Erdbeben San Fancisco, 18.4.1906

Kategorie: amerika
Eingesendet: 14.08.2006
Wörter: 12607
Autor: Webert
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Erdbeben San Fancisco, 18.4.1906


Erdbeben in San Fancisco 1906
Am 18. April 1906 bebt die Erde unter San Francisco. Die Ersten die es bemerken sind ein Hafenlotse, der das Kohleschiff „Wellington“ um 5:12 so zittern und rütteln sieht, „wie ein ungefederter Wagen, der auf einem Knüppeldamm fährt“ wie es der Lotse beschreibt, ein Streifenpolizist, der sieht wie die Gebäude an der Straße von einer unterirdischen Kraft angehoben werden und dann wieder absinken, und ein Arbeiter der an diesem Morgen im Meer schwimmen gehen will, obwohl die Brandung ungewöhnlich schräg, in gebrochenen Linien, anstatt in parallelen Brechern, und in einer zackigen reißenden Bewegung an den Strand rollt. Als er im Wasser ist wird er drei Mal in die Tiefe gerissen und wieder nach oben gespült.
Durch das Beben werden Rohre und elektrische Kabel an die Oberfläche gedrückt, Stromleitungen zwischen den Häusern zerrissen, und Gasleitungen zerborsten. In den Straßen und Gassen öffnen sich einige Meter tiefe Risse, von denen sich einige schon nach wenigen Sekunden wieder unter ohrenbetäubendem Getöse schließen.
Auch das neue Rathaus der Stadt bleibt nicht verschont. Die massiven Säulen, die die Kuppel des Gebäudes stützen, bersten und lassen das nun ungestützte Bauwerk in sich zusammenstürzen. In der Valencia Street überleben im obersten Geschoss eines vierstöckigen Hotels, das in sich zusammensackt bis das vierte Obergeschoss auf Straßenebene ist, drei Menschen da ihr Stockwerk weitgehend unzerstört bleibt. In den Stockwerken darunter werden mehr als 100 Menschen durch die herabstürzenden Gebäudeteile getötet. Es ist eines der Gebäude der Stadt in denen am meisten Menschen umkommen. Nach zweieinhalb Minuten setzt das Beben des Erdbodens endgültig aus.
Verursacht wurde diese Katastrophe durch das aneinanderschrammen der Nordamerikanischen und der pazifischen Platte. Die beiden bewegen sich jedes Jahr dreieinhalb Zentimeter gegeneinander. An der Grenze zwischen diesen beiden Platten befindet sich die San-Andreas-Verwerfung, ein mehr als 1000 km langes Spaltensystem welches sich vom Kap Mendocino bis in die Nähe des mexikanischen Küstenstädtchens Puerto Vallarta erstreckt.
Durch die ständige Bewegung bauen sich tief unter dem Boden Kaliforniens, durch verkannten und verhaken der Gesteinsschichten gewaltige Spannungen auf, welche sich von Zeit zu Zeit in Form von Erdbeben entladen.
Wissenschaftler, welche alle Daten dieser Katastrophe auswerteten, lokalisierten das Epizentrum einige Kilometer südwestlich der Golden Gate Bridge. Dort hatte eine steinerne Blockade dem in Jahrzehnten aufgestauten Druck nachgegeben und s das Erdbeben verursacht. Da die moderne Seismologie zu dieser Zeit aber noch nicht bestand, konnte das niemand wissen. Die moderne Seismologie wurde erst durch dieses Beben „geboren“, da sich viele Forscher fragten wie sich solch immense Spannungen aufbauen konnten. Erst 60 Jahre konnte man das Rätsel lösen, und entdeckte dass ein Mosaik mehrer bis zu 100 Kilometer dicker Gesteinsplatten auf dem Zähflüssigen Magma des Erdmantels schwimmt. Der Wissenschaftler Alfred Wegener hatte dieses Modell, den „Drift der Kontinente“ zwar schon 1915 formuliert, jedoch wurde er nicht ernst genommen. Auch heutzutage gibt es noch keine zuverlässige Methode Erdbeben vorherzusagen, allerdings kann man inzwischen erdbebengefährdete Regionen erkennen und eine ungefähre Wahrscheinlichkeit eines Bebens in einem bestimmten Zeitraum bestimmen. So besteht in Südkalifornien bis 2024 eine über 85 prozentige Wahrscheinlichkeit eines schweren Schlages.
