlechterte. Hinzu kam, dass mit Gorbatschow die deutsche Frage wieder aktuell wurde. Nachdem in Ungarn bereits eine Revolution stattgefunden hatte, wurde es den DDR-Bürgern möglich, in den Westen zu flüchten. Diese Fluchtbewegung weitete sich nach der Öffnung der grünen Grenze zu einer Massenflucht aus. Die unzufriedene Situation im Innern und die aussenpolitischen Probleme führten schliesslich dazu, dass das SED-Regime Kompromissbereitschaft an den Tag legen musste. Doch der Fall der Schandmauer von Berlin und die spätere Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten waren nicht mehr aufzuhalten. Aber mit der Wiedervereinigung blieben viele der bereits bestehenden Probleme ungelöst und neue kamen hinzu.

Erstmals erlaubte es die politische Lage auch wirklich Abrüstung zu betreiben. Es folgte eine Annäherung der beiden Blöcke, woraus verschiedene Abrüstungsverträge resultierten. Dieser Umstand und der Zerfall der Sowjetunion stellten viele Organisationen wie beispielsweise die NATO in Frage. Blockübergreifende Organisationen gewannen an Bedeutung. Viele der ehemaligen Ostblockstaaten strebten nach einer Eingliederung in das westliche Bündnissystem. Eine neue Weltordnung mit den USA als alleinige Grossmacht bahnte sich an.

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Kommentare

  • unbekannt
    Mon, 08 Jun 2009 14:37:48 GMT Tütelü von Adriana (Gast)

    Ich finds richtig gut .Ich nehms als Referart in Geschichte

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