Diabetes heißt Zuckerkrankheit. Fünf Millionen Deutsche leiden darunter und etwa zwei Millionen wissen es noch nicht. Diabetes ist zur Volkskrankheit „Nummer Eins“ geworden. Es sind nicht nur ältere Menschen betroffen, es trifft immer öfter auch jüngere Menschen. Jedoch leiden besonders viele ältere Menschen über 65 Jahre an der Volkskrankheit. Hier zählt jeder Zehnte zu den Betroffenen.
Die Anzeichen der Krankheit sind seit Jahrtausenden bekannt, aber erst im Jahr 1922 gelang eine Behandlung. Bei Diabetes mellitus wird das Hormon Insulin in zu geringen Mengen in den B-Zellen der Langenhans‘-schen Inseln der Bauchspeicheldrüse gebildet. Wird zu wenig Insulin in das Blut abgegeben, kann es zu Stoffwechselveränderungen kommen. Diabetes mellitus heißt wörtlich „honigsüßer Durchfluss“, und bedeutet das Vorhandensein eines erhöhten Blutzuckerspiegels. Übersteigt er einen bestimmten Wert, so beginnen die Nieren einen Teil des Zuckers über den Harn auszuscheiden. Der überschüssige Zucker kann aber nur in den Harn gelangen, wenn er in Wasser gelöst ist. Dieses wird dem Körper entzogen. Daher kommen die Ausscheidungen großer „honigsüßer“ Urinmengen und der starke Durst beim Kranken. Es ist häufig eine erblich bedingte Stoffwechselerkrankung. Bei übergewichtigen Säuglingen werden noch im Krankenhaus Diabetestests vorgenommen. Durch die Vermeidung von Übergewicht kann der Ausbruch der Krankheit verhindert werden. Man unterscheidet Diabetes mellitus Typ I und Diabetes mellitus Typ II.
1.1. Insulin
Insulin ist das Hormon, welches das Aufnehmen, Speichern und Umbauen von Kohlenhydraten im Körper ermöglicht.
Es wird in den B-Zellen der Langenhans‘-schen Inseln der Bauchspeicheldrüse gebildet und senkt den Blutzuckerspiegel. Die Bauchspeicheldrüse reagiert bei der Produktion von Insulin sehr schnell auf Veränderungen des Blutzuckerspiegels. Der Insulinspiegel im Blut sinkt im Hungerzustand auf sehr niedrige Werte, bei der Nahrungsaufnahme steigt er schnell auf Spitzenwerte an. Bei Überernährung bleibt der Insulinspiegel hoch und verhilft so der überschüssig aufgenommenen Energie in die Fettpolster. Dadurch kann es zu einer Überbeanspruchung der Bauchspeicheldrüse kommen und die Produktion von Insulin versiegt. Die Folge ist die Entstehung des Diabetes mellitus Typ II.
Insulin als Medikament, sollte stets kühl gelagert werden. Dazu gibt es für die Reise spezielle Taschen, für die Aufbewahrung von Insulin. Diese enthalten Kühlelemente.
2. Diabetes mellitus Typ I
Der Typ I Diabetes wird auch als jugendliche Diabetes bezeichnet. Sie tritt erstmals bei Kindern im 5. und 6. Lebensjahr, oder zwischen dem 30. und 50.Lebensjahr auf. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Es kann vererbt werden, muss aber nicht. Erbfaktoren spielen eine große Rolle. Geschwister und Kinder von Typ I Diabetikern haben ein Risiko von rund 5 %, ebenfalls an dieser Form von Diabetes zu erkranken.
Typ I Diabetiker können oft nicht auf die täglichen Spritzen verzichten.
Die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse sind bei dieser Krankheit zerstört, sie können sich nicht mehr regenerieren.
2.1. Ursache und Entstehung
Bei dieser Erkrankung richtet sich der eigene Körper gegen sich selbst. Körpereigene Abwehrstoffe zerstören die insulinbildenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse. Wird weniger Insulin produziert, so kann der mit der Nahrung aufgenommene Zucker, die Glukose, nicht mehr in den Körperzellen aufgenommen und in Energie umgewandelt werden.
Der Zuckergehalt im Blut steigt an, in den Zellen kommt es dagegen zur Unterversorgung mit Zucker. Dieser Zustand entwickelt sich über mehrere Jahre und kann nur durch Insulinspritzen verlangsamt werden.