Laut Seismologen hatte das Beben eine Stärke von 7,8 auf der Richter-Skala. Dieser Wert geht allerdings aus Berechnungen hervor und wurde nicht gemessen. Auch berechneten sie dass sich die Schockwellen, je nach Gestein, mit mehr als drei Kilometern in der Sekunde ringförmig um das Epizentrum ausbreiteten. Die Kraft des Bebens war in einem Umkreis von mindestens 500 Kilometern spürbar, und erschütterte eine halbe Million Quadratkilometer Land. Es wurde außerdem Schäden im Wert von 235 Millionen US-Dollar gemeldet, was heute, je nach Umrechnung, wahrscheinlich einer zweistelligen Milliardensumme entspräche. Doch das sind alles nur Zahlen und Fakten, und entspricht bei weitem nicht dem was das Beben für die Bürger San Franciscos bedeutete.
Nicht einmal die genaue Zahl der Todesopfer des Bebens ist bekannt. Offiziell wurde damals 475, dann aber 450 Tote beziffert. In heutigen Schätzungen von Historikern, die viele Nachlässe und private Briefe auswerteten, wurden aber fast 4000 Menschen bei der Katastrophe unter den Trümmern begraben oder verbrannt.
Bald nach der Katastrophe fanden sich auch sofort viele Prediger die behaupteten, dass die Stadt die göttliche Strafe selbst herausgefordert habe. San Francisco hatte sich innerhalb von fünf Jahrzehnten von einem 500 Seelen-Fischerdorf zu der wichtigsten Stadt des Amerikanischen Westens entwickelt die nun 400 000 Menschen zählte. Diesen raschen Aufstieg ermöglichte ein stetiger Strom von Glücksrittern, die seit 1848 dem Goldrausch verfallen waren, dessen Sammelpunkt San Francisco war. Die Männer brachen, von der Stadt aus, auf in die Schürfgebiete Kaliforniens, und kamen mit Säcken voller Goldstaub zurück, um das Gold gleich in Spielhöllen zu verprassen oder sich in Barbary Coast, dem Hafenviertel der Stadt, mit billigem Whiskey zu betrinken, oder sich in Bordellen bedienen zu lassen. Die reicheren Vergnügungssüchtigen besuchten lieber die so genannten „French Restaurants“, in deren Untergeschossen die feinsten Gerichte und der erlesenste Champagner serviert und ausgeschenkt wurden und in deren Obergeschosse, in verschwiegenem Ambiente, die Huren oder die heimlichen Geliebten warteten. Die Stadtväter und der Bürgermeister kassierten dabei fleißig mit, da sie sich beim Vergeben der Schanklizenzen bestechen ließen. Auch wenn die Stadt die Ausschweifungen mit der glatten Oberfläche einer florierenden, kunstsinnigen Industrie- und Handelsmetropole zu vertuschen versucht, hat sie den Ruf, die unzüchtigste Stadt der vereinigten Staaten zu sein, und auch um die Jahrhundertwende verlor San Francisco kaum etwas ihres dekadenten Überschwanges. Die Stadt hatte ja auch keinen Grund dazu. Die Finanzen konnten kaum besser sein, das Wachstum war stetig, und die Zukunftspläne waren groß, da Theodore Roosevelt, der damalige US-Präsident, ihren Hafen zum wichtigsten Tor nach Asien erklärt hatte. Die Stadt hatte sich sogar als Standort für eine internationale Ausstellung zur Eröffnung des Panama-Kanals beworben, es war außerdem ein berühmter Stadtplaner damit beauftragt worden um ein Konzept zu erstellen mit dem man das Chaotische Stadtbild der Megacity zu einem mondänen Gesamtbild umzugestalten. Da auch kleinere Beben in der Vergangenheit das boomende Wachstum der Stadt nicht stoppen konnte zeigt das Wappen einen Phoenix der aus stilisierten Flamen aufsteigt. Der Chef der Feuerwehr warnt seit Langem vor einem Großbrand da die meisten Häuser der Stadt aus Holz erbaut und somit sehr brandgefährdet sind. Außerdem meint er, sollten die alten Süßwasserzisternen repariert und neu befüllt werden, und ein zusätzliches Salzwasserlöschsystem mit starken Pumpe im Meer installiert werden. Doch niemand beachtet ihn, denn die Bewohner der Stadt glauben, dass San Francisco unzerstörbar sei. Am Tag des Bebens ist er unter den ersten Opfern der Katastrophe.
