Feuersteine
FeuersteineWas ist ein Hühnergott? Früher legte man Hühnern durchlöcherte Feuersteine ins Nest. Diese sogenannten Hühnergötter sollten die Legefreudigkeit der Hennen steigern. Wer dies selber mal ausprobieren will, kann an der Ostseeküste bei der Suche nach Feuersteinen fündig werden. Wie aber kommen Formen wie z.B. die der Hühnergötter zustande? Die Entstehungsgeschichte der Feuersteine gibt Aufschluß. Als sich die Kreide am Grunde des Meeres aus Ablagerungen von Meeresbewonern zu bilden begann, kam es zu periodisch eintretenden Kieselsäureablagerungen. Ebenso wie der Kalk stammt auch die Kieselsäure aus Überresten von Meeresbewohnern, etwa Kieselalgen (Diatomeen) oder Kieselschwämmen. Bildete sich aus diesem Material der Feuerstein, blieben mitunter Reste der Tierwelt in den Steinen als Fossilien erhalten. Wie kamen die Feuersteine nach Deutschland? Aus dem Norden gelangten die Feuersteine nach Rügen. Während der Eiszeiten bewegten sich riesige Gletschermassen aus Skandinavien in Richtung Süden. Dabei wälzten sie einer gigantischen Planierraupe gleich über die Landschaft und rissen Felsblöcke, Findlinge und Gestein mit sich. Nach Rückzug der Gletscher blieb das mitgeschleppte Material an den Steilküsten Rügens zurück. Die Feuersteinfelder in der Nähe von Mukran entstanden vor etwa 3.000 - 4.000 Jahren durch starke Sturmfluten, die die Steine zu mehreren Meter hohen Wällen aufschütteten. Die 14 so gebildeten Feuersteinwälle sind in Europa einmalig. Heute noch kann man daher in Feuersteinen Reste von Tieren erkennen, die vor über 70 Millionen Jahren im Meer gelebt haben. Die länglichen Donnerkeile sind zum Beispiel fossile Schalen tintenfischähnlicher Kopffüßer, den Belemniten. Man findet aber auch fünfstrahlig gezeichnete Feuersteinkerne von Seeigeln oder längliche Feuersteine mit Streifen- oder Punktstruktur, die fossile Kieselschwämme darstellen. Aber selbst ohne Fossilien sind Feuersteine, mit ihrem glänzenden, schwarzen Inneren und der durch Wasserverlust weiß patinierten Oberfläche ein lohnender Anblick. Der Rohstoff Feuerstein Feuerstein (Deutsch), Flint (Englisch), Feuerstein/Flint war ein wichtiger Rohstoff zur Die Beschreibung des Feuersteines Sammelbezeichnung für bestimmte Quarzart, die man auch Flint nennt. Diese Gesteinsart ist mitunter härter als Stahl und braun, grau oder schwarz gefärbt. Feuerstein kommt oft in der Form von Gesteinsknollen insbesondere in Kreideschichten vor, die sich beispielsweise von Irland und Frankreich bis nach Rußland erstrecken. In Deutschland findet man Feuerstein u. a. auf der Insel Rügen und in den eiszeitlichen Ablagerungen in Norddeutschland. Feuerstein zersplittert mit einer auffälig scharfkantigen Bruchfläche. Deshalb nutzten die Menschen prähistorischer Zeiten ihn zur Herstellung von Waffen und Werkzeugen sowie zum Feuerschlagen (Steinzeit). Im Mittelalter dienten Feuerstein und Pyrit zum Anzünden von Lunten und von Schießpulver in Gewehren (Flinten). Feuerstein wird heutzutage hauptsächlich als Bestandteil von Feinkeramik verwendet. Die "Feuersteine" in Feuerzeugen bestehen u. a. aus einer Legierung von Seltenerdmetallen und Eisen (Mischmetall) und haben mit dem Feuerstein nichts zu tun. Eine kleine Auswahl an Fundorten weltweit Dänemark - Stevens Klint Herstellen eines steinzeitlichen Pfeiles Zuerst werden mit einem Feldstein kleinere Splitter von einer Feuersteinknolle abgeschlagen. Das Neanderthalmuseum Speere und Steinzeitbögen Bewertung
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