Unterzuckerungszustände können bei Diabetikern, die mit Insulin oder blutzuckersenkenden Medikamenten behandelt werden auftreten, wenn eine Mahlzeit ausgelassen wird, bei zu hoher körperlicher Belastung oder bei Alkoholgenuss. Anzeichen sind Unruhe, Angst, Zittern und Herzklopfen.
Die Blutzuckerwerte können von Jedem einfach und schnell mit verschiedenen Messgeräten selbst ermittelt werden.
2.2. Symptome
Die Betroffenen haben einen hohen Trinkbedarf (über 4 Liter täglich), sie scheiden große Urinmengen aus. Oft fühlen sie sich müde, abgeschlagen und leiden unter Gewichtsverlust. Infekte heilen schlecht. Die Betroffenen merken früh entsprechende Symptome, wie z.B. Konzentrations- und Sehstörungen, häufig spüren sie die Erkrankung aber auch auf einen Schlag. Plötzliche Schwäche– oder Ohnmachtsanfälle durch einen viel zu hohen Blutzuckerspiegel geben einen ersten Hinweis auf eine bestehende Typ I Diabetes. Bei absolutem Insulinmangel kann es zum Koma kommen. Anfängliche Beschwerden sind Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Acetongeruch des Atems. In vielen Arztpraxen werden Screening-Tests angeboten. So hat jeder die Möglichkeit sein Diabetes - Risiko einzuschätzen. Wenn ein- oder mehrmals mit „Ja“ geantwortet wird sollte eine genauere Untersuchung beim Hausarzt folgen.
2.3. Behandlung
Trotz früher Erkennung sind die insulinproduzierenden Zellen zerstört und damit die Ausschüttung von Insulin in das Blut vermindert, sodass die Behandlung nur noch durch die Zufuhr von Insulin von außen geschehen kann. Der Patient muss lebenslang Insulin spritzen um eine Normalisierung seines Blutzuckers zu erreichen.
Man unterscheidet zwischen kurz- und langwirkendem Insulin. Kurzwirkendes Insulin fängt den hohen Blutzuckerspiegel nach dem Essen ab. Langwirkendes Insulin versorgt den Körper über einen längeren Zeitraum mit einer geringeren Hormonmenge.
Es gibt zwei Behandlungsformen. Eine ist die starre Insulintherapie. Dort legt der Arzt fest wieviel Insulin täglich gespritzt werden muss, die Anzahl der Mahlzeiten und auch die Zeiten dafür.
Bei der intensivierten Insulintherapie lernen die Betroffenen selbst die notwendige Insulinmenge zu bestimmen. Zweimal täglich wird langwirkendes Insulin gespritzt, vor jeder Hauptmahlzeit kurzwirkendes Insulin. Wichtig ist die Selbstkontrolle des Blut- und Harnzuckers. Dies kann durch Teststreifen geschehen, die mit den Flüssigkeiten benetzt werden.
Auch Sport und Bewegung sind wichtig, dadurch wird der Zucker schnell in die Muskeln geschleust, der Blutzuckerspiegel wird gesenkt.
Auch hierzu findet man in den Arztpraxen einen Test zur Selbstüberprüfung.
2.4. Begleiterkrankungen
Durchblutungsstörungen der Füße und Beine (bis zum offenen Fuß)
Sehverschlechterung bis zur Erblindung
Erkrankungen der Nerven
Nierenerkrankungen bis Nierenversagen
Fettleber
Hautinfektionen
Potenzstörungen
Herzinfarkt
Um solche Erkrankungen zu verhindern sollten Risikogruppen regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen durchführen lassen. Die Wichtigsten sind in der folgenden Übersicht aufgeführt.
3. Diabetes mellitus Typ II
Der Typ II Diabetes wird oft als „Altersdiabetes“ bezeichnet, da er meist erst in der zweiten Lebenshälfte auftritt. Die Krankheit beginnt in der Regel schleichend und macht sich kaum durch Krankheitsanzeichen bemerkbar.