Nach dem Beben beginnt erst die eigentliche Katastrophe: San Francisco brennt! Aus geborstenen Gasleitungen ausströmendes Gas entzündet sich an gerissenen funkensprühenden Kabeln und Feuer werden in Öfen entzündet deren Kaminöffnungen schon verschüttet sind. Die Feuerwehrleute wissen, dass sie gebraucht werden, sie wissen nur nicht wo. Denn kein Telefon und nicht einmal das Alarmsystem der Feuerwehr funktioniert noch. Die Feuer breiten sich mit rasender Geschwindigkeit aus, doch die Feuerwehrleute können anfangs nichts tun, denn die geborstenen Wasserleitungen bieten keinen Druck mehr. Doch die Feuerwehrleute behelfen sich mit hochgepumptem Kloakenschlamm, und stauen Wasser aus den zerstörten Leitungen auf, dass es nicht nutzlos im Erdboden versickert. An manchen Stellen bekämpfen sie das Feuer sogar mit Soda-Spendern. Oft müssen die Männer hilflos zusehen wie ihre Schläuche in über 1000 Grad Celsius heißen Flammen einfach verschmoren.
7:45 Uhr marschieren die ersten Truppen aus dem Fort Manson ein, welche die Münzanstalt, das Hauptpostamt, das Rathaus, in dessen Schatzamt sechs Millionen Dollar liegen, und andere Institutionen zu bewachen. Ärzte, Krankenschwestern und weitere Soldaten bringt später am Vormittag ein Zerstörer der Marine. Die Einschätzung der Lage des Kalifornischen Gouverneurs George Pardees, welcher diese an den US-Präsidenten Roosevelt übermittelt lautet: „kein Zweifel, Kalamität sehr ernst“ (Kalamität =Notlage/Unglück). Pardee organisiert auch eine groß angelegte Spendenaktion, durch welche aus den gesamten vereinigten Staaten Hilfsgüter wie Schuhe, frisches Brot, Kartoffeln, Matratzen und Materialien zum Aufbau von Flüchtlingslagern. Blitzschnell und mit militärischer Präzision fällt währenddessen Eugene Schmitz, San Franciscos Bürgermeister, Entscheidungen vom Justizpalast aus, in den er kurzfristig seinen Amtssitz verlegt hat. Er lässt auch einige Insassen eines einsturzgefährdeten Gefängnisses nach einer scharfen Moralpredigt frei, den Rest lässt er in den Keller des Justizpalastes sperren. Außerdem versammelt er die Elite der Stadt zu dem „Komitee der 50“, einer Art Notregierung, und vergibt 3000 Hilfssheriffsterne. Als eine Funktionsfähige Druckerei gefunden wird, lässt Schmitz 5000 Exemplare einer Bekanntmachung drucken. Die Stromversorgung wird durch eine Tretkurbel gewährleistet, die von zwangsverpflichteten Passanten angetrieben wird. Das Dokument sagt aus, dass Schmitz eine Ausgangsperre nach Einbruch der Dunkelheit verhänge, dass in allen Gebäuden Kerzenlicht und offene Flammen verboten seien und wer das Verkaufsverbot für Alkohol nicht beachte, dessen Whiskey-Vorrat würde auf die Straße gekippt werden. Auch teilt er damit mit, dass er die Soldaten und Bürgermilizen autorisiert habe „jeden auf der Stelle zu töten, der beim Plündern oder irgendeiner anderen Straftat“ ertappt würde.
Die Soldaten versuchen eine Schneise in die Stadt zu sprengen, allerdings haben die meisten von ihnen keine Ahnung von gezielten Sprengungen, sodass oft einfach Schwarzpulverfässer in Holzhäusern zum explodieren gebracht werden, Ziegelmauern in die falsche Richtung stürzen und herabregnende heiße Trümmerstücke ausströmendes Kanalgas entzünden. In den südlichen vierteln haben sich die beiden größten Feuer aufeinander zubewegt und zu einer gewaltigen Flammenwand vereinigt, und ein dritter Großbrand bewegte sich von Hayes Valley au in Richtung Norden. Durch das Tiefdruckgebiet, das die aufsteigende heiße Luft verursacht, strömt ständig frische sauerstoffhaltige Luft in die Stadt, so dass das Feuer immer mehr angefacht wird. In den Flammen verbrennen mehr als 28000 Gebäude. 200 000 Menschen flüchten vor den Flammen.
Wenn überhaupt jemand einen Vorteil aus de Beben und dem anschließenden Inferno hatte, dann waren es der ehemalige Lebensmittelhändler Amadeo Peter Giannini, dessen damals neu gegründete „Bank of Italy“ bald zur „Bank of America“ aufstieg, da er der erste war der Kredite zum Wiederaufbau der Stadt gewähren konnte, während die anderen Banken noch warten mussten bis ihre Safes abgekühlt waren, und die Whiskey-Brennerei „Hotaling“, da diese einen Werbeslogan gewann welcher lautet: „If, as some say, God spanked the town, for being over frisky - why did He burn the churches down and save Hotalig’s Whiskey?“

