Bürgerlicher Realismus

Kategorie: Deutsch
Eingesendet: 10.11.2006
Wörter: 6263
Autor: Jadyanna
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Bürgerlicher Realismus

Bürgerlicher Realismus

 

Mit Realismus wird in der Literaturgeschichte eine literarische Strömung im Zeitraum von 1830 bis 1890 bezeichnet. Die Periode zwischen 1850 und 1890 wird häufig auch „bürgerlicher Realismus“ oder „poetischer Realismus“ genannt.

Der Realismus setzt sich mit dem Verhältnis zwischen Literatur und Wirklichkeit auseinander und will die fassbare Welt objektiv beobachten und schildern. Die Natur und auch die Handlungen der Charaktere werden nicht künstlich und ohne persönliche Standpunkte dargestellt, um so gut wie möglich die Wirklichkeit nachzuahmen.

 

Der Realismus ist vorwiegend in der Dramatik und Epik in sämtlichen Epochen vorhanden.

Der Epochenbegriff bezieht sich vor allem auf die englische, russische, französische, deutsche und amerikanische Literatur. Der Begriff stamm von einer Aufsatzsammlung mit dem Titel "Le réalisme" von Jules Champfleury im Jahre 1857.

 

Die Themen der realistischen Literatur sind vorwiegend historische Stoffe. Auch die Entstehung der Arbeiterbewegung und die Frage nach der nationalen Einheit bis zur Einigung Deutschlands ist ein wichtiges Thema. Für die Realisten steht nicht die Masse der Gesellschaft im Vordergrund, sondern die Persönlichkeit und es wird besonderen Wert auf die Beschreibung des Innenlebens der Figur gelegt.

Der Stil des Realismus hat drei Eigenschaften. Humor, Detailtreue und objektive Schönheit wird verwendet.

 

In Deutschland wird häufig der bürgerliche Realismus genannt, da der Realismus in Deutschland auch offen für Erfundenes, Poetisches und Phantastisches war und der Träger dieser Bewegung der Bürgertum war. Deshalb spielen in Deutschland im Realismus auch bürgerliche Werte und Ideen eine Rolle. Die handelnden Charaktere sind in der Regel im Bürgertum angesiedelt.

 

Der bürgerliche Realismus begann mit dem Scheitern der bürgerlichen Revolution von 1848/94 und endete in den 80er Jahren mit dem Vormarsch einer neuen Schriftstellergeneration.

Im Realismus herrscht grundsätzlich ein friedliches Nebeneinander von ästhetisch hochwertiger Literatur und Unterhaltungsliteratur, die vor gesellschaftspolitischen Zeitproblemen flüchtet, auch biedermeierliche Idyllen zeichnet oder exotische Abenteuer zum Thema hat.

 

Die Novelle ist eine Priorität im bürgerlichen Realismus, sie soll ein bedeutungsvolles Ereignis aus dem Alltagsleben darstellen und Aufzeigen was Menschenleben überhaupt ist. Die Novelle steht dem Drama näher als dem Roman.

Der Gesellschaftsroman stellt einen größeren Ausschnitt aus der Gesellschaft, des gehobenen Bürgertums dar. Der niedere und mittlere Adel stehen im Mittelpunkt.

Der Bildungsroman beschreibt die Entwicklung einer Einzelgestalt innerhalb der besitzbürgerlichen Welt. Die zentrale Person muss lernen sich in die Gesellschaft einzuordnen.

Der historische Roman konfrontiert historische Ereignisse und Personen mit wichtigen Abschnitten der Gegenwart.

Zur Zeit des bürgerlichen Realismus waren die Dramen am Tiefpunkt. Nur wenige Dramen werden auch noch heute gespielt.

Die Lyrik knüpft an Romantik und Klassik. Goethe und Eichdorff z.B. waren Vorbilder der Epoche. Inhalt der Gedichte sind einfache Gefühle wie Glück, Trauer oder die Natur.

Die Ballade greift auf geschichtliche Begebenheiten und Heldenstoffe zurück oder setzt sich mit der modernen Technik auseinander.

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