3.1. Ursachen und Entstehung
Die Insulinresistenz ist seit einigen Jahren als Hauptursache für Diabetes mellitus Typ II bekannt. Es ist eine Stoffwechselerkrankung, welche wir selbst durch zu hohe Kalorienaufnahme auslösen. Insulin kann durch Übergewicht im Körper nicht richtig wirken. Der Blutzucker gelangt schlecht in Muskel- und Fettzellen, wo er zur Energiegewinnung oder –speicherung gebraucht wird. Viele Leute ernähren sich durch Fast-Food zu fettreich und der Sport kommt auch zu kurz. Außerdem werden zu viele Süßigkeiten gegessen. Die Bauchspeicheldrüse wird überfordert. Beim Diabetes-Typ II ist die Freisetzung von Insulin und die Empfindlichkeit von Zellen auf das Hormon verringert. Die Bauchspeicheldrüse produziert zu wenig Insulin. Die Wahrscheinlichkeit am Typ II zu erkranken nimmt im Alter zu. Immer häufiger erkranken aber auch jüngere Leute.
3.2. Symptome
Die Betroffenen haben oft Übergewicht, sie fühlen sich träge, müde und sind in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Der Blutdruck und die Fettwerte sind erhöht.
3.3. Behandlung
Beim Typ II sind Gewichtsabnahme, dauerhafte Diät und körperliche Betätigung die wichtigsten Behandlungsmaßnahmen . Die Betroffenen sollten mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt zu sich nehmen. Manchmal helfen auch Tabletten, welche die Insulinbildung unterstützen. Ist die Bauchspeicheldrüse nicht mehr in der Lage Insulin zu produzieren, müssen sich die Betroffenen spritzen. Der Arzt stellt sie darauf ein.
3.4. Begleiterkrankungen
Übergewicht
Gefäßveränderungen bis zur Gefäßverkalkung
Schädigung von Herz, Gehirn, Nieren Augen und Beinen
Schlaganfall (bis zu 440 000 Fälle im Jahr)
Hohes Risiko für Herzinfarkt (im Jahr bis zu 27 000 Fälle)
4. Ernährung
Diabetiker sollten eine bewusste Lebensweise entwickeln. Sie sollten frische Speisen mit einem hohen Obst- und Gemüseanteil zu sich nehmen. Oft haben diese Speisen einen deutlich geringeren Fettgehalt als Fertig- und Tiefkühlgerichte.
Typ II Diabetiker sollten mehr als die Hälfte ihres täglichen Energiebedarfs durch Kohlenhydrate decken. Das bedeutet viel Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Getreide, Nudeln, Reis und Vollkornbrot zu essen. Diese Lebensmittel enthalten viele Mineralstoffe und Vitamine.
Die Zuckeraufnahme sollte nicht mehr als 10% der Gesamtenergie betragen. Getränke mit einem hohen Zuckergehalt sollten gemieden werden. Alkoholfreie Erfrischungsgetränke, welche mit Süßstoffen gesüßt sind können getrunken werden. Diabetiker die mit Insulin behandelt werden, müssen darauf achten, dass eine Insulininjektion und die Kohlenhydratzufuhr aufeinander abgestimmt sind. So wird eine Unterzuckerung, oder andererseits ein zu hoher Blutzuckerspiegel verhindert.
Bei der Aufnahme von Eiweiß sollte der Anteil zwischen 10% und 20%
der Gesamtenergiemenge liegen. Hier ist das Essen von Fisch zu
bevorzugen.
Fett und Fleisch sollten nur in Maßen aufgenommen werden. Die tägliche Fettmenge sollte unter 30% der Gesamtenergie liegen. Fettarmes Essen kann einer Herzerkrankung vorbeugen.
Die Zufuhr von Kochsalz sollte unter 6 Gramm pro Tag liegen.
Diese Ernährungsempfehlungen sind aber nicht nur für Diabetiker wichtig. Wenn sich ein Großteil der Bevölkerung daran halten würde, gäbe es nicht so viele Übergewichtige und das Risiko an Diabetes zu erkranken wäre geringer.
Hier nur einige Diabetikerrezepte die allen schmecken.
5. Quellen
Apotheken Umschau, Münchner Universitätskliniken und Forschungsinstitute, September 2002
Broschüre „Zeitbombe Zucker“, ZDF Redaktion, Deutsche Diabetes-Stiftung, Deutscher Diabetiker-Bund, Klinikum Großhadern, Deutsches Diabetes-Forschungsinstitut der Uni Düsseldorf, Berufsverband der Allgemeinärzte
Sehr gut finde ich...
woher das interesse?
spannend, aber ich hätte mehrere Absätze gemacht