Anmerkung des Einsenders: Hat mir eine 1 gebracht, beim strengsten Lehrer den ich bis jetzt hatte.
Gibt mit Schriftgröße 11, und seitenrand 1,5 ziemlich genau 2 Seiten.

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Kommentare

  • unbekannt
    Mon, 23 Feb 2009 23:11:03 GMT Ihr könnt froh sein von Ashley (Gast)

    Ich finde das gut das sie/er hier überhaupt was rein schreibt. Es ist zwar
    ziemlich lang aber wenn man viele Informationen im Referat haben will muss das
    eben so lang sein. Ijch finds gut und da sind viele Informationen drin. Weiter
    so!!!
    Deine
    Ashley

  • romanticgirl07
    Wed, 12 Sep 2007 21:03:38 GMT also ich... von romanticgirl07

    versteh garnet warum ihr hier son Theater macht!! Seid froh wenn sie/er für euch
    die hausaufgaben/Referate macht bzw. sie hier reinstellt!! Weiter so!!
    Eigentlich nich OK aber auch sehr praktisch!! ;)

  • Webert
    Wed, 24 Jan 2007 23:43:14 GMT Und überhaupt.... von Webert

    Referate trägt man vor, und für ein Referat is schön viel Information immer gut
    -.-

  • Webert
    Sun, 26 Nov 2006 16:19:54 GMT Was kann ich dafür?? von Webert

    Hey, wir sollten das so machen, kann doch ich nix für xD. Und wer das zu lang
    findet kanns ja auch zusammenkürzen, oder?

    lg

  • unbekannt
    Fri, 10 Nov 2006 19:27:32 GMT viel zu lang von sinnLos939 (Gast)

    wer soll den dit lesen?

  • Webert
    Sun, 20 Aug 2006 19:29:07 GMT UUps, wird sofort geändert von Webert

    Hm ja sollte sein, ich muss da einen fehler gemach haben, mach ich gleich wieder
    gut ^^"

  • Schneefeuer
    Tue, 15 Aug 2006 14:53:22 GMT woo...ö von Schneefeuer

    ... soll da was sein? (

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