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Feuersteine


Kategorie: Erdkunde
Eingesendet: 19.06.2004
Wörter: 7389
Autor: Rennmaus
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Feuersteine

Was ist ein Hühnergott?

Früher legte man Hühnern durchlöcherte Feuersteine ins Nest. Diese sogenannten Hühnergötter sollten die Legefreudigkeit der Hennen steigern. Wer dies selber mal ausprobieren will, kann an der Ostseeküste bei der Suche nach Feuersteinen fündig werden.

Wie aber kommen Formen wie z.B. die der Hühnergötter zustande?

Die Entstehungsgeschichte der Feuersteine gibt Aufschluß. Als sich die Kreide am Grunde des Meeres aus Ablagerungen von Meeresbewonern zu bilden begann, kam es zu periodisch eintretenden Kieselsäureablagerungen. Ebenso wie der Kalk stammt auch die Kieselsäure aus Überresten von Meeresbewohnern, etwa Kieselalgen (Diatomeen) oder Kieselschwämmen. Bildete sich aus diesem Material der Feuerstein, blieben mitunter Reste der Tierwelt in den Steinen als Fossilien erhalten.

Wie kamen die Feuersteine nach Deutschland?

Aus dem Norden gelangten die Feuersteine nach Rügen. Während der Eiszeiten bewegten sich riesige Gletschermassen aus Skandinavien in Richtung Süden. Dabei wälzten sie einer gigantischen Planierraupe gleich über die Landschaft und rissen Felsblöcke, Findlinge und Gestein mit sich. Nach Rückzug der Gletscher blieb das mitgeschleppte Material an den Steilküsten Rügens zurück. Die Feuersteinfelder in der Nähe von Mukran entstanden vor etwa 3.000 - 4.000 Jahren durch starke Sturmfluten, die die Steine zu mehreren Meter hohen Wällen aufschütteten. Die 14 so gebildeten Feuersteinwälle sind in Europa einmalig.

Heute noch kann man daher in Feuersteinen Reste von Tieren erkennen, die vor über 70 Millionen Jahren im Meer gelebt haben. Die länglichen Donnerkeile sind zum Beispiel fossile Schalen tintenfischähnlicher Kopffüßer, den Belemniten. Man findet aber auch fünfstrahlig gezeichnete Feuersteinkerne von Seeigeln oder längliche Feuersteine mit Streifen- oder Punktstruktur, die fossile Kieselschwämme darstellen. Aber selbst ohne Fossilien sind Feuersteine, mit ihrem glänzenden, schwarzen Inneren und der durch Wasserverlust weiß patinierten Oberfläche ein lohnender Anblick.

(g.o)

Der Rohstoff Feuerstein

Feuerstein (Deutsch), Flint (Englisch),

Silex (Französisch) und Vuursteen (Holländisch).

Feuerstein/Flint war ein wichtiger Rohstoff zur

Werkzeugherstellung in der Steinzeit. Doch täuscht

der deutsche Begriff. Mit Feuerstein alleine kann

kein Feuer gemacht werden. Zum Feuermachen

empfehle ich aus guter Erfahrung Schlagsteine aus

Wommersom-Quarzit. Dieses Material funktioniert

auch bei einer schlechten Markasit-Qualität.

Wommersom-Quarzit gibt es nur in Wommersom

bei Tienen in Belgien, östlich von Brüssel. Und

das kostenlos, für lau, nothing, zero, nullum, nada.

Bloss hin muß mann, frau. Das haben die

Mittelsteinzeitlichen Jäger gemacht. Zu Fuß, aus

ganz Mitteleuropa. Aber natürlich geht auch

"normaler" Feuerstein.

Die Beschreibung des Feuersteines

Sammelbezeichnung für bestimmte Quarzart, die man auch Flint nennt. Diese Gesteinsart ist mitunter härter als Stahl und braun, grau oder schwarz gefärbt. Feuerstein kommt oft in der Form von Gesteinsknollen insbesondere in Kreideschichten vor, die sich beispielsweise von Irland und Frankreich bis nach Rußland erstrecken. In Deutschland findet man Feuerstein u. a. auf der Insel Rügen und in den eiszeitlichen Ablagerungen in Norddeutschland. Feuerstein zersplittert mit einer auffälig scharfkantigen Bruchfläche. Deshalb nutzten die Menschen prähistorischer Zeiten ihn zur Herstellung von Waffen und Werkzeugen sowie zum Feuerschlagen (Steinzeit). Im Mittelalter dienten Feuerstein und Pyrit zum Anzünden von Lunten und von Schießpulver in Gewehren (Flinten). Feuerstein wird heutzutage hauptsächlich als Bestandteil von Feinkeramik verwendet. Die "Feuersteine" in Feuerzeugen bestehen u. a. aus einer Legierung von Seltenerdmetallen und Eisen (Mischmetall) und haben mit dem Feuerstein nichts zu tun.

Eine kleine Auswahl an Fundorten weltweit

Dänemark - Stevens Klint

Helgoland

Geschiebe Niedersachsen

Geschiebe Schleswig Holstein

Belgien

Amerika

Afrika

Herstellen eines steinzeitlichen Pfeiles

Zuerst werden mit einem Feldstein kleinere Splitter von einer Feuersteinknolle abgeschlagen.

Ein geeignetes Stück wird ausgesucht.


Mit der Spitze eines Hirschgeweihes werden die Kanten abgedrückt und eine Spitze wird

geformt.

Danach wird die Pfeilspitze in einen vorbereiteten Holzschafft gesteckt und mit

einer Tiersehne umwickelt und befestigt.

Zum Schluss werden Spitze und Holzschafft mit Birkenkitt eingeschmiert. Nun ist der Pfeil schussbereit.

Treffer!!!

Das Neanderthalmuseum

Speere und Steinzeitbögen

Wer selber als Steinzeitmensch aktiv werden möchte, kann das im Neanderthalmuseum problemlos tun:

In Vorführungen werden steinzeitliche Techniken demonstriert und die Materialien und Rekonstruktionen vorgestellt. Dieses Angebot gilt für Gruppen bis zu 30 Personen ab Klasse 6 aufwärts bis zu Erwachsenengruppen.

Angeboten werden die einstündigen Vorführungen Dienstags bis Freitags zwischen 9:30 und 17 Uhr. Die Kosten betragen pauschal 95,- Mark.

In der Steinzeitwerkstatt kann man wirklich selber arbeiten. Sechs einstündige Aktionen stehen Dienstags bis Freitags zwischen 9:30 und 17 Uhr zur Auswahl:

1. Schmuckherstellung aus Muscheln, Schnecken und Lederband

2. Steinzeitkunst I: Malen mit Naturfarben und Naturpinseln

3. Steinzeitkunst II: Gravieren von steinzeitlichen Motiven mit Feuerstein auf Schieferplatten

4. Nähen eines Beutels aus Leder mit Knochennadel und Sehne

5. Töpfern eines Tongefäßes

6. Schießen mit steinzeitlichen Waffen

Die Kosten betragen 8,- Mark pro Person und Aktion, mindestens aber 95,- Mark pro Gruppe. In Kombination mit einer Museumsführung kostet es nur 6,- Mark.

Auch Wochenendseminare stehen auf dem Programm. Beim Speerschleuderseminar bauen die Teilnehmer selbst eine Speerschleuder und lernen sie einzusetzen. Inklusive Werkzeugnutzung und Material kostet dies pro Person 200, - Mark. Es können jeweils zwischen 6 und 12 Personen teilnehmen, die mindestens 16 (in Begleitung 14) Jahre alt sein sollten. Dauer der Veranstaltung: samstags von 13 bis 18, sonntags von 9 bis 18 Uhr.

Im Bogenbauseminar lernen die Beteiligten das Bauen eines gebrauchstüchtigen, steinzeitlichen Bogens. Gruppengröße und Altersvorgaben entsprechen dem Angebot "Speerschleuder", die Kosten betragen hier 300, - Mark für zwei volle Tage (Sa und So von 9 bis 18 Uhr)

Beide Seminare werden von promovierten Prähistorikern geleitet, die sich seit Jahren aktiv mit steinzeitlichen Waffen beschäftigen